Ägyptische Götterwelt – Teil 2

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Nachdem ich letzte Woche von den Nordischen Göttern berichtet habe, ziehen wir heute in den Süden. Ganz weit in den Süden, denn ich gehe zu den ägyptischen Gottheiten. Wir kennen die Pyramiden und die Bilder, die von dem damaligen Glauben erzählen.

Die ägyptische Mythologie war mit der Astronomie und der Religion als eine Einheit verbunden. Als Hexe kenne ich das altägyptische Nutbuch. Es soll über 3000 Jahre alt sein.

Aber fangen wir vorne an: die Schöpfungsgeschichten. Es gibt keine einheitliche und so berichten die Mythen unter anderem von der „Neunheit von Heliopolis“. Atum, der Sonnengott und „Selbstentstandene“ bilden das Zentrum dieses Sonnenkultes. Er erhob sich aus dem Urgewässer, bildete das Land und schuf seine Kinder Schu und Tefnut. Diese bekamen Kinder Geb und Nut und diese zeugten Osiris und Isis, Seth und Nephthys (vielleicht für euch ein Begriff, wenn ihr Anne Rice’s Vampirchroniken gelesen habt, denn ihre Vampirgeschichten erwähnen den Mythos).

Die andere (ältere) Schöpfungsgeschichte ist die „Achtheit von Hermopolis“. Hier sind es 8 Gottheiten, nämlich die vier Götterpaare Nun und Naunet, Huh und Hauhet, Kuk und Kauket und mit wechselnder Besetzung Amun und Amaunet. Letztere haben den Sonnengott geschaffen und damit dann alle weitere Schöpfungen. Hmmmm… immer, wenn Licht in die Welt kommt, dann geht es weiter… kommt mir irgendwie bekannt vor 🙂 .
Die dritte Schöpfungsgeschichte ist die „memphitische Theologie“. Hier schuf der Baumeister und Handwerker als Stadtgott Ptah die Welt. Aus seiner Zuge und seinem Herz ging der Sonnengott hervor, die Schöpfung begann durch das Wort und die Rede.

Die Welt der Ägypter selbst war nach ihren Vorstellungen eine Scheibe, die von dem Nil geteilt wurde. Das war die Oberwelt, sie wurde von vier Säulen an jeder Ecke der Erdscheibe gestützt und darunter lag die Unterwelt, die ein Spiegelbild der Oberwelt war. Das Himmelsgewölbe war der Körper Nut’s, sie verschluckte jeden Abend die Sonne und gebar sie am Morgen neu. Im Zentrum lag natürlich Ägypten und in den vier großen Bereichen die anderen Völker: Nubien, die Wüsten Afrikas, das Rote Meer und sie Libysche Wüste mit den Beduinen.

Auge des Horus
Auge des Horus

Ich hatte vorhin schon Anne Rice erwähnt… hier kommt die Geschichte: Seth hasste seinen Bruder Osiris und wollte ihn töten. Also richtete er ein Fest aus und präsentierte eine Kiste, die er demjenigen schenken wollte, der hineinpasse. Alle Gäste versuchten es und natürlich passte nur Osiris hinein. Doch Seth verschloss die Kiste und versenkte ihn im Nil. Isis, Osiris‘ Frau, war gerade schwanger und konnte nicht gegen Seth kämpfen. So riss Seth die Macht an sich und Isis gebar ihren Sohn Horus heimlich und gab ihn zu den Menschen, die ihn aufzogen. Doch Isis gab die Suche nach Osiris nicht auf und überredete die Königin, die die Kiste gefunden hatte und bekam ihren Mann zurück. Mit Zaubersprüchen holte sie ihn wieder in das Leben zurück. Seth bemerkte jedoch, was Isis getan hatte und nutzte seine gesamte Macht, Osiris zu zerreißen und verteilte den Leichnam über das ganze Land. Erneut sammelte Isis die Teile ihres Mannes ein und wollte ihn zum Leben erwecken. Doch ein Teil fehlte, den Phallus hatte ein Krokodil gefressen. Osiris wurde so der Herrscher des Totenreiches, Seth konnte seine Herrschaft über Ägypten und die Welt ausbauen.

Horus erfuhr von seiner göttlichen Herkunft und sann auf Rache gegen Seth. Erst mit vielen Verbündeten, doch als seine Mutter Isis Kriegsgefangene befreite, tötete er sie, der Gott Thot verhinderte doch ihr Ableben, doch die anderen Götter wandten sich ab von Horus. Die Menschen waren aber die Leidtragenden in diesem Krieg der Götter, denn sie waren die Truppen, die Seth und Horus gegeneinander schickten. Schließlich endete das Duell der Götter in einem Unentschieden, nachdem Seth persönlich in den Kampf eingriff.

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Das Auge des Horus (hier wieder ein „gothisches Symbol“ – viele Goths schminken es sich auf, auch Hexen tragen es gerne als Schmuck), wurde ihm von Seth in diesem Kampf ausgestochen. Die Mythen darüber, wer das Auge heilte, sind nicht eindeutig. Es sollte Isis sein, oder Thot, denn es war das linke Auge und damit das „Mondauge“. Eindeutig ist, dass es als Amulett verwendet wird, da es ein Symbol für Heilung und Schutz vor Gefahr ist.

So, nun genießt euren Sonntag, bei uns ist der letzte, allerletzte Ferientag, bevor es wieder mit der Schule weitergeht, der Sommer ist nun vorbei…

Dunkle Grüße,
Eure Luna ^v^

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