Ich geh dir unter deine Haut! Tattoos…

Ich habe diesen Abend verbracht und mir selber ein Hennatattoo verpasst. Das ist nicht schwer, gebrauchsfertige Hennapaste erhält man problemlos (ich habe meine aus einem India / Asia Shop um die Ecke) und dann schneidet man die Packung auf und zeichnet los. Leider habe ich zu weit aufgeschnitten und dann lief es ziemlich breit heraus. Mit handelsüblichen Spritzen braucht ihr nicht anfangen, die machen das Dosieren auch nicht einfacher. Leider.

Naja. Das Ergebnis von 15 Min herumpinseln… (okay, mit einem feinen Pinsel könnte ich es das nächste Mal versuchen) war dann das:

Naja, ich habe auch echte Tattoos. Dort habe ich aber sehr lange jeweils überlegt, was es sein soll und wohin ich es stechen lassen will. Schließlich kann man die nicht wie die aus Henna einfach abwischen oder „rauswachsen“ lassen. Die sind für die Ewigkeit.

Oder bis man genug Geld für eine Laserbehandlung hat – was locker ein vielfaches mehr als das eigentliche Tattoo kosten kann und dann ganz andere Narben hinterlassen könnte. Also, gut überlegen was es sein soll.

Ich habe letztes Jahr ein paar Namen auf die Haut stechen lassen, die Namen meiner Kinder, aber in elbischen Schriftzeichen, denn es soll nicht jeder gleich erkennen, was es ist. So habe ich mich dann auch entschlossen, ein Musikstück, welches ich sehr sehr mag, in Noten umgesetzt, auf meinem Bein zu verewigen. Netterweise hat mir dabei noch der Komponist des Liedes geholfen, ich habe ihn um seine Noten gebeten und er hat sie mir gegeben. Und das ohne, dass ich seinen Namen oder sein Bandlogo mit auf die Haut stechen lassen muss.

Dabei hat man übrigens schon auf dem alten Ötzi Tattoos gefunden. Ich nehme nicht an, dass es Musik ist, aber er wird sicher rituelle Zeichen oder Schutzsymbole auf der Haut tragen. In Ägypten sollten die Tattoos dem Verstorbenen im Jenseits Fortpflanzungsfähigkeit und Kraft geben. In Japan bekamen Frauen um den Mund Tätowierungen, die Aussagen über ihren Status machten und in Afrika drückte man den Zusammenhang von Geburt, Leben, Tod, Kraft und Mut aus.

Selbst religiöse Tattoos sind bekannt, man weiß von frühchristlichen Menschen und Kreuzrittern, dass sie ihre Symbole entsprechend wählten. Neben Gangs, Seeleuten oder Gefangenen… jede Gruppe sucht sich über bestimmte Zeichen etwas verbindendes. Man zeigt sich mit einem gemeinsamen Tattoo als Teil einer bestimmten Gruppierung. Man gehört zu „la familia“.

Und für andere ist ein Tattoo ein Protest gegen bestehende Konventionen. Möglichst schockierend soll es sein, das geht bis da hin, dass sich diese Menschen auch gerne in „Freakshows“ zeigen und präsentieren. Ich finde das aber immer noch mutiger und ehrlicher, als die vielen „Modetattooträger“ die sich in den neunziger Jahren jenes berühmte „Arschgeweih“ stechen ließen. Nur, damit sie auch eines haben… Genau die gibt es heute auch noch, zur Zeit sind wohl diese „Pusteblume-Tattoos“ sehr angesagt.

Nun, ich denke, das muss aber jeder für sich selber entscheiden. Das kann keinem abgenommen werden, und wenn jemand damit dann unglücklich ist, nun, dann hilft nur ein CoverUp, oder der Gang zu einem Laserspezialisten. Und was dann übrig bleibt sollte man vor dem ersten Stich bedenken.

SAMSUNG

Ich mag meine Tattoos und bin echt stolz, dass übrigens der Musiker seine Noten auch auf meiner Haut bewundert hat (und ich glaub, er war auch beeindruckt) und sich so der Kreis zwischen Idee, Umsetzung und Präsentation wieder geschlossen hat.

Wer also nur mal ausprobieren möchte, wie es mit einem Tattoo ist, sollte sich eines aufzeichnen und wer dann das passende Motiv gefunden hat, das nicht gerade der aktuellen Mode entspricht, sondern tief aus der Seele kommt, sollte den Tattoo-Artisten seines Vertrauens aufsuchen und sich dieses dann stechen lassen.

Nun wünsche ich euch einen schönen Restsonntag,
eure Luna

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