Mysteriöses Deutschland Teil 2

ChrisKüm aus der deutschsprachigen Wikipedia

Innerer keltischer Ringwall auf dem Altkönig

Im Frankfurter Umland gibt es so einiges, was hier zu entdecken geht. In Hofheim am Taunus fanden Archäologen am Kapellenberg eine kleine, runde Anlage. Mit ca. 70 m Durchmesser wird sie von einem Graben umschlossen. Reste einer Palisade war mit Sicherheit ein Kultbezirk, der an die „Henge“-Anlage auf den britischen Inseln erinnert. Das Alter dieser Anlage ist bislang ungeklärt, weist aber auf die Bronzezeit, in der Heiligtümer mit einer kreisrunden Palisade umgeben waren.

 

Im Jahr 1904 wurden bei Erdarbeiten in einer Wiese in Langenhain in nur 30 cm Tiefe zahlreiche Gegenstände aus frühkeltischer Zeit gefunden. Möglicherweise soll es ein Materialdepot eines Handwerkers sein. Ein Gußkuchen aus Bronze und 28 bronzene Zierscheiben, die mit einem Eisendraht verbunden waren. Die Fundstücke haben einen Durchmesser von 6 bis 21 Zentimetern und etliche der größeren Scheiben sind mit floralen Mustern durchbrochen. Angesehen werden können sie im Museum Wiesbaden.

 

Wer Ruhe und Meditation braucht, findet sie möglicherweise in einer eiförmigen, weißen Kuppel in Langenhain. Hier ist das europäische Zentrum der Baha’i. Zur Erklärung: Die Baha’i sind eine undogmatische, weltweite Religionsgemeinschaft, die die Grundlagen der monotheistischen Religionen in sich aufgenommen hat. Es gibt aber keine Priester, sondern einen gewählten Rat. Das religiöse Leben folgt einem 19-Tage-Rhythmus und hat strenge Fastenregeln, sie engagieren sich aber auch sehr im sozialen Bereich. Da sie nicht missionieren und ihr Haus für jeden offen ist (ich habe dort auch schon drin gesessen und die Stille genossen), erwähne ich den Tempel in diesem Blog.

 

In Eschborn (vielleicht manchen Sportfan ein Begriff, gibt es hier doch das Radrennen jedes Jahr) sitzen nicht nur die Börse. Eschborn ist eine der ältesten Ansiedlungen im Frankfurter Raum. Die alten Namen „Askobrunne“, „Asceburne“, „Aschebrunne“ und ähnliche Formen weisen auf die Asen – einem mächtigem Göttergeschlecht – und dessen Kultus in allen deutschen Völkern hin. Sprachlich leitet sich „Eschborn“ möglicherweise auch von der Esche – ein Baum, der in der germanischen Mythologie eine große Rolle spielt – ab. In Eschborn fand man bei Erweiterung eines Friedhofs 50 Gräber, in denen die Alemannen des 5. Jahrhunderts ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Die Grabbeigaben, die die Verstorbenen für ihre Reise in die Anderwelt gebraucht hatten, kann man im Museum Eschborn ansehen.

 

Von Photographed by Albärt, fotografiärt im Jülli 2006 - Photographed, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1213999

Frauengrab mit Beigaben in einem Reihengräberfeld

 

Kronberg und der Altkönig bieten auch viele mystische Geschichten. Das ist ein 798 m hoher Berg mit einer Quarzitkuppe, die nur unwesentlich niedriger als der benachbarte Große Feldberg ist. Zahlreiche Sagen ranken sich um diesen Berg. Zum Beispiel soll ein Sueben-Häuptling nach seiner Niederlage gegen Caesar seinen Alterssitz dort errichtet haben. Mit den Ringwällen als Schutz. Eine andere Legende spricht von einem türkischen Sultan (wie er da hin kam ist unbekannt), der dort in unermeßlichen Schätzen dort ruht. Jeder seiner Nachfolger schwor „beim Barte des Propheten“, daß er diesen Grabesberg dereinst wieder erobern würde. Aber keine Sorge, wenn der Anführer dann herkäme, dann (so ist es prophezeit) würde er den Krieg nicht überleben. Denn spätestens in Köln erschlüge ihn eine ältere Dame mit dem Stock.

