Hörempfehlungen – Meine 5 Alben des Jahres

Das Jahr geht langsam zu Ende. Alljährlich wimmelt es im November/Dezember ja überall nur so vor Rückblicken, Listen und Rankings zu allen möglichen Themen. Da reihe ich mich ein und stelle Euch meine Lieblingsscheiben aus 2015 vor. Für alle, die sie nicht kennen gibt es auch ein paar Infos zur jeweiligen Band. Los geht’s!

 

1. Leprous – The Congregation

Leprous sind meine Entdeckung des Jahres. Die norwegische Band kannte ich nämlich vorher gar nicht. Da sie dieses Jahr auf dem Euroblast-Festival in Köln spielten, hatte ich im Vorfeld mal reingehört und war schon recht angetan. Live haben sie mich dann vollends überzeugt. Das tolle an dieser Band ist, dass ihre Songs sowohl eingängig als auch komplex sind. So findet man zwar direkt Zugang, kann aber auch nach zig Hördurchgängen noch etwas Neues entdecken. Großartig! Mit Leprous sollten Liebhaber verschiedener Musikrichtungen etwas anfangen können. Sie laufen unter dem Oberbegriff Progressive Metal, vereinen unterschiedliche Einflüsse und sind auf den neueren Alben auch nicht sonderlich hart unterwegs. Wer sich The Congregation mal anhört, wird sofort wissen, was ich meine. Sehr atmosphärisch, tolle Melodien, wohldosierte Synthesizer-Klänge, ausdrucksstarker (cleaner) Gesang. Sehr außergewöhnlich – unbedingt reinhören!

 

2. Ghost – Meliora

Bei Ghost weiß man nicht so genau, wer sie sind, da die Bandmitglieder sich nicht zu erkennen geben. Sie treten maskiert auf und sind alle als Nameless Ghouls bekannt. Nur der wechselnde Sänger trägt den Namen Papa Emeritus der soundsovielte (je nachdem, der wievielte Sänger es denn nun gerade ist – aktuell der dritte). Bei den Liveshows gibt es genau das – viel Show mit schwarzen Kapuzen, kostümiertem Sänger und “okkulten Ritualen”. Die Texte sind scheinbar satanisch; oft geht es um Beelzebub, Luzifer, Satan oder wie er sonst noch heißt. Aber: All das wohl nicht so ganz ernst gemeint. Das macht schon die Musik deutlich. Die ist nämlich eher als psychedelischer Rock zu bezeichnen. Es geht seicht, aber sehr rockig zu. Mein Lieblingssong auf Meliora ist “From the Pinnacle to the Pit”. Groovy! Die beiden Vorgängeralben kann ich ebenfalls empfehlen. Ghost (vormals Ghost B.C. benannt) machen einfach Spaß!

 

3. Symphony X – Underworld

Die US-amerikanische Band Symphony X spielt eine Mischung aus Progressive und Power Metal. Das machen sie schon seit vielen Jahren und Alben so und das ist auch auf Underworld nicht anders. Musik und Gesang sind immer etwas theatralisch, es gibt Keyboards, orchestrale Sounds, Chöre und auch mal eine Ballade. Entscheidend für mich ist bei dieser Band, dass den manchmal etwas kitschigen Passagen ausreichend Härte, cooles Gitarrengefrickel und Rockanteile gegenüberstehen. Die Mischung macht’s. Das Album beginnt mit einer bombastischen Ouvertüre. Danach geht es mit “Nevermore” richtig los: schnelle Riffs, variantenreicher Gesang und viele Details, die man erst durch wiederholtes Hören wahrnimmt. Das gilt gleichermaßen für das gesamte Album: Es dauert etwas, bis man sich reingehört hat und wirklich Gefallen daran findet. Jedenfalls ging es mir so. Doch dran bleiben lohnt sich, vorausgesetzt, man kann generell etwas mit dieser Musik anfangen. Meine Highlights von Underworld: der Titeltrack, “To Hell and Back” und “Run with the Devil”. Insgesamt keine leichte Kost, aber für Freunde von vertracktem Power Metal genau das Richtige.

 

4. Between the Buried and Me – Coma Ecliptic

Auch Prog-Metal, aber ganz anders. Noch so eine Band, die ich erst im Zuge des Euroglast-Festivals kennengelernt habe. Kannte ich vorher oberflächlich und wollte immer mal intensiver reinhören. Mittlerweile weiß ich, was für eine tolle Band das ist. Coma Ecliptic gefällt mir richtig gut. Ganz besonders angetan hat es mir das ungewöhnliche Stück “The Ectoptic Stroll” mit seinen interessanten Einflüssen aus (ganz grob) der Jazz-Ecke. Ansonsten sind es Vielfalt und Abwechslung, die Coma Ecliptic auszeichnen. Da ist einfach eine ganze Menge los, ohne dass es den Zuhörer jedoch überfordern würde. Stellenweise ist das Album recht eingängig, aber es gibt viele entgegengesetzte Rhythmen und komplexe Parts und eben einiges zu entdecken. Mal ist es ruhig, dann plötzlich hart, manchmal ist der Gesang sanft, dann wieder aggressiv. Dazwischen allerlei abgefahrene Passagen und am Ende fügt sich alles auf wundersame Weise zusammen. Grandios gemacht!

 

5. Lamb of God – Sturm und Drang

Das Härteste zum Schluss. Lamb of Gods neues Werk hatte ich mit Spannung erwartet. Ich mag den groovigen Sound, die schnellen Gitarrenriffs, Randy Blythes Growls und Screams und überhaupt die Kraft und Intensität der Musik. Das aktuelle Album halte ich für sehr gelungen. Der dritte Song “512” geht sofort ins Ohr und auch so schnell nicht wieder raus. “Still Echoes” ist ein würdiger Opener, der ebenfalls Ohrwurmqualität hat. Für “Embers” haben sich die fünf Jungs Chino Moreno von den Deftones als Gastsänger ans Mikro geholt. Bei “Overlord” dachte ich zuerst ebenfalls an einen Gastsänger, aber nein, das singt Randy selbst ungewohnt sanft, was ihm echt gut gelingt, wie ich finde. Insgesamt hat Sturm und Drang alles, was typisch ist für Lamb of God, zeigt aber auch, dass die Band sich durchaus weiterentwickelt hat.

 

So, das wären meine Alben des Jahres. Natürlich gab es in diesem Jahr noch zahlreiche weitere interessante. Und uns steht ja noch ein ganzer Monat bevor. Meine Liste ist selbstverständlich rein subjektiv und enthält einfach nur das, was ich das Jahr über immer wieder gerne gehört habe. Dementsprechend proglastig ist sie ausgefallen. Wie sieht’s bei Euch denn aus? Welche waren Eure Lieblingsalben 2015?

 

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