Gothic versus Emo: Unterschiede der Gruppierungen

Viele Jugendliche zeigen auf der Suche nach ihrer Identität einen eigenen Lebensstil oder schließen sich einer Gruppierung an. Gothic und Emo sind zwei Oberbegriffe, die auffällige Kleidung vereint. Was steckt hinter den Begriffen, was definiert und was unterscheidet sie? Diesem Thema widme ich mich heute.

 

Gothic girlWas ist Gothic?

Gothic weckt Assoziationen von Mystik, Dunkelheit, Mittelalter und auch der Moderne. Bei dem Begriff „Gothic“ handelt es sich um unsere Subkultur, die mit Beginn der achtziger Jahre aus der Dark-Wave sowie Post-Punk-Bewegung entstand und heute aus mehreren Splitterkulturen besteht. Das prägende Basiselement der Gothic-Kultur ist das Zusammenspiel aus der Musik, der Faszination von Vergänglichkeit und Tod sowie die Selbstinszenierung. Anhänger des Gothic-Lifestyle akzeptieren die gesellschaftlichen Strukturen nicht, sind jedoch friedlich und unpolitisch.

 

Gerne werden Goths mit Satanisten gleichgestellt, was falsch ist. Der Grund liegt in einem düsteren Auftreten in hauptsächlich schwarzer Kleidung und einem sehr hellen, fast weißen Teint. Im Gegensatz zum Mainstream, der die ewige Jugend betont, interessieren sich Goths für den Tod und den natürlichen Weg dorthin. Gothics romantisieren einerseits die Vergangenheit und zeigen dies in ihrem Kleidungs- und Lebensstil. Andererseits wird die spätmoderne Existenzform durch Individualität sowie Ästhetik verdeutlicht. Wir Gothics sind immer noch geheimnisumwittert und werden oft falsch verstanden.

 

Guy PicciottoWas versteht man unter Emo?

Bei Jugendlichen liegt der Emo-Style absolut im Trend. Anhänger dieser Subkultur lassen ihrer Emotionalität gerne freien Lauf und machen kein Geheimnis aus der momentanen seelischen Verfassung. Der Name ist auf den so genannten „Emotional Hardcore“ zurückzuführen, bei dem es sich um eine Unterkultur des Hardcore-Punks handelt. Falsch ist die Annahme, dass diese Jugendlichen permanent schlecht gelaunt seien und sich deshalb körperlich verletzen. Im realen Leben fallen Emos durch starke Kontraste auf. Entweder werden die Haare hellblond oder tiefschwarz getragen.

 

Immer dabei ist der Seitenscheitel. Die Kleidung ist überwiegend schwarz und kann Elemente des Rockabilly beinhalten. Die Jugendkultur und Modeerscheinung prägte sich mit Beginn des neuen Jahrtausends. Eine absolute Differenzierung dieser Ausprägung ist nicht möglich, denn das Selbstverständnis innerhalb der Szene wird immer individuell betrachtet. Generell ist Emo eine persönliche Möglichkeit zur Selbstdarstellung, die sich von der Masse abhebt. Ältere Szeneanhänger definieren das „Emo-Sein“ als Emocore-Kultur (Musikeinstellung), während jüngere Vertreter den Style eher als Lebenseinstellung favorisieren.

 

Gothic und Emo: Hauptunterschiede

Im Gegensatz zu Emos zeigen sich Gothics überwiegend introvertiert und retroperspektiv. Der emotionale Rückzug wird unterstützt durch bewusst gewählte Orte der Ruhe und Abgeschiedenheit. Emos hingegen äußern Gefühle und zeigen der Umwelt deutlich, was sie bewegt. Beide Kulturen vereint die Andersartigkeit, die sie aus dem Mainstream hervorhebt und die Blicke auf sich zieht. Gothics und Emos wird oft mit Vorurteilen begegnet, die sie nicht bestätigen. Weder sind Gothics alle satanistisch geprägt, selbstmordgefährdet und böse, noch vereint Emos eine typische gesellschaftliche Antihaltung, die damit verbunden ist, unbedingt aufzufallen.

 

Ich bin persönlich in der Gothic Szene zuhause und fühle mich da puddelwohl. Und ihr? Welche Szene bevorzugt ihr? Schreibt mit doch in den Kommentaren eure Meinung.

Auf bald
BlackRose

 

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