Das Neue Jahr

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Wir haben es geschafft. Wir sind in das neue Jahr gekommen, als wäre es eine persönliche Bestleistung gewesen. Hmmm…. Dabei haben wir doch einfach nur gewartet, bis es Mitternacht war und Schwupps! Ist es passiert. Alle Shows zu dem vergangenen Jahr sind durch (okay, ich hab schon gesehen, dass es neuerdings Shows gibt, die die Highlights von 2015 zeigen) und wir warten irgendwie auf das nächste Sylvester. In den Bastelgruppen werden die Weihnachtsdekos entsorgt nebst einer Frage: Leute, womit dekoriert ihr denn jetzt? Fasching oder schon Ostern? Bin mal gespannt, wann die ganzen Fake-Kamine rituell verbrannt werden…

Zumindest würde das in die Rauhnächte hinein passen. Das alte Schlechte hinaus und das gute Neue hinein. Dabei das Feuer zum Transformieren benutzen. Und wenn dann noch die Wünsche und Hoffnungen auf die Pappe geschrieben werden, bekommen die Wünsche noch eine andere Energie.

In der 8. Rauhnacht am 1. Januar, am ersten Tag des neuen Jahres, beginnt eine Reise mit unendlichen Möglichkeiten. Alles kommt auf den ersten Schritt an. Traditionell hat dieser Tag sehr viel mit dem Thema „Glück“ zu tun, man verschenkt viele Glückssymbole, wie vierblättrige Kleeblätter, Marzipanschweinchen, Glückspfennige, Hufeisen, Schornsteinfeger…

Orakeln ist natürlich an diesem Tag auch gut, verlasst euch dabei nicht auf den Verstand, sondern immer auf die Intuition. Nehmt euch die Zeit, herauszufinden, was ihr wissen mögt, denn unklare Fragen führen zu diffusen Antworten. Und macht lieber weniger, dafür intensiver in einem entspannten, meditativen Zustand.

Die neunte Rauhnacht führt zum Verzeihen, Versöhnen und zum Friedenschließen. Lassen wir alte Wunden heilen, damit belastende Gefühle wie ein Sack schwerer Steine abgelegt werden können. Schwer, ich weiß. Vielleicht hilft das Ritual dabei: Im Dunklen durchführen, mit einem großen Blatt Papier, Stift, feuerfester Schale, Streichhölzern und drei Kerzen. Letztere symbolisieren die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auf dem Papier dann alle Personen notieren und die Verletzung in Stichpunkten dazu. Eine kleine Räucherung ist optional (zwei Teile Myrrhe mit einem Teil Tanne) reinigt den Raum. In einer entspannten Haltung jede Person auf der Liste vor dem inneren Auge sehen, über das Verhältnis zu ihr nachdenken, verbeugen und aussprechen, was auf dem Herzen liegt. Den Satz mit: „Ich verstehe, dass du damals nicht anders handeln konntest und ich verzeihe dir. Mögest du glücklich sein.“ Diese Übung beenden, wenn man das Gefühl dazu hat und dann das Papier abschließend verbrennen.

In der 10. Rauhnacht werdet achtsam. Öffnet euch dem Hier und Jetzt und grübelt weder über die Vergangenheit oder schmiedet Pläne für die Zukunft. Lasst einfach alles kommen.
In der 11. Rauhnacht übt die Dankbarkeit. Seid für die einfachen, unspektakulären Dinge dankbar. Das kann zum Beispiel sein, wenn Kinder einen Schneemann im Garten gebaut haben, wenn es in der Wohnung schön warm ist, oder wenn wir eine schöne Zeit mit uns selbst verbringen können. Wenn ihr sie mit euren Kindern verbringen wollt, dann nehmt euch für sie Zeit. Kuscheln, Basteln oder Rituale eignen sich sehr gut. Fragt sie nach ihren Träumen und vermittelt ihnen, dass Träumen wichtig ist und die manchmal die Lösung für unsere Probleme bringen. Weckt die Sinne auf, fragt sie, welche Geräusche sie zum Beispiel gerade hören oder macht eine Nachtwanderung. Und formuliert eure Wünsche und Herzensziele.

Die letzte Rauhnacht endet am 6. Januar um Mitternacht. Der Übergang vom alten zum neuen Jahr ist endlich geschafft. Verabschiedet euch endgültig von allem, was in der Vergangenheit belastet hat – es ist vorbei. Jetzt sehen wir nach vorne. Ich persönlich mache mir in dieser Nacht den Neuanfang bewusst, in dem ich die Wohnung säubere, am weit entferntesten Punkt fange ich an, mit dem Rücken zum Ausgang fege ich alles heraus. Dann eine zweite Runde feucht durchwischen. Und dann Fenster öffnen (die Rauchmelder nicht vergessen dabei) und Räuchern. Und zum Abschluss schreibe ich einen Segen über unsere Türe: 20 A+B+W 15 -> Ambet, Borbet und Wilbet sind drei (vor)keltische Muttergottheiten. Ambet die Erdgöttin, Borbet die Sonnengöttin und Wilbet die Mondgöttin.

Nun wünsche ich Euch einen guten Start in das neue Jahr, mögen eure Wünsche in Erfüllung gehen!
Luna ^v^

Das Foto zeigt den jungen Neujahrsmorgen… grün, sonnig und kalt.

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