Nacht der Maschinen und Rivetheads

Hier finden in Frankfurt und Umgebung regelmäßig „Nacht der Maschinen“ Events statt, bei denen sich dann die Gemeinde der Schwarzen Szene zu Industrial Klängen tanzend bewegt. Ich gebe zu, auch diese Musik gefällt mir, nur nicht in Dauerendlosschleife und wenn sie mich an zwei blecherne Mülltonnendeckel, die aufeinander gehauen werden, erinnert. Da ich ja aus der Metal-Ecke musikalisch herkomme (ja, meine erste große Liebe war nun mal Alice Cooper und nicht die BSB… oder Take That – urks – ich kann es nicht ändern), liegen mir Sounds, die eine Gitarre erzeugen kann eher als elektronisch mit einem PC gemachte Klänge. Aber am Freitag habe ich erfahren, dass einige Industrial – Musiker tatsächlich ihre Mucke machen, in dem sie auf metallene Geräte und Teile schlagen. Röhren, Platten… Okay… nun ist das doch etwas in die Richtung „blecherne Mülltonnendeckel“ *grins*. Aber Die Krupps zum Beispiel, die finde ich gut. „Der Amboß“… schöne 8 Minuten Mucke. Also, ihr Lieben, versucht mal in diese Musik reinzuhorchen, vielleicht gefällt euch ja auch das eine oder andere.

Die Rivetheads  oder kurz „Rivets“ sind da schon Fans der Industrial- und der Gothic-Musik. Sie kleiden sich recht martialisch in Leder, Ketten, verschiedener Hardware aus dem Baumarkt, Nieten und andere solche Materialien. Industrial und Gothic-Mucke sind enge Cousins. Sie überlappen, denn Elemente ihrer Stile sind gegenseitig vorhanden. Dabei ist die Industrialmusik ein Gegenstück zu der „Hippiemusik“, ein Entwurf, der nicht der „Friede-Freude-Eierkuchen“ Mentalität entsprechen soll. Sie ist so hart, modern, SAMSUNGwie das Leben um uns herum. Gothic und Industrial sind zwei verschiedene Bewegungen, auch wenn sie miteinander verschmelzen durch die gothischen Subkulturen. Wo das gothische mehr melancholisch, spooky und emotional ist, zeigt sich das Industrial mehr wütend, experimentell und laut. Moderner Industrial beinhaltet sogar EBM, Futurepop, Powernoise, Aggrotech (TerrorEBM), Coldwave, Elektro, Dark-Elektro und Industrialmetal. Sehr verwirrend, was?

Das „Rivet“ in „Rivethead“ kommt von den Metallbolzen, die in den industriellen Konstruktionen und Bauwerke der Architektur verwendet werden. Der Anhang „Head“ ist gleichzusetzen mit „Fan“ oder „Anhänger“ (vgl. Metalheads 😉 ). Rivetheads bevorzugen kleidungsstilmäßig den Armylook mit dem Zusatz „Military-Kleidung“, wie Fliegerjacken, Orden, Pins, Patches und Kampfstiefel. Diese Rivets lieben den zornigen deutschen Elektronik Sound und sind dabei aber auf keinen Fall in die Richtung der Nazis zu zuordnen oder damit verbunden.

Musikalische Beispiele für die Rivets sind unter anderem: Skinny Puppy, Nitzer Ebb, Front 242, :wumpscut:, Frontline Assembly, E-Craft, Nine Inch Nails, Grendel, Leæther Strip, Hocico, Velvet Acid Christ, Reaper, Ministry und noch viele mehr.

Also, meine Lieben, drängelt mal durch die Clubs, hört rein und schaut euch die Rivets mal an. Wer sich hier in meiner Aufzählung noch nicht wiedergefunden hat… nächste Woche gibt es eine neue Folge der GothicTypen. Bis dahin sehr dunkle Grüße von eurer

Luna

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