Welches Haustier paßt zu Goths?

Günther The Snake

Günther The Snake

Nachdem ich derzeit wieder einem Katzenpärchen gerne ein Zuhause geben möchte, hab ich mich gefragt, welches Haustier zu Gothics passen könnte.

 

Nun, Stinos suchen sich ein Tier aus, das sie kennen und mögen. Und holen es sich dann. Vermutlich. Ich kann da nur raten, denn ich bin ja kein Stino. Aber welches Haustier unterstreicht denn bei Gothics das Lebensgefühl und ist dann auch noch kuschelig und treu?

 

Treu sind alle. Tiere sind nun mal die besseren Menschen. Echt. Ich hab noch nicht erlebt, daß eine Katze sich von mir durchkraulen und füttern läßt und dann hinter meinem Rücken schlecht in der Nachbarschaft herumtratscht. Vielleicht unter Katzenkollegen.

 

Aber das verstehe ich ja nicht und dann wird die Diskussion vielleicht in Richtung: Hmmmm… mein Sklave hat mal wieder erst um halb 6 mein Futter zubereitet. – Echt? Das geht ja mal gar nicht. Du mußt ab 5 Uhr morgens nachdrücklich auf seine Pflichten bestehen. – Ja, du hast recht *seufz*! Aber, wenn ich in diese großen unschuldigen Augen schaue, dann denke ich nur noch wie knuddelig süß er ist…

 

Nun kann Goth sich ja mit so einigem Nachtgetier befassen. Eine Fledermaus (wäre mein Favorit bei freier Auswahl und Möglichkeit) kann sich kaum einer halten. Das geht dann nur mit einem Fledermauskasten an der Hauswand, in der Hoffnung, daß es eines der putzigen Tierchen entdeckt und dann beziehen will. Streicheln ist aber dann auch nicht möglich. Da bietet sich eine Fledermauswanderung an, die hatte ich im letzten Jahr mal mitgemacht bei der HGON und viel Wissenswertes erfahren. (Auch ein Tip, wenn man mal was unternehmen möchte)

 

Spinnen sind nicht so meines. Alles, was mehr als vier behaarte Beine hat, ist gruselig. Obwohl, bei manchem behaarten Zwei- oder Dreibeiner denke ich das auch… Also, Spinne nur für Fans. Streicheln muß da aber auch nicht sein und mir reichen diese rennenden Haarknäuel, die sich meistens sowieso ungefragt in den Ecken der Bude ansiedeln und dann ihre Ökotraumfänger weben. Schnell Themenwechsel.

 

Vögel bieten sich auch an. Diverse Bands haben Krähen als Schutzpatronen und seit Vincent Raven finde ich sie auch interessant. Also, Krähen meine ich. Sonst habe ich persönlich mit Vögeln ein eher Zwiespältiges Verhältnis (au weh… wenn ich das so lese, mehr als eindeutig doppeldeutig geht in einem solchen Text auch nicht…). Ich brauche sie also nicht unbedingt als Haustier (hab als Kind zu oft „Die Vögel“ von Hitchcock geguckt und bis heute nicht begriffen, warum die Überfahrt mit dem Vogelkäfig DIE Schlüsselszene in dem Film sein soll, die alles erklärt…), aber es hätte was, wenn ein tiefschwarzer Gothic seinen farbenprächtigen Ara auf seiner Schulter über das WGT oder M’Era trägt. Okay, zu einem Steampunk – Piraten paßt es auch. Arrrrrrgh!

 

Tiefsee-Anglerfische aus verschiedenen Familien: (A) Centrophrynidae: Centrophryne spinulosa; (B) Ceratiidae: Cryptopsaras couesii; (C) Himantolophidae: Himantolophus appelii; (D) Diceratiidae: Diceratias trilobus; (E) Diceratiidae: Bufoceratias wedli; (F) Diceratiidae: Bufoceratias shaoi; (G) Melanocetidae: Melanocetus eustales; (H) Thaumatichthyidae: Lasiognathus amphirhamphus; (I) Thaumatichthyidae: Thaumatichthys binghami; (J) Oneirodidae: Chaenophryne quasiramifera.

