Stilrichtungen des Metal, Teil 2: Thrash Metal

Die Vorstellung der verschiedenen Metal-Genres geht in die zweite Runde. Diesmal möchte ich mich dem Thrash Metal widmen. Thrash bedeutet im Englischen prügeln/dreschen/schlagen. Wir haben es also mit kraftvoller, man könnte auch sagen aggressiver, Musik zu tun. Thrash Metal existiert schon recht lange. Anfang der Achtziger ging es so richtig los. Damals waren es vor allem Metallica und Slayer, die den Stil prägten und populär machten. Bemerkenswert finde ich, dass diese beiden Bands immer noch wahnsinnig erfolgreich sind, wobei Metallica ihrem damaligen Stil natürlich durch die Jahre nicht immer treu geblieben sind. Ihr erstes Album “Kill ‘em all” ist und bleibt aber eines der wichtigsten Thrash-Metal-Alben überhaupt. Und Slayer (Foto) sind ja irgendwie sowas wie die Könige des Thrash Metal und in der Metal-Szene generell so verehrt und gefeiert wie wenige andere Bands.

Slayer, The Fields of Rock, 2007Vieles aus der Kategorie Thrash kann übrigens gleichzeitig als Speed Metal bezeichnet werden. Speed Metal ist, wer hätte das gedacht, besonders schnell. Das trifft aber unter anderem auch auf weite Teile des Thrash Metal zu. Da der Begriff, was den Musikstil angeht, wenig Aussagekraft hat, wird er heutzutage nicht so mehr häufig verwendet. Ich belasse es daher auch bei dieser Erwähnung und werde mich dem Speed Metal nicht gesondert widmen. Neben dem oft hohen Tempo stehen E-Gitarren und Schlagzeug beim Thrash Metal im Mittelpunkt. Ein E-Bass darf natürlich auch nicht fehlen. Man beschränkt sich also auf das Wesentliche. Der Gesang kommt bei vielen Bands weitgehend ohne Melodien aus. Stattdessen werden die Texte eher wütend hinaus gebrüllt. Das klingt rau und aggressiv und passt damit zum schnellen Instrumentenspiel. Die Ursprünge des Genres sind eng mit dem Hardcore Punk verknüpft, was die Rohheit vieler Songs früher wie heute widerspiegelt.

 

Es gibt gewisse regionale Thrash-Ballungszentren in den USA. Da wäre zum einen die Bay Area in San Francisco, Kalifornien, die einige Größen dieses Metal-Stils hervorgebracht hat. Solch namhafte Bands wie Metallica, Megadeth  (beide ursprünglich aus L.A.), Exodus und Testament prägten den Begriff “Bay-Area-Thrash-Metal”. An der gegenüberliegenden Ostküste des Kontinents war die Region um New York Ort des Geschehens. Anthrax und Overkill sind wichtige Vertreter der dortigen Szene. Im US-amerikanischen Thrash-Metal gelten vier Bands als die „Big Four“: Slayer, Metallica, Anthrax und Megadeth. 2010 gab es eine Tour mit den Vieren. Mit Sepultura aus Brasilien hat auch Südamerika eine großartige Thrash-Band hervorgebracht. Im Norden des Kontinents spielen die Kanadier von Annihilator bis heute richtig guten Thrash Metal.

 

Thrash Metal ist aber keineswegs ein rein amerikanisches Phänomen. Was die Big Four in Amiland sind, das ist hierzulande ein Dreigestirn, das aus Kreator (Foto unten), Sodom und Destruction besteht. Alle drei Bands sind schon seit den Achtzigerjahren aktiv und international bekannt und erfolgreich. So hat deutscher Thrash Metal die internationale Szene mitgestaltet. Wenn das nichts ist! Kreator waren im letzten Jahr auf diversen Festivals als Headliner zu sehen, verzeichnen also nach wie vor große Erfolge. Sodom und Kreator kommen beide aus dem nordrhein-westfälischen Ruhrgebiet, Destruction entstanden in Weil am Rhein in Baden-Württemberg.

Kreator Klub Studio Kraków 18 02 09 044

 

Nun möchte ich noch ein paar Bands erwähnen, die nicht eindeutig dem Thrash-Metal in seiner Ursprungsform zugeordnet werden können, aber doch irgendwie thrashig sind, bzw. sich an Elementen dieses Genres bedienten und diesen weiterentwickelten. Zur Klassifizierung werden mitunter die Begriffe Neo-Thrash oder Groove Metal verwendet, auch wenn ich das kaum jemals irgendwen habe sagen hören. Viele der besagten Bands sind aber ohnehin so bekannt, dass es unter Metallern nicht nötig ist, sie einem Genre zuzuordnen, wie etwa Pantera, Prong oder Machine Head.

 

Und zum Abschluss noch eine Empfehlung für zwei aufstrebende Thrash-Kapellen: Skeletonwitch und Havok. Beide Bands stammen aus den USA und formierten sich Anfang dieses Jahrtausends, sind also noch jung im Vergleich zu den genannten Szene-Größen. Thrash Metal ist nach wie vor fester Bestandteil der Metal-Szene – mit alten wie mit neuen Bands. Davon kann man sich zum Beispiel im November überzeugen, wenn Slayer und Anthrax zusammen auf Deutschland-Tour gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.