Festivals – wer die Wahl hat, hat die Qual

Bald ist es wieder so weit: Sommerzeit ist Festivalzeit. Jedenfalls für Tausende Musikfans, die alljährlich die großen und kleineren Open-Airs bevölkern, um zahlreiche Konzerte zu erleben, gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen und einfach eine gute Zeit zu haben. Es soll ja Menschen geben, die nicht gerne auf Festivals gehen. Hm, damit kann ich mich nicht wirklich identifizieren – ich fand das schon immer super. Zumindest, sofern es einigermaßen gut organisiert ist. Mein erstes Festival war 1996 das Dynamo in Holland. Später bin ich einige Jahre nach Wacken gefahren, zuletzt 2005. Danach wurde es mir dort zu ungemütlich, groß und teilweise seltsam, was das Publikum angeht.

Road to Wacken

Mit Wacken ist das wohl so eine Sache. Es ist nunmal das größte Metal-Festival und auch irgendwie Kult. Wahrscheinlich kann ich es auch gar nicht mehr richtig beurteilen, da mein letzter Besuch so lange zurückliegt. Dass es mittlerweile riesig und zum Mainstream geworden ist und eine Art Volksfestcharakter entwickelt hat, ist aber kaum von der Hand zu weisen. Da das Angebot in Deutschland so unglaublich groß ist, fährt kaum noch jemand, den ich kenne, nach Wacken. Als Metalhead hat man reichlich Auswahl und könnte theoretisch den ganzen Sommer auf irgendwelchen Ackern und Flugplätzen feiern.

 

Da ist es manchmal nicht einfach, sich zu entscheiden. Zugegebenermaßen ein Luxusproblem. Wenn ich nicht irre, gibt es in anderen Szenen, zum Beispiel im Gothic-Bereich, nicht ganz so viele Events. Oder doch? Bei der Entscheidung, welches Festival es sein soll, spielt das Line-up bzw. die musikalische Ausrichtung die Hauptrolle; schließlich geht es primär um die Musik. Die Größe und Atmosphäre ist mir persönlich auch immer sehr wichtig. Kleine, intimere Festivals sind mir lieber als die Riesenveranstaltungen. Ein Festival in der Größenordnung von Rock am Ring schreckt mich von vorne herein ab, ganz egal, wie gut sich das Billing liest.

 

Eines meiner Lieblingsfestivals ist das Rock Hard, das immer zu Pfingsten im Gelsenkirchener Amphitheater stattfindet. Perfekt hinsichtlich Größe und Location! Die Musik ist relativ gemischt, wobei ein Schwerpunkt auf Hardrock und Heavy Metal liegt. Allen Freunden des Extrem-Metal, sprich Death, Thrash, Black und Grindcore, lege ich das Party.San in Thüringen ans Herz. Auf diesem kleineren Festival fand ich das Publikum sehr angenehm und die Stimmung war durchweg gut.

 

Bei Mega-Events wie dem Summer Breeze sollte bezüglich der auftretenden Bands fast jeder glücklich werden, egal auf welche Art Metal er steht. Auf vier Bühnen wird so ziemlich alles geboten, von Mittelalterrock bis Black Metal. Dort hat es mir letztes Jahr zwar auch gut gefallen, aber mir ist es dann doch etwas zu groß und anstrengend. Aber das ist eben Geschmacksache.

 

Ob stark durchmischt oder in die eine oder andere Richtung ausgeprägt – auch 2015 gibt es wieder unzählige Festivals in Deutschland und den Nachbarländern. Los geht’s meistens an Pfingsten. Während die Schwarze Szene sich auf dem WGT in Leipzig tummelt, rocken die Liebhaber härterer Klänge im Ruhrpott beim bereits erwähnten Rock Hard Open Air. Natürlich gibt es an dem verlängerten Wochenende noch einige andere, mir jedoch nicht näher bekannte, Optionen.

 

Am darauffolgenden Wochenende findet in Gelsenkirchen das Rock im Revier statt, das für mich zwar wirklich gut klingt, aber riesig zu sein scheint. Für alle, die sich noch nicht entschieden haben oder sich einen ersten Überblick verschaffen wollen, gibt es verschiedene Websites, auf denen sämtliche stattfindenden Festivals aufgeführt sind. Aber seid gewarnt: Die Liste ist lang. Von Mittelalterfesten auf Burgen über diverse Umsonst-und-draußen-Veranstaltungen bis zu Ein- bis Viertagesfestivals jeglicher Musikrichtungen ist wirklich alles dabei.

 

Warum also nicht einmal etwas Anderes ausprobieren? Vielleicht entdeckt man dabei sein neues Lieblingsfestival. Wer übrigens keine Lust hat, im Zelt zu nächtigen, kann sich ein Zimmer in der Nähe des Geländes gönnen. Da wacht man dann ganz entspannt morgens auf, duscht und frühstückt in aller Ruhe und startet frisch in den Tag. Auch wer das Privileg hat, im VIP- bzw. Pressebereich unterzukommen, genießt einen angenehmen, stressfreien Aufenthalt. Wie und wo auch immer, Festivals sind doch eigentlich immer ein besonderes Erlebnis, oder? In diesem Sinne: Jetzt schon einmal viel Vergnügen, wohin es Euch auch verschlägt!

 

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