Australische Götterwelt – Teil 13

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Die sechs wichtigsten Māori-Götter, symbolisiert durch Holzstifte: Tūmatauenga, Tāwhirimātea, Tāne, Tangaroa, Rongo, and Haumia (von links nach rechts)

Hier ist es mir zu kalt. Gestern gab es schon Schneebilder und ich war irgendwo froh, daß es bei uns im Taunus nur geregnet hat. Nein, ich bin ein Sommerpflänzchen und hätte es gerne kuschelig. Naja, im Moment scheint wenigstens die Sonne und Grillpostings auf dem Fratzebuch heitern mich ein bisserl auf. Aber wir müssen noch ziemlich exakt einen Monat durchhalten, bevor die Wintersonnwende kommt und dann die Tage wieder länger werden.

 

Da paßt es doch ganz gut, daß ich heute mit euch nach Australien hüpfe. Immerhin haben die im Moment Sommer. In Australien gibt es viele Göttermythen, alleine aus dem Grund, daß es ein sehr großes Land ist. Es gibt die australischen Ureinwohner, die Aboriginis und die Maoris, die auf Neuseeland angesiedelt sind, in Polynesien die Samoaner. Melanesier, Papua und Mikronesier und Tasmanier sind auch in den pazifischen australisch-ozeanischen Regionen zu Hause (von denen ich aber hier in der Kürze nicht schreiben werde).
So glauben die Aborigines an eine „Traumzeit“. Das ist ein Zeitraum, der weit vorher gewesen ist und die Geister der Ahnen auf der Erde wandelten und die Geschöpfe entstanden. Irgendwann kehrten sie aber in ihre Wohnungen unter der Erde zurück. Die „Dreamtime“ ist die Quelle allen Lebens auf der Erde.

 

Eine der Traumzeitgeschichten reicht sehr weit zurück. Sie erzählt von den Weisen, die in ihre besonderen Kristalle hineingehen konnten und so Bilder der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen. Einige der Bilder erfüllten die Alten mit Furcht, denn sie sahen eine Zeit, in der die schwarzen Menschen immer blasser und blasser wurden, bis sie wie die Gesichter von Toten waren. Die Aborigines verbinden die weiße Haut mit dem Tod, da wir alle zu weißen Skeletten werden.

 

Verständlich also, daß sie bei Ankunft der Europäer diese als Geister der toten Menschen sahen und sie willkommen hießen. Das „Traumzeit-Gesetz“ verlangte, daß die Lebenden Zeremonien abhielten, und den Geistern helfen müssen, den Weg in den Himmel zu finden, in dem diese lebten.
Der Tod spielt in den Überlieferungen eine große Rolle. Er ist unabdinglich, da ohne ihn das Leben unkontrolliert wuchern würde. Dabei wird die Frau als Lebensspenderin gesehen und der Mann als das Leben nehmend. Die Männer sind daher bei den Totenriten wichtig, sie verbinden ihre Energien mit der Welt der Toten und des Ungeborenen. Erst wenn die Frau mit dem männlichen in Kontakt tritt, wird das ungeborene substantiell und lebendig. Bei einer Geburt darf der Mann nicht anwesend sein und das Kind wird erst bei der „Mannwerdung“ der Geborgenheit der Mutter entrissen.
Die Schöpfung selber, so erzählen die Mythen, war so, daß aus der Erde das Wasser austrat. Aus diesem nahmen die Geister dann das Feuer und aus dem aufsteigenden Rauch entstand die Luft. So werden auch hier die vier Elemente verwendet und dabei dem Mann (Feuer und Luft) und der Frau (Erde und Wasser) zugeordnet.

„Bathurst Island men“ von National Archives of Australia. Copied from en.wikipedia; description page is/was here.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bathurst_Island_men.jpg#/media/File:Bathurst_Island_men.jpg
Aborigines von der Bathurst-Insel

 

Über Gnowee, die Göttin der Sonne, erzählt man sich, daß sie zu der Zeit lebte, als es auf der Erde noch finster war. Als sie Yamswurzeln sammeln ging, verschwand ihr Sohn. Um ihn zu suchen, stieg sie mit einer gigantischen Fackel, fand ihn aber nicht. Dafür geht sie noch heute über den Himmel und sucht nach ihm.

 

Und die Karraur (ein Aborigines-Stamm) erzählt die Geschichte von Yhi, die den Mond gebar, damit die Menschen sich im Dunklen sich nicht fürchten müssen und den Mann erschuf. Damit dieser dann nicht alleine blieb, schuf sie aus einem Blumenstiel die Frau als Gefährtin. (Vielleicht ein Hinweis, daß man seiner Frau ab und an mal Blumen schenken sollte? 😉 )

 

Interessant ist, daß über den Berg Uluru (= schattiger Platz oder freiliegender Felsen), der Ayers Rock, eine Sage existiert. Wenn man einen Stein oder Sand von dort entwendet, so bekommt man einen Fluch angehängt. Die Ranger des Nationalparkes bekommen heute noch Päckchen mit Steinen zugesandt, mit der Bitte, die Steine zurückzulegen, damit das Unglück der Personen aufhört. Eine mögliche Erklärung dazu gibt es auch: Die Schlangenmänner (ein Volk am Fuße des Ayers Rock) trennte sich, um verschiedene Jagdgründe zu besuchen. Die in den Bergen jagenden wurden dann von giftigen Schlangenmännern angegriffen und getötet. Und diese Überreste sind die Steine, die nichtsahnende Touristen dann mitnehmen…

„Uluru Australia(1)“ von Thomas Schoch - own work at http://www.retas.de/thomas/travel/australia2005/index.html. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Uluru_Australia(1).jpg#/media/File:Uluru_Australia(1).jpg
Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot

 

Bei den Maori sind da nicht so die Gottheiten, die angebetet werden. Ihre Ideen über die Entstehung des Universums und die Herkunft der Götter und Menschen erklären sich über die Naturphänomene. Sie vergleichen die Evolution des Universums mit einem Baum, dessen Wurzelwerk, Stamm, Astwerk und Zweigen oder mit der Entwicklung eines Babies im Mutterleib.

 

Rangi und Papa (Vater Himmel und Mutter Erde) sind Gottheiten, deren Vereinigung alle Götter und Lebewesen hervorbrachte. Himmel und Erde selbst waren es also, die alles andere erschufen. So erzählen die Ahnenlieder der Maori die Geschichten und schaffen die Verbindungen von ihnen bis zu ihren Göttern.

 

So, eben fängt es hier an zu schneien und das bei schönem Sonnenschein. Genießt es noch ein wenig, die Tage wird es weiterhin später hell und früher dunkel…

 

Eure Luna ^v^

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