Mysteriöses Deutschland Teil 3

Von Alexander Fiebrandt. Der ursprünglich hochladende Benutzer war Alecconnell in der Wikipedia auf Deutsch - Photo taken Alexander Fiebrandt (eigene Aufnahme); Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.; description page is/was here., CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3949685
Festung Rüsselsheim – hier finden auch tolle Gothic-Veranstaltungen statt!

Wir reisen heute noch ein Stückchen weiter herum um Frankfurt. Die nächste Station ist in Rüsselsheim. Nicht nur Autos gibt es in dieser Stadt, sondern auch die Säulen der Freifrau von Verna. Nicht wirklich ein Mythos, denn die herumliegenden Säulenbruchstücke am Boden sollten den Eindruck erwecken, als wären sie im Laufe der Zeit geborsten und abgestürzt. Besagte Freifrau – die Gründerin des Parks – wollte darauf hinweisen, daß ihr Ehemann bei einem Ritt stürzte und dabei an seiner Zigarre in seiner Kehle erstickte. Doch in dem Stadtpark befanden sich mehrere Staffagen und die sehen eher so aus, als sollte der Sieg der Natur über den Menschen, also die Vergänglichkeit, gezeigt werden. Und als man vermeintlich diesen zerstörten Tempel reparierte, wurde es klar. Damit platzte die Sage der Freifrau für immer. Versteckt zwischen einem Spielplatz und der flußseitigen Parkmauer lädt der luftige Tempel trotz allem zu einem Besuch ein.

Einen echten Zeltplatz der Steinzeitjäger kann man aber direkt an der Adam-Opel-Straße finden. Entdeckt wurde er 1989 am Hang eines flachen Dünenrückens. Archäologen interpretierten den Lagerplatz der ausgehenden Altsteinzeit als „Winterbehausung in Form eines Zeltes mit ovalem Grundriß“. Der Eingang lag an der Westseite, im inneren fand man die Spuren der Feuerstelle. Dort erhitzte man Steine, gab sie ins Wasser und erwärmte so das Wasser bis zum Sieden. Die Werkzeuge (Kratzer, Klingen, Stichel) konnten der „Federmesserkultur“ zugeordnet werden. Damit gilt der zirka 10.000 Jahre alte Lagerplatz in Hessen als archäologische Rarität.

Unsere Landeshauptstadt (und nein… das nicht Frankfurt) Wiesbaden bietet auch das eine oder andere Mysterium. So gibt es in Frauenstein, dem westlichsten Stadtteil Wiesbadens, auf dem Kirchplatz eine gewaltige Linde. Linden (wie Hexen wissen) sind magisch und wurden seit jeher auf Dorfplätzen zu Versammlungen, Gerichten etc. genutzt. In Frauenstein erzählt man sich von einem adeligen Fräulein, das einem Frauensteiner niederer Herkunft verfallen war. Die Nachtigallen waren allabendlich Zeugen dieser heftigen Liebe, doch sie fand ein jähes Ende, als der alte Graf seiner Tochter auf die Schliche kam. Der wütende Vater erstach schließlich den Lover mit seinem Schwert und voller Kummer warf sich das Mädchen über die Brust des Leichnams. Doch auch ihre

CC BY-SA 3.0 de File:WIFrauensteinKircheGeorgsbrunnenBlutlinde.JPG Erstellt: 13. Juli 2010
Georgsbrunnen aus Sandstein mit vier kaskadenartig überfließenden Brunnentrögen vor der Kirche St. Georg und Katharina, am rechten Bildrand die Blutlinde

Tränen konnten ihn nicht wieder zum Leben erwecken. Sie brach einen Lindenzweig und steckte ihn in den blutgetränkten Boden und ging in ein Kloster. Sie soll dort ihr restliches Leben um den Geliebten geweint haben und aus dem Zweig wurde ein Baum. Und so lange soll auch immer, wenn an dem Baum ein Zweig abgerissen wurde, rotes Blut herausgeflossen sein. Die Blutlinde wird auf über 1000 Jahre geschätzt und ist über 15 m hoch.

In Erbenheim fand man zirka 10 cm große Tonfigürchen in der Flur „Kühunter“ in zwei Meter Tiefe mit vielen Keramikteilchen. Die Männchen und Weibchen sind deutlich unterscheidbar, walzenförmig geknetet und haben nur Stummelärmchen. Möglich ist eine kultische Bedeutung, aber man findet in dieser hallstattzeitlichen Siedlung immer wieder Reste bei Bauarbeiten.

In Biebrich fand man vor über 80 Jahren einen unermeßlichen Schatz am Rheinufer. Trotzdem suchen sie diesen Schatz noch immer. Die bizarre Geschichte begann im Frühjahr 1921, als die Farbenfabrik Kalle einen neuen Ladekai bauen ließ. Die Baufirma stand unter Druck, denn dieser mußte vor dem Frühlingshochwasser fertiggestellt werden. Mit einem Bagger wurde dabei ein brauner Ledersack zutage gefördert, in dem verklumpte Metallscheiben waren und der Polier sie als Schrott in den Beton werfen ließ. Nach dem Feierabend holte sich der Baggerführer den Rest des Schrotts, der liegengeblieben war und entdeckte, daß die Scheiben alte Münzen waren. Er verhökerte 46 Münzen, von denen zwei Dutzend schließlich in das Museum Wiesbaden gelangten.

Der einbetonierte Rest wird auf zirka 5000 Münzen geschätzt: Silber-Denare aus dem achten Jahrhundert, fränkisches Geld aus dem Reich Karls des Großen. Wie kam es aber da hin? Archäologen glauben, daß ein friesischer Kaufmann auf dem Heimweg war und der Geldbetrag bei einem Schiffsuntergang mit versank. Allerdings könnte es auch Karl dem Großen gehört haben, denn im Jahre 795 lud er die Edlen seines Reiches zu einem Meeting (hihi) und dabei sollte es um Geld gegangen sein. Die Staatskasse könnte also im Rheinknie bei Biebrich versunken sein. Schatzsucher sind bisher gescheitert, da die Sonden zwischen dem Stahl im Beton das Silber nicht orten können. Wer möchte es also versuchen?

Nun könnte ich noch etwa über die einheimischen Vögel, die Großsittiche und Amazonas Papageien schreiben, aber die könnt ihr euch im Schloßpark und der Rettbergsaue selbst ansehen. Halsbandsittiche, Alexandersittiche und Gelbscheitel-Amazonen sind wohl mal vor Jahrzehnten einer Voliere entkommen und finden seitdem genug Futter, um zu überleben und sich zu vermehren.

Viel Spaß also beim Entdecken und finden, wer den Schatz entdeckt… gib doch bitte Bescheid, anschauen möchte ich ihn mir auf jeden Fall!

Gruftige Grüße

Luna ^v^

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