Manchmal geht ein Jahr schneller herum, als man denkt…

SAMSUNGHappy Halloween! Schönen Samhain! Und einen guten Start in ein neues Hexenjahr wünsche ich Euch!

Hexenjahr? Ja, denn Samhain gilt bei uns Hexen als Sylvester. Eine lange Geschichte, wie dieses Fest von der Kirche vereinnahmt und verändert wurde. In dieser Nacht wandeln die Toten unter uns, da die Schleier zwischen dem Reich der Toten und unserer Welt sind sehr dünn oder nicht vorhanden. Um zwischen den toten Geistern als Lebender unbemerkt wandeln zu können und nicht versehentlich im Reich der Toten zu landen, trugen die Menschen dann eine Verkleidung und sahen so schaurig aus, wie die wandelnden Leichen. Ich persönlich stelle mir das genauso vor, wie bei Walking Dead. Naja. Vielleicht würden die Toten nicht mein Gehirn oder mich fressen wollen… aber sie sind da.

Eine andere Geschichte ist die, wie Halloween entstanden ist: wie Jack O’Lantern den Teufel betrog und so zu böse für den Himmel war, aber dank seines Deals mit dem Teufel nach seinem Tod nicht in die Hölle durfte und nun mit einem Kohlenstück in einer Rübenlaterne des Nachts auf der Erde herumirren muss. Naja, wenn ich mal nach meinem Tod in eine Hölle kommen sollte, dann aber nur mit VIP Bändchen und Freigetränk und der Teufel selbst wird seinen Thron mit den Worten: „Da Herrin, ich habe ihn dir warmgehalten“ wieder räumen…

In Mexiko hat man den schönen Brauch, in der Halloweennacht sein Heim mit bunten Skeletten zu schmücken, La Catrina ziert alles, Zuckertotenköpfe werden auf Kuchen gelegt (ich habe sogar ein Kartenspiel und ein Totenbingo aus Mexiko, da heißt es nicht „Buuhuuu… wie gruselig“, sondern selbst die kleinsten Kinder spielen mit den Karten) und schließlich geht man Nachts auf einen bunt geschmückten Friedhof an das Grab seiner toten Verwandten und feiert mit ihnen. Dort ist das kein Fest des Gruselns oder der Angst, sondern eine willkommene Gelegenheit, seiner toten Lieben nah zu sein.

Dazu fallen mir dann die Graver heute ein. Um gleich einen Irrtum auszuräumen: Graver ist keine Übersetzung von „tot“ oder Grab, sondern die Kombination von Gothic und Raver. Graver sind Fans der elektronischen Musik und der daraus resultierenden Extase. Graver findet man in Clubs und auf Raves. Aus dem einfachen Grund, dass die Raverszene sehr oft mit Drogen in Zusammenhang gebracht wird, sind die mit Kontrollen in den Nachtclubs und Untergrundparties sehr streng. Das ist sehr unglücklich für die Szene, die eigentlich auf den transzendalen Effekten der Musik basiert, aber jeder positive Effekt zieht auch immer einen negativen Aspekt an.

Graver sind oft auch CyberGothics, würden sich selber aber nicht zu ihnen zählen. Optisch dekorieren sie sich mit Neon-Leuchtstäben, glänzenden Plastikbändern, großen Plateauschuhen, Vinylkleidung, aufwendigem MakeUp, schwarzem Blendschutz und sogar weiten „Fat-Pants“. Manche, wie die CyberGothics, mögen Schweißerbrillen und synthetische Haare. Sie mögen harte Beats und tanzen dazu in einzigartigen synchronen Tanzmoves zu Trance, House, Electro-Industrial, Powernoise, Futurepop, EBM und allem weiterem, was des Graver’s Musikgeschmack entspricht.

Musikalische Vorlieben entsprechen größtenteils dem der CyberGothics, da es sich hier oft überlappt: Roter Sand, Combichrist, Funker Vogt, Namnambulu, Neuroticfish, VNV Nation, Apoptygma Berzerk, Assemblage 23, Covenant, And One und und und…

Daher wünsche ich euch nachträglich ein schönes Halloween und einen entspannten Start in den neuen Jahreskreis – die acht Hexenfeste können wir ein andermal beleuchten…
Be blessed,
eure Luna ^v^

(Samhain Altar – Bild gehört Luna 🙂 und darf gerne kopiert und verwendet werden)

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