Nicht nur ein Comiczeichner… Neil Gaiman

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Alice Cooper’s The Last Temptation

Pfingsten… während ich amüsiert darüber lese, dass der heilige Geist erfolgreich von den vier Ghostbusters eliminiert wurde, denke ich an andere Autoren, die sich mit dem mysteriösen in unserem Leben beschäftigen.

 

Seit 1994 besitze ich eine Vinyl Scheibe von Alice Cooper – The Last Temptation. Und das sogar in einer Edition, die damals mit dem Comic von Neil Gaiman versehen war. Ich habe selten so faszinierend düstere und doch bunte Bilder gesehen, wie in diesem Heft.

 

Neil Gaiman, geboren 1960 in England, wollte eigentlich schon immer ein Comic Zeichner werden, wurde aber von seinem Berufsberater dazu überredet, erst eine Ausbildung zu machen. Angeblich habe er nur geringe Erfolgsaussichten. So studierte er Journalismus, als er vergeblich versuchte, Manuskripte bei Verlagen unterzubringen.

 

Mit einer Biografie über DuranDuran und dem Buch: Don’t Panic: The Official Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Companion über Douglas Adams konnte er erste Erfolge verbuchen.

 

In den 80er Jahren erwachte aber wieder sein Interesse an den Comics und er erhielt einen Auftrag von DC Comics zu der Serie „Black Orchid“, einer Miniserie.

 

Neil schrieb dann eine Vielzahl von Comics für unterschiedliche Verlage. Am bekanntesten wurde ab 1988 seine Serie Sandman. Dort ist der Protagonist Morpheus der Herrscher des Traumreichs. Die Serie fand sofort großen Anklang und wurde nach acht erfolgreichen Jahren 1996 eingestellt. Gaiman hatte aber seine Geschichte zu Ende erzählt und nicht, wie ihr vielleicht vermutet, dass keiner sie mehr lesen wollte. Es wurden alle 75 Ausgaben als eine 10- Bändige Sammleredition veröffentlicht.

Gaiman-headshot

 

Schon im Jahre 1992 siedelte Gaiman in die USA über und veröffentlichte dort unter anderem sein Drehbuch, das dann als der Film „Sternwanderer“ herauskam. Ich liebe diesen schrägen und doch sehr herzigen Film, von einem jungen Mann, der eine Sternschnuppe fangen will, um ihn der Angebeteten zu bringen. Doch auf dieser Reise zu dem Stern bemerkt er, dass dieser eine hübsche Frau ist und muss sie nun nicht nur zu der Mauer bringen, die das Reich der Magie von der normalen Welt abgrenzt, sondern er muss sie auch noch vor drei bösartigen Hexen schützen, die ewig jung bleiben wollen, mit Hilfe des Herzens des Sternes.

 

Zudem ist jener Junge auch noch der Erbe des verstorbenen Königs und muss gegen 7 Brüder seiner Mutter seinen Thron verteidigen. Kompliziert? Yo, aber mit soviel Witz und Charme und einem herrlich tuntigen Robert De Niro. Wie gesagt, ich liebe diesen Film und wir sehen ihn regelmäßig an.

 

Doch Gaiman schrieb auch Songtexte und Gedichte, sowie Novellen. Auch der Film „Coraline“ stammt aus seiner Feder. Ich weiß noch, wie ich von dem Nintendospiel fasziniert war und beschloss, diesen Film im Kino anzusehen (und ich habe ihn auf DVD). Für Kinder ist er vielleicht ein wenig gruselig, ich schätze aber, die Kinder von uns Gothics werden ihn lieben.

 

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Alice Cooper’s The Last Temptation

In diesem Film kriecht Coraline durch eine geheime Tür in eine Art Parallelwelt, in der ihre Eltern nicht den ganzen Tag gleichgültig ihr gegenüber sind, sondern so aufmerksam, wie Coraline es sich wünscht. Auch der nervige Nachbarsjunge ist dort stumm und eher ein Freund, als in der Wirklichkeit. Coraline wird gebeten, in der parallelen Welt zu bleiben, der einzige Preis, den sie dafür zahlen soll, ist, sich Knöpfe auf die Augen nähen zu lassen.

 

Als sie zurückkehrt, um sich das ganze zu überlegen, stellt Coraline fest, dass ihre wahren Eltern in Gewalt „der anderen Mutter“ sind und zwei alte Damen bieten ihre Hilfe an. Mit einem Bonbon mit einem Loch, das erstaunliche Fähigkeiten haben soll, entdeckt Coraline, wer in der anderen Welt hilfreich ist und durch eine Wette könnte sie die Freiheit erlangen und ihre Eltern retten.

 

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Alice Cooper’s The Last Temptation

Ich liebe diesen Film.

Tja, und dann das Comicbuch aus dem Alice Cooper Album. Hier verschlägt es einen Teenager in ein düsteres Theater, wo er auf Alice trifft, der ihn nach allen Regeln der Kunst zu etwas verführen möchte. Doch der Junge kann sich aus der Welt der Geister und Zombies befreien und bemerkt am Ende, dass „nothing’s for free“ – alles hat seinen Preis. Die Musik auf dem Album hat mich damals sehr an die ganz alten Stücke von Alice erinnert, als er seine „Billion Dollar Babies“ oder „School’s Out“ Alben machte, ja, selbst die „Welcome To My Nightmare“.

 

Aber zurück zu Neil, er ist seit Anfang der 90er mit Tori Amos befreundet und steuerte zu ihren Alben einiges an Material bei, wird sogar verschlüsselt und direkt in mindestens einem ihrer Songs erwähnt.

 

Mit seiner Frau, der Musikerin Amanda Palmer (The Dresden Dolls) ist er seit 2008 liiert, er heiratete sie im Januar 2011. Mit ihr arbeitete er auch an gemeinsamen Projekten wie beispielsweise „Who killed Amanda Palmer“.

 

Im Dictionary of Literary Biography rangiert er unter den Top 10 der lebenden postmodernen Autoren und erhielt in seinem Leben zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zieht euch mal ein paar dieser phantastischen Geschichten aus seiner Feder rein, oder seht ein paar seiner Filme (ja, auch einzelne Folgen z.B. in Dr. Who oder Babylon 5 hat er geschrieben) wie die oben genannten mal an.

 

So, nun wünsche ich noch ein schönes Restpfingsten und eine gute Woche,

eure Luna ^v^

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