Sturm und Musik – Amphi Festival 2015

amphi-festival-003Der neuerliche Umzug des Amphi Festivals in die Lanxess Arena empfand ich anfangs noch ganz aufregend, denn die dortigen Möglichkeiten und Bilder des Außen- und Innenbereiches ließen mich etwas sehr Großes erwarten.

Dies bekam ich dann auch, aber eher als Betonklotz als ein szenetaugliches Festivalgelände. Denn bei mir wollte sich am Samstag irgendwie kein Festivalfeeling breit machen. Dies konnte aber auch am Wetter gelegen haben, denn der erste Tag war überschattet durch eine Sturmwarnung der Stadt Köln mit bis zu 130 km/h. Was zur Folge hatte, dass alle Auftritte auf den Open Air Bühnen aus Sicherheitsgründen komplett abgesagt wurden.

Dies betraf leider auch alle Händler, die im Außenbereich ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Darunter war leider auch der Stand meiner Community Die Schwarze Familie.net, die sich im Bereich der GREEN STAGE befand. Ich möchte nicht wissen, wie viele Umsatzeinbußen alle Händler hatten, denn es waren um die 20 – 30 Händler, die an diesem Tage nichts verkaufen konnten.

Als Auftakt in eine neue Location waren dies leider keine guten Voraussetzungen, aber durch die Arena musste nicht das komplette Festival abgesagt werden. Wie es viele andere Outdoor-Veranstaltungen an diesem Wochenende leider getroffen hat.

amphi-festival-005Centhron, DAF und X-RX hatten das Glück, auf die Running Order für die Hauptbühne gesetzt zu werden. Denn nur diese Bühne war durch die große Arena sturmsicher und konnte bespielt werden. Trotz Arena-Platz entfiel leider auch das Soloprojekt von Alex Wesselski (Eisbrecher). Dafür trat dann The Other auf. Der Grund für diesen Wechsel ist mir aber bis heute nicht bekannt und wurde auch nicht kommuniziert.

Außerdem entfiel zugunsten von DAF das Projekt Songwriting Interaktiv C=64. Alle anderen Bands mussten sich auch auf kürzere Spielzeiten einstellen. Zeitweise herrschte richtiges Chaos bei den Besuchern, wer nun spielt oder nicht.

Centhron hatte nun als erste Band auf der Arena Stage das Vergnügen, bereits um 10:30 Uhr das Festival zu eröffnen. Die deutsche Industrial Band konnte doch schon einige viele Musiksüchtige mobilisieren und lieferten eine tolle EBM-Show ab.

amphi-festival-026Als nächstes folgten dann die Jungs von Schöngeist und Chrom. Die letzt genannte Band war für mich einer der Highlights, denn die Kombination aus Synth Pop, EBM und Electro fand ich sehr gut performt.

Danach folgten Rabia Sorba und The Crüxshadows, wobei letztere leider die Show so sehr überzog, dass die eingeschobenen Jungs von X-RX leider nur 4 Songs zum besten geben konnten und sich auch darüber sehr ärgerten.

amphi-festival-052Als nächstes folgten Chibi und ihre Jungs von The Birthday Massacre, wobei ich die Stimme von Chibi als sehr vielseitig empfinde. Von ganz piepsig bis zu growlig war alles dabei. Sie lieferten eine wunderbare Rock Show ab, allen voran Chibi, die sich bei jedem Lied tanzend total verausgabte.

amphi-festival-234Die Band AGONOIZE folgte nun und der Sänger Chris überzog die ersten Reihen vor der Bühne doch reichlich mit blutähnlicher Farbe, was bei dieser Show doch schon üblich ist. Aus sicherer Quelle konnte ich erfahren, dass die Setlist aus Songs bestand, die alle vor 2007 entstanden sind. Wobei so mancher unter 18 die Show doch lieber verlassen sollte.

GOETHES ERBEN hatten auf der Bühne Unterstützung von Sonja Kraushofer, die am Sonntag noch einen weiteren Auftritt in eigener Sache vor sich hatte.

Als vorletzte Band diesen Abends war dann Front 242 an der Reihe, die doch schon eine amphi-festival-261„Größe“ in der Szene inne hat und als Vorbild vieler anderen Bands aus der EBM-Szene einfach dazugehört.

