Stilrichtungen des Metal – Teil 1: Heavy Metal

Der heutige Artikel stellt den ersten einer kleinen Serie dar, in der ich Euch die verschiedenen Metalstile vorstellen möchte. Ihr fragt Euch, wo der Unterschied ist zwischen Death-, Black-, Power- und Thrash Metal? Was ist eigentlich Prog Metal oder Doom Metal? Und sind Metal und Heavy Metal nicht dasselbe? Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, werde ich mich an dieser Stelle regelmäßig mit einer der vielen Ausprägungen des Metal beschäftigen. Dabei sei eines noch vorweg gesagt: Es lässt sich natürlich immer darüber streiten, ob eine Band nun diesem oder jenem Stil zuzuordnen ist oder wer wirklich zu den Mitbegründern eines Genres gehört. Ich möchte das Ganze hier nicht allzu kleinlich betrachten – es geht um einen Einblick in die vielseitige Metal-Welt. Oder, um es mit Devin Townsend (großartiger Musiker!) zu sagen: “Music? It’s just entertainment, folks!”

 

Los geht’s mit der ältesten und traditionsreichsten Stilrichtung, dem Heavy Metal. Das bringt mich auch gleich zur oben erwähnten Frage, ob die Begriffe Metal und Heavy Metal nicht synonym sind. Nein, sind sie nicht, auch wenn sie von ahnungslosen Zeitgenossen mitunter so verwendet werden. In der Anfangszeit, als es die ganzen Subgenres noch nicht gab, meinten beide Bezeichnungen die gleiche Musik. Heute gilt: Metal ist der Oberbegriff für sämtliche Metalstile, von denen der Heavy Metal lediglich einen darstellt, wenn auch einen wichtigen. Genug mit der Klugscheißerei! Wie gesagt, mit dem Heavy Metal fing damals alles an. Den Grundstein legten dabei die Rock- und Hard-Rock-Bands der Siebziger, etwa Led Zeppelin oder Deep Purple. Aber wie klingt Heavy Metal denn nun? Welche Merkmale prägen diesen Musikstil? Wie das im Metal allgemein so ist, liegt der Schwerpunkt auf verzerrten E-Gitarren und Schlagzeug. Der Gesang ist klar und verständlich, es wird also nicht gegrölt, gegrunzt, gekreischt oder ähnliches. Die Gesangsstimme bewegt sich oft in hohen Lagen; viele Heavy-Sänger stoßen zwischendurch regelmäßig besonders hohe Schreie aus. Gitarrensoli sind ein wichtiger Bestandteil und aus dem Genre nicht wegzudenken.

Sabs

Zu Beginn waren es insbesondere Black Sabbath (siehe Foto), die mit mehr Härte in ihrer Musik zur Entwicklung des Heavy Metal beitrugen. Anfang der Achtzigerjahre nahm der Heavy Metal so richtig Fahrt auf. Es war die Zeit der New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM). Bekannte Vertreter sind zum Beispiel Iron Maiden und Saxon. Die bereits etwas länger aktiven Judas Priest feierten in diesem Zuge ebenfalls große Erfolge. Heavy Metal war aber kein ausschließlich britisches Phänomen. Zu den bekanntesten US-Vertretern zählen Manowar, die sich dem “wahren” Metal ohne Kompromisse verschrieben haben und damit den True Metal erfanden. Das ist die recht schwammige Bezeichnung eines Subgenres und die Grenzen zwischen True Metal und “normalem” Heavy Metal sind fließend. Die Abgrenzung vollzieht sich mehr durch die Inhalte der Songtexte (Krieg, Heldentum, Männlichkeit) und das Image der Bands als durch musikalische Unterschiede. Manowar machen jedenfalls True Metal, daran wird wohl niemand zweifeln. Heavy Metal bleibt es trotzdem, aber eben nur für echte Metalheads, die den Metal ernst nehmen 😉

 

Eine weit weniger ernsthafte Heavy-Metal-Kategorie ist der Glam Metal, der in seiner seichteren Form auch als Glam Rock vorkommt. Der Zweitname Hair Metal entstand durch die toupierten Mähnen der Musiker. Glam Metal kommt aus den USA, besonders aus Los Angeles, und hatte seine Blütezeit in den Achtzigern. Bekannte Glam-Metal-Bands sind Twisted Sister, Mötley Crüe und Poison. Dass der Glam Metal nicht tot ist, zeigen heute Bands wie Steel Panther. Neben antoupierten, oft blondierten Haaren ist auch der Rest des Erscheinungsbildes ein wichtiges Merkmal der Stilrichtung. Glam-Metaller sind stark geschminkt, tragen bunte, körperbetonte Kleidung und spielen mit einem femininen Look. Und die Musik? Rockig, nicht besonders hart, mit hohem Gesang und einprägsamen Melodien. In den Texten geht es in der Regel um “Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll”, wobei die Betonung auf Sex liegt. Glam Metal präsentiert sich durch die vielen Balladen mitunter auch ganz schön schnulzig. True und Glam Metal könnten unterschiedlicher kaum sein und entstammen doch beide dem Heavy Metal.

 

Iron Maiden perfoming

 

Damit sind wir am Ende des ersten Teils meiner kleinen Metal-Serie angekommen. Vielleicht habt Ihr ja Lust bekommen, in das eine oder andere Heavy-Metal-Album reinzuhören. Meine Lieblingsband aus diesem Genre sind übrigens Iron Maiden (Foto). Teil Zwei folgt in Kürze…

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