„Representatives of ceratioid families“ von Masaki Miya et al. – Evolutionary history of anglerfishes (Teleostei: Lophiiformes): a mitogenomic perspective. BMC Evolutionary Biology 2010, 10:58 doi:10.1186/1471-2148-10-58. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

 

 

Schlangen sind schön anzusehen und seit Alice Cooper mit seiner Boa bin ich auch ein Fan. Günther (unsere Kornnatter) hat es inzwischen auch schon ein Jahr bei uns überlebt und ist auch nur einmal aus seinem Terrarium ausgekommen. Hat es sich dann unterm Sofa gemütlich gemacht und seelenruhig gewartet, daß man ihn einsammelt und in sein Terrarium zurückbringt.

 

Mäuse und Ratten kann man dann auch gleich halten, das ist dann eine Sorge wegen dem Futter und möglichem Überschuß auch weniger. Natürlich geht das auch ohne Schlange, dann hat man halt nur eine Ratte. Hochintelligente Tiere übrigens, sie werden nur leider nicht sehr alt.

 

Wir haben ja als Kleintierchen noch einen Hamster. Den findet meine Tochter gruselig. Sie sagt, der sei so niedlich, damit er nachts in ihr Bett krabbeln kann und dann mit einem Haps das Gesicht abfrißt. Woher sie das nur hat? Hab wohl zu viele Splattermovies in der Schwangerschaft gesehen. Anders kann ich es mir nicht erklären.

 

Blieben dann noch die üblichen Verdächtigen Hund & Katz. Bei den Katzen ist es einfach: entweder eine Wald- und Wiesenschönheit mit Persönlichkeit, oder eben einen Schwarzen Stubentiger. Soll ja Goth sein. Helles Fell ist da kontraproduktiv, es kommt mit weißer Behaarung auf der schwarzen Klamotte nicht so gut. Da färbt sich Goth dann schnell in ein lichtes Hellschwarz oder dezentes Grau. Und die kleine Fusselnase einfärben? No way!

Bombay cat.jpg

„Bombay cat“ von en:User:S3raph1m – http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Bombay_cat.jpg. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

 

 

 

Bei Hunden muß man dann schon mehr nachdenken. Ich zumindest. Ich wüßte nicht, ob ich einen Wolfsähnlichen nehmen würde, damit meine Vampirgruft von meinem Familiar geschützt wird, oder lieber eine kleine Kampftöle, die dann erst niedlich aber mit viel Gebelfer Frauchen verteidigt. Nicht falsch verstehen, ich rede nicht von einem Listenhund, der bösartig ist. Sondern eher diese schnuckeligen Handtaschenwauzis. Sie haben dann etwas von dem kleinen Mädchen mit der Axt auf dem Friedhof, wenn ihr versteht, was ich meine.

 

So, und nun die letzte Gruppe, wären die Aquarientiere. Also, Fische, Schildkröten und so weiter. Solange ich aber keine Piranhas halten kann, oder diese Tiefsee-Angler-Fische, kommt bei mir nur Fisch auf den Teller. Man kann mit Goldi auch schlecht knuddeln (das ist mir bei einem Tierchen sehr wichtig, daß es kuschelt…) und spazierengehen ist auch nicht so einfach möglich. Da gucke ich mir dann lieber ein paar Comic-Clips von einem bekannten Zeichner an 😉 .

 

Also, ihr Lieben, guckt mal, ob ihr ein Tierchen haben wollt und denkt bitte mindestens dreimal darüber nach, ob Urlaube und Festivals dann noch möglich sind. Und dann denkt darüber nach, daß diese Kerlchen nicht nur Futter kosten, sondern auch krank werden können. Und daß man auch täglich für sie da sein muß. Und wenn ihr dann mindestens 10 Mal darüber nachgedacht habt, dann holt euch einen kleinen Freund.