Die Jungs von And One habe ich leider aufgrund meiner fortschreitenden Müdigkeit verpasst. Aber ich konnte nach dem aufreibenden Tag leider nicht noch bis 2 Uhr durchhalten.

Was ich aber noch zum ersten Tag loswerden möchte, ist die doch horrenden Essens- bzw. Getränkepreise. Für einen halben Liter Fanta oder Cola bezahlte man stolze 4,00 € und für eine Bratwurst 3,50 €. Da im Vorfeld davon gesprochen wurde, dass es günstigere Verpflegungspreise als am Tanzbrunnen geben sollte, war ich über diese Preise doch schon sehr erstaunt. Zumal diese Preise nur um 0,30 € zum eigentlichen Normalpreis in der Arena reduziert waren. Das gleiche galt für Bier, dass für 0,5l 4,20 € kosten sollte. Hier lag der eigentliche Verkaufspreis in der Arena bei 4,50 €. Günstig nenn ich das auf keinen Fall.

Auch die Veganer unter den Festivalbesuchern konnten sich am ersten Tag ausschließlich von Pommes ernähren, da ja der komplette Außenbereich geschlossen war. Dies betraf leider auch die ganzen Freßstände, die draußen eigentlich ihren Platz hatten.

amphi-festival-272Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonntag weiter und viele der ausgefallenen Bands vom Vortag konnten an diesem Tage, der sonniger und wärmer war, nachgeholt werden.

Eine Band konnte leider aber nicht nachgeholt werden, da sie bereits ein anderes Engagement für den Sonntag hatten. Neuroticfish entfiel leider ersatzlos, was mich doch etwas traurig werden ließ. Diese Band wollte ich endlich mal live sehen. Aber was solls, es gab aber doch noch sehr gute Bands, die alle noch kommen sollten an diesem Tage.

Tag 2 begann mit viel Sonnenschein und einer doch besseren Stimmung bei mir. Auch wenn mich an diesem Tage fast keine Band angesprochen hat, habe ich den Weg zum Festivalgelände wiedergefunden.

amphi-festival-274Heute hieß es für mich, den Außenbereich ausgiebig erkunden, denn die Arena zog mich nicht mehr so sehr an. Im Bereich der Green Stage zog ich nun meine Runde und habe mir die dort angesiedelten Klamotten- und Parfüm-Händler ausgiebig angeschaut.

Da kam mir dann aber doch noch eine negative Nachricht zu Ohren, denn im Verkaufsraum des Underground Fashion Shops wurde in der Nacht eingebrochen und einen komplettes Regal mit Waren wurden von unbekannten Dieben entwendet. Der Polizeibeamte war aber doch recht schnell vor Ort und der Standbetreiber zeigte ihm sogleich den entstandenen Schaden. Nach dem verpatzten Samstag kam dann auch noch der Diebstahl dazu und da war die Stimmung komplett am Boden. Ich hoffe, dass es trotzdem noch ein umsatzstarker Tag wurde.

amphi-festival-295Aber kommen wir zu den positiven Aspekten des Festivals. Durch Zufall auf dem Nachhauseweg vom Vorabend fand ich dann auch noch die zweite Händlermeile, die sich im Nebengebäude „Magistrale“ befand. Dort fanden die etwas kleineren Händler platz, die allerlei Selbstgenähtes und Handgemachtes zum Verkauf anboten. Allen voran unsere Morticia von abARTig, die ihre selbst hergestellten Ponys und Knochenaccessoires zum Erwerb ausstellte.

Die kulinarischen Angebote im Außenbereich hatten nun auch endlich ihre Tore geöffnet und ich legte mir dann szeneuntypischerweise gleich einige mit Schokolade überzogene Erdbeeren am Stiel zu. Der Preis mit 4,50 € war aber leider doch etwas zu hoch.