 

Ein alter Waldweg entlang der Ringwälle wurde nach einem Waldbauern namens Adam benannt. Der gab wenig auf das Verbot, am ersten Tag des neuen Jahres, Holz zu machen. Denn dieser Tag ist den Waldgeistern geweiht und die Wälder liegen im tiefen Schlaf. Adam nahm aber trotzdem seinen Schlitten und zog ihn zum Altkönig hinauf, machte ungeniert Holz. Bei der Abfahrt soll ihn aber die Strafe ereilt haben, denn der Schlitten nahm Fahrt auf und zerbarst ungebremst und er starb.

 

In einer Höhle im Altkönig fand eine Frau mit einem kleinen Kind einen unermeßlichen Schatz. Sie warf ihre gesammelten Kräuter aus dem Korb und stopfte sich die Schätze hinein. An einem Tisch saßen 7 bärtige Männer, von denen einer beim Herauseilen rief: „Vergiß das Beste nicht!“ Doch sie kümmerte sich nicht darum. Erst als sich hinter ihr krachend der Eingang verschloß, bemerkte sie, daß sie das Beste – ihr Kind – nicht dabei hatte. Gebrochen ging sie zurück in das Tal. Abends klopfte es an ihre Türe und einer der Bärtigen stand davor. Er wies sie daraufhin, daß sie den Eingang zur Höhle hätte wiederfinden können, wenn sie nicht alle Kräuter ausgeleert hätte. Dann hätte jenes Zauberkraut ihr den Zugang wieder ermöglicht. So mußte sie aber 7 Jahre warten und fand dann ihr Kind wieder.

 

Von Bernard de Montfaucon - J.R. Planché,

Zwei Druiden aus einer Veröffentlichung von 1845. Nach einem Relief, das in Autun gefunden wurde

 

Die Ringwälle geben auch heute noch Rätsel auf, eine These ist, daß es der Sitz eines keltischen Fürsten zum Schutz war, allerdings gibt es keine Belege für Wohnanlagen. Eine zweite These sagt, daß es eine Fluchtburg sei, doch die keltische Landwirtschaft fand in der Wetterau statt und nicht in den Taunushängen. Zudem hätte die Mainbevölkerung einen sehr weiten Weg gehabt.

 

Als Hexe mag ich die Vorstellung der dritten These natürlich am Liebsten, denn es könnte ein befestigtes Heiligtum der Druiden gewesen sein, das an hohen Festtagen aufgesucht wurde. Das würde die fehlenden Wohnanlagen erklären (Festivalbesucher zelten traditionell 😉 ), die ferne Lage und die Größe. Als Kultplatz plausibel, wo sonst könnten die Götter wohnen wollen?

 

Schaut euch das doch mal an, und berichtet mir, ob ihr die Geister gesehen habt. Und wer den Schatz findet… meine Kontonummer lautet…

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

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Bandportrait: Delivered Soul

delivered soulHeute bewege ich mich wieder im elektronischen Bereich und möchte euch die Band Delivered Soul vorstellen. Die von Stefan Uhlmann im Jahre 2007 gegründete Band lässt sich nicht wirklich in eine Musikrichtung zwängen. Denn er komponiert Stücke im Bereich langsamen Dark Electro mit verzerrter Stimme (z. B „Eternity“oder „Trust“), Industrial (z. B. „Wenn Träume wehtun“) oder FuturePop (z. B. „Ich will doch nur tanzen“). Wobei letzteres mir sehr ans Herz gewachsen ist.
Gelegentlich wird Stefan von einigen Gastmusikern unterstützt, die ihre Stimme zu den Liedern beitragen wie z. B. Markus (X-In June), Marco (Traumtaenzer), Caro (Prospective), Annie Bertram, Lisa S., Dori und Cecropia. Wenn es zu Live-Auftritten Stefan Uhlmann und Abby Colekommt, steht ihm die Keyboarderin Abby Cole zu Seite, die ihr Grundstein am Piano absolvierte.  Die beiden haben auch ein eigenes Projekt mit Namen „Tides of Life“.

 

Delivered Soul platzierte bereits 5 Alben und eine EP auf dem Markt, wobei seine erste Scheibe „Eternity“ eine Demo-CD darstellte und 2007 das Licht der Welt erblickte. Danach folgte 2008 das Album „Trust“ und 2010 die Scheibe „Wenn Träume wehtun“.
Mit der EP „Wait For The Fait“ sowie dem dazugehörigen Album „Alone“ konnte Delivered Soul im Jahre 2011 anschließen. Erst wieder 2014 kam ein neues Album auf den Markt mit Namen „Rainy Day“ und am 30.05.2015 wurde der Silberling „Heal Me“ veröffentlicht. Die jüngste Veröffentlichung nennt sich „No Return“ und erschien am 22.02.2016.

