Mysteriöses Deutschland Teil 7

Hangelstein

In Hessen enden jetzt bald die Ferien und daher bewegen wir uns jetzt langsam an die Landesgrenzen. Die Festivalzeit ist auch bald vorüber, kalt genug ist es ja auch schon geworden. In den Ein-Euro-Shops und Billigdiscountern gibt es auch schon die ersten Halloween-Dekorationen (Zeit den privaten Fundus weiter aufzustocken mit allerliebsten Totenschädeln und Flatterviechern) und ich glaube, die Spekulatius stehen auch bald wieder in den Regalen.

 

Zeit wird es ja… *grins *

 

Aber vorher machen wir nochmal Station in Gießen. Neben zwei lästerlichen Kloster (Klöster? Klöstern?) in Schiffenberg, in dem die Nonnen mit den Mönchen gar lustigen Umgang und Verkehr *räusper * hatten, ganz unauffällig durch einen unterirdischen Gang verbunden, die dann unter grellen Blitzen und Gedonner untergingen, gibt es den Hangelstein.

 

Wer sich von euch gefragt hat, was es mit dem „Kleinen Volk“ auf sich hat, dem sei gesagt, daß sich das Kleine Volk schon immer im Hangelstein aufgehalten haben soll. Diese zierlichen Bergleute suchten dort nach Gold und Silber und fertigten in den Zwergenwerkstätten wunderliche Waffen und Spielzeuge.

 

Durch ihre Kenntnis des Glasschmelzens fertigten sie durchsichtige Stiefel und feines Gerät. Wenn die Zwetschgen reifen und die Hausfrauen das Mus kochen, schleichen sie sich in die Küchen und schnuppern den süßen Duft. Nach Mitternacht stellten sie ihre gläsernen Leitern an den großen Kessel und naschten von dem erkaltenden Mus. Dabei wurdevordentlich in ihren Gesichtern herumgeschmiert und gekichert. Sobald die ersten Hähne krähten und die Menschen erwachten, schnappten sie sich ihre Sachen und verdrückten sich zurück in den Hangelstein.

 

Die Menschen aber sahen nur, daß der Mus ordentlich eingedickt ist und wunderten sich. Vielleicht also mal nicht Zwetschgenmus kaufen und selber kochen, damit man das kleine Volk erfreut 😉

 

Im Hangelstein selbst fand man bei sporadischen Zufallsfunden jungsteinzeitliche Stücke aus der Michelsberger Kultur und der Urnenfelderzeit. Diese kann man im Oberhessischen Museum in Gießen bestaunen.

 

Von Nikanos - Eigenes Werk, CC SA 1.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1064286

Hügelgrab im botanischen Garten von Marburg aus der jüngeren Bronzezeit

Von Gießen reisen wir weiter nach Marburg. Hier gibt es den „Schröcker Brunnen“, in dem man seine Wäsche wunderbar sauber bekommen kann und eine fromme Witwe habe sogar ihre Bettwäsche nach der Reinigung einfach in die Luft geworfen und die Leintücher seien dann an den Sonnenstrahlen zum Trocknen hängen geblieben. An Pfingsten sollen sogar die stärksten Grauschleier aus den Laken herausgewaschen werden können. Sehr praktisch, wollen wir mal hoffen, daß das keiner der Waschmittelgroßkonzerne mitbekommt, dann muß man dafür vielleicht auch noch Geld bezahlen 😉 . (Wobei mir ja meine Wäsche in schwarz vorher besser gefallen hatte 😛 )

 

Ach ja, die Marburger Kinder werden übrigens auch von den Störchen aus diesem Brunnen geholt. Das beruht vermutlich auf dem Glauben, das Wasser bei den Druiden eine wichtige Rolle spielt. Symbolisch ist das Wasser aus dem Erdinneren ein Geschenk der unsichtbaren Mächte und somit heilig. Die Erdgottheit muß demzufolge dann auch weiblich sein, denn das Wasser dringt aus der Erde und ohne Wasser ist kein Leben möglich.

 

Nixen und Nöcke wurden letzmalig im Jahr 1615 in der Lahn gesichtet. Danach habe der Mensch verlernt, die Wassergeister zu sehen. Jene Wasserfrau in der Nähe der Marburger Mühle sei von schlangenartiger Gestalt gewesen und habe in allen erdenklichen Farben geschillert. Wer Übles vorhabe, sei aber gewarnt, auch heute stört man die Wassergeister nicht ungestraft!

