Schwarze Stories für Schwarzes Volk — Spiele Teil 2

Black Stories- Rabenschwarze Rätsel
Black Stories- Rabenschwarze Rätsel

Ich erinnere mich an das erste Mal in der 7. Klasse. Ich hatte Religion (jepp, um meiner Oma einen Gefallen zu tun, „weil ich ja sonst nie einen Ehemann bekommen werde“, sollte ich gefirmt werden. Also spielte ich mit – gleich nach der Firmung bin ich am nächsten Tag aus der Kirche ausgetreten… was meine Oma zum Glück nie erfahren hat 🙂 ) und eigentlich war der Religionslehrer cool. Und wenn man mit bißchen Beten und interessiert gucken seinen Notendurchschnitt heben kann, hey, warum nicht? Nur so als Tip an die Youngsters hier 🙂 .

 

Er hat mit uns ein Spiel gespielt (er las uns auch aus Roald Dahl’s Buch „Küsschen Küsschen“ vor…), bei dem er einen Satz an die Tafel schrieb und dann Fragen beantwortete, bis wir den Fall gelöst hatten.

 

Der Satz lautete: „Hätte er in einem Raucherabteil gesessen, dann wäre er nicht gestorben.“

 

Okay, ist jetzt sicher nicht politisch korrekt, heutzutage darf man ja kein Raucher mehr sein *zwinker*, aber wir Schüler rätselten relativ lange an diesem Satz.

 

Viele Jahre später fand ich dann ein kleines Kästchen mit Karten darin – die „Black Stories“. In dieser Schachtel waren 50 Sätze, mit denen etwas Mysteriöses beschrieben wurde. Eben so ähnlich wie der Satz oben.

 

Nun kann man anfangen und Fragen stellen. Auf den Satz „Er erhängte sich in einem leeren Raum, nur eine Pfütze war zu seinen Füßen“ könnte man dann fragen: „Hatte er einen Helfer?“ und der Meister darf dann antworten mit „Nein“. So kann man Stück für Stück auf das Geheimnis kommen und die Lösung (auf der Rückseite aufgeschrieben, und das ist die einzige wahre Lösung zu dem Rätsel!) herausfinden.

 

Ist der Rätselmeister milde gestimmt, weist er darauf hin, wenn die Raterunde auf dem falschen Dampfer sitzt, wenn zum Beispiel kein Mensch der Täter war, sondern ein Tier und die Gruppe nur fragt: „Ist es ein großer Mann gewesen?“ Er kann aber auch in die Irre führen, wenn er Fragen beantwortet, die irrelevant sind, wie z.B. die Fragen nach dem Aussehen oder der Kleidung, sofern es nicht ausdrücklich in der Beschreibung der Lösung steht.

 

Je nachdem wie pfiffig der Ratetruppe ist, dauert es länger oder kürzer, bis die Lösung gefunden ist. So kann man sich ewig an einem vermeintlich einfachen Rätsel festbeißen oder die Auflösung schnell finden.

 

Der einzige Nachteil an diesem Spiel ist, daß man jedes Rätsel nur einmal knacken kann. Man braucht also nach den ersten 50 Nachschub. Den gibt es auch, denn der Verlag hat inzwischen mehrere Editionen herausgebracht.

 

Ich habe vier daheim, unter anderem die „Mystery-Edition“, bei der sogar Vampire und Werwölfe ihr Unwesen treiben. Ich hatte auch mal eine „Silver-Edition“, bei der es um Rätsel im Weltall geht. In dem Fall lernt man auch etwas, denn die Lösungen leiten sich physikalisch ab, wenn auch manche Stories eher auf „Star Trek“ und Konsorten als Zukunftsvision zu sehen sind. Aber wer hätte gedacht, daß wir eines Tages die Kommunikator selbst tagtäglich benutzen und es „Handy“ nennen?

 

Rätselkarten...
Rätselkarten…

Wer also Spaß hat, an unkonventionellen und kriminalistisch angehauchten Rätseln sein Glück zu versuchen, hat hier sicher viel Spaß. Und das beste: man ist auf keine maximale Spielerzahl begrenzt, was oft auch gewünscht ist. Zu zweit oder zu zwanzigt kann man spielen. Man kann in Gruppen gegeneinander spielen oder gemeinsam gegen den Rätselmeister. Oder reihum mal den Meister geben.

 

Denkt euch auch gerne andere Variationen aus, spielt mit eurer Phantasie.

 

Nun werde ich noch die beiden Rätsel oben auflösen, seid ihr schon darauf gekommen? Der Erhängte stieg auf einen Eisklotz, um an das Seil zu kommen (aus welchen Gründen auch immer er so kompliziert sein wollte 😉 ) und der Mann im Zug war von einer Augenklinik abgereist. Er sollte erst daheim die Binde abnehmen, tat es aber ausgerechnet im Zug, als dieser durch einen Tunnel fuhr. Hätte er nun in einem Raucherabteil gesessen, hätte er die glimmenden Zigaretten gesehen und nicht gedacht, daß die OP nicht funktioniert hatte, und sich nicht das Leben genommen.

 

Ich werde nun das Rätsel meines verschwundenen French-Toast lösen (ich glaube, zwei pelzige Pfotenträger waren maßgeblich daran beteiligt…) und wünsche euch einen schönen Sonntag,
eure Luna ^v^

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