 

Die Musik zu Delivered Soul macht Stefan komplett selbst. Nur das Mastern überlässt er seit dem Album „Heal Me“ dem erfahrenen Thomas Lüdke (The Invinsible Spirit).

 

Stefan UhlmannErste künstlerische Erfahrungen im Bereich Musik sammelte Stefan bereist mit 10 Jahren und entdeckte die Tastatur für sich. Er brachte sich mit 14 Jahren selbst das Bassspielen bei und heuerte bei einer Coverband an. Stefan war jedoch auch in anderen Musikrichtungen unterwegs und spielte in diversen Bands im Bereich Punk, Rock, Funkrock, Metal sowie weiteren Coverbands. In dieser Zeit lernte er auch Gitarre und Schlagzeug. Somit beherrscht er alle auf der Bühne notwendigen Musikinstrumente.

 

Wegen beruflichen Verpflichtungen fehlte irgendwann leider die Zeit, Proben auf die Beine zu stellen und so fand Stefan wieder zurück zur Tastatur. Die mit zwischenzeitlich gekauften Synthesizern produzierten Lieder veröffentlichte Stefan lange Zeit nicht und durch einen Bekannten der Musikbranche, der ihn ermunterte, seine Werke im Internet zu veröffentlichen. Delivered Soul findet ihr auf YouTube, Twitter, Facebook, Soundcloud, ReverbNation, sowie auf seiner Homepage www.delivered-soul.de. Auf dieser Seite gibt es insgesamt 17 Stücke, die ihr kostenlos herunterladen könnt. Auf Soundcloud sind dann noch weitere Songs zu finden.

 

Meine persönlichen Highlights der Songs von Delivered Soul sind „Trust“, „Ich will doch nur tanzen“ und „Wenn Träume wehtun“. Aber hört selbst mal rein und findet eure Highlights.

 

Als Abschluss stand mir noch Stefan zu einigen Fragen Rede und Antwort, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

1. Gibt es in deinen Songs ein textlicher roter Faden oder sind eher unterschiedliche Themen darin zu finden?

Einen roten Faden gibt es bei mir nicht. Doch schreibe ich immer wieder gerne über Freundschaft, Alltag, Liebe, Tod, Verlustängste (in Form eines liebgewonnenen Menschen zu verlieren)….
Das bislang einzige Konzeptalbum war die CD „Alone“. Aber auch in dieser Geschichte wurden alle Bereiche textlich in gewohnter Art und Weise verarbeitet. Das Album „Heal Me“ war dann etwas aufgelockerter.
Die Jahre davor liefen bei mir aus privater Sicht nicht ganz so dolle, was man sicherlich auf der „Rainy Day“ ein wenig heraushören mag. Allgemein bekam ich für meine Texte bislang sehr gutes Feedback.
Beim nächsten Album, welches 2017 im Rahmen vom 10-jährigen Bandjubiläum veröffentlicht werden soll, habe ich mich auch in andere Richtungen ausgelassen.

2. Welche Musikeinflüsse haben dich persönlich geprägt?

Ich bin musikalisch vielseitig interessiert. Mein CD-Regal ist mit den unterschiedlichsten Interpreten/Bands gefüllt. Vermutlich richten sich daher meine Alben nicht immer nach einem Konzept,
sondern sind sehr abwechslungsreich. Selbst verschiedene Magazine konnten bislang DS in keiner Schublade unterbringen. Die elektronische Musik bzw. auch Bands mit elektronischen Einflüssen begleiten mich schon sehr lange.
Bands wie zum Beispiel Gary Numan und Front 242 höre ich schon eine gefühlte Ewigkeit. Auch Project Pitchfork, Rotersand, Painbastard, The Prodigy sind feste Bestandteile meines CD-Regals.
Eventuell kommt es daher, dass ein Magazin zum aktuellen Album „No Return“ schrieb, die Musik würde teilweise nach Project Pitchfork klingen.
Ich denke es passiert eher unterbewusst, dass Einflüsse anderer Bands in meine Musik hineinfliesen. Irgendetwas hat man schon immer gehört. Bei 12 Noten ist es schwer etwas Neues zu machen was noch niemand kennt.

3. Du hast ja schon einige Auftritt hinter dir. Was mich dazu interessiert, wie entspannst du dich nach solchen Auftritten?