Ein Pizzastand sowie ein Stand mit Flammkuchen ließen sich aber auch finden. Die dortigen Preise (zwischen 6,50 € und 7,00 €) waren aber allesamt überteuert, sodass dies für mich keine Alternative darstellte.

amphi-festival-282Aufgrund der Vielzahl der Bands und der Bühnen sowie dem Umstand, dass ich alleine unterwegs war, habe ich leider die ORBIT STAGE ganz ausgelassen, denn ich wollte ja das Festival auch ein wenig genießen und nicht von einer Band zu anderen hetzen. Außerdem wurden viele Acts vom Vortag in das LineUp vom Sonntag eingeschoben, was die Running Orders der 3 Bühnen sehr voll werden ließ.

Die erste Band des Tages war dann [:SITD:], die bereits um 10:30 auf der Arena Stage auftrat. Als nächsten folgte PATENBRIGADE: WOLFF, die ihr Faible für Baustellenmaschinen wieder mal nicht lassen konnte und die Bühne mit Absperrband, Schilder und Pylonen schmückte. Sie gaben ihren „Electro Ambient für amphi-festival-285Turmdrehkranführer“ zum besten.

Als nächsten kam STAHLMANN und die eingefleischten NDHler rockten bereits um 12:30 Uhr die Bühne. Auf der GREEN STAGE traten nun Diorama und darauf die Jungs von Darkhaus auf.

Die ganz in weiß gekleideten Musiker von S.P.O.C.K. waren um 13:45 Uhr auf der Arena Stage an der Reihe und spielen wunderbaren Synth Pop.

amphi-festival-567Mein absolutes Highlight an diesem Tage und auch die einzige Show, die ich von Anfang bis Ende gesehen habe, waren die 3 von DAS ICH. Trotz der Krankheit von Stefan Ackermann lieferten die Jungs eine grandiose Show ab, wie mit dem Lied vom Dschungelbuch Klassiker „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“, aber auch das Lied „Gottes Tod“ durfte nicht fehlen. Ich ergatterte dann auch noch glücklicherweise ein Bild mit Bruno Kramm!

In der Zeit von 16:00 Uhr bis ca. 17:20 habe ich mich dann vor der Green Stage niedergelassen und ein paar Festivalimpressionen einfangen können. Ich bewundere immer Personen, die sich ca. 2 – 3 Stunden Zeit nehmen und sich in die schönsten Szene-Outfits schmeißen, um dann anderen einen wunderbaren Anblick zu bescheren.

amphi-festival-478In dieser Zeit trat dann auch Zeraphine auf, die jedoch angekündigterweise in Ermangelung neuer Songs nur alte Lieder spielten. Als Hintergrundmusik für meine doch recht gelungen Schnappschüsse waren Zeraphine jedoch klasse.

Auf der Green Stage folgten dann die mit neuer Sängerin ausgestattete Band WELLE:ERDBALL sowie Samsas Traum und Diary of Dreams. Letztere hatte eine Spielzeit von über einer Stunde und war wunderschön melancholisch.

amphi-festival-601In der Arena spielten dann noch COMBICHRIST und Oomph, wobei letztere an diesem Tage auch ihre neue Scheibe „XXV“ vorstellten und sogar 2 Lieder ihres allerersten Albums zum besten gaben. Da sieht man, wie sich eine Band mit der Zeit stilistisch wandeln kann. Es folgten die Urgesteine von The Mission, die eines ihrer seltenen Konzerte zum Besten gaben.

Mein absolutes Highlight des ganzen Festivals war dann aber der Headliner VNV Nation, bei dem ich nicht mehr ruhig sitzen bleiben konnte. Mit „I want Controll“ gab es bei mir kein Halten mehr und bei „Illusion“ flossen mir sogar die Tränen. Ich hoffe, dass ich Herrn Ronan Harris schon bald wieder erleben darf.

amphi-festival-630Der zweite Tag ließ mich dann schon eher Festivalstimmung spüren, was aber die neue Location ein wenig milderte. Ich persönlich finde diese Location für ein Szenefestival dieser Art absolut ungeeignet und zu kommerziell. Deshalb hoffe ich, dass die Veranstalter sich wieder durchringen und es wieder am Tanzbrunnen stattfinden lassen. Ansonsten weiß ich nicht, ob ich im nächsten Jahr wiederkommen werde.

Dunkle Grüße
und bis bald
Eure
Blackrose

PS.: Hier findet ihr eine Galerie mit unzähligen Bildern vom Amphi Festival!

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