Mittelamerikanische Götterwelt – Teil 11

„Tlaltecuhtli statue“ von Lin Mei from Boston, USA - The earth deity Tlaltecuhtli. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tlaltecuhtli_statue.jpg#/media/File:Tlaltecuhtli_statue.jpg
„Tlaltecuhtli statue“ von Lin Mei from Boston, USA

Ich trinke gerade eine schöne heiße Tasse Kakao und futtere ein Stück Schokolade. So gesehen, müßte ich steinreich sein, denn Kakao war bei den Azteken ein Luxusgut. Für 100 Kakaobohnen gab es schon einen Sklaven. Also, man bringe mir einen zur Erheiterung meines Nachmittags!

 

Die Azteken waren eine Hochkultur, mit eigener Schrift, Städten, Religion und Kunstformen. Im Gegensatz zu den Stämmen in Nordamerika entwickelten sie Systeme zur Abgabe und verlangten den Einsatz der Arbeitskraft. Auch bildeten sie Krieger und Heere aus. Der Herrscher lebte gottgleich im Luxus.

 

So lange jedenfalls, bis die spanischen Eroberer unter Cortes kamen und mit Hilfe des Glaubens der Azteken dieses riesige Reich unterwarfen und zerstörten. Der Herrscher glaubte nämlich, daß der Schlangengott Quetzalcoatl in Gestalt des spanischen Eroberers heimgekehrt sei. Die sonderbaren Zauberwaffen, die Feuer spuckten, die merkwürdigen Tiere, auf denen die habgierigen, spanischen Eroberer ritten und die spiegelnden Rüstungen mochten seinen Verdacht bestärkt haben.

 

Deshalb erkannte er die Bedrohung, die von den einfallenden Spaniern ausging, viel zu spät. Der Aztekenherrscher bekam plötzlich Angst, er könnte den Gott Quetzalcoatl erzürnen und alle damit ins Verderben stürzen.

 

Doch nicht nur für die Azteken bedeutete die Ankunft der Spanier in Mittel- und Südamerika das Ende ihrer Hochkultur. Auch die anderen dort ansässigen Kulturen der Maya, Zapoteken, Mixteken, Totanaken und Inka verschwanden. Und damit alle ihre Errungenschaften, immerhin waren auch sie Hochkulturen.

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Göttin des Herdfeuers und der Vulkane: Chantico

Es blieben nur Bruchstücke davon, Schmuck und Figuren, von den Maya Schriften (sie hatten es als einzige Kultur geschafft, ihre Sprache vollständig in Schrift umzusetzen) und der Kalender. Gerade die Maya waren leidenschaftliche Astronome und berechneten jedes Datum der Vergangenheit und Zukunft.

 

In ihrem Glauben beherrschten die Götter mit gewaltigen Federballspielen Sonne und Mond und sie ahmten das in ihre Pyramidentempeln nach.

 

Wohin die Maya aber verschwunden sind, weiß heute niemand mehr. Sie verließen ihre Zentren und das Reich zerbrach. Vielleicht kehrten sie in ihre Welten zurück? Erich von Däniken hatte da ja einige Theorien, daß das alles Außerirdische sind. Beziehungsweise… die Götter halt Aliens.

 

„Quetzalcoatl 1“ von author unknown - http://www.expresionbinaria.com/dioses-en-la-antiguedad-mayas-egipcios-sumerios/. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Quetzalcoatl_1.jpg#/media/File:Quetzalcoatl_1.jpg
Schöpfergott und Gott des Windes, des Himmels, des Krieges und der Erde – Zwillingsbruder von Xolotl, Sohn von Xochiquetzal und Mixcoatl: Quetzalcoatl

Die Schöpfungsgeschichte Azteken ist interessant. Die vier Götter (zwei Tezcatlipocas, Quetzalcoatl und Huitzilopochtli) wurden je einem Element (Feuer, Wasser, Erde, Luft) zugeordnet. In der ersten Welt, zugeordnet der Erde, waren die Menschen Riesen, beherrscht von einem der zwei Tezcatlipocas. Quetzalcoatl stieß dann

„Black Tezcatlipoca“ von Unbekannt - Diese Rastergrafik wurde mit Adobe Photoshop erstellt. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Black_Tezcatlipoca.jpg#/media/File:Black_Tezcatlipoca.jpg
Schöpfergottheit und Gott des Nordens, der Kälte, des Nachthimmels, der Farbe Schwarz, der Materie, des Krieges, der Helden, der Versuchung und der schönen Frauen: Tezcatlipoca

seinen Bruder in das Meer und er verwandelt sich in einen Jaguar, mit dem er über die Riesen herfiel. In der zweiten Welt, zugeordnet der Luft, ist Quetzalcoatl der Herrscher. Tezcatlipoca tritt ihn zu Boden und aus den Menschen, die vom Wind fortgeweht wurden, wurden die Affen. In der Welt des Feuers, der Nummer 3, herrscht Tlaloc. Quetzalcoatl mischt sich ein, macht sie kaputt und verwandelt die Menschen in Truthähne. Tlalocs Frau herrscht dann über die nächste Welt – die des Wassers – diese wird aber durch eine gigantische Flut vernichtet. Die Menschen verwandeln sich in Fische, nur ein Menschenpaar bleibt übrig, das aber von den Göttern gehenkt wurde. Das war die Strafe für ihr Vergehen: sie brieten einen Fisch (einen verwandelten Artgenossen). So waren nun alle Welten zerstört und Quetzalcoatl und Tezcatlipoca beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann, und machten von nun an gemeinsame Sache. Von der Schöpfung der letzten Welt gibt es wieder mehrere Versionen, aber in den meisten müssen die beiden Brüder aber erst einmal das Monster Tlaltecuhtli besiegen.

 

Aus ihren Körperteilen wurden dann die einzelnen Teile der Welt: aus ihren Haaren die Bäume, aus ihrem Mund die Höhlen und so weiter. Da aber Tlaltecuhtli als ziemlich verfressenes Weib galt, spielte sie später bei den aztekischen Opfern noch eine große Rolle und mußte mit (Menschen)opfern besänftigt werden.

 

Bei den Inkas entstand die Welt durch Wiraqucha oder Qun Tiksi Wiraqucha. Er war ein echt irdisch sich gebärdender, allmächtiger, seit ewiger Zeit existierender Schöpfergott, der alles aus dem Nichts schuf. Erst schuf er Licht und eine öde, leere Welt, und setzte dann eine Generation grobschlächtiger Riesen auf sie, die er dann aber in Steine verzauberte und in einer 60 tägigen Sintflut verschwinden ließ.

Schöpfergott der Inka: Wiraqucha
Schöpfergott der Inka:
Wiraqucha

 

Die Erde ruht nach dem Glaube der Inka als Pachamama auf dem Meer der Unterwelt (=Mamaqucha) und darüber wölbt sich der Himmel. Berge sind Bindeglieder zur Unterwelt und das Wasser des Titicacasees ist ein Teil des unterirdischen Meeres. Angebetet wurden aber in einem Sonnenkult der Schöpfergott Viracocha (auch Wiraqucha geschrieben), der dem Quetzalcoatl der Azteken zu entsprechen scheint.

 

Die ersten richtigen Menschen bei den Maya wurden nach Beratung verschiedener Götter geschaffen, waren ihnen dann aber zu weise und schlau und gefährdeten die Allmachtstellung der Götter. So trübten sie den Menschen die Augen, und vernichteten das Wissen dieser ersten vier Menschen. Doch sie bekamen Frauen und vermehrten sich in der Finsternis, denn das Licht war noch nicht geschaffen.

 

Sie kannten die Geschichte ihrer Schöpfung nicht, beteten aber das Licht herbei. Erst als sie den Morgenstern und den Sonnenaufgang sahen, erkannten sie alles.

 

Ich wünsche euch einen schönen SONNENTAG 🙂

eure Luna ^v^

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