Ein Powwow in Frankfurt

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Heya nana heya nana hey!

 

Nachdem dieses Wochenende ein Powwow stattfand, dachte ich, ich informiere euch einmal darüber. Ein was war in Frankfurt?

 

Ein POW WOW. Der Begriff stammt aus der Narrangansett-Sprache und bedeutet spiritueller Führer des Krieges oder Schamane. Was ein Schamane ist, können sich sicher einige unter euch zusammenreimen, die anderen sind vielleicht sogar schamanisch tätig.

 

Schamanen gibt es in allen Kulturen, es sind die Führer oder Spezialisten, die mit magischen Mitteln die Menschen mit der geistigen Welt verbinden. Sie setzen ihre Fähigkeiten zum Wohle der Menschen ein, beziehungsweise ihrer eigenen Gemeinschaft. Das heißt also nicht unbedingt, dass sie nur „Gutes“ tun, also per unserer Definition „weißmagisch“ tätig sind.

 

Sehr wohl können sie auch „schwarzmagisch“ gegen Feinde schlagen, um das eigene Volk zu verteidigen. Nur, dass ich das hier mal erwähnt habe. Magie ist weder schwarz noch weiß (und wer behauptet, immer nur weißmagisch zu arbeiten, schwindelt gewaltig!), Magie „ist“.

 

Die Powwows entstanden etwa um 1850 bei den Ponca und Omaha und waren öffentliche Veranstaltungen der Krieger. Sie stärkten damit ihre Gemeinschaft in psychischer und sozialer Hinsicht, wie es heute auch unsere Volksfeste tun.

 

Verschiedene Stämme adaptierten und erweiterten die Bräuche mit ihren eigenen und verbreiteten sie, bis sie dann ihre Bedeutungen verloren. Die Indianer wurden gezwungen, in Reservaten zu leben und da gab es dann keine „Krieger“ mehr. Doch sie hielten an ihren Powwows fest, vereinfachten sie in gewissen Teilen und machten sie an anderen komplexer.

White Buffalo Woman gemalt von © Hermann Haindl
White Buffalo Woman gemalt von © Hermann Haindl

Nun ist es irrelevant, ob die Teilnehmer Krieger waren oder nicht, es kam nur noch darauf an, aus welchem Naturraum oder von welchem Erdteil die Mitglieder abstammten. Aspekte des Sports und des Spiels kamen hinzu und im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Powwow in ganz Nordamerika und fand auch in Europa ihre Anhänger.

 

Ab 1970 wurden die Powwows als „heidnische Tänze“ angesehen und waren nur noch an Feiertagen erlaubt. Und heutzutage finden sie nur noch als Tanzwettbewerbe statt, wobei die Kultur aber immer noch eine Rolle spielt und Beachtung findet. Powwows werden übrigens NICHT wie Living-History-Darstellungen von Hobby-Indianern „nachgespielt“.

 

Doch es scheint dem Besucher ähnlich, wie ein Country und Western Event (oder Mittelaltermarkt!!!), denn auch hier pflegt man bewusst seine Traditionen und zeigt diese durch Trachten, Abzeichen, Symbole, Tänze, Rituale und Zeremonien, Sprache, Lieder, Geschichten, Sport und Spiel. Es ist wie ein eigener Kosmos und doch viel mehr als ein Reenactment.

 

Vergleicht es mit einer ernsthaften Betrachtung eines Mittelaltermarktes, bei dem die Teilnehmer in Lagern leben und wirklich bemüht sind, alles originalgetreu nachzuleben. Fantasyelemente sind auch hier eher unerwünscht.

 

Da ein Powwow aber immer auch die Vermischung der Traditionen und Kompromissfindung für Probleme und somit ein Friedensangebot zwischen den Parteien fördert, kristallisiert sich also auf diesem Weg der Wunsch nach einer „gemeinsamen“ indianischen Kultur heraus.

 

Wie sieht das nun aus?
Ein großer Bestandteil ist der Tanz und die Musik. So gibt es dann verschiedene Tänze, wie den Traditionellen Tanz der Männer, den Traditionellen Tanz der Frauen, den Grastanz der Männer, Glöckchenkleidtanz der Frauen, den Fancy-Federtanz der Männer

Traumfänger
indianischer Traumfänger

und den Fancy-Schaltanz der Frauen.

 

Musik wird generell live vorgetragen und durch vier bis zehn personenstarken Gruppen mit Trommel. Bei ihnen steht die Trommel wie eine geehrte Person im Zentrum der Veranstaltung und darf zum Beispiel nicht verlassen werden. Es gibt verschiedene Powwowlieder mit Rhythmen und Texten für jede Gelegenheit und es werden täglich neue Lieder komponiert.

 

Am Ende des Powwows werden die besten Tänzer und Musiker geehrt und prämiert.

 

Nun genießt die Hüter des Andenkens an die großen Stammesmitglieder und der alten Traditionen ich wünsche euch einen aufregenden Sonntag!

 

Eure Luna

 

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