Asiatische Götterwelt – Teil 6

Dieser Drache ist seit 17 Jahren mein Begleiter
Dieser Drache ist seit 17 Jahren mein Begleiter

Als Kind hatten wir ein Buch gehabt, in dem Chinesische Märchen erzählt wurden. Ich habe die Geschichten geliebt, denn die Götter waren keine allmächtigen Wesen, sondern waren nur ein bißchen so, wie „unsere“ Superhelden.

Sie waren unsterblich, konnten sich in bestimmte Tiere verwandeln oder waren Geister. Das fand ich faszinierend.

Nach dem Schöpfungsmythos der Chinesen gibt es auch keinen allmächtigen Gott, der alles geschaffen hatte oder berufen sich auf einen göttlichen Willen. Es „entstand“ einfach und aus der Dreiheit Himmel, Erde und Mensch entsprangen die drei Herrscher.

Es gibt aber auch andere Mythen, wie den formlosen Dampf oder das Weltenei. Die drei Erhabenen Fu Xi, Nü Gua und Shennong gelten als Gründer der chinesischen Kultur. Nach ihnen kamen die Urkaiser, der wichtigste war Huangdi, der Gelbe Kaiser und zugleich einer der höchsten Gottheiten im Daoismus.

In vielen Texten wird von Yi, dem Bogenschützen berichtet, der mit Pfeilen 9 der 10 Sonnen zerschoß. Seine Frau, die Mutter der 10 Monde, stahl im das Elixier der Unsterblichkeit und floh auf den Mond. Xiwangmu ist die Göttin der Unsterblichkeit und hatte Yi das Elixier anvertraut. Ich sollte das Buch noch einmal suchen, und nachsehen, an diese Geschichte erinnere ich mich nämlich. 😉

Göttinnen spielen in der chinesischen Mythologie leider nicht mehr eine so große Rolle. Das liegt unter anderem auch daran, daß im Mittelalter die klassischen Texte neu bearbeitet wurden, damit die Rolle der Frau untergeordnet und einige Göttinnen komplett aus den Aufzeichnungen verschwanden. Man hat kurzerhand zum Beispiel die Kalender- und Himmelsgottheit namens Xi He zu zwei männlichen Beamten umgedeutet und ihnen den Jahresablauf als Verantwortlichkeit übergeben. Dabei war Xi He eine Göttin, die 10 Sonnen gebar (für jeden Tag der Woche eine) und sie dann nach der Heimkehr vom Himmel wusch und am östlichen Weltenbaum trocknete.

In älteren Texten hatten also die Frauen als Göttinnen, Flußgöttinnen und Berggöttinnen mythisch eine wichtigere Rolle als die männlichen Götter. Klar, daß das dann vielen Herren der Schöpfung nicht paßt und das geändert werden mußte.

Spirit of the well, from Myths and Legends of China, 1922 by E. T. C. Werner – Wikipedia –

In der chinesischen Kunst wurden auch häufig mythische Themen dargestellt. In Gräbern findet man zum Beispiel den Baum des Lebens und das Paradies der Königinmutter des Westens oder gar den Sintflutmythos. Sie sind aber wissenschaftlich kaum oder unzureichend gedeutet worden.

Die chinesischen Minderheitenvölker erzählen heute noch ihre eigenen Mythen.
Eine wichtige Gestalt in der chinesischen Mythologie sind die neunschwänzigen Wesen. Der Fuchs (auch in der japanischen Mythologie als Kitsune zu finden), ist meist eine junge und schöne Frau. Da die Chinesen glaubten, daß alles menschliche Form annehmen kann, sobald genug nötige Energie aufgenommen wurde (zum Beispiel durch den menschlichen Atem, oder Essenz des Mondes oder der Sonne), besitzt es auch magische Energie.

Neunschwänziger Fuchs der chinesischen Mythologie – Wikipedia-

Der bekannteste Fuchsgeist ist Daji, die bezaubernde Tochter eines Generals. Sie sollte einen grausamen Tyrannen heiraten und ein neunschwänziger Fuchsgeist bemächtigte sich ihrer Seele, um dann mit diesem Tyrannen eine lange Dynastie voller Brutalität und totalitärer Macht ins Leben zu rufen. Der Fuchsgeist wurde ihr jedoch am Ende wieder ausgetrieben.

In vielen Erzählungen findet man die Liebesabenteuer zwischen einer Fuchsfee und einem jungen Mann, sie haben Emotionen und heiraten. Sie setzen Kinder in die Welt. Einige Sinologen deuten die Geschichten als Kompensation des erotisch frustrierenden Alltags der Gelehrten. Eine Frau, die einen Ehemann von seiner Gattin weglockte, wurde als Fuchsfee bezeichnet, was aber eher abwertend gemeint war. Der Name war daher eher mit „Vamp“ vergleichbar.

Chinesische Drachen haben eine positivere Bedeutung als unsere westlichen Gegenstücke. Sie stehen für Frühling, Wasser und Regen und haben die Zahl „9“ als Zuordnung. Er vereint auch die Merkmale von neun verschiedenen Tieren und gehört zu dem „Yang-Prinzip“, ist im Tierkreis das 5. von 12 Tieren. Neben dem Phönix, der Schildkröte und dem Einhorn half der Drache als eines der „vier Wundertiere“ dem chinesischen Welt-Schöpfer Pangu.

Der Drache hat magische Fähigkeiten und es kann Jahrtausende dauern, bis er ausgewachsen ist. Er kann aber auch böse Eigenschaften haben und ist nicht per se eine „gute Gestalt“. Durch seine großen Kräfte wird er nicht nur in der Kunst, bei Tänzen und in der Literatur laufend erwähnt, sondern auch in der TCM werden viele Medikamente angefertigt, die Drachenknochen, Drachenspeichel oder Drachenblut in den Rezepten enthalten.

Ja, selbst Herrscher berufen sich auf ihre Ahnenreihe, die bei den Drachen beginnt.

So, ihr Lieben, ich werde jetzt mal auch die Drachen im Feng Shui in meiner Wohnung berücksichtigen (ja auch hier spielen sie eine Rolle) und aufräumen. Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,

eure Luna ^v^

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