Nach einem Auftritt entspanne ich mich erst einmal mit einem guten Essen. Ich bekomme vor einem Auftritt keinen Bissen herunter. Mit vollem Bauch auf der Bühne geht nicht.
Aber ich muss sagen, dasss mir der Kontakt zu den Gästen/Fans am Herzen liegt. Also doch Essen kalt werden lassen und sich lieber mit den Leuten unterhalten.
Das Feedback vom Publikum gibt mir viel. Und je besser das Feedback ausfällt um so mehr freue ich mich. Dann denke ich, ok, alles richtig gemacht….dann kommt erst einmal die Erleichterung….und das erste Bier.

4. Welche Pläne habt ihr noch für 2016 und die kommenden Jahre?

Für 2016 sind ein paar Konzerte geplant. Unter anderem in Karlsruhe, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Für 2017 kann ich noch nicht viel sagen, da die Berwerbungen für diverse Veranstaltungen erst kürzlich raus gegangen sind.
Definitiv gibt es nächstes Jahr eine CD, zu welcher ich momentan noch nicht viel sagen möchte. Wir sind ja noch immer dabei, die „No Return“ unter den Leuten bekannt zu machen. Vielleicht klappt es ja und ein paar Veranstalter
nehmen unsere Bewerbung für 2017 an. Weiter schaue ich momentan nicht hinaus. Auf jeden Fall freuen wir uns auf die Konzerte. Es ist für uns gleichzeitig die Chance Leute zu treffen, welche wir sonst aufgrund der fehlenden Zeit nicht sehen können.

Auf bald
BlackRose

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Mysteriöses Deutschland Teil 1

Von Marcuc Cyron = User:Kenwilliams - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=797388

Mithraskultrelief aus dem 2./3. Jahrhundert, gefunden im Rheinland, heute als Leihgabe im Römisch-Germanischen Museum Köln

Nun fangen hier diese Woche die Ferien an. Anscheinend hat es der Wettergott sich mit dem Wetter auch überlegt, daß der Sommer endlich da ist. Wer jetzt nicht in den Süden fahren kann / möchte / darf, hat hier in der Umgebung auch die Möglichkeit, Urlaub zu machen.

 

Hexen suchen sich ja ihre Kraftorte eher intuitiv. Sie gehen auf Wiesen, in Wälder oder nutzen alte Steinkreise, um ihre Magie zu zelebrieren. Genauso kann man sich auch den idealen Urlaubsort suchen, schließlich soll man sich ja auch erholen und Kraft tanken.

 

Um jetzt beides (Kraftschöpfen und was erleben) zu verbinden, kann man in den verschiedenen Städten nach dem Geheimnisvollen forschen. Für Hessen hab ich hier mal ein wenig herum gestöbert und fange mit dem Vorstellen in meiner Umgebung an.

 

Erkundigt euch auch mal nach etwas anderen Stadtführungen, die nicht Nullachtfuffzehn-Bedürfnisse der Stino-Touristen befriedigen. Die nicht nur historische Zahlen und Fakten präsentieren, sondern vielleicht Moritaten alla Jack The Ripper schauderhaft gruselig darstellen. Nicht, daß Jack ein netter Mensch war, aber der Grusel und das Mysterium sind doch genau das, was wir gerne haben, oder?

 

Für Frankfurt kann ich euch (ohne Gruselführung) schon mal berichten, daß Karl der Große – König der Franken – die hessischen Stämme fest im Griff hatte. Die heidnischen Völker wurden dank eines Missionars auch immer frommer, nur die heidnischen Sachsen gaben quasi die Gallier in Hessen und blieben renitent.

 

Da ihr Stammesgebiet weit bis nach Hessen reichte – ganz Waldeck gehörte dazu – schlugen sich die Franken laufend mit ihnen herum. Die Sage erzählt nun, daß die sächsische Übermacht eines Tages so groß war, daß der Frankenkönig lieber abhauen wollte. Er wurde hart von den Sachsen verfolgt und sprengte mit seinem Heerbann durch die Wetterau und erreichte mit letzter Kraft den Main.

 

Die Verfolger am Horizont und der Fluß dank Hochwasser schier unüberwindlich. Gott habe da ein Einsehen gehabt und hätte eine Hirschkuh geschickt, die an der einzigen passierbaren Furt den Fluß überquerte. Karls Reiter folgten ihr und die Franken waren gerettet. Sie errichteten an dieser Stelle ein paar Häuser, daraus wurde ein Dorf und nannte sich dann Frankfurt.