 

Einen schönen Sonntag und schöne Ferien (juhu… bei uns isses soweit…)
eure Luna ^v^

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Stilrichtungen des Metal, Teil 4: Gothic Metal

Unter Gothic Metal können sich sicherlich viele von Euch etwas vorstellen. Vielleicht finden einige der Goths unter Euch auch gefallen an dieser Musikrichtung? Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Metalstil um eine Fusion aus Gothic und Metal. Im Allgemeinen sind es meist Metalbands, die typische Gothic-Elemente in ihre Musik einbinden. Den Weg ebnete dabei der Gothic Rock von Bands wie Fields of the Nephilim oder Sisters of Mercy. In den Neunzigerjahren entstand das Genre Gothic Metal, das in dieser Zeit innerhalb der Metalszene äußerst erfolgreich war.

 

Als ich für diesen Artikel darüber nachdachte, welche Bands dem Stil zugerechnet werden können, fiel mir auf, dass ich damals auch ganz schön viel Gothic Metal gehört habe. Das war mir gar nicht so bewusst, vielleicht, weil die Bezeichnung Gothic Metal nicht sonderlich präsent war. Als ein wegweisendes Album wird oft Paradise Losts “Gothic” genannt. Zu den Bands, die ich in den Neunzigern besonders gerne gehört habe, zählen die Briten My Ding Bride (Foto) und Anathema, Tiamat aus Schweden, Type O Negative aus New York und die Portugiesen Moonspell (Foto unten). Weitere Genre-Vertreter sind Lake of Tears, Crematory, Secret Discovery und Sentenced.

 

My Dying Bride 12

 

Was Gothic Metal ausmacht, ist in vielerlei Hinsicht dem ähnlich, was auch Gothic bzw. Gothic Rock an sich kennzeichnet. Aus dem Metal werden die harten Gitarren und der teilweise raue Gesang oder gerne auch Growls verwendet. Durch die Gothic-Komponenten wird die Musik düster, schwermütig, melancholisch und weniger brutal als andere Stilarten, wie etwa reiner Death Metal. Orchester-Parts, Streicher, Frauengesang und Keyboards sind häufig zu finden. My Dying Brides Musik zum Beispiel lebt von der Geige und dem wunderbar leidenden Männergesang. Beides verleiht den Songs eine enorme Tiefe und Gefühlsintensität und macht die Band absolut eigenständig. Während der Härtegrad zwischen den Bands variiert, ist das Tempo in der Regel gemäßigt, manchmal sogar ziemlich langsam. Meistens singen Männer oder Mann und Frau im Wechsel.

 

Wie so oft, ist auch hier die Abgrenzung zu anderen Stilrichtungen nicht immer ganz klar. Überschneidungen gibt es etwa mit Dark Rock und -Metal. So lässt sich nicht immer eindeutig einordnen, ob es nun einfach Dark ist oder Gothic. Dass viele Bands den Stempel Gothic Metal fälschlicherweise aufgedrückt bekommen, trägt weiter zur Verwirrung bei. Da wird manchmal munter alles in einen Topf geworfen, was irgendwie düster klingt oder aussieht. Mitunter hat das mit Gothic Metal dann überhaupt nichts mehr zu tun, sodass am Ende die Hörer selber nicht mehr wissen, wie die von ihnen bevorzugte Musikrichtung nun eigentlich heißt. Die ganze Frauen-Opern-Gesang-mit-Metal-Schiene à la Nightwish ist jedenfalls kein Gothic Metal. Abgesehen davon, gibt es natürlich wichtigere Dinge als die korrekte Klassifizierung von Metalbands. Dennoch sind die Zuordnungen nunmal oft hilfreich, allerdings nur, solange sie nicht wild durcheinander gewürfelt werden.

 

Moonspell Fernando Ribeiro Studio Kraków 2007 05 Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich würde sagen, dass es aktuelle relativ wenige Bands gibt, die Gothic Metal spielen. Ich verbinde mit diesem Genre hauptsächlich die oben genannten Bands und ihre Alben von damals. Mit Sicherheit enthält meine Aufzählung nicht alle wichtigen Gothic-Metal-Gruppen, da ich nicht jede Band dieser Stilrichtung gut kenne.

 

Möglicherweise hat es dieser Metalstil nicht ganz leicht, weil er den Metalfans zu sehr Gothic ist und den Gothics zu sehr Metal. Andererseits stellt die Musik ein Verbindungsglied zwischen den beiden Szenen dar, was viele gut finden, andere jedoch eher kritisch sehen. Ich denke, Gothic- und Dark Metal werden auch in Zukunft Anhänger in beiden Subkulturen haben. Und solch zeitlose Werke wie Tiamats Wildhoney oder Type O Negatives Bloody Kisses kann man auch nach über 20 Jahren immer wieder hören.

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Meinhard – Phantasie die durch die Noten tanzt…

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

Meinhard ist ein Sänger, Keyboarder, Gitarrist und Songwriter aus Falkenberg. Er lebt derzeit in München. Er agierte unter dem Pseudonym Jeremias Meinhard, seit 2011 aber wieder unter seinem echten Vornamen Meinhard. 2013 erschien das Album Beyond Wonderland, 2014 das Album Alchemusic I – solve. Schon 2015 wird es Alchemusic II – coagula geben.

Seine Musik ist facettenreich und für mich schwer einzuordnen, da er sich vielen Stilrichtungen widmet, unter anderem: Alternative, Glam, Pop und Rock, garniert mit Elementen aus Gothic, Visual Kei und Electronica. Meinhard ist nicht einfach nur Musik, sondern ein Gesamtkonzept. Er erfindet sich stets neu, ohne sich dabei selbst untreu zu werden.
Er ist bereits durch das Radio und seinen Live-Auftritte mit Spuren in Japan, England, Spanien, Italien, Frankreich, Australien, Mexiko und den USA bekannt und man sollte seine Show unbedingt einmal selbst erleben. Seine Musik entführt in andere Welten und überschreitet dabei Grenzen, von denen der Zuhörer vielleicht nicht einmal wußte. …und die womöglich sogar zu mehr als nur einem Wunderland führen.

Aktuell war er gerade auf Tour mit Blutengel in ganz Deutschland und er arbeitet an dem neuen Album Alchemusic II – coagula. Mehr verrät er aber in dem Interview, das ich mit ihm führen durfte…

 

Hallo Meinhard, vielen dank erst einmal, daß du dir die Zeit nimmst, dich den Fragen unseres Webzines zu stellen. Ich freue mich schon sehr darauf.
Ich habe erst vor kurzem deine Musik kennengelernt und finde sie klasse. Teilweise schräg und ungewöhnlich, aber immer sehr phantasievolle Melodien und Lyrics. Kannst du dich uns ein wenig vorstellen? Wie bist du zu der Musik gekommen?

Der Weg zum Musiker war eher sehr indirekt über meine Interessen an Kunst im Allgemeinen. Musik – und alles andere an Kunst – war in meiner Kindheit ein Tabu, leider. Natürlich habe ich mich nicht abbringen lassen von der Stimme meines Herzens, und so bin ich über viele Umwege und andere mehr oder weniger ernst verfolgte Berufswünsche (von Lehrer über Autor und Schauspieler bis zu Bühnenmagier) bei Musik mit Kunstgedanken gelandet. Zwischenzeitlich habe ich auch Japanologie studiert, denn zu Japan und seiner Kultur verbindet mich eine innige Zuneigung.

 

Wann hast du deine besten Ideen? Und wie kommst du von der Idee zu einem Song / zu dem Ergebnis: Bastelst du alles am Computer, und / oder spielst alle Instrumente selber oder komponierst auf dem Papier? Und was kommt zuerst: Lyrics oder Melodie?

Ideen kommen immer, wenn sie wollen. Manchmal ist es eine Melodie, mal ein Thema, mal nur ein Wort oder ein Satz – manchmal aber auch ganze Songs in einem Rutsch. Zuerst entsteht eine „Lagerfeuerversion“ der Songs, nur Text, Melodie und Akkorde. Alles andere variiert dann, bei „ALCHEMUSIC I+II“ ist dann in der Tat nach der „Lagerfeuer“ Variante alles an meinem Computer entstanden, und wurde dann durch echte Instrumente und weitere Sounds ergänzt oder ersetzt.

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

 

Wer darf dann zuerst eine Kostprobe von deinen Werken haben? Oder präsentierst du erst das fertige Ergebnis? Und wenn demjenigen das Ergebnis nicht so gefällt… ist diese Meinung so wichtig, daß du etwas überarbeitest?

