Stilrichtungen des Metal, Teil 5: Death Metal

Achtung, jetzt wird’s brutal! Im fünften Teil meiner Vorstellungsreihe der wichtigsten Metal-Stilrichtungen geht es um ein Genre, das innerhalb der Metal-Szene einen hohen Stellenwert einnimmt – der Death Metal. Dieser umfasst diverse Subgenres, die sich zwar ähneln und denselben Ursprung haben, sich aber andererseits deutlich voneinander unterscheiden. Death Metal ist weit verbreitet, überaus beliebt und daher omnipräsent, ob auf Festivals, in Konzerthallen oder in Magazinen. Auch ich bin dieser Stilrichtung sehr zugetan. Dabei fasziniert mich die ungeheuere Kraft, die satten Gitarren, das Tempo und der musikalische Anspruch – Death Metal ist nämlich mitunter sehr komplex.

 

Wesentliches Merkmal ist der Gesang in Form von Growls. “To growl” heißt übersetzt “knurren” oder “brummen”. Und so klingt es auch, wenn ein Death-Metal-Sänger loslegt. Ein tiefes Knurren oder auch Grunzen (Grunting) ist fester Bestandteil jeder Band dieses Bereichs. Diese Art Gesang muss man mögen, sonst wird man sich mit Death Metal nicht anfreunden können. Teilweise wechseln sich Growls mit cleanem Gesang ab, in aller Regel aber wird gegrunzt, was das Zeug hält. Meistens von Männern, es gibt aber auch einige Frauen, die beachtliche Growls abliefern. Prominentestes und erfolgreichstes Beispiel hierfür ist die Band Arch Enemy mit ihrer Frontfrau Alissa White-Gluz (davor grunzte mit Angela Gossow ebenfalls eine Frau). Zu den beeindruckendsten Sängern im Death Metal gehören definitiv Chris Barnes von Six Feet Under und George Fisher (Spitzname Corpsegrinder) von Cannibal Corpse. Einige meiner liebsten Bands dieses Genres sind Carcass, Bolt Thrower, Lamb of God (eigentlich keine reine Death-Metal-Band), ältere In Flames und Opeth, die aber nur teilweise und mit ihren aktuellen Alben gar nicht mehr in diese Kategorie gehören.

 

Chuck Schuldiner Ganz allgemein erkennt man Death Metal, außer am prägnanten Gesang, auch an tiefer gestimmten Gitarren und schnellen Drums mit Doublebass und Blastbeats (ultraschnelles Schlagzeugspiel). Die Musik ist hart und dynamisch. Das Tempo wechselt häufig und oft geht es sehr rhythmisch, bei vielen Bands regelrecht groovy zu.  Darüber hinaus unterscheidet sich die Spielart, je nachdem, welchem Subgenre die Band angehört. Der ursprüngliche Stil wird heute als Old School Death Metal bezeichnet. Zu den Pionieren des Stils gehört die sehr technische und spielerisch anspruchsvolle US-Band Death, deren Sänger und Mastermind Chuck Schuldiner (Foto) 2001 tragischerweise an Krebs verstarb. Die Band aus Florida genießt bis heute Kult-Status. Aus Florida stammen übrigens mehrere wichtige Death Metal Bands, etwa Obituary, die letztes Jahr auf einigen Festivals vertreten waren.

 

In den meisten Songtexten von Death-Metal-Bands geht es entweder um die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen oder schlichtweg um Mord und Todschlag. Bei manchen Bands, allen voran Cannibal Corpse, dreht sich alles um übelste Splatterszenarien. Andere hingegen beschäftigen sich  vorwiegend mit Kriegsthematiken. Insgesamt geht es in den Lyrics oft blutig und brutal zu. Das spiegeln auch die Bandnamen und Albumcover wider. Auf Außenstehende und Konservative wirkt das vielleicht befremdlich bis abstoßend. Dabei sind Death-Metal-Anhänger solch friedliche und freundliche Zeitgenossen!

 

Dark Tranquillity Paris 281008 01 Aber nun zurück zur Musik: Wie bereits erwähnt, tritt Death Metal in verschiedenen Formen auf. Besonders populär war und ist Melodic Death Metal, insbesondere solcher aus Schweden. Bands wie At the Gates, Edge of Sanity, In Flames und Dark Tranquillity (Foto rechts) etablierten diese melodienorientierte Stilrichtung. Ganz anders, nämlich deutlich härter, klingt Brutal Death Metal, wie ihn zum Beispiel die New Yorker Band Suffocation spielt. Es gibt also viele kleine und große Kategorisierungen innerhalb des Death Metal. Der größte Unterschied besteht zwischen den melodischen Bands und den schnellen, brutalen.

 

Dann gibt es Gruppen, die einen ganz eigenständigen Stil haben. Wie die Briten von Bolt Thrower (Foto unten), deren Musik betont langsam und heavy ist. Perfekt zum Headbangen! Bolt Thrower erkennt man sofort nach ein paar Takten, auch ohne den Song zu kennen. Andere Bands verbinden Death Metal mit Elementen des Rock ’n’ Roll. Entombed aus Schweden können das besonders gut. Viele der erwähnten Bands sind schon seit den Achtzigern aktiv und immer noch erfolgreich.

 

Bolt Thrower at Party.San Open Air 2012

 

Death Metal erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und ich denke, das wird auch immer so bleiben. Man darf also gespannt sein was da noch so alles kommt – von altbekannten ebenso wie von neuen Genre-Vertretern.

 

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