Tick Tack Tick Tack…

Von Maros M r a z (Maros) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=169224
Von Maros M r a z (Maros) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Diese eine verflixte Stunde. Es ist wieder soweit, wir haben die Uhren verdreht. Ganz wie bei dem Lied von Paulchen Panther frage ich mich immer, wer an der Uhr gedreht hat. Naja, bei dieser einen Stunde jedes Frühjahr weiß ich es im Prinzip. Aber ich weigere mich, meine Uhren umzustellen. Die, die sich nicht automatisch umstellen, bleiben so.

 

Aber was hat denn Zeit mit Gothics zu tun?

 

Sehr viel, denn irgendwo drückt sich die Sehnsucht um die Zeit und die Beherrschung derselben in vielen Elementen aus. Nehmen wir die Steampunks, die gerne in einer romantisierten „Jules-Verne-Epoche“ mit modernen Elementen leben. Zumindest stylingtechnisch. Altertümliche Optik mit Zahnrädern und Dampfmaschinen und versteckt dann das Smartphone in dem alten Grammophon (für die Youngsters… das Teil würde zum mp3-Player alla Darth Vader sagen, es wäre sein Großvater 😉 ).

 

Im Gegensatz dazu dann die Cybergothics, die mit Lichtschläuchen und metallischen Dekoelementen die „Mensch-Maschinen-Kombinationen“ = die Verschmelzung von Mensch und Technik futuresk darstellen und feiern.

 

Oder die „Vampire“, die bei einem Rotwein und Kerzenschein sinnierend den „guten alten Zeiten“ in ihrem endlosen Leben nachtrauern. Wobei ich mir das nicht wirklich vorstellen kann, daß unsterbliche Vampire gerne festgefroren in der Vergangenheit verharren würden. Ich denke, die sind eher dank ihrer Unsterblichkeit gespannt, auf alles, was die Zukunft bringen mag. Nur ihre Körper wären demnach unveränderlich und zeitlos.

 

Mittelaltermärkte sind auch ein beliebtes Freizeitziel. Dort kann man für einen Tag quasi durch ein Fenster in die Vergangenheit schauen, mit Kleidung, Sprache, Speisen und Handeln eine romantisierte Version des Mittelalters erleben. Als Männer noch echte Kerle waren und Frauen die holden Maiden. (Negatives wird ausgeblendet – sozusagen eine moