Römische Götterwelt – Teil 4

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Letzte Woche haben wir einen Ausflug in die griechische Mythologie gemacht. Jetzt zu sagen, die römische Mythologie wäre ein billiger Abklatsch, ist zu einfach. Sicher, die Römer haben sehr viel importiert und von den Griechen übernommen, aber das ist bei der Geschichte der Römer sicher normal.

 

Die Römer haben ihr Imperium ausgedehnt und erweitert und somit von vielen angestammten Kulturen die Gottheiten kennengelernt und auch übernommen. So gibt es trotzdem auch naturgemäß viele Parallelen in den einzelnen Religionen. Und nein, ich behaupte nicht, dass alles ein und der selbe „Gott“ am Ende ist, der hinter allem steht.

 

Jeder schafft sich seinen eigenen Pantheon, jeder muss selber wissen, woran er / sie glaubt und was wichtig und richtig ist. Deswegen heißt es ja auch „Glauben“ und nicht „Wissen“.

 

Menschen in jeder Zeit mögen Geschichten, das ist heute so und war damals sicher nicht anders. Versetzten „Theaterstücke“ die Menschen damals in eine andere Welt, so wie heute unzählige Soaps und „Doku Soaps“. Deren Wahrheitsgehalt ist mit Sicherheit genauso groß, wie eben damals die Erzählungen und „Überlieferungen“ wie und wann etwas entstanden ist.

 

Nun begann die römische Mythologie als einfache Bauernreligion, die Natur wurde personifiziert und verlangte, dass man sich an genaue Riten hielt. Jede Gottheit hatte ihre eigene Aufgabe und Funktion und wenn man eben diese Riten – zum Beispiel bei einer Opferung – genauestens einhielt, dann mussten sie wohlwollend auf die Menschen wirken.

Machte man einen Fehler (was bei der Fülle der Regeln mit Sicherheit öfters vorkam), dann zog man sich den Zorn der Götter auf sich.

 

Schließlich übernahmen die Römer aber griechische Mythologie, doch ist die griechisch-römische Mythologie nicht nur von Heroen und Göttern bevölkert. Sie kannten auch Geister, Dämonen und Personifikationen. Es waren so viele, dass sie Angst hatten, eine Gottheit zu vergessen oder zu übersehen. Der Einfachheit halber wurden sie dann als „Novensilis“ zusammengefasst, um einfach sicher zu gehen.

 

Vindobona Hoher Markt-142Im römischen gab es keine feste Rangfolge der Gottheiten, allerdings galten Jupiter und Juno als höchste Gottheiten. Sie bildeten Paare: Jupiter und Juno, Neptun und Minerva, Mars und Venus, Apollo und Diana, Vulcanus und Vesta, Mercurius und Ceres. Interessant, dass auch hier die Zahl 12 eine wichtige Rolle spielt…

 

Ein Mythos, ähnlich der griechischen Mythologie, schufen die Dichter Ovid und Vergil, letzterer hielt die römische Gründungssage ihrer Stadt durch die Brüder Remulus und Romus fest. Die „Aeneis“ ist somit der Nationalepos der Römer.

 

Ihre Kulte übten die Römer teilweise öffentlich aus, mit Priestern und Gesetzen nach Kalendern, bei denen sogar andere Götter „abgeworben“ wurden, um die Gegner politisch wohlgesonnen zu stimmen. Und auch die Herrscher ließen sich teilweise auch gerne als Götter verehren.

 

Der private Kult hinterlässt weniger Einblick und Informationen, da sie kaum an Kalender und offiziellen Teilnahmeverpflichtungen gebunden waren. Doch es gab private Kultschreine und Altäre, an denen die Handlungen durchgeführt wurden. Meist von einem Hausherrn des Familienvorstandes oder einem Priester der öffentlichen Behörde. Letzterer wachte darüber, dass zum Beispiel der Totenkult auch juristisch einwandfrei von Statten ging.

 

Bekannt war auch die Gespensterfurcht der Menschen damals. Man hatte für die Geister der Verstorbenen auch verschiedene Bezeichnungen. So waren lares gute Totengeister, larvae (aufgrund von Vernachlässigung des Kults) böse und manes die neutralen Totengeister. Das ist aber eine nachträgliche Konstruktion, die Bezeichnungen wechseln von Autor zu Autor. Auf römischen Grabsteinen findet sich die geläufige Formel D.M., das heißt: dis manibus ( also: den Seelen der Toten).

 

Zauberei war eine fast alltägliche Praktik in dem Leben der Menschen und nahm teilweise groteske Formen an. Der Übergang von Glauben, Zauberei und Medizin war fließend, auch war die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Glauben durchlässig.

 

House altar, Herculaneum 2005Dabei war dann alles, was durch die „einfachen Leute“ an religiösen Praktiken durchgeführt wurde und im Widerspruch zu den Gelehrten stand, als „Superstitio“ (Aberglaube…) bezeichnet. Unter anderem auch die Christliche Religion war superstitio. Als superstitio galt ein nach altrömischem Denken und Handeln verfehlter Kult.

 

Doch wurde das dann anders, als man um das Jahr 380 n. Chr. das Christentum als Staatsreligion erklärte. Von staatlicher Seite setzte man es aber nicht flächendeckend um, die heidnischen Religionen zu vernichten, da diese 392 verboten wurden. Aber man wandelte heidnische Tempel in christliche um, oder zerstörte sie, durchsuchte Privathaushalte nach heidnischen Büchern, verfolgte einflussreiche Persönlichkeiten als heimliche Heiden und funktionierte heidnische Feste und Bräuche um.

 

So, nun entlasse ich euch in den Sonntag, wünsche euch eine schöne Woche (ja, genießt nach Möglichkeit die letzten Sommertage, Mabon und der Herbst nahen…),

eure Luna ^v^

 

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