Das tun Gothics nicht! Teil 3

Von Luc Viatour, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60793
Die Korona der Sonne während der Sonnenfinsternis im Jahr 1999, kurz vor dem Sonnenfleckenmaximum. Die Strahlen verlaufen nach allen Seiten.

Ich glaube, es wird endlich wärmer. Ich Frostbeule warte schon eine gefühlte Ewigkeit darauf, daß wir wieder heißes sonniges Wetter haben. Durch das viele Abnehmen und einen Eisenmangel (hey, ich bin irgendwie schon ein Vampir 😉 ) friere ich immer sehr leicht und kann es nicht warm genug haben.

 

Anderen Menschen geht es anders, sie meiden die Sonne. Sei es, daß sie empfindliche Augen haben, empfindliche Haut oder Medikamente einnehmen. Nur so am Rande, wer Johanniskraut einnimmt, sollte die Sonne meiden, denn dann holt man sich sehr schnell einen Sonnenbrand oder Ausschlag.

 

Das wirft natürlich die Gedanken der Stinos darauf, daß Gothics per se eher die Finsternis lieben und die Sonne generell komplett meiden. Deswegen tragen sie ja auch im Hochsommer ihre schwarzen Kleider und hocken lieber im Dunklen auf Friedhöfen. Und wenn sie jemals am Tag sich aus ihren Grüften schälen, dann verbrennen sie gleich einem Vampir. (Und nein, dämliches Glitzern ist absolut NICHT vampirisch! Was soll das überhaupt für einen Sinn haben, wenn Vampire in der Sonne glitzerten?)

 

Doch wir wissen, daß Gothics nicht grundsätzlich die Sonne meiden. Viele hängen dem „alten“ Glauben an, feiern als Hexen, Schamanen und Heiden ihre Feste, die nach dem Sonnenlauf ausgerichtet sind. Natürlich, um die Stinos in ihrer Ruhe nicht zu stören und weil es einfach schöner ist, nutzen sie die Zeit der Dämmerung – ein magischer Moment, von dem man sagt, daß die Anderswelt mit der unseren die dichtesten Berührungspunkte habe – als Beginn ihrer Feste.

 

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Sonne und Mondphasen bei mir im Flur…

Doch auch die pralle Mittagssonne wird „genutzt“ um zum Beispiel Kräuter und Pflanzen zu schneiden. Die haben dann die meiste Energie aufgenommen.

 

Ein besonderer Zeitpunkt im Jahreskreis ist auch die „Schwarze Sonne“. Für Stinos eher im Zusammenhang mit Rechtsextremismus gesehen, ist das aber eigentlich „nur“ eine Sonnenfinsternis. Wenn sich für das menschliche Auge der Mond vor die Sonne schiebt, sie schwarz verdunkelt, bevor dann die Korona entsteht und die Sonne wieder auftaucht. Es ist schon magisch, wenn dann die Vögel verstummen, die Luft kühler wird und man selber ergriffen ist.

 

Auch ich habe die Teilsonnenfinsternis im Internet via Youtube Stream und live am Fenster verfolgt.

 

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Mit Schirm und gestylt bequem in der Sonne sitzen

Aber ich mag es wirklich, in der wärmenden Sonne zu sitzen und gerade mit den Schwarzen Klamotten jeden Strahl aufzusaugen. Daß ich mich aber brutzelbraun braten lasse, nun das ist übertrieben. Ich neige durch jahrelange Sonnenabstinenz eher zu Sonnenbrand und Allergie. Und als ich in Florida war, habe ich die erste Woche nur mit Sonnenbrille und trotzdem fest zugekniffenen Augen überstanden, da es dort wirklich, wirklich sehr hell ist.

 

Ich pflege also weiterhin meine vornehme Blässe, wobei ich aber nicht akribisch Sonnenschutz auf meine Haut schmiere. Da der Körper Vitamin D3 selber bilden kann, wenn man sich in der Sonne aufhält, das aber nicht geht, wenn man Sunblocker trägt, ist das für mich besser so.

 

Zudem ist das für meine Tattoos auch besser, wenn die Sonne sie nicht ausbleicht, verbrennt oder sonst wie beeinflußt.

 

Nun gibt es ja den Spruch „Sonne macht albern“. Ich wette, ihr kennt ihn! Und wir spielen gerne mit dem Klischee, daß wir Gothics lieber im Dunklen sitzen. Viele Bands befassen sich damit und schreiben Songs über die Sonne. Am bekanntesten sind sicher Rammstein mit „Sonne“. Ich habe aber noch ein schönes Lied gefunden, es stammt aus dem Film „Professor Layton und die ewige Diva“.

Warum ist aber gerade die Sonne für uns so interessant? Schon in der Kulturgeschichte wurde die Sonne verehrt, bei den alten Ägyptern war Ra der Sonnengott, die Babylonier nannten ihn Schamasch und die Sumerer Gott Utu. Bei den Chinesen verschlang ein Drache bei einer Sonnenfinsternis die Sonne. Die Griechen ließen Helios mit einem Sonnenwagen über das Firmament ziehen. Auch bei den nordischen Göttern fährt Sol mit einem Wagen über den Himmel und wenn ein Wolf die Sonne verschlingt, dann ist Ragnarök, der Tag des Weltuntergangs.

 

Die Maya, Inka, Azteken verehrten die Sonne und „erforschten“ sie astronomisch (wie auch die anderen Kulturen). Das Leben richtete sich nach dem Sonnenlauf und bestimmte den Kalender. Bauwerke wurden errichtet, die bestimmte Punkte im Jahreskreis anzeigten.

 

Auf all das besinnt sich Goth. Und dann ist es ihm auch egal, wenn eigentlich unsere Sonne nur ein Stern in der Milchstraße ist, der neben hundertmilliarden anderen Sonnen dort existiert. Aber, wir wollen doch trotz schwarzer Uniform 😉 auch immer einzigartig sein, oder?

 

Ich wünsche euch einen schönen, sonnigen Sonntag,

gruftige Grüße

Luna^v^

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