 

Und für uns Gothics noch ein besonderer Friedhof, den es in der Art nur in Marburg gibt:

 

In der Bronzezeit entstanden die Hügelgräber im heutigen Botanischen Garten. Gewöhnlich wurden die Toten aber zu der Zeit schon in gemeinschaftlichen Urnenfeldern bestattet, die Marburger Bronzeleute gelten also als altmodisch. 😉 Sie bestatteten immer eine Urne in einem Grabhügel, die sogar eine umfassende Mauer besaßen und so an ein „Totenhaus“ erinnern. Das Areal innerhalb des neuen botanischen Gartens der Universität auf den Lahnbergen ist gut zugänglich und restauriert und gruppiert sich um zwei herausragenden Grabanlagen: einen großen Hügel und eine „Grablege“, die „Tanzplatz“ genannt wird.

 

So, nun werde ich meine letzte Ferienwoche anfangen,

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

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Album von Die Form % Musique Concrete: Cinema Obscura

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Ich mag schräge Sachen und da ist diese CD genau das Richtige. Ich wusste nicht, was mich erwartet, aber es gefällt. Die CD ist schon 2015 erschienen.

 

Ich grübele allerdings, welche Instrumente beim ersten Song verwendet werden. Ein Theremin? Oder fiedelt man hier auf einem Sägeblatt? Es klingt sphärisch, auch die späteren Songs erinnern mich an sehr sehr langsame Stücke von Jean Michel Jarre.

 

Das mag vielleicht auch an den Namen der Songs liegen, „Monoxyde Action“ oder „Mnemodrame“ oder „Molecules“ haben etwas abgehobenes, erhebendes. Dazwischen hört man ein Kratschen, ein Knistern und taucht in das Gefühl einer Vinylplatte oder einer uralten Schwarzweiß Filmaufnahme ein, obwohl es ein Silberling ist.

 

Ich kann mir gut vorstellen, das diese Musik nicht nur zum privaten Entspannen und Genießen verwendet wird, wenn ein Redakteur von arte die CD entdeckt, gibt es mit Sicherheit den einen oder anderen Trailer mit den Songs unterlegt.

 

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Artworks und CD

Die Form ist eine französische Band, die aus Philippe Fichot und Eliane P. besteht, die minimalistisch elektronische Musik macht. Hier haben wir ein Solo Projekt von Philippe vorliegen. Die avantgardistischen Soundcollagen sind auch auf dieser CD sehr eindrucksvoll. Was ist allerdings nicht erkenne, ist der Bezug zu dem sexuell-erotischen und psychologischem im BDSM, aber das muss ich als Normalsterbliche sicher auch nicht alleine durch die Musik verstehen. Live, denke ich, ist das sicher besser zu erkennen.

 

Teilweise haben die Songs auch das Potential, eine Helloween-Party atmosphärisch zu unterlegen. Klagende Stimmen, flüsternde Geister und heulender Wind zaubern einen Schauer auf die Haut. Zum Tanzen ist da eher nichts dabei (es sei denn der Gothic-Einheitsschritt und sanftes Wiegen zur Musik zählt als Tanzen), aber man darf Musik auch nur mal im Sitzen oder als Background genießen.

 

Für mehr Infos -> Bild anklicken!

Sperrig, nicht unbedingt beim ersten Anhören eingängig, aber interessant und ungewöhnlich.

 

Anspieltipp: Mental Room und Cinema Obscura.

Review by Luna ^v^

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Neues Album von Schwarzer Engel: Imperium II: Titania

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Am 29.7.2016 erschien die CD Imperium II: Titania von Schwarzer Engel. Das ist der zweite Teil zu Imperium I: Im Reich der Götter aus dem Jahr 2015.

Schon vorab konnte man bei Youtube in den Teaser „Vater der Vampire“ hineinhören. Das ist übrigens thematisch mein Lieblingssong der CD, warum ist doch klar, oder? Als Vampirfetischistin kann es für mich nur dieser Song sein. Auch gab es auf der „Götterfunken“ EP den Song „EinMensch“ vorab.