 

Magischer Ort - hier: Königstein im Taunus (made by Luna)

Magischer Ort – hier: Königstein im Taunus (made by Luna)

Sachsenhausen entstand nachdem Karl der Große endgültig über die Sachsen siegte und er dort die Adeligen in wehrhaften Gebäuden auf der linken Mainseite unterbrachte. So waren sie, behauptet die Legende, nicht nur sicher verwahrt sondern wurden auch umerzogen.

 

Kulttempel findet man im Frankfurter Untergrund, im Nordwesten – Heddernheim, Praunheim und in der Nordweststadt – in dem römischen Untergrund. Dort verbergen sich die Reste der Römerstadt Nida, die im 2. und 3. Jahrhundert der Hauptort der „Civitas Taunensium“, dem Verwaltungsort der Provinz „Germania Superior“ liegen. Es sind 4 Tempel, die in der Zeit des Römerreichs einen regelrechten Boom erlebt haben.

 

Ein Sonnenkult aus Persien, der sich über die Hauptstadt Rom verbreitete und in fast allen Orten des römischen Hessens mit Heiligtümern nachgewiesen werden konnte. Mittelpunkt des Kultes ist Mithras. Das größte in Frankfurt gefundene Relief hat einen drehbaren Mittelteil.

 

Es zeigt Mithras beim Töten des Weltentieres, Getreideähren wuchsen danach aus dessen Schweif und aus seinem Blut sproß ein Weinstock. Über dem Gott befindet sich ein Kreis mit Sternzeichen, ein altägyptisches Erbe.

 

Während der religiösen Zeremonien drehte man das Relief und die Anhänger teilten sich Wein und Brot, also eine ältere Kulthandlung als die christliche Variante. Das paßte den Kirchenvätern nicht, die eine ähnliche Erlöserreligion haben und bemühten nun Luzifer, um die unliebsame Konkurrenz mit der älteren Variante aus dem Weg zu schaffen.

 

Witzigerweise flüsterte dieser angeblich den Mithrasanhängern den christlichen Kult ein – eine Kopie BEVOR es das Original gab, und hatten Erfolg. Fanatisierende Christen drängten die Mithrasgemeinden in den Untergrund und zerstörten die Heiligtümer. Den Geburtstag Mithras am 25. Dezember klauten sie auch und erklärten Jesus Christus als „wahren, siegreichen Sonnengott“.

 

Eine Replik des Reliefs (das Original ist nicht zugänglich im Museum Wiesbaden) befindet sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Frankfurt am Main, Karmelitergasse 1. Der Mithraskult wurde im Saalburg Museum in Bad Homburg rekonstruiert.

 

Ach ja… und das mit dem „Eppler“… der wird aus dem Bembel ins Gerippte eingeschenkt und aus Kelteräpfeln der Streuobstwiesen gewonnen. Die alten Apfelsorten können nicht über Winter gelagert werden und ihnen wird häufig die herben Früchte des Speierling zugesetzt, der dem Apfelwein eine typisch hessische Note gibt.

 

Also, entdeckt mal die mystischen Ecken unseres Landes,

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

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Schwarze Fremdkörper?

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Tja, normal (egal welcher Art) ist bei mir wohl was anderes…

Wir haben dieses Jahr (glaube ich jedenfalls, denn eingeladen hat mich bisher noch keiner) unser 25 jähriges Abi. Also, ich hab zumindest seit 25 Jahren mein Abi, aber ob es eine Feier gibt, weiß ich nicht.

In den Abizeitungen steht ja immer sowas von Blablabla und in zehn Jahren treffen wir uns dann wieder. Haben wir auch gemacht, damals, und das war mehr als sonderbar. Um nicht zu sagen, gruselig. Die ganzen „beliebten“ Kids und die „sportlichen“ und die „Nerds“ und so weiter und so fort, haben sich auch verändert. Die meisten waren trotz Abizeitung mit Foto und Namen nicht wieder zu erkennen.

Die beliebten und hübschen… nun ja, formulieren wir es mal freundlich, die Jahre sind nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen. Hübsch damals ist inzwischen was anderes. Und wo man dachte, wow, die bekommen bestimmt einen gutdotierten Job bei den oberen zehntausend… tja, Fußabtreter für einen blöden Boß ist ja auch eine Karriere.

