Hawaiianische Götterwelt – Teil 8

„Kuka'ilimoku“ von Lebrac - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Kukaʻilimoku oder Kū, Federskulptur des hawaiischen Kriegsgottes, 18. Jahrhundert

Heute will ich euch mal die Götterwelt der Hawaiianer vorstellen. Die Geschichten dieser Inselbewohner beruhen auf mündliche Erzählungen und Überlieferungen, da die Hawaiianer keine eigene Schrift entwickelt haben. Sie stimmen aber in vielen Punkten denen der polynesischen Völker über ein.

Zentrale Götter waren die „vier großen Götter“, Lono, Kū, Kāne und Kanaloa, und die galten als vor der Welt erschaffen und sind ewig. Lono war der Fruchtbarkeitsgott und auch für die Musik zuständig. Zugeordnet wird er dem Osten und er stieg auf einem Regenbogen zur Erde hinab. Er heiratete Laka, die Göttin der Schönheit und des Tanzes, und ihm zu Ehren wurde jedes Jahr das Makahiki Fest gefeiert.

Ku, der Kriegsgott, war der Ehemann der Göttin Hina, dem Prototypen der Göttin. Sie entspricht in allen Eigenschaften einer Frau. Sie beide vereinigen Gegensätze und ihm zu Ehren wurden Menschenopfer dargebracht. Ihm gehörte der Westen.

Kane, der Schöpfer von Himmel und Erde, galt als guter Gott und wird dem Norden zugeordnet. Aus seiner kleinen Muschelschale wurde ein großes Schiff, wenn es auf das Wasser gesetzt wurde. Und er wurde mit der Sonne identifiziert, was ja sehr wichtig für den Pflanzenanbau war.

Als letzter Gott bleibt hier noch Kanaloa, der der Gott des Meeres war und dem Süden zugeordnet wurde.

Es gab noch zwei interessante Göttinnen, Pele, die Tochter von Haumea, war die Göttin des Feuers und der Vulkane und Kapo, ihre Schwester, war eine gefürchtete Hexe, deren mörderische Vagina Männer fing.

Hawaii ist überhaupt voll von mythischen Geschichten und Legenden. Wie in anderen Kulturen erzählen sie von Leidenschaft, Betrug, Liebe, Geburt und Tod und Loyalität. In ihnen spielen nicht nur Götter eine Rolle, sondern auch Geister und Kobolde. Alleine die Götter sind eine Menge, es sollen an die 4000 (andere Quellen berichten, es wären sogar 400.000 Götter) sein. Die Bevölkerung Hawaiis erzählte die gesamte Schöpfung ihrer Welt durch die Geschichten ihrer Götter.

„Hula0081110“ von © CC BY-SA Thomas Tunsch / Hula0081110.jpg (Wikimedia Commons). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Tänzer mit ʻuliʻuli beim Hula kahiko, Merrie Monarch Festival 2003

Jeder Tag im Leben war einem anderen Gott geweiht und das Leben der Menschen wurde durch sogenannte „Kapus“ geregelt. Das waren die Ge- und Verbote, an die sich jeder zu halten hatte. Das Auftreten von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Flutwellen kam durch Verletzung der Kapus und wurde zur Vermeidung solcher mit dem Tod bestraft.

Erschaffen wurde die Welt nach diesen Mythen, sie wurde von der weiblichen Nacht Po geboren. Ihr Sohn Kumulipo vereinigte sich mit seiner Schwester Poele und aus dieser Vereinigung entstanden alle Lebewesen. Aus dem Schleim wurden Fische, Landtiere und Vögel geschaffen.

Die Hawaiianer selber entstanden aus einer Liebesbeziehung der Erdenmutter Papahanaumokumu und dem Himmelvater und ihrem Bruder Wakea. Zudem haben beide die hawaiianischen Inseln, die Taro-Pflanze und eben Haloa, den ersten Menschen, hervorgebracht.

Daher stehen drei Begriffe für die damalige Spiritualität der Hawaiianer. Mit Ohana bezeichnen sie den Glauben an eine große Familie, Aloha ist die Zuneigung zu ihren Mitmenschen und Kokua ist die Hilfsbereitschaft, die jederzeit in Anspruch genommen werden kann.

Vermutlich werdet ihr in dem Zusammenhang auch über den Begriff „Mana“ stolpern. Mana ist ganz einfach Macht, egal ob spirituell oder weltlich. Aber in der Kultur dort kann ein Mensch mit großen Fähigkeiten, Kraft und Selbstvertrauen viel Mana und damit große sprituelle Energie besitzen.

Jeder Mensch, Pflanze, Tier oder sogar Steine besitzen ihr eigenes Mana, also ein spirituell-energetisches Kraftpotential, daß von weltlichen und göttlichen Komponenten gespeist wird. Da spielen dann auch wieder die Kapus mit hinein, denn Mana ist die verselbständigende Kraft, und Kapu sie die entsprechende Vorkehrungsmaßnahme.

Kualoa Tal auf Oʻahu: Drehort zahlreicher Fernsehproduktionen, wie beispielsweise Godzilla und Lost

In einem Mythos „Maui fängt die Sonne ein“ (neu erzählt von Manfred Chobot) geht es um den Halbgott Maui, der die faule Sonne einfangen wollte, weil die immer nur ein paar Stunden am Himmel erschien. Denn diese Zeit war für Mauis Mutter Hina zu kurz, um ihre frischgewaschenen Tücher zu trocknen. Also ging er zu dem Krater des Vulkans Haleakala und versteckte sich dort. Als die Sonne dann über dem Krater erschien und ihre Strahlen spinnenbeinengleich über den Krater streckte, fing Maui jeden einzelnen Strahl mit einem Seil und band ihn an einem Baum fest. Gefangen mußte die Sonne ihm dann versprechen, länger am Himmel zu stehen, damit genug Zeit für die Mutter zum Trocknen der nassen Tücher blieb.

So, und nun denke ich, gehe ich auch mal zu einem Krater und fange die Sonne, es ist echt kalt geworden 😉 .

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,
eure Luna ^v^

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