Meinhard – Phantasie die durch die Noten tanzt…

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger
(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

Meinhard ist ein Sänger, Keyboarder, Gitarrist und Songwriter aus Falkenberg. Er lebt derzeit in München. Er agierte unter dem Pseudonym Jeremias Meinhard, seit 2011 aber wieder unter seinem echten Vornamen Meinhard. 2013 erschien das Album Beyond Wonderland, 2014 das Album Alchemusic I – solve. Schon 2015 wird es Alchemusic II – coagula geben.

Seine Musik ist facettenreich und für mich schwer einzuordnen, da er sich vielen Stilrichtungen widmet, unter anderem: Alternative, Glam, Pop und Rock, garniert mit Elementen aus Gothic, Visual Kei und Electronica. Meinhard ist nicht einfach nur Musik, sondern ein Gesamtkonzept. Er erfindet sich stets neu, ohne sich dabei selbst untreu zu werden.
Er ist bereits durch das Radio und seinen Live-Auftritte mit Spuren in Japan, England, Spanien, Italien, Frankreich, Australien, Mexiko und den USA bekannt und man sollte seine Show unbedingt einmal selbst erleben. Seine Musik entführt in andere Welten und überschreitet dabei Grenzen, von denen der Zuhörer vielleicht nicht einmal wusste. …und die womöglich sogar zu mehr als nur einem Wunderland führen.

Aktuell war er gerade auf Tour mit Blutengel in ganz Deutschland und er arbeitet an dem neuen Album Alchemusic II – coagula. Mehr verrät er aber in dem Interview, das ich mit ihm führen durfte…

Hallo Meinhard, vielen dank erst einmal, dass du dir die Zeit nimmst, dich den Fragen unseres Webzines zu stellen. Ich freue mich schon sehr darauf.
Ich habe erst vor kurzem deine Musik kennengelernt und finde sie klasse. Teilweise schräg und ungewöhnlich, aber immer sehr phantasievolle Melodien und Lyrics. Kannst du dich uns ein wenig vorstellen? Wie bist du zu der Musik gekommen?

Der Weg zum Musiker war eher sehr indirekt über meine Interessen an Kunst im Allgemeinen. Musik – und alles andere an Kunst – war in meiner Kindheit ein Tabu, leider. Natürlich habe ich mich nicht abbringen lassen von der Stimme meines Herzens, und so bin ich über viele Umwege und andere mehr oder weniger ernst verfolgte Berufswünsche (von Lehrer über Autor und Schauspieler bis zu Bühnenmagier) bei Musik mit Kunstgedanken gelandet. Zwischenzeitlich habe ich auch Japanologie studiert, denn zu Japan und seiner Kultur verbindet mich eine innige Zuneigung.

 

Wann hast du deine besten Ideen? Und wie kommst du von der Idee zu einem Song / zu dem Ergebnis: Bastelst du alles am Computer, und / oder spielst alle Instrumente selber oder komponierst auf dem Papier? Und was kommt zuerst: Lyrics oder Melodie?

Ideen kommen immer, wenn sie wollen. Manchmal ist es eine Melodie, mal ein Thema, mal nur ein Wort oder ein Satz – manchmal aber auch ganze Songs in einem Rutsch. Zuerst entsteht eine „Lagerfeuerversion“ der Songs, nur Text, Melodie und Akkorde. Alles andere variiert dann, bei „ALCHEMUSIC I+II“ ist dann in der Tat nach der „Lagerfeuer“ Variante alles an meinem Computer entstanden, und wurde dann durch echte Instrumente und weitere Sounds ergänzt oder ersetzt.

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger
(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

 

Wer darf dann zuerst eine Kostprobe von deinen Werken haben? Oder präsentierst du erst das fertige Ergebnis? Und wenn demjenigen das Ergebnis nicht so gefällt… ist diese Meinung so wichtig, dass du etwas überarbeitest?

Zunächst nehme ich immer ganz simple Versionen der Songs auf, und in der Tat gibt es einen geheimen Zirkel an Personen (Musiker, Verleger, Freunde, Familie), deren Meinung mir unschätzbar wichtig ist. Wenn ich unsicher bin, habe ich durchaus auch schon Dinge geändert. Am Ende höre ich aber immer auf mein Herz.

 

Was war der ungewöhnlichste Ort oder Situation, in der dir eine Melodie oder ein Text einfiel?

Gute Frage, vor allem weil mir da sogar was sehr aktuelles einfällt: „Kinder der Sterne“, ein Song den ich für die kommende CD „ALCHEMUSIC II – coagula“ geschrieben habe, ist mir (Text und Melodie) auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio eingefallen! Ich musste unterbrechen und einen der Trainer um Papier und Bleistift bitten, um gleich alles aufzuschreiben!

 

Dein Album „Beyond Wonderland“ beschäftigt sich mit der Geschichte von Alice im Wunderland. Warum gerade Alice und welchen Bezug hat das auf dein Leben? Fühlst du dich auch ab und an, als wärst du durch ein Kaninchenloch gefallen, oder bist du eher der verrückte Hutmacher oder die ewig lächelnde Grinsekatze?

Dem kann ich so zustimmen in allen Punkten! Manchmal sind wir alle ein bisschen „Alice“ und manchmal verrückter als die schrägsten Figuren aus dem Wunderland. Hinzu kommt: einer meiner Kosenamen als Kind war „Grinsekater“ – das hat mich mein Leben lang begleitet.

 

Und mir ist als Frau, die – ja, es ist ewig her –10 Tanzkurse gemacht hat, aufgefallen, daß ein Lied z.B. den Rhythmus eines Foxtrotts hat. Magst du klassische Tänze und wenn ja, was ist daran schöner, als dieses Hiphop-Gehampel?

(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger
(c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger

Alle Formen von Tanz und künstlerischem Ausdruck finde ich spannend und gut! Egal ob klassisch oder modern, Ballett oder Standard Tanz, Jazz oder Hip Hop. Persönlich finde ich auch Crump sehr spannend!

 

Denkst du über den Sinn des Lebens nach?

Ja.

 

Warum sind deine Lyrics mal in Englisch und mal in Deutsch? Und was bevorzugst du?

Das entscheidet sich immer sehr automatisch – bzw. der Song selbst entscheidet das. Es fühlt sich einfach irgendwann richtig an, und dann wird es so gemacht.

 

Welche Vergleiche von dir zu anderen Künstlern magst du gerne, welche eher nicht? Ich meine, wenn man dein rollendes R anspricht und sich dann an Rammsteins Lindemann erinnert fühlt, was hast du denn dann für eine Meinung? Eher Ehre oder Nerv…?

Große Vergleiche ehren zumeist, das rollende „R“ kommt natürlich daher, dass ich Deutscher bin, ein Bayer, um genauer zu sein – da ist das rollende „R“ weit verbreitet 😉 Außerdem mag ich die Anspielung an antiquiertes britisches Englisch, wo das „R“ manchmal auch gerollt wird.

 

Auf Facebook habe ich Bilder von dir mit deiner Katze und Pferd gesehen… erden dich deine Tiere? Oder die Familie? Natur?

Das mit der Erdung ist völlig richtig, wenngleich es (leider) nicht meine Tiere sind…
Ich liebe Tiere und die Natur, und das ist ein wichtiger Ausgleich zu all den Dingen unserer schnelllebigen Zeit.

 

Ganz kurz gesagt mit jeweils einem Satz oder Wort:

Was berührt dich?

offene Herzen

Was nervt dich?

Ignoranz

Wo wirst du zornig?

Selten im Bad

Was macht dich nachdenklich?

Das Leben und die Menschheit

Was traurig?

Große Teile der Menschheit

Und worüber kannst du so richtig lachen?

Vieles – denn Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht 😉

 

Und nun noch zu deinen nächsten Projekten… darf man bald wieder etwas Neues von Meinhard erwarten? Wenn ja, wann und was?

Schon im Herbst kann mit dem Erscheinen von „ALCHEMUSIC II – coagula“ gerechnet werden! Die Aufnahmen hierfür sind bereits geschehen, derzeit werden die Songs gemischt. Dieses Mal wurde zusammen mit Chris Harms von LOTL produziert. Auch Chris Pohl von Blutengel ist am Album beteiligt, und es erwarten euch noch andere spannende Überraschungen 😉

 

Vielen dank für das Beantworten meiner vielen Fragen. Es hat mich sehr gefreut.

 

Eure Luna ^v^

Alle Bilder sind von Meinhard persönlich freigegeben, (c) 2015 „Die Knipserey“/Carina Senninger; die Links zu den Youtube Videos sind Tracks von dem jeweils genannten Album.

 

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