Zunächst nehme ich immer ganz simple Versionen der Songs auf, und in der Tat gibt es einen geheimen Zirkel an Personen (Musiker, Verleger, Freunde, Familie), deren Meinung mir unschätzbar wichtig ist. Wenn ich unsicher bin, habe ich durchaus auch schon Dinge geändert. Am Ende höre ich aber immer auf mein Herz.

 

Was war der ungewöhnlichste Ort oder Situation, in der dir eine Melodie oder ein Text einfiel?

Gute Frage, vor allem weil mir da sogar was sehr aktuelles einfällt: „Kinder der Sterne“, ein Song den ich für die kommende CD „ALCHEMUSIC II – coagula“ geschrieben habe, ist mir (Text und Melodie) auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio eingefallen! Ich musste unterbrechen und einen der Trainer um Papier und Bleistift bitten, um gleich alles aufzuschreiben!

 

Dein Album „Beyond Wonderland“ beschäftigt sich mit der Geschichte von Alice im Wunderland. Warum gerade Alice und welchen Bezug hat das auf dein Leben? Fühlst du dich auch ab und an, als wärst du durch ein Kaninchenloch gefallen, oder bist du eher der verrückte Hutmacher oder die ewig lächelnde Grinsekatze?

Dem kann ich so zustimmen in allen Punkten! Manchmal sind wir alle ein bisschen „Alice“ und manchmal verrückter als die schrägsten Figuren aus dem Wunderland. Hinzu kommt: einer meiner Kosenamen als Kind war „Grinsekater“ – das hat mich mein Leben lang begleitet.

 

Und mir ist als Frau, die – ja, es ist ewig her –10 Tanzkurse gemacht hat, aufgefallen, daß ein Lied z.B. den Rhythmus eines Foxtrotts hat. Magst du klassische Tänze und wenn ja, was ist daran schöner, als dieses Hiphop-Gehampel?

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

Alle Formen von Tanz und künstlerischem Ausdruck finde ich spannend und gut! Egal ob klassisch oder modern, Ballett oder Standard Tanz, Jazz oder Hip Hop. Persönlich finde ich auch Crump sehr spannend!

 

Denkst du über den Sinn des Lebens nach?

Ja.

 

Warum sind deine Lyrics mal in Englisch und mal in Deutsch? Und was bevorzugst du?

Das entscheidet sich immer sehr automatisch – bzw. der Song selbst entscheidet das. Es fühlt sich einfach irgendwann richtig an, und dann wird es so gemacht.

 

Welche Vergleiche von dir zu anderen Künstlern magst du gerne, welche eher nicht? Ich meine, wenn man dein rollendes R anspricht und sich dann an Rammsteins Lindemann erinnert fühlt, was hast du denn dann für eine Meinung? Eher Ehre oder Nerv…?

Große Vergleiche ehren zumeist, das rollende „R“ kommt natürlich daher, dass ich Deutscher bin, ein Bayer, um genauer zu sein – da ist das rollende „R“ weit verbreitet 😉 Außerdem mag ich die Anspielung an antiquiertes britisches Englisch, wo das „R“ manchmal auch gerollt wird.

 

Auf facebook habe ich Bilder von dir mit deiner Katze und Pferd gesehen… erden dich deine Tiere? Oder die Familie? Natur?

Das mit der Erdung ist völlig richtig, wenngleich es (leider) nicht meine Tiere sind…
Ich liebe Tiere und die Natur, und das ist ein wichtiger Ausgleich zu all den Dingen unserer schnelllebigen Zeit.

 

Ganz kurz gesagt mit jeweils einem Satz oder Wort:

Was berührt dich?

offene Herzen

Was nervt dich?

Ignoranz

Wo wirst du zornig?

Selten im Bad

Was macht dich nachdenklich?

Das Leben und die Menschheit

Was traurig?

Große Teile der Menschheit

Und worüber kannst du so richtig lachen?

Vieles – denn Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht 😉

 

Und nun noch zu deinen nächsten Projekten… darf man bald wieder etwas Neues von Meinhard erwarten? Wenn ja, wann und was?

