Kultureller Niedergang einer Szene

150315 Foto FilmklappeHach ja… das TV Programm. Ich bin erstaunt, was so gesendet wird, weil es der Menschheit gefällt. Die senden Scripted-Reality Formate, wo alltägliche Situationen von einem Sprecher aus dem Off kommentiert werden und der Zuschauer sich dann denkt: „Mensch, so stupide kann doch keiner sein, daß die DAS ernst meinen…“

Naja, so stupide sind dann die Darsteller auch eigentlich gar nicht im wirklichen Leben. Aber ein kleiner Regisseur mit Kamerateam steht herum und hat sich nach einer Redaktionssitzung eine Familie herausgeguckt, die in das Profil paßt, deren Wohnung (eventuell auch angemietet, selbst dafür gibt es einen Markt) paßt und die bereit ist, für ein paar Euros den Larry zu machen. Natürlich auch in der Hoffnung, daß die schauspielerische Karriere angekurbelt wird und die nächsten Brangelinas dabei herauskommen.

Die Hoffnungen sind groß und dann kommt der kleine Regisseur und bastelt eine Situation zurecht. Provoziert die Darsteller und führt sie gekonnt zu dem vom Sender gewünschten Ergebnis. Eigentlich eine Oskarverdächtige Glanzleistung, die aber niemals einer würdigen wird, denn auch seine Träume von einer Karriere als neuer Spielberg werden nicht erfüllt.

So ist nun alles mehr schau als sein und der Zuschauer merkt das zwar, aber guckt den Mist doch fleißig. Immerhin kann man darüber lachen und es wird eh keine bessere Alternative gesendet. Was schade ist, denn gerade viele amerikanische Serien und noch besser englische Serien könnten stattdessen gesendet werden, wenn denn der Slot im Programm frei wäre.

So kommen wir nun von dem kulturellen Niedergang des TV zu dem „kulturellen Niedergang“ der Szene, wie es Wikipedia schimpft. Die Jahre 1996 bis 1999 der Gothic – Szene.

Ich weiß selber nicht, ob es in der Zeit so massiv zurückging mit dem Gothicrock (ich habe zu der Zeit sehr intensiv Metal gehört), aber ich erinnere mich an die Techno-Uzz-Uzz-Uzz Mucke. (Im Prinzip ja das, was die Cybers mögen und heute auch im EBM zu finden ist).

Na gut, von Depeche Mode habe ich in der Periode weniger gehört, aber anscheinend hat es der Szene die Inspiration genommen. Viele Bands verschwinden nach einem Album ins Nirvana und man hört auch nur noch sehr vereinzelt heute noch etwas von ihnen.

 

Stilistisch wandten sie sich anderen Bereichen zu und die Clubs spielten anderes. So wurde Gothic eher an den Rand gedrängt und nur noch in „Spezialveranstaltungen“ am Leben gehalten. Faith and the Muse, Die Untoten, London After Midnight oder Sopor Aeternus, sind Bands aus der Zeit, die heute noch gerne gespielt werden.150315 Foto Christian Death

 

Viele Gothics kamen nun auch in ein Alter, in dem sie eigene Familien gründeten. Vielleicht trifft das doch ein wenig zu, daß man dann ja „erwachsen“ sein muß und nicht mehr auf Festivals abhängt oder nachts durch die Clubs zieht. Eine schwierige Situation, die aber (kann ich persönlich bestätigen!!!) durch das eine oder andere Internetforum aufgefangen wurde und gerade die Gothic-Eltern stellten fest: Hey, wir sind gar nicht alleine. Wir müssen nicht „normal“ sein, sondern dürfen weiterleben, wie es uns gefällt.

Aber auch im Ausland fehlte es nicht nur an Bands sondern auch an dem Publikum. Was soll man machen, wenn niemanden hat, der vor nicht vorhandenem Auditorium auftritt?

 

Es kommt zu einem Szenesterben. Mitverantwortlich schien für diesen Umstand die stetig wachsende Popularität szenefremder, vor allem metal-orientierter Genres. Ihnen wurde auf den Club- und Konzertveranstaltungen der Schwarzen Szene und in den Musik-Zeitschriften Zillo, Orkus und Sonic Seducer nach und nach mehr Platz eingeräumt.

 

150315 Foto Pete SteeleDoch ahnte man zu dieser Zeit nicht, daß der Wandel in der Schwarzen Szene durch Gothic-Metal geprägt werden sollte. So kamen viele Anhänger der Metalszene in den Gothicbereich (ich ja auch 🙂 ) und später kamen dann reine Gothic-Metaller heraus, die angesagter waren. Christian Death, Mephisto Walz, The Sisters of Mercy oder Fields of the Nephilim klangen angestaubt und langweilig, aber bei den Club-Veranstaltungen konnte man die Köpfe zu Moonspell, Type O Negative und Crematory schütteln.

 

Oh, ja… daran erinnere ich mich noch sehr gut. Da ich ja schon immer langhaarige Männer (nach meiner Passion für die blutrünstigen Nackenbeißer) hatte und habe, waren das zwei Genres, die ich sehr gerne miteinander verknüpft wissen mag. Und auch heute liebe ich noch meine Gothic-Symphonic-Theatralic-Metaller 🙂 .

 

Eine zauberhafte Woche wünsche ich euch, bis dann,

Luna ^v^

 

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