Indianische Götterwelt – Teil 10

Pizi Gal von den Hunkpapa Lakota, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
Pizi Gal von den Hunkpapa Lakota, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Happy Halloween. Gestern war die Nacht der Geister und Dämonen. Wie ihr wißt, eine wichtige Nacht für uns Hexen, da man dieser Nacht nachsagt, daß die Schleier zwischen den Welten sehr durchlässig und dünn sein sollen. Die Hexen ehren auch ihre Vorfahren und Ahnen in dieser Nacht, nehmen Abschied von der Sonne, denn der „Winter“ beginnt, das Jahr ist herum.

 

Also eigentlich feiern wir da NICHT einen „dummen amerikanischen Schickschnack“, wie uns gewisse Medien einreden wollen. Würden wir das machen, sollten wir dann nicht eher die amerikanischen Ureinwohner, von Kolumbus als „Indianer“ bezeichnet, als Vorbild für Halloween haben?

 

Denn diese sind dann ja wohl amerikanischer, als alle „Zugereisten“ und Einwanderer insgesamt. Seit Karl Mays „Winnetou“ wissen wir auch, daß diese ihren Gott Manitu nennen. Dabei ist aber „Manitu“ nicht bei allen Stämmen ein „Gott“ und generell eigentlich auch kein bewußtes Wesen.

 

Auch unterscheiden sich die Nordamerikanischen Gottheiten von denen Südamerikas. Manitu ist also ein Begriff, der für die algonkinsprachigen Indianer „allumfassendes Geheimnis“ oder „große Kraft“ bedeutet. Manitu ist in allen Wesen, Dingen und Erscheinungen enthalten und sogar in Tätigkeiten.

Hanmaton Yalatkit "Joseph" Nes Peres, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
Hanmaton Yalatkit „Joseph“ Nes Peres, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Manitu ist die Gesamtheit aller heiligen Kräfte und sorgt so als Ursache für die Bewegung aller irdischen Erscheinungsformen. So kann eine Wolke oder ein Stein als Manitu bezeichnet werden, weil der Spirit in dem Moment die Form angenommen hat oder in ihr wohnt. Also bezeichnet Manitu weder eine „bewußtlose Macht“ noch eine persönliche Gottheit.

 

Erst durch Missionare wurde Manitu (bei den Cree und Anishinabe besonders) der christlichen Gottesvorstellung gleichgesetzt, sie gaben dem Begriff diese neue Bedeutung und verbreiteten die vom ursprünglichen Konzept Vorstellung im englisch- und französischsprachigen Raum.
Der Begriff „Manitu“ ist übrigens in den verschiedenen Sprachen der Stämme ähnlich im Klang und in der Besetzung. Die Cheyenne, zum Beispiel, nennen die Kraft „Maheo“ und bei den Shawnee gibt es eine weibliche Schöpfergottheit, die sie „Unsere Großmutter“ nennen (=Kohkumthena). Diese Gottheit kommuniziert durch Geister mit den Menschen (durch die Medizinmänner) , die „Manito“ bzw. in der Mehrzahl „Manitowak“ genannt werden.

 

Im Pantheon der Hopi befinden sich zirka 30 bis 40 verschiedene Gottheiten. So war Sotuqnangu der Gott des Himmels und der höchste Gott, der die Erde erschuf. Denn er erschuf eine Jungfrau, die er später in die Erde umwandelte. Er hatte die Macht über den Himmel, die Blitze und die Wolken. Mui-Ingwa war der Gott des Keimens und Wachsens aller Pflanzen und auch bei allen Lebewesen auf der Erde.

 

"Red Cloud" Oglala Lakota, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
„Red Cloud“ Oglala Lakota, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Tawa, den Sonnengott, riefen die Hopi an, bevor sie in den Krieg zogen, er hatte die die Aufgabe, Leben zu schenken und Neugeborene wurden ihm acht Tage nach ihrer Geburt präsentiert. Kokyang Wuuti ist die „Spinnenfrau“. Sie spielte bei der Schöpfung der Erde eine wichtige Rolle, erschuf die Menschen, die keine Hopi sind und gilt auch als Mutter der Zwillinge. Die Zwillinge heißen Po-okan-hoya und Palo-ngao-hoya und sind die Kriegsgötter der Hopi. Sie gelten als hilfreich, aber auch als durchtrieben, denn die verzapfen gerne Streiche.
Masau ist der Gott der Erde und des Todes, seine Zuständigkeit ist die Fruchtbarkeit des Mannes und der Tiere und das Feuer.

 

Huru-Ing Wuuti ist die Mutter des Universums. Sie ist die Göttin der harten Gegenstände, wie Edelsteine, Muscheln, Korallen und Türkise und verantwortlich für den Reichtum. Sie ist tagsüber häßlich und nachts eine Schönheit.

"Sitting Bull" Hunkpapa Lakota, 55x45 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl.
„Sitting Bull“ Hunkpapa Lakota, 55×45 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl.

Generell hatte aber jeder Indianer seinen Schutzgeist, der ihn begleitete. Er fand ihn bei einer Visionssuche, er zog sich ohne Nahrung an einen einsamen Ort zurück und hoffte darauf, seinem Totem im Traum zu begegnen. Das Totem konnte dann ein Adler, Wolf oder auch ein Gegenstand sein, wenn er ihn im richtigen Moment sah. Hatte er ihn gefunden, stand er ihm bei der Jagd, dem Kampf und auch für die Gesundheit und das Ansehen im Stamm bei. Und er erfuhr durch seinen Schutzgeist, welche Dinge ihm Glück brachten und er trug sie in seinem persönlichen Medizinbeutel immer bei sich.

 

Jetzt wünsche ich euch noch ein schönes Samhain, ehrt eure Ahnen, findet euer Totemtier und stellt euch doch mal einen Medizinbeutel zusammen (ok… dem einen oder anderen ist heute eine externe Festplatte oder die FB – Pinnwand als „Medizinbeutel“ ausreichend, auf dieser haben sie ihr Leben gesammelt 🙂 )!

 

eure Luna ^v^

 

 

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