Indische Götterwelt – Teil 5

„Shesh shaiya Vishnu“ von Anonym – Collection of the Kalabhavan Banares Hindu University.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

Letzte Woche war ich auf einer schönen Messe, die allerlei esoterischen Schnickschnack verkauft hat und auch Vorträge bot. Nun gut, woran man glauben mag, überlasse ich jedem selbst, sei es eine Gottheit, Aliens oder imaginäre Freunde. Ein paar Sachen sind selbst mir zu abgedreht, wenn ich ein Kästchen mit irgendwelchem Sand und scheinbaren Dreckkrümeln für teuer Geld kaufen soll, um schädliche Strahlungen abzuwehren oder schillernde Aufkleber auf mein Handy pappen soll, um den Elektrosmog einzudämmen, dann frage ich mich, ob die Hersteller dieser Artikel das selber glauben oder nur einfach Kohle machen wollen.

 

Nachweislich funktionieren, also mit messbaren Ergebnissen aufwarten, kann keiner. Wie auch, wenn man nicht mal wissen kann WAS gemessen werden muss und auf welche Weise man die Ergebnisse erzielen kann. Aber mein alter Ausbilder (ein gestandener Apotheker, und hey, die sind nicht ohne, was Messmethoden und Ausprobieren diverser Mittelchen so angeht 😉 ) sagte: Wer heilt hat recht.

 

Wenn das jemanden hilft, dann soll es mir egal sein, ob es Homöopathie oder ein Schamane war, der am Ende für eine Verbesserung sorgen konnte. Doch vieles wiederum beruht auch auf alten Heilmethoden, hilft und keiner kann erklären, warum und wieso das so ist. Gerade die Asiaten praktizieren das seit Jahrtausenden und so springen wir heute mal in die Indische Mythenwelt.

 

Die indische Mythologie beruht auf dem Hinduismus, aber auch auf den indischen Religionen dem Jainismus oder der indischen Volksreligion. Ab 1200 v. Chr. lassen sich die Epen des Rigveda, des Mahabharata, des Ramayana und des Puranas zurückführen. Man glaubt im Hinduismus an die ewige Wiedergeburt, einem andauernden Kreislauf von Werden und Vergehen. In jeder Wiedergeburt lernt man einen neuen Teil, bis man schließlich in das Nirwana eingeht.

 

In diesen Schriften wird über den Götterhimmel der Inder berichtet. Die alten vedischen Götter Indra, Agni und Varuna wurden durch Shiva, Vishnu und Krishna verdrängt. Sie manifestieren sich durch Avatare in ihren Inkarnationen, um das sogenannte Dharma (= kosmisches Gesetz) zu schützen. Vishnu, einer der beliebtesten Götter, wird sogar in zehn Inkarnationen verehrt, zum Beispiel als die göttlichen Helden Rama und Krishna.

 

In der indischen Mythologie gibt es auch Haupt- und Nebengötter. Die höchsten Götter bilden eine Dreieinigkeit und sind der Schöpfer Brahma, der Erhalter Vishnu und der Zerstörer Shiva. (Wem kommt das hier irgendwie auch bekannt vor? Nur so als Nebenfrage…). Diese Götter waren verheiratet mit der Göttin der Weisheit: Sarasvati, der Göttin des Glücks Lakshmi und der „Schwarzen“ Göttin mit mehreren Namen Kali, Durga oder Parvati.

Vishnu - Kali - Brahma (hinduistische Götter)
Vishnu – Kali – Brahma
(hinduistische Götter)

 

Ganesha, der beliebte elefantenköpfige Gott, ist übrigens der Sohn von Shiva und Parvati.
Alles in der indischen Welt hat seine eigenen Mythologien. Es gibt Wesen, die zentrale Bedeutungen haben, die Reittiere haben ihre eigenen Geschichten und selbst für den Kosmos gibt es eine Mythologie. So spielen der Berg Meru und der Fluss Ganges eine Rolle. Gegenspieler in den Mythen sind die Dämonen (hier Asuras genannt), zum Beispiel Mahishasura.

 

In der Volksreligion werden lokale Traditionen um Götter, Helden und anderen Wesen (die Yakshas und Nagas) und sogar Pferde erwähnt, die rituell und mythologisch eine große Rolle spielen. So können auch unzählige Göttinnen alleine zu einem Dorf gehören und überall vorhanden sein. Vordergründig erzählen die Märchen von Kampf und Abenteuern der Vorzeit, von Göttern, Helden und Dämonen – von unzähligen menschlichen Schicksalen, für Gläubige dagegen vermitteln die verschiedenen Bedeutungsebenen religiöse Weisheit.

 

In den scheinbar der Phantasie entsprungenen Geschichten ist im Kern immer ein historisches Ereignis genannt, das die Geschichte des Landes oder der Vorfahren erzählt und verherrlicht. Früher durch die Eltern und Großeltern weiter getragen, heute durch die Medien Film, TV und sogar Comics. Auch die zeitgenössische Kunst setzt sich immer wieder mit diesen Geschichten auseinander.

 

Dabei werden auch neben der Haartracht, Kleidung, Begleitern, die besonderen Haltungen des Körpers und der Hände dargestellt, die für die Gläubigen eine besondere Bedeutung haben. Genau festgelegt sind diese bis ins Detail in den Puranas.

 

Die Entstehung der Welt war zu Anfang eine ruhende, undifferenzierte Finsternis, aus der eine sich selbst erschaffende Urkraft hervortrat. Diese erzeugte dann das Wasser und aus einem Samen, der ins Wasser fiel, entstand ein goldenes Ei. Aus dem Ei gebar diese Kraft sich selbst als Schöpfergott Brahma. Er wohnte ein Jahr lang nichts tuend in diesem Ei, dann teilte er es durch seine Willenskraft in zwei Hälften, schuf daraus Himmel, Erde und in der Mitte Luft, die acht Weltgegenden, den Ozean und die Menschen. Sie waren zu Anbeginn bereits in die vier Kasten eingeteilt.

 

Der Urmensch hatte 1000 Köpfe und 1000 Beine und hielt die Erde umschlossen. Doch er wurde geopfert, und aus dem Opfer des Urmenschen entstand die Menschenwelt: die Tiere, der Mond, die Sonne aus seinen Augen, die Luft aus seinem Nabel, aus seinem Kopf der Himmel, aus den Füßen die Erde. Durch dieses Opfer konnten die Götter in den Himmel gelangen.

 

So, nun werde ich noch ein wenig mit Mantras und Ayurveda entspannen, damit ich morgen wieder munter und fit in die Woche gehen kann (das gab es nämlich auch auf der Messe, jede Menge Cremes, Tränke und Musik, damit man richtig schön „wellnessen“ kann…), ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

 

Eure Luna ^v^

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