Schon im Herbst kann mit dem Erscheinen von „ALCHEMUSIC II – coagula“ gerechnet werden! Die Aufnahmen hierfür sind bereits geschehen, derzeit werden die Songs gemischt. Dieses Mal wurde zusammen mit Chris Harms von LOTL produziert. Auch Chris Pohl von Blutengel ist am Album beteiligt, und es erwarten euch noch andere spannende Überraschungen 😉

 

Vielen dank für das Beantworten meiner vielen Fragen. Es hat mich sehr gefreut.

 

Eure Luna ^v^

 

Alle Bilder sind von Meinhard persönlich freigegeben, (c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger; die Links zu den Youtube Videos sind Tracks von dem jeweils genannten Album.

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Schwarzromantische Aktivitäten mal selber organisiert…

…und nicht von einem großen bekannten Veranstalter.

Grablichter als romantische Beleuchtung

Grablichter als romantische Beleuchtung

Es war ein vollgepacktes Wochenende. Erst der schwarze Stammtisch in Mainz, der sich zum 40. Mal ereignete. Es gab ein wunderbares Feuerwerk und auch einen leckeren Umtrunk. Wir saßen wie immer gemütlich zusammen und redeten. Das Schwarzvolk traf sich in der urigen Location in Mainz Laubenheim. Piraten und jede Menge gothische Deko sind dort liebevoll vereint und geben einem das Gefühl, eines zweiten Wohnzimmers.

Dabei liefen über das TV Gerät Musikvideos nach jedem Geschmack. Dort habe ich schon tolle Bands wie Meinhard oder Nostra Morte kennengelernt. Also, als Videos, nicht persönlich ;). Ich mag es ja, wenn es ungewöhnlich und außergewöhnlich ist. Diese Bands lohnen sich auf jeden Fall mal anzusehen.

Dann kam das Feuerwerk, wunderbare Idee, so etwas zu feiern. Selbst die vorbeifahrenden PKW blieben stehen und ließen es sich nicht entgehen. Ob sie sich nicht getraut haben? Wer weiß, wer weiß?

Am Samstag gab es dann in einem Garten in Offenbach den zweiten „Ball der Krähen“. Wunderbar vorbereitet und organisiert. Es sollte der „Blauen Stunde“ vom WGT nachempfunden sein und sich gegen die Industrial und Cyber / EBM – Parties und Veranstaltungen durchsetzen. Diese findet man ja inzwischen des öfteren. Gefühlvolle Musik mit intellektuell ansprechenden Texten lief über Boxen in dem mit Fackeln und Grablichtern illuminierten Garten.

Jeder beteiligte sich mit einer Gabe für das Büfett, vegan, vegetarisch oder „normal“. Wein für jeden Geschmack und andere kleine Köstlichkeiten türmten sich auf dem Tisch.

Im Gartenhaus saßen die DJs, die stets die passende Musik auflegten. Auf Decken am Boden konnte Mann und Frau genießen, essen und trinken. Und sich angenehm über alles mögliche unterhalten. Die Stimmung war sehr romantisch. Es hatte etwas von einem Picknick, während die Flugzeuge über unsere Köpfe zogen und die Träume und Phantasien mitnahmen.

Nach 23 Uhr begann man dann mit dem Entzünden der Feuerstelle und eine sagenhafte Feuershow zu Klängen von Vivaldi begann. Gekonnt wirbelte der Künstler Veit Keller seine Fackeln durch den Garten und überzeugte uns davon, daß er sein Metier beherrschte.

Der Tanz mit dem Feuer

Der Tanz mit dem Feuer

Viel zu schnell war er aber damit fertig und jeder stärkte sich nochmals am Büfett.

Als ich diese schwarzromantische Veranstaltung verließ, bedauerte ich wirklich, daß ich gehen mußte. Aber mein Wecker klingelte am Sonntag schon um halb 8, da ich dann eine Schiffahrt gebucht hatte.

Von Mainz Budenheim fuhren wir über drei Schleusen vom Rhein in den Main bis nach Frankfurt an den Eisernen Steg. Leider war diese Veranstaltung, obwohl vom Schwarzvolk geplant von zahlreichen „Bunten“ unterwandert. Nun gut, es hatten sich zu wenige an dieser Tour beteiligt und da es eine öffentliche Fahrt war, gingen wir halt unter. Und das Feeling einer „Metal-Kreuzfahrt“ konnte nicht aufkommen.

