Mysteriöses Deutschland Teil 1

Von Marcuc Cyron = User:Kenwilliams - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=797388
Mithraskultrelief aus dem 2./3. Jahrhundert, gefunden im Rheinland, heute als Leihgabe im Römisch-Germanischen Museum Köln

Nun fangen hier diese Woche die Ferien an. Anscheinend hat es der Wettergott sich mit dem Wetter auch überlegt, daß der Sommer endlich da ist. Wer jetzt nicht in den Süden fahren kann / möchte / darf, hat hier in der Umgebung auch die Möglichkeit, Urlaub zu machen.

 

Hexen suchen sich ja ihre Kraftorte eher intuitiv. Sie gehen auf Wiesen, in Wälder oder nutzen alte Steinkreise, um ihre Magie zu zelebrieren. Genauso kann man sich auch den idealen Urlaubsort suchen, schließlich soll man sich ja auch erholen und Kraft tanken.

 

Um jetzt beides (Kraftschöpfen und was erleben) zu verbinden, kann man in den verschiedenen Städten nach dem Geheimnisvollen forschen. Für Hessen hab ich hier mal ein wenig herum gestöbert und fange mit dem Vorstellen in meiner Umgebung an.

 

Erkundigt euch auch mal nach etwas anderen Stadtführungen, die nicht Nullachtfuffzehn-Bedürfnisse der Stino-Touristen befriedigen. Die nicht nur historische Zahlen und Fakten präsentieren, sondern vielleicht Moritaten alla Jack The Ripper schauderhaft gruselig darstellen. Nicht, daß Jack ein netter Mensch war, aber der Grusel und das Mysterium sind doch genau das, was wir gerne haben, oder?

 

Für Frankfurt kann ich euch (ohne Gruselführung) schon mal berichten, daß Karl der Große – König der Franken – die hessischen Stämme fest im Griff hatte. Die heidnischen Völker wurden dank eines Missionars auch immer frommer, nur die heidnischen Sachsen gaben quasi die Gallier in Hessen und blieben renitent.

 

Da ihr Stammesgebiet weit bis nach Hessen reichte – ganz Waldeck gehörte dazu – schlugen sich die Franken laufend mit ihnen herum. Die Sage erzählt nun, daß die sächsische Übermacht eines Tages so groß war, daß der Frankenkönig lieber abhauen wollte. Er wurde hart von den Sachsen verfolgt und sprengte mit seinem Heerbann durch die Wetterau und erreichte mit letzter Kraft den Main.

 

Die Verfolger am Horizont und der Fluß dank Hochwasser schier unüberwindlich. Gott habe da ein Einsehen gehabt und hätte eine Hirschkuh geschickt, die an der einzigen passierbaren Furt den Fluß überquerte. Karls Reiter folgten ihr und die Franken waren gerettet. Sie errichteten an dieser Stelle ein paar Häuser, daraus wurde ein Dorf und nannte sich dann Frankfurt.

 

Magischer Ort - hier: Königstein im Taunus (made by Luna)
Magischer Ort – hier: Königstein im Taunus (made by Luna)

Sachsenhausen entstand nachdem Karl der Große endgültig über die Sachsen siegte und er dort die Adeligen in wehrhaften Gebäuden auf der linken Mainseite unterbrachte. So waren sie, behauptet die Legende, nicht nur sicher verwahrt sondern wurden auch umerzogen.

 

Kulttempel findet man im Frankfurter Untergrund, im Nordwesten – Heddernheim, Praunheim und in der Nordweststadt – in dem römischen Untergrund. Dort verbergen sich die Reste der Römerstadt Nida, die im 2. und 3. Jahrhundert der Hauptort der „Civitas Taunensium“, dem Verwaltungsort der Provinz „Germania Superior“ liegen. Es sind 4 Tempel, die in der Zeit des Römerreichs einen regelrechten Boom erlebt haben.

 

Ein Sonnenkult aus Persien, der sich über die Hauptstadt Rom verbreitete und in fast allen Orten des römischen Hessens mit Heiligtümern nachgewiesen werden konnte. Mittelpunkt des Kultes ist Mithras. Das größte in Frankfurt gefundene Relief hat einen drehbaren Mittelteil.

 

Es zeigt Mithras beim Töten des Weltentieres, Getreideähren wuchsen danach aus dessen Schweif und aus seinem Blut sproß ein Weinstock. Über dem Gott befindet sich ein Kreis mit Sternzeichen, ein altägyptisches Erbe.

 

Während der religiösen Zeremonien drehte man das Relief und die Anhänger teilten sich Wein und Brot, also eine ältere Kulthandlung als die christliche Variante. Das paßte den Kirchenvätern nicht, die eine ähnliche Erlöserreligion haben und bemühten nun Luzifer, um die unliebsame Konkurrenz mit der älteren Variante aus dem Weg zu schaffen.

 

Witzigerweise flüsterte dieser angeblich den Mithrasanhängern den christlichen Kult ein – eine Kopie BEVOR es das Original gab, und hatten Erfolg. Fanatisierende Christen drängten die Mithrasgemeinden in den Untergrund und zerstörten die Heiligtümer. Den Geburtstag Mithras am 25. Dezember klauten sie auch und erklärten Jesus Christus als „wahren, siegreichen Sonnengott“.

 

Eine Replik des Reliefs (das Original ist nicht zugänglich im Museum Wiesbaden) befindet sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Frankfurt am Main, Karmelitergasse 1. Der Mithraskult wurde im Saalburg Museum in Bad Homburg rekonstruiert.

 

Ach ja… und das mit dem „Eppler“… der wird aus dem Bembel ins Gerippte eingeschenkt und aus Kelteräpfeln der Streuobstwiesen gewonnen. Die alten Apfelsorten können nicht über Winter gelagert werden und ihnen wird häufig die herben Früchte des Speierling zugesetzt, der dem Apfelwein eine typisch hessische Note gibt.

 

Also, entdeckt mal die mystischen Ecken unseres Landes,

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

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