36 Grad und es wird heisser….

(*Zitat aus dem Song von Zweiraumwohnung)

 

Ich trag schwarz
Ich trag schwarz

Tja, ihr Lieben. Wir haben es nicht anders gewollt. Noch im Juni wurde geweint, dass es endlich mal warm werden sollte, es sei zu kalt. Verflixt noch mal, wo bleibt die , wenn man sie mal brauche. Ja sogar der Klassiker von Rudi Carrell wurde wieder ausgegraben und es wurde gefragt, wann es denn mal endlich wieder richtig Sommer wird.

Und dann, wird es warm. Richtig warm. Die Sonne knallt ganz ungotisch auf die Erde und alle schwitzen. Und jammern wieder. Es sei zu heiß, zu sonnig, zu irgendwas.

Nun ist ja Gothic per se keiner, der in der prallen Sonne im Schwimmbad ausharrt und es sich mit einem kühlen Cocktail am Pool gut gehen lässt. Wirklich? Verzieht sich das Schwarzvolk bis nach Sonnenuntergang in ihren Wohngrüften und kommen dann erst rudelweise auf Friedhöfen zusammen, um dort dann sinnierend bei einem gekühlten Glas Chateau Palimpalim (Rotwein) die Stille genießen.

Zudem muss ja schwarze Kleidung die Hitze noch verschlimmern und dafür sorgen, dass man/frau erst recht seine aufwendige Schminke vom Gesicht schwitzt.

Nun, zum ersteren kann man sagen, dass gerade Wüstenvölker bevorzugt schwarze Kleidung tragen, inklusive einer entsprechenden Kopfbedeckung, die nur die Augen freilässt. Warum tun sie das? Nun, dort ist das Wasser knapp, es werden die Kleidungsstücke seltener gewaschen und da hat das erstens rein praktische Gründe. Schwarz wird einfach weniger dreckig.

Okay, Gothic Eltern wissen aber auch… Kinder die sich auf der Schulter mit einem kleinen Milchbäuerchen oder Tränchenspuren verewigen hinterlassen sehr wohl weiße Fleckchen. Auch eine fusselige Katze/Hund/Hase/Ratte hinterlässt ihre Spuren und ganz übel sieht es dann unter Schwarzlicht aus, wo auch das dunkelste Schwarz weiße Krümel bildet.

Aber bei den Nomaden in der Wüste ist was anderes von Vorteil: Dunkle Kleidung isoliert gegen Hitze. Hmmm… wie soll das gehen? In der Schule haben wir doch gelernt, dass weiße Farbe Licht reflektiert und die schwarze das Licht absorbiert. Und Licht ist nichts anderes als eine Welle, nämlich eine im Infrarotbereich.

Tuareg woman from Mali January 2007

Setzt man sich in ein Auto, das weiß lackiert ist, ist es einen Tacken kälter als das gleiche Modell in schwarz. Soweit ist das korrekt.

Warum ist das aber bei Kleidung anders? Kleidung liegt nicht press auf der Haut, sprich, es ist ein Luftpolster dazwischen. Diesen Effekt können wir im Winter mit der „Zwiebeltechnik“ nutzen, dabei werden verschiedene dünne Kleidungsstücke wie eine Zwiebel übereinander getragen und geschichtet. Jedes Mal bildet sich ein isolierendes Luftpolster, das uns im Endeffekt wärmt, in dem es dafür sorgt, dass die Körperwärme im Winter nicht in die Luft entweichen kann.

Im Sommer gilt das Gleiche auch umgekehrt, denn wenn die Wärme nicht entweichen kann, dann kann auch die Hitze nicht an den Körper heran. Dieses Mal bildet dann die Luft einen Barriere gegen die Hitze. Zudem dringen die Lichtstrahlen im infraroten Bereich nicht so tief in den Schwarzen Stoff ein, wie das sichtbare Licht. Jenes wird absorbiert, das Infrarote reflektiert.

Und es kommt auch auf die Art des Materials der Kleidung an. Während man, egal welche Kleidung man trägt, in Kunstfaser spätestens nach 10 Minuten in der Sonne klitschnass ist, geht es mit reiner Baumwolle besser. Hier entsteht ein angenehmes Mikroklima, dass den Schweiß verdunsten (also ein kühlender Effekt → Wasser braucht Energie = Wärme um vom flüssigen in den gasförmigen Zustand überzugehen) lässt. Das wirkt sich dann auch erfrischend auf den Körper aus. Moderne Funktionswäsche, z. B. wie bei Sportbekleidung kann das auch und besser.

Würde man einen dicken Strickpullover aus reiner Schurwolle tragen, dann wäre der Hitzeschutzeffekt noch stärker. Die Sonne hat keine Chance, bis auf die Haut durchzukommen und die schmale Luftschicht zwischen Haut und Pullover isoliert. Schurwolle leitet auch nicht wie eine Metallplatte die Hitze weiter, also ist die Innenseite des Pullis relativ kühl.

Je dicker also die Kleidung ist, umso besser schützt sie. Wenn man aber eine Kutte oder langes Kleid trägt, kann sich da auch ein Mikroklima bilden, durch die Bewegung unten dringt dann kühlere Luft ein, sie zirkuliert, transportiert den verdunstenden Schweiß ab und Mann / Frau fühlt sich wohl.

Und das haben die Wüstenvölker natürlich auch gemerkt und ziehen sich eben mit langen, schwarzen Klamotten an.

Wie ihr also seht, schwarze Kleidung sind nicht nur bei uns Gothics Kult (selbst ich bin gestern von schwarzen Kollegen gefragt worden, ob mit schwarzem Netzcatsuit und Korsett die Hitze zu schlimm wäre… und NEIN, es war nicht unangenehm!!) und wir Goths sind bei der Hitze genau richtig gekleidet.

Aber wir haben auch nichts dagegen, mit einem Cocktail am Pool zu sitzen und das schöne Wetter zu genießen. Und das werde ich jetzt auch machen, ich wünsche euch eine zauberhafte unschwitzige Woche (nehmt wasserfestes MakeUp, dann verrutscht auch nix…), einen sonnigen Sonntag!

Eure Luna ^v^

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