Es war aber trotzdem sehr nett, den einen oder anderen, den man sonst nur im Dunklen kennt, bei strahlendem Sonnenschein zu sehen. In Frankfurt gingen wir dann einmal den Main rauf und runter wieder zurück zum Schiff und dann ging es über die Schleusen zurück nach Budenheim.

Wenn da mal mehr dem Aufruf folgen, teilzunehmen, könnte man auch ein richtiges „Schwarzes“ Programm gestalten, wie es das Beispiel der Privatparty in Offenbach zeigt. Beteiligt euch auch bei kleinen Veranstaltungen rege, denn sonst sterben sie wieder, bevor sie überhaupt ihr volles Potential entfalten können. Es wäre wirklich sehr schade, wenn nur noch die großen (Amphi, M’Era oder WGT) den Massenzulauf haben und jeder jammert, daß in der eigenen Region nichts stattfindet.

Also, Leute, zeigt ein wenig Initiative und organisiert doch auch mal eine schwarze Feier für eure Freunde. Sicher hat der eine andere Stino aus dem Freundeskreis dann auch Spaß und versteht uns Dunkelvolk besser. Wenn dann genug Schwarze bei so etwas teilnehmen, richtet man sich auch gerne nach dem Geschmack der Teilnehmer (ja, an Sylvester übernehmen wir Gothics gerne eine JuHe und richten es uns gemütlich ein), quält auch auf Schiffahrten keine Hell-Ene oder Dicke-Backen-Musik die Reisenden.

Einen schönen Sonntag… ich muß jetzt mal gucken, ob Queen of the Damned heute nochmal im TV wiederholt wird… ein Kultfilm, meiner Meinung nach.

Eure Luna ^v^

PS: Bei allen hier genannten Veranstaltungen hier wird es eine Fortsetzung geben….

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Stilrichtungen des Metal, Teil 3: Folk-, Viking- und Pagan Metal

Vor Kurzem besuchte ich ein nettes kleines Folk-Festival in meinem ebenso netten kleinen Geburtsort Ratingen bei Düsseldorf. Das Festival heißt “Folkerdey” und fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt. Nächstes Jahr gibt es also ein Jubiläum zu feiern. Für alle, die in der Nähe wohnen: Ein Besuch lohnt sich! Der Eintritt für das Ein-Tages-Event ist frei, es gibt leckere Getränke und Essen zu fairen Preisen und die Atmosphäre ist angenehm familiär. Musikalisch liegt der Schwerpunkt zwar auf Folk, es war aber bunt gemischt. Hier gibt’s Infos: http://folkerdey.headfuse.de

 

Dieses Festival inspirierte mich dazu, den dritten Teil meiner Metal-Serie dem Folk Metal sowie den beiden verwandten Stilrichtungen, Viking- und Pagan Metal zu widmen. Ich finde, diese Genres kann man durchaus im selben Blog-Artikel behandeln, da sie genügend Gemeinsamkeiten aufweisen. Zum Beispiel den Bezug zu nordischen oder keltischen Mythen und Sagen. Musikalisch gibt es zum Teil wesentliche Unterschiede, aber eben auch viele Parallelen.

 

Ich nenne einfach mal einige Vertreter des jeweiligen Stils; vielleicht kennt Ihr ja die eine oder andere Band. Eine Art Vorreiter des Folk Metal waren die Briten von Skyclad, die sich in den Neunzigern formierten und mit ihrem Klang den Weg für das Genre ebneten. Ich habe diese Band zur damaligen Zeit auch gerne gehört und sie 1996 live gesehen. Mein Hörtipp: Das Album “Irrational Anthems”. Weitere Vertreter des Folk-Metal sind Finntroll – auch die habe ich eine Weile gerne gehört. Andere bekannte Folk-Metal-Gruppen sind Ensiferum, Eluveitie (Foto), Korpiklaani und Vintersorg.

