9 Ansichten über das Gothic Leben – 4. Teil: Provokation!?

LétainDas Lebensgefühl Gothic beschreibt für Außenstehende das Klischee vom Tragen dunkler Kleidung und vom Hören emotional belegter Musik, die auch härtere Klänge beinhalten darf. So möchten Goths oder „Gruftis“, wie die Szenegänger vom gemeinen Volk oftmals spöttisch genannt werden, nach dessen Weltbild bevorzugt unter sich und am liebsten sowieso stets alleine bleiben.

 

Dies entspricht selbstverständlich nicht der Wahrheit, wenn die unterschiedlichen Charakterzüge jedes Individuums beachtet werden. Besonders in Sachen Gothic Kleidungsstil kursieren die wildesten Gerüchte, die in einer bewusst gewollten Provokation gipfeln sollen. Wie sieht es also mit diesem Vorurteil aus, welches sich selbst in der eingeschweißtesten dunklen Szene hält? Werden diese Lebenseinstellung und die damit verbundene Garderobe wirklich nur ausgewählt, um die Mitmenschen reizen und auf horizontaler Geistesebene herausfordern zu können? Ich für meinen Teil trage schwarz in erster Linie nicht um zu provozieren, sondern um mich wohl zu fühlen. Sekundär passiert das aber trotzdem, denn ich möchte ja auch ein wenig auffallen. Wie ist denn da eure Meinung? Für Diskussionen und unterschiedliche Meinungen sind in den Kommentaren sehr viel Raum und Platz.

 

Als Freundin des Gothic Lifestyles provoziert man vielleicht ganz automatisch, selbst wenn man dies nicht explizit in den Fokus rückt. Das liegt wohl daran, dass schwarze Kleidung generell mit negativen Themen wie dem Tod in Verbindung gebracht wird. Bekannterweise versucht der Großteil der Bevölkerung das Ableben als endgültige Tatsache zu verdrängen, die unausweichlich jede Existenz vervollständigt.

 

Atomik DesignsMeine persönliche Erfahrung zeigt, dass auch farbenfroh gekleidete Szenegänger, wie beispielsweise die tanzbegeisterten Cyber Goths, ebenfalls zu ausgelassenen Diskussionen anregen. Nicht selten geschieht dies übrigens auf einschlägigen Veranstaltungen, die uns Gothic Begeisterte näher zusammenbringen.

 

Wie kann es also sein, dass sich manche Menschen teilweise wie in Rage über die Optik anderer Personen brüskieren möchten? Werden hier gar sorgsam verdrängte persönliche Gefühle heraufprovoziert und auf ein lokalisierbares Umfeld projiziert? Dies wäre sicherlich eine der zahlreichen angemessenen Erklärungen, die Aufschluss über dieses weitere düstere Klischee geben könnten. Provozieren oder nicht provozieren – das ist hier also die Frage.

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