Die Geschichte des Absinth`s Teil 2

Absinth in der Medizin

Absinthe-glassDie mit der Wermutpflanze, Artemisia absinthium, gebrauten alkoholischen Getränke gibt es schon seit mindestens 2000 Jahren. Z.B. ein Wermutbier im alten Ägypten, das mit Früchten und Honig angesetzt war um den bitteren Geschmack zu mildern.
Der berühmte griechische Arzt Galen (131-201), empfahl einen Wermutwein bei Magenverstimmungen.
In England des 16. Jahrhunderts wurde „Purl“ gebraut, ein Bier mit Wermut, das in den unteren Bevölkerungsschichten sehr beliebt war.
Die moderne Absinthgeschichte beginnt jedoch in der Schweiz und es bedurfte mehrerer Anläufe ehe es gelang, den Absinth erfolgreich unters Volk zu bringen. 1769 ist in einer Zeitungsanzeige im schweizerischen Neuchâtel das erste Mal von Absinth die Rede, zwei Schwestern Namens Henriod stellten darin ihren „Bon Extrait de Absinthe“ vor den Sie als gesundheitsförderndes Mittel gegen Magenleiden, Bronchitis, Frauenleiden und vieles mehr empfahlen. Die Schwestern verarbeiteten dazu Wermut, andere wild wachsende Kräuter und Alkohol zu einem sehr bitteren Trunk, der zwar kein Welterfolg, aber der Beginn der Absinthgeschichte, wurde.

 

Absinth in der Literatur

In der einschlägigen Literatur über Absinth gilt allerdings der französische Arzt Dr. Pierre Ordinaire als Vater des Getränkes. Er experimentierte mit verschiedenen Kräutern und brachte 1792 einen Absinthschnaps auf den Markt der zwar Erfolgreicher war als der Absinth der Schwestern Henriod, jedoch auch den großen Erfolg nicht erbrachte.
Der Durchbruch des Absinthes bahnte sich erst an, nachdem der Schweizer Major Henry Dubied 1797 den Schwestern Henriod ihre Absinth – Rezeptur abgekauft hatte.
Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Henry Louis Pernod und seinem Sohn Marcellin begann Dubied, Absinth im größeren Stil als Spirituose anzubieten. Das Getränk wurde unter dem Markennamen „Pernod Fils“ bekannt. Pernod baute erst eine kleine Destille in der Schweiz und später mehrere größere in Frankreich.
„Pernod Fils“, der erste Absinth, war- nach den Rezepturen der Schwestern Henriod Hergestellt- ein Absinth ohne Anis.

Es ist nicht bekannt, wie die Familie Dubied-Pernod es schaffte das die französischen Soldaten, als sie 1844 in den Algerienkrieg zogen, den Pernod- Absinth im Marschgepäck hatten. Absinth sollte antibakteriell wirken und wurde dem Trinkwasser beigemischt um die Soldaten vor Krankheiten zu schützen und um die Truppe bei Laune zu halten. Die Soldaten freundeten sich schnell mit dem Absinth an und als sie mit ihren Trink-Erfahrungen nach Frankreich zurückkamen, wurde das sozusagen der größte Werbefeldzug für den Absinth. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Pernod- Absinth schlagartig Berühmt und dessen Erfolg und seiner Beliebtheit stand nichts mehr im Wege.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.