Wie war das denn damals so…. ???

Rob Smith

Ich habe heute einmal ein wenig recherchiert. Jaja, ich hab erst den ganzen Tag meine Butze renoviert und neu gemalert… nachdem ich ja letzte Woche meine Deko-Artikel gezeigt habe… Nun ist alles frisch gestrichen, neu dekoriert und gesäubert und ich habe noch das eine oder andere CD Schätzchen in meiner Sammlung gefunden… Nun sitze ich in meinem auberginefarbenen Wohnzimmer, mit neuer weißer Decke und noch Farbe in meinem Haar und tippsel euch mal was über die Anfänge der Gothicbewegung.

Wie ich angefangen habe, weiß ich noch: ich war schwer beeindruckt von dem Sisters Video „This Corrosion“ und verliebte mich auch gleichzeitig in die Mucke und Optik von Alice Cooper. Yeah, der Style war toll… ich hatte einen weißen Zylinder mit roten Blutsprengseln und bevorzugte schwarze Kleidung.

Da ich schon immer etwas moppeliger war, als die superschlanken Elfen (haha, Modepüppchen trifft es eher, wenn ich an die Hühner zurückdenke… eine sah wie die andere aus, einfach LAAAAANGWEILIG!!!), gefiel mir das praktische „Schwarz“ sehr gut. Aber ich hab damals auch noch Farbe getragen, so isses nicht.

Was „Gothic“ so richtig mit Style angeht… nun, das kam erst später, nach meinem „Hexen-Outing“. Da wollte ich mich dann auch nicht mehr in dem Einheitsbrei der „Stinos“ einfinden, ich musste beruflich nicht mehr „bunt“ tragen (ja, in der Apotheke trägt man selten schwarze Kittel) und ich konnte anfangen und anziehen, was ich wollte und meine Haare färben, wie es mir gefiel. Und es gefiel… Blau war mein Pony und dann später hatte ich immer rote Strähnen… Feuerwehrrot oder neudeutsch: „Porsche-Orange“.

So, nun aber mal zu den Anfängen der Gothic-Szene…
Die dunklen Anfangsjahre (1981 – 1989)
In den frühen 80er Jahren entstand die Gothic-Kultur europaweit als musik-kulturelle Jugendszene. Bis heute ist jedoch nicht klar, ob die Szene von England aus entstand oder ob sich in anderen europäischen Ländern gleichzeitig Parallelszenen bildeten. Gruppen, wie The Cure oder Siouxsie and the Banshees tourten 1980/81 durch Deutschland und konnten so viele Fans gewinnen. Auch Joy Division gaben und Köln und Berlin Konzerte und waren hier schnell bekannt. Allerdings war England als Reiseziel bezüglich Musik und Mode ein Orientierungspunkt.
In Deutschland entwickelten sich kleinere, regionale Gruppierungen, die im Punk- und New Wave– Bereich verwurzelt waren, aber kaum Kontakt hielten. In den Großstädten standen sich viele Jugendcliquen eher feindlich gesinnt gegenüber.SAMSUNG

1982, so sagt man, entwickelte sich einer der frühesten Ansätze der Gothic-Szene und pflegte einen intensiven Austausch mit London. Gothics der gesamten BDR trafen sich am Bahnhof Zoo oder auf dem Breitscheidplatz, in der Zeit die angesagteste Disco der Szene war das „Trash“ in Kreuzberg oder das „Linientreu“. In Österreich wurde das U4 in Wien ein zentraler Szenetreffpunkt.

Und dann fingen die Jugendlichen an, sich in schwarze Kleidung zu hüllen, die Haare schwarz zu färben und nach oben zu stylen. Sie blickten finster und „schlichen“ durch die Großstädte. (Auf den Dörfern taten sie das auch… doch nahm es nicht so wahr, oder?). Das war die Geburtsstunde der „Gruftis“, später oder woanders nannten sie sich „Gothics“.

Es war modisch, Gothic zu sein. Bands wie: Bauhaus, The Cure, UK Decay, Specimen, The Southern Death Cult oder The Danse Society wandelten ihren Stil oder trennten sich bald wieder. In England flaute es dann wieder ab, die „Modegothics“ wandten sich anderem zu. Dagegen konnte in Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden der Gothic Fuß fassen. Spanien und Italien hatten auch nur eine sehr kurzlebige Bewegung, die erst wieder in den 90er Jahren einen Aufschwung erfuhr.

In den USA splittete sich die Szene auf, in den Küstenstädten wie LA, NY oder Philadelphia gab es „gothicspezifische Infrastrukturen“, in Regionen wie Boston, Detroit und Chicago verlagerte es sich zu Post-Industrial, Electro-Industrial, Disco, House und Techno. LA avancierte zum Zentrum des Death-Rock. Kanada bildete sich mit Gebieten um Toronto, Montreal und Québec zu kulturellen Kernregionen.

Die Frisuren und Kleidungsstile waren damals stark an das Erscheinungsbild der Punk- und New-Wave-Bewegung angelehnt oder wurden von den musikalischen Leitfiguren (Robert Smith, Rozz Williams, Siouxsie Sioux, Peter Murphy) übernommen. Sie sind bis heute Idole der Gothic-Kultur und dienten hierbei als Vorbild.

Aber auch damals drückte man sein Lebensgefühl über den Kleidungsstil aus. Gebiete, die überwiegend durch Industrie geprägt war, war die Optik punklastiger, in Gegenden, die historisch bedeutsam waren, pflegte Goth einen eher davon inspirierten Stil. Im Süddeutschen Raum entstanden Kleidungsstile, die sich an der Romantik oder dem Barock orientierten. Sie deutet man heute als Einfluß zu dem englischen New-Romantic-Style.

Aber auch Horror und B-Movies (The Munsters, The Hunger, Nosferatu…) inspirierten die Gothics. „Bravo“ begann Mitte der 80er sich für das Phänomen zu interessieren. 1986 veröffentlichten sie einen Bericht: „Die Gothics lieben Grüfte“ (ich erinnere mich an die Berichte… vorne immer wie böse Gothics sind und hinten dann im „Mädchen“ oder „BravoGirl“ dann die Anleitung für Kartenlegen oder Oujia-Brett benutzen… jaja 🙂 ).bravo cover 1986

Ab 1987 wirkten Gruppen wie The Sisters of Mercy, The Cure oder Fields of the Nephilim dem Verfall entgegen.
Zu jener Zeit entwickelten sich Discos wie das „Zwischenfall“ in Bochum-Langendreer, das „Abby“ in Meßkirch, das „Ohm“ in Mannheim, das „Cräsh“ in Freiburg oder das „Madhouse“ in Berlin zu wichtigen Szenetreffpunkten in Deutschland.

Ich wünsche euch eine schöne Woche, am Sonntag geht es dann weiter mit nächsten Etappe.

Liebe Grüße, eure Luna ^v^

 

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