Oder der Supersportler, der seinen Sixpack gegen ein Schmerbäuchlein eingetauscht hat und angeblich ja mal zum Film wollte… ich hab von dem nie was gesehen oder gehört. Und das war sozusagen auch in der Vergangenheit und seitdem sind noch mal 15 Jahre ins Land gezogen.

Was haben die alle so erlebt? Nicht, daß es mich interessieren würde und ich dann Kontakt halten wollte. Vielleicht ist es auch die Gehässigkeit, die als ehemaliges Mobbingopfer aus mir spricht, ich wüßte gerne, wer noch so alles von den tollen Typen damals inzwischen seinen Lack verloren hat.

Okay, ich war (und bin heute) niemals ein geselliger Typ, fühl(t)e mich auch in den größten Menschenmengen fehl am Platz. (Auch heute noch, wenn ich auf Klassenfeste meiner Kinder dackeln muß – aber hey, wenn die nicht mit mir reden, dann haben sie wegen meinem Outfit zumindest was, um ÜBER mich zu reden).

Wie war das denn bei euch? Wann habt ihr euch denn entschieden, konsequent Schwarz zu tragen oder zu leben (was ja mit der Klamotte in manchen Punkten im Leben nicht geht)? War es Protest? Eine Modefrage? Oder Notwendigkeit, weil „schwarz ja schlank macht“?

Oder war es auch eine Sache, daß ihr einfach nur „anders als die anderen“ wart und das dann auch zeigen wolltet? Ich meine, ich war bis zur 11. Klasse auch relativ bunt (okeeeee… ich hatte einen Pulli in knalligen Regenbogenfarben mit einer türkisfarbenen langen Hose an, was auch auf einem Klassenfoto so verewigt wurde. Das gestehe ich aber nur, weil ich genau weiß, daß niemand von den Leuten damals meinen Blog hier liest *kicher* und so genau wüßte, welches Bild ich meine…), bevor ich dann über grau nach schwarz wechselte.

Aber Fakt ist, daß ich mich heute immer noch ein wenig als Störfaktor zwischen den Stinos empfinde und nicht wüßte, was ich mit den Herrschaften reden soll. Ich WAR anders, ob ich das durch das Mobbing bedingt war oder umgekehrt mein Anderssein das Mobbing verursachte, keine Ahnung.

Nun ist meine schwarze Alltagsklamotte mehr oder weniger auch eine Rüstung GEGEN Anfeindungen (oder eben das Gefühl, wenn sie mich nicht mögen, dann kann ich es auf mein Aussehen schieben). Bei meinen Leuten bin ich „normal“. Da fühle ich mich auch akzeptiert, meine Meinung wird respektiert und ich muß nicht überlegen, ob ich beliebt, hübsch oder supersportlich sein muß.

Sind wir toleranter als die Stinos? Weil wir alle irgendwo die selbe Geschichte erlebt haben? Weil wir Ablehnung unserer Person, unserer Einstellung am eigenen Leib erfahren haben und sie kennen? Oder sind wir im ureigentlichen Sinn genauso kleinlich und ignorant anderen gegenüber?

Ich meine, nicht die kleinen neckischen Späße gegenüber Emos. Oder Witze über die Formationen der tanzenden Cybers, wenn man eher Romantic-Goth ist. Wenn man einem Steampunker sagt, er sei eher Cos-Player als Goth, weil er seltenst ein schwarz basiertes Outfit trägt? Nein, ich meine das tiefer gehende Gefühl, daß man eine bestimmte Gruppe von Menschen einfach als unangenehm empfindet?

So in etwa, daß man den Ballermann nicht als die höchste und beste Location ansieht, um „anständig“ feiern zu gehen. Oder man sich fragt, welche Pillen ein Psychologe gefressen hat, weil er jemanden, der über das Leben und den Tod und den Sinn dazwischen nachdenkt, als vollkommen gestört betrachtet. Oder denken Stinos nicht über sowas nach? Ich weiß es nicht. Ich war nie wirklich ein Stino und mit anderen (damals in der Schule usw.) hab ich mich ja nicht austauschen können…

Vielleicht wäre es dann doch mal gut, so eine 25-Jahr-Feier zu besuchen. Wenn ich dann mal erfahre, was andere so denken und das blöde „ich bin ja viel toller als du“- Gehabe abgeschaltet wird. Aber vermutlich wird dann wieder in den „bekannten“ Grüppchen zusammengestanden und über die anderen Anwesenden gelästert… Ich werde es nie erfahren!

Gruftige Grüße

Luna ^v^

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