Mysteriöses Deutschland Teil 6

Von Geraldstiehler - de.wikipedia uploaded by Geraldstiehler as de: (Eigenes Foto, leichte Retouche.), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=912559
Torturm der Burg Frankenstein bei Nacht

Das M’Era Luna ist nun auch wieder Geschichte – ich hoffe, die dort waren, hatten sehr viel Spaß. Immerhin geht es nicht nur um Musik und die Bands, ich weiß von vielen, dass sie auch dort hin fahren, um mit ihren Freunden eine gute Zeit zu verleben. So können Freundschaften auch über Distanz gehalten werden, leider wohnen ja die nettesten Menschen meist sehr weit entfernt. Festivals haben daher einen familiären Charakter.

Aber auch die Daheimgebliebenen haben so ihre Anlaufstellen, an denen man Gleichgesinnte treffen kann. Ich war an diesem Wochenende in Hadamar, beim ersten Dunkelbuntmarkt (checkt hierzu auch BlackRose’s Bericht) und in Friedberg auf dem Mittelaltermarkt. Und am Sonntag habe ich mir im Archäologischen Museum die Lego-Zeitreise angesehen. (Und den Mithraskult 😉 ). Daneben auch noch das eine oder andere Stück zum Schmunzeln entdeckt.

Apropos Mithraskult: Auch in Friedberg hat man anscheinend drei Tempel dazu entdeckt, zudem gibt es Berichte über die Hexenverbrennungen und die Römer haben auch ihre Spuren hinterlassen. Schaut es euch gerne mal an. In Hadamar ist eine große psychiatrische Klinik und das brachte mich auf den Gedanken, mal nach Darmstadt und zur Burg Frankenstein zu springen.

Hoppla. Aber Mary Shelley hat sich angeblich die Burg als Namensgeber ihres Dr. Frankenstein genommen, der sein legendäres Monster geschaffen, das auch heute noch Thema zahlreicher Filme und Geschichten ist. Sie war im Sommer 1816 mit Lord Byron, Polidori und Claire Clairemont am Genfer See, als sie ihre Geschichte entwarf. Allerdings wird die Burg im Roman mit keinem Wort erwähnt.

Es gibt aber auch andere Sagen rund um Darmstadt, so soll der Ritter Georg dort einen Lindwurm besiegt haben. Dieser Lindwurm terrorisierte das Örtchen Nieder-Beerbach und ließ sich nur mit dem Fleisch von Jungfrauen besänftigen. Als der Sage nach Georgs heimliche Geliebte auch dem Untier geopfert werden sollte, kam dieser in die Pötte und erledigte den Lindwurm, starb aber auch durch dessen Gift.

Wer einen Schatz suchen möchte, der sollte seine Kristallkugel befragen. Diese (und alte Sagen) prophezeiten einen Goldrausch, der 1763 zu einer wilden Suche und Grabungen führte. Gefunden wurde nichts, es blieb nach einem Todesfall nur ein Chaos an Höhlen, Schächten und Löchern. Zwei weitere Suchen wurden Jahre später durchgeführt, doch nach einem weiteren Todesfall wurden auch diese beendet.

Für die Hexen habe ich aber auch noch etwas: Am Ilbes-Berg gibt es magnetische Steine. Diese sollen der Legende nach durch Hexen entstanden sein. Dieser Platz gilt nach dem Brocken als zweitgrößter Kultplatz. Allerdings erst nach neueren Aufzeichnungen, in den historischen Papieren aus der Zeit der Hexenverbrennungen war eher Griesheim der Treffpunkt.

Von Pascal Rehfeldt - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40398233
Magnetische Steine am sogenannten Magnetberg

In Roßdorf stehen 13 markante „Langsteine“, die (unbelegten Quellen zu Folge) auch als Kultstätte in der Vorgeschichte genutzt wurden. Sie bestehen aus Granitporphyr, der nicht in dieser Gegend vorkommt und von Menschen aktiv dort hingebracht wurden. Diese Menhiranlage ist in Hessen einmalig und zeitlich nicht zu einordnen.

Die sichtbaren Reste des Steinkreises (der vierzehnte Stein wurde von einem erbosten Bauern mal weggesprengt, da er ein „Mähhindernis“ war) sind bei den Hirtenwiesen nördlich von Roßdorf. Orientiert euch an dem Ruthsenbach, der an den Menhiren vorbeifließt.

In Schlierbach gibt es für uns Freunde der Nacht einen alten Friedhof mit seltsamen, für die Gegend sehr untypischen Grabmale. Diese sehen aus, als hätte man vergessen, an den Grabkreuzen den Querbalken anzubringen. Die Schlierbacher nennen diese Holztafeln „Stickel“, von denen ein Brauchtumsforscher vermutet, dass man die Toten darauf früher zu Grabe getragen habe. Nicht glaubwürdig, meinen andere, da die Odenwälder in dem Fall nur halb so dick und groß gewesen sein können, wenn man die Größe der Stickel ansieht.

Von Hans Walter - Von Hans Walter am 30. Juli 2005 in die deutschsprachige Wikipedia geladen., CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5702913
Stickelfeld auf dem Schlierbacher Friedhof

Diese Grabsitte beruht vermutlich eher auf den zwinglianisch geprägten Calvinismus der Kirchengemeinde. Dort ist es verboten, ein Kreuz darzustellen und auch Altarbilder und Heiligenfiguren gibt es nicht. Allein Bibelzitate sind gestattet. Die Gräber sollten aus diesem Grund wohl auch nicht gegen die Gottesgebote durch ihre Form und Bemalung verstoßen.

Bleibt als letztes noch die Burg Frankenstein selbst, die ihr euch auch ansehen solltet. Wer mag und einen festen Magen und keine Angst hat, kann es demnächst machen, denn um Halloween herum gibt es dort ein großes Spektakel. Professionelle Erschrecker legen los und jagen dem Volk Gänsehaut über den Rücken. 😉

So, jetzt brauche ich aber ein wenig Sonne und Wärme,

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

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