Eluveitie Cernunnos Fest 161207 01 Zu den Bands, die dem Viking Metal zugerechnet werden, gehören: Bathory, Sólstafir, Falkenbach, Einherjer und Enslaved. Ich war immer der Meinung, dass auch Amon Amarth Viking Metal machen, da die Wikinger-Thematik in ihren Texten und ihrer Aufmachung omnipräsent ist. Aber Wikipedia ist da anderer Meinung und die Band selbst (laut Wikipedia) auch. Na gut, dann eben nicht. Pagan Metal ist wieder eine andere Kiste. Pagan-Metal-Bands sind zum Beispiel Falkenbach (ja, schon wieder), Equilibrium, Primordial (Foto unten) und Varg.

 

Die Grenzen sind teilweise fließend und einige Bands gehören zwei Subgenres gleichermaßen an. Die erwähnten Unterschiede sind es, die die jeweilige Musikart ausmachen. Folk Metal ist seinem Namen entsprechend geprägt von der Fusion aus Metal mit folkloristischen Elementen. Dabei geht es meist sehr melodisch zu und der Härtegrad ist nicht sonderlich hoch. Zu Folk Metal kann man oft gut feiern und tanzen. Gerne kommen viele traditionelle Instrumente zum Einsatz, etwa der auch im Mittelalter-Rock beliebte Dudelsack. Der Gesang kann weiblich, männlich oder beides sein und ist überwiegend clean. Die Bands singen über Mythen und Legenden – eben folkloristische Themen.

 

Viking Metal definiert sich zunächst einmal durch die Wikinger-Thematik, die in den Texten behandelt wird. Es geht also um Schlachtengetümmel, Seefahrerei, Heldentum und dergleichen. In unterschiedlichen Anteilen sind Elemente des Black und Death Metal zu hören, sowohl musikalisch als auch gesanglich. Insgesamt geht es weniger fröhlich zu als im Folk Metal. Die Musik ist weitaus härter und schwerer und nicht so leicht-beschwingt wie beim Folk Metal.

 

Primordial 2007 2Bleibt der Pagan Metal, der mir, ehrlich gesagt, eher fremd ist. Das mag auch an dem zweifelhaften Ruf liegen, der diesem Subgenre anhaftet. Es geht thematisch hauptsächlich um Heidentum und vor- oder antichristliche Themen. Die nordische Mytholgie spielt bei vielen Bands eine große Rolle. Darin liegen wohl auch die Vorurteile gegen Pagan Metal begründet. Die Stilrichtung wird häufig mit nationalsozialistischem Gedankengut in Verbindung gebracht. Auf vereinzelte Bands trifft das tatsächlich zu. Auf viele andere aber eben nicht. Dieses Schicksal teilt das Genre mit dem Black Metal, an den es musikalisch sehr stark angelehnt ist.

 

Was hat nordische Mythologie mit rechtem Gedankengut zu tun? Es geht viel um Werte wie Ehre, Kameradschaft oder eben um die Geschichte der Heimat. Da kommt es natürlich auf den Kontext und die Einstellung an – der Pagan Metal ist an sich nicht politisch. Es scheint aber so (ich kann mich dieses Eindrucks auch nicht erwehren), dass sich im Pagan und Black Metal mitunter rechtsradikale Gestalten bewegen. Viele Bands distanzieren sich aber öffentlich deutlich von derartigen Ansichten. Musikalisch sind Gemeinsamkeiten mit Black Metal wie auch folk-ähnliche Einflüsse erkennbar. Pagan Metal grenzt sich aber im Wesentlichen durch seine Ideologie ab. Von den drei hier vorgestellten Subgenres ist Pagan die wohl düsterste und ernsthafteste.

 

Wie Ihr seht, ist die Unterscheidung zwischen Pagan-, Viking- und Folk Metal manchmal nicht so eindeutig. Trotz aller Gemeinsamkeiten handelt es sich um drei verschiedene Subgenres. Eine Pagan-Metal-Band findet es vielleicht gar nicht witzig, wenn man ihr unterstellt, Folk Metal zu spielen. Oder umgekehrt. Wie auch immer, ich hoffe, ich konnte Euch einen Überblick geben. Bis zum nächsten Teil!

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