 

Insgesamt kann ich sagen, dass diese CD sanfter ist, als die bisherigen Veröffentlichungen von Schwarzer Engel. Tobte noch der brutale Zorn und die Zerstörung der Götter bei „Apokalypse“ oder „In brennenden Himmeln“, so sind sie hier gnädiger gestimmt. Auch im direkten Vorgänger war man noch der geballten Wut der Gottheiten ausgesetzt und konnte sich als Mensch zwischen allen diesen Elementen klein, hilflos und ohnmächtig fühlen.

 

Für mehr Infos -> Bild anklicken!

Hier jedoch bleiben die bombastischen Melodien erhalten, sind aber deutlich an Geschwindigkeit heruntergefahren. Dadurch wird diese CD recht düster und mysteriös. Es liegt auch an den Texten, beschreiben sie die Herrlichkeit von Titania, die klirrende Kälte einer Winterlandschaft, die düsteren Höhlen des Bergkönigs, den weiten Himmel und die Erde, die verlangende Liebe aus den Märchen aus 1000 und einer Nacht bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem man für immer Abschied nehmen muss.

 

Und von der grausamen Schlacht, die immer noch um uns herum tobt, wenn die Götter ihre Heere aussenden und die jeweiligen Krieger versuchen, den Sieg zu erringen. Heute ist die Schlacht, heute muss der Sieg errungen werden. Egal, welche Macht diese Soldaten geschickt hat, sie alle wollen den Kampf gewinnen. Doch die Götter lehnen sich scheinbar zurück und lassen die Kämpfer mal machen. Eine Thematik, die in unserer Zeit nicht aktueller sein könnte.

 

Artworks und Booklet

Artworks und Booklet

Zum Träumen lädt „Himmelwärts“ ein, es erinnert mich sehr an „Du“ von dem Vorgängeralbum. Bekommt man den Gunstbeweis seiner/s Liebsten, so ist das der wahre Himmel auf Erden, löst alle Fesseln und läßt die Seele fliegen. Es ist also nicht alles Zerstörung und Tod, was nach dieser Schlacht übrig bleiben wird. Und am Ende schließen sich die Tore…

 

Abgemischt ist diese CD hervorragend, der vielseitige Gesang Dave’s ist immer gut zu verstehen (bei dem Lied „Niemals entzweit“ vom Album „Apokalypse“ streite ich mich heute noch mit meiner Tochter, ob es „lieben“ oder „leben“ heißt 😉 ) und man kann ungestört mitträllern. Metal mit Dark-, Symphonic- und Gothic- Einflüssen, abgerundet mit neuer deutscher Härte und Industrial. Für mich also eine klare Kaufempfehlung, die Fans werden sie sicher schon besitzen, alle anderen sollten sie sich mal anhören, es könnte gefallen :).

 

Anspieltipp: In der Halle des Bergkönigs und Himmelwärts.

 

Auf Tour ist Schwarzer Engel übrigens auch, checkt den Link für Tickets. Hier die Daten:

 

Schwarzer Engel, Stuttgart, Club Zentral, 22.10.16 20 h

Schwarzer Engel + Mundtot, München, Backstage Club, 9.11.16, 20 h

Schwarzer Engel, Weinheim, Cafe Central Weinheim, 10.11.16, 21 h

Schwarzer Engel, Nürnberg, Der Club, 11.11.16, 20 h

Schwarzer Engel + Support, LeipzigEngelsdorf, Hellraiser-Leipzig, 12.11.16, 20 h

Schwarzer Engel, Köln, MTC, 13.11.16, 20 h

Schwarzer Engel + Mundtot, Berlin, Maze, 2.12.16, 20 h

Schwarzer Engel, Hamburg, Logo Hamburg, 4.12.16, 20 h

Rezension by Luna ^v^

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1. Dunkelbunter Schwarzmarkt in Hadamar

Dunkelbunter SchwarzmarktAm Wochenende war nicht nur das Festival in Hildesheim, sondern auch der 1. Dunkelbunte Schwarzmarkt in Hadamar. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, so eine Veranstaltung zu unterstützen. Denn ich kenne es selbst als ehemaliger Händler, dass es hier in Hessen mit Szenemärkten sehr schlecht aussieht.

 

Wir machten uns dann auf den Weg und kamen gegen 11 Uhr in Hadamar an. Was uns gleich auffiel, war, dass der Markt leider nicht innerhalb des Ortes beworben bzw. ausgeschildert war. Auch fehlte ein direkter Hinweis am Eingang. Was jedoch durch Gründe verschuldet waren, die nicht beim Veranstalter lagen. Denn Werbung oder ein Banner als Wegweiser durften nicht aufgehängt werden. Das finde ich doch sehr schade.

 

Veranstalter VolkerIch suchte dann sogleich die Gesellschaft vom Volker (Veranstalter), um ihn ein wenig zum Markt auszufragen. Die Idee zu so diesem Szenemarkt kam Volker durch seine eigene Selbstständigkeit als Szenehändler sowie der Besuch auf diversen Mittelalter-, Kunsthandwerker- und Trödelmärkten in der Umgebung. Außerdem wollte er alle Richtungen mischen, um dadurch ein größeres Publikum anzusprechen.

 

Organisatorisch hatte Volker einiges zu tun. Vor allem in den letzten 2 Wochen. Denn die Händler alle unter einen Hut zu bringen und die Location vorzubereiten, hat ihn sehr geschlaucht. Zumal die ersten Probleme erst am Markttag aufgefallen sind. Es kamen auch schon ein paar Händler auf Volker zu und gaben ihm Tipps für den nächsten Markt. Ich hatte den Eindruck, dass er sich diese sehr zu Herzen nimmt. Die Rückmeldungen zum Markt sahen sehr positiv aus. Der Gewölbekeller war recht schnell komplett belegt, wobei der der Schlossplatz nicht so gern genutzt werden wollte. Lag jedoch an dem unvorhersehbaren Wetter. Trotz des schönen Wetters tauchten 3 Händler erst gar nicht auf, ohne auch nur eine Rückmeldung zu geben. Was den Schlossplatz etwas überschaubar machte.

 

Dunkelbunter Schwarzmarkt SchlossplatzIch habe Volker aber auch ein paar persönliche Infos entlocken können. Er ist 46 Jahre jung und von Saarbrücken der Liebe wegen nach Limburg gezogen. Gelernt hat Volker eigentlich Landschaftsgärtner und hat eine Umschulung zum Bürokaufmann gemacht. Von 1999 – 2002 hatte er in Saarbrücken einen kleinen Esoterik-Gothic-Laden eröffnet. Privat ist er selbst Grufti seit 1986 und seine bevorzugten Musikrichtungen sind Gothic, Metal und Mittelalter.

 

Aber kommen wir zur zum Markt zurück. Volkers Wunsch nach unterschiedlichen Ständen hat der Markt wirklich getroffen. Denn von Seifenherstellern (Marinasoap), Horror-Accessoires (Fräulein Bine’s Horrorshop), verschönerte und selbstgemachte Gothic Klamotten und Wohnaccessoires (Batcave Design) über Lego-Sammlerstücke, Leinwandkünstler (Ulrabiart) und wunderbare Steampunk Gerätschaften wie Computer, Musikspieler oder einen alten Szeneunterhalter: Der BardeFernschreiber, der mit fiktiven Nachrichten gefüttert wurde (McSteam, Horatius Steam und Leander Lavendel [Kupferkeller]) war alles dabei. Auf dem Schlossplatz waren dann noch ein Szene-Möbelhersteller (Dark Living), Schmuckverkäufer, Met- und Trödelhändler sowie ein Barde, der zur Unterhaltung der Besucher beitrug.

 

An dem Methändler (Aengus MacLeod) konnte mein Mann nicht vorbeigehen, wobei ich das „Vergnügen“ hatte, alles zu probieren. Mit Scotch kann ich einfach nichts anfangen. Aber der Met hat sehr lecker geschmeckt.

 

Nach gut 2 Stunden und 2 Kaffees später machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Ich freue mich schon auf den nächsten Dunkelbunten Schwarzmarkt, der voraussichtlich in den Wintermonaten wieder stattfinden wird. Denn ich überlege auch, das nächste Mal daran teilzunehmen und meine restlichen Waren vom ehemaligen Shop endlich los zu werden. Wenn Volker einige der Mankos beim nächsten mal besser macht, steht einem erfolgreichen Markt nichts im Wege. Potential hat der Dunkelbunte Schwarzmarkt auf alle Fälle. Ich freue mich jedenfalls drauf und verbleibe

auf bald
Eure BlackRose

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