Wenn Hexen gemeinsam in den 7. Himmel fliegen…

Hände
Hände

Ich war an diesem Wochenende zu einem Handfasting eingeladen. Hand…was? Ein Handfasting ist eine Hexenhochzeit. Dabei bindet sich Hex‘ magisch an einen Mann (natürlich auch männliche Hexe an eine Frau), sei er nun auch eine Hexe oder nicht.

 

Vergleichbar einer christlichen oder standesamtlichen Hochzeit, aber sehr viel mehr. Dabei bindet man sich eben magisch aneinander, das bedeutet, dass man auch unter Umständen im Jenseits gebunden ist und sich die Seelen im kommenden Reinkarnationen wieder finden.

 

Nun hat diese Hexe dieses Wochenende für ihr Handfasting gewählt. Wir hatten einen BlueMoon und haben Lammas.

 

BlueMoon ist der zweite Vollmond in einem Kalendermonat (der hat bei Hexen eine besondere magische Kraft – gerade Rituale, egal welcher Art, sind dann besonders wirksam! Der nächste Mond mit besonderer Kraft ist übrigens im September. Da haben wir eine nette Mondfinsternis).

 

Lammas ist das erste Erntedankfest im Jahres, ab jetzt fangen die Bauern an, ihre Felder abzuernten. Das zweite Erntefest ist dann am 21. September, es heißt Mabon. Das ist die Herbsttagundnachtgleiche, hier sind Tag und Nacht exakt gleich lang, bevor die Nächte minutenweise immer länger als der Tag werden.

 

Lammas kann auch unter dem Begriff „Lughnasadh“ gegoogelt werden, Lugh ist der Erntegott.

So, nun aber mehr zu dem Handfasting. Darüber wollte ich ja eigentlich schreiben.

 

Wir haben einen Altar aufgebaut (mit den üblichen Hexenwerkzeugen – Kelch, Athame, Pentakel, Zauberstab und Kessel – ist sehr schön, hier empfiehlt sich dann auch noch Kuchen und Wein, oder Brot und Wasser… ein Band, und vielleicht Ringe, ein Zeichen, das die Verbundenheit symbolisiert und einen Besen. Gerade der Besen spielt eine große Rolle!!), geschmückt mit Blumen – ein Baum, der von dem Paar gemeinsam eingepflanzt werden kann – und kleinen Fähnchen, auf die die Gäste und Zeugen ein Wort schreiben sollen, um ihre guten Wünsche dem Paar mitzugeben.

 

Das Paar steht mit der Priesterin am Altar, sie hat schon einen Salzkreis gezogen (als Schutz) und ein wenig Alkohol an das „kleine Volk“ geopfert. So sind alle geschützt und gut gestimmt. Die Gäste und das Paar werden mit Salbei abgeräuchert und die Priesterin rasselt noch einen kleinen Schutzkreis um die Gäste.

 

Dabei ruft sie die Götter an, damit sie dem Ritual beiwohnen und ihre Kräfte in das Ritual einfließen lassen. Elemente und Torwächter, Engel oder Himmelsrichtungen werden auch je nach Glaubensrichtung der Hexen eingeladen und herbeigerufen.

 

Kuchen
Kuchen

Das Ritual an sich kann frei gestaltet werden, von rituellen, formellen und gestelzten Worten, bis zur freien Willensbekundung. Eigentlich „müssen“ beide Partner nur bestätigen, dass sie einander lieben und deswegen gebunden werden wollen. Handfasten bedeutet „Hände fesseln“.

 

Symbolisch füttern sie sich dann gegenseitig, damit sie einander immer nähren und für einander sorgen wollen. Tauschen Ringe oder Ketten… wenn gewünscht. Spätestens da stehen einem auch als Zeuge und Gast der Zeremonie die Tränchen vor Rührung in den Augen.

 

Optional kann nun während der Besiegelung durch die Priesterin (ja, auch wir Hexen haben da ein Sprüchlein wie „Damit seit ihr vor den Göttern und der Welt als Paar verbunden“) ein Band um die gefassten Hände geschlungen werden. So wird das Paar „gefesselt“. Mit gebundenen Händen springt das Paar dann über unseren zweiten Hauptdarsteller, den Besen.

Beide sollen die erste Hürde in ihrem gemeinsamen Leben gemeinsam bewältigen.

Abschließend werden der Kreis geöffnet und die Gottheiten verabschiedet und für alle Zeugen und Gäste das Festmahl eröffnet. Die Feierlichkeiten beginnen.

 

Besen
Besen

Übrigens, man kann auf Jahr und Tag heiraten und erneuert jedes Jahr seinen Schwur, oder man heiratet „für immer“. (in Fällen der „Scheidung“ gibt es auch ein „Handparting“… nur wer hier sicher gehen will, dass ein „für immer“ auch ein „Naja, wir sehen mal, wie lange wir es miteinander aushalten“ werden könnte…)

 

Ich wünsche euch einen wunderbaren August, genießt den Hochsommer (jetzt haben ja alle Ferien!)

 

Ich gehe nun an den Main zum Baden und Grillen. Yeah, Sommer genießen!

Eure Luna

 

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