Der längste Tag im Jahr der heidnischen Kultur

Sommersonnwende – Litha – Mittsommer

IM00Ein kleiner Abschied jeden Tag. Bevor es aber merklich düsterer für uns Dunkelgeschöpfe wird, feiern viele gothische Hexen das Sommersonnwendfest. Dabei hat die Mittsommernacht eine eigene Mystik (denk nur mal an Shakespeares‘ Sommernachtstraum 😉 ) und Liebe liegt in der Luft. Die Bäume flüstern Geschichten und der Wind trägt sie weiter, wenn du gewillt bist zu lauschen. Liegst du in einer sommerwarmen Wiese spürst du, wie sich die Erde dreht. Kleine Elfen glitzern und tanzen in der abendlichen Sonne und tanzt du selbst (vielleicht zu Schandmauls‘ „Anderswelt“) kommst du möglicherweise in die selbige.

Ursprünglich feierte man an Mittsommer das Leben des Gottes – der Sonne – der nun sein Leben verliert, um in der Wintersonnwende wiedergeboren zu werden. An diesen beiden Tagen sind Leben, Tod und Wiedergeburt sehr eng verwoben. In der Keltischen Kultur gab es den Ritus des Sieben-Jahres-Königs, der verheiratet wurde mit einer Priesterin, er: der Held, sie: die Königin der Erde. In der Mittsommernacht wurde der König dann geopfert. Auch in Ägypten erlitt der Sonnengott Ra den Tod, und wurde durch die Göttin Hathor erst wiedererweckt. In Polynesien heiratete der Gott Raiatea die Tochter der Erde Tu-Papa und lebte ein halbes Jahr im Untergrund mit ihr. Ein anderer ägyptischer Gott namens Osiris wurde der Herr der Unterwelt, nachdem er von Seth getötet wurde. Sein physischer Körper wurde von seiner Frau Isis durch ihre Liebe errettet. So gibt es unzählige Geschichten um Liebe und Tod am Mittsommertag.

Wie kommen wir nun zu den Feen und Elfen, Magie und Mittsommermysterien? Shakespeare schrieb schon über sie, sie sind genauso kapriziös und haben ihre eigenen Persönlichkeiten wie wir Menschen. Eine Beziehung zu den Elfen muß gepflegt werden, genau wie zwischen zwei Menschen. Finde als erstes einen schönen Treffpunkt und lade sie dann ein, dir Gesellschaft zu leisten. Sitze an Mittsommer eine Weile dort, vergieße ein wenig Wasser oder vergrabe einen Kristall oder eine silbrige Münze in der Erde. Wenn du in der Stadt lebst, kannst du ein Elfenhäuschen bauen, in einem Vogelhäuschen „Klimperkram“ anbringen oder eine Pflanze dekorieren. Das hilft, die guten Geister einzuladen  dein Heim zu segnen.

Wenn du nicht an die Zwischenweltwesen glauben magst, kannst du auch gerne dein Heim mit in dieser Mittsommernacht gepflückten Kräutern schützen. Rosmarin, Lavendel, Petersilie, Minze, Johanniskraut, Löwenzahn gehören in jeden magischen Vorrat, während Eisenkraut, Wollkraut, Wermut und Mistel getrocknet und aufgehängt im Haus das selbige vor allem möglichen Schaden schützen.

Auch die Bienenstöcke, die nun voller Honig sind, werden genutzt, und die Menschen setzten den leckeren Honigwein an. Der Begriff „Honeymoon“ kommt also nicht von ungefähr ;).  Es gibt zahlreiche Rituale und Spielereien in dieser Nacht, die ganze Welt ist verzaubert.

Mit einem Rezept für einen Kräutereistee, um die Mittsommerenergien zu bekommen, entlasse ich euch für dieses Mal in eine zauberhafte Nacht. Nächste Woche geht es mit den Gothictypen weiter.

Liebe Grüße

Eure Luna

Frischer Mittsommer – Kräuter – Tee

(24 Stunden vorher ansetzen)

2 bis 4 Teelöffel frische Kräuter (Minze, Erdbeerblätter, Zitronenmelisse, Thymian, Kamille etc.) grob gehackt mit Gewürzen (Zimtstange, Gewürznelke, Schwarzem Pfeffer, Kardamom, Piment, Zitronenschale…) gründlich mit Mörser und Pistill zerstoßen in einem Krug mit Wasser draußen mindestens 8 Stunden in der Sonne stehen lassen. Eine Tasse Zucker mit einer Tasse Wasser zu einem Sirup kochen, abkühlen lassen. Den Tee abgeseiht in Gläser füllen, mit dem Sirup süßen und  einer in Scheiben geschnittenen Zitrone dekorieren.

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