9 Ansichten über das Gothic Leben – 1. Teil: Gewaltlose Gesellschaft

Gothics sind für Normalos eine absurde Erscheinung. Für Außenstehende ist es oft unverständlich, warum wir uns zu dieser Subkultur hingezogen fühlen. Es sind ganz bestimmte Werte, die die Szene vereinen. Hier kann jeder so sein, wie er sich im Inneren fühlt. Es gibt unter einander keine Anfeindungen.

 

Wave Gotik Treffen 2007Die Szene ist keine einheitliche Subkultur, da sie sich aus diversen Splittergruppen zusammensetzt. Es gibt keine allgemein gültigen Anschauungen, die auf die gesamte Szene zutreffen. Dennoch existieren einige verbindende Elemente, darunter Toleranz und Gewaltlosigkeit. Denn ich habe es bisher auf keinem Festival oder Konzert erlebt, dass es Prügeleien oder ähnliches gibt.

 

Wir Gothics sind eine friedliche Subkultur, was ich so wahrnehme. Auf der Tanzfläche gibt es kein Gedränge und Geschubse. Es herrscht eine distanzierte Harmonie: Jeder ergründet sein Inneres und respektiert das Dasein des anderen. Rebellieren geht auch auf andere Weise. In unserer Gothic-Szene geschieht das durch Kleidung.

 

Auf den Festivals und Konzerten können wir unsere Individualität und Einzigartigkeit ausleben und anders sein, als die breite Masse. Ich denke, wir üben eine friedliche Kritik an der Gesellschaft und jeder wird in seiner Art und Weise akzeptiert. Das Alter, die Herkunft oder die Bildung spielt keine Rolle. Deshalb lehnen wir auch Rechtsextreme und Fremdenfeindlichkeit ab. Ausnahmen gibt es kaum und wenn es doch mal dazu kommt, schlichten wir es meist schnell wieder. Wir gehen uns dann einfach aus dem Weg.

 

Ich als Gothic stufe mich selbst als strikt gewaltlos ein. Die Gewalt ist in meinen Augen die Unfähigkeit zum Reden. Sie steht für einen primitiven Geist. Sie ist die Waffe von schwachen Seelen. Starke Gemüter identifizieren sich mit der Gewaltlosigkeit. Ich versuche meine Probleme mit Reden zu beseitigen. Wir Gothics reden auch über die Musik, über Freunde und über alltägliche Dinge.

 

Viona ielegemsWir gelten teilweise als Romantiker, denn einige von uns schreiben Gedichte, lesen Nietzsche und Novalis. Deutlich werden die Parallelen zu den Begründern der Romantik durch den Hang zur Vergänglichkeit. Wir wollen keine gesellschaftliche Außenseiterrolle einnehmen. Denn in unserer Gothic-Szene ist keiner ein Außenseiter.

 

Aber was sind eure Erfahrungen und Meinungen? Schreibt mir doch einfach ein Kommentar. Ich freue mich auf eure Erfahrungen.

 

Auf bald zum nächsten Teil meiner Serie
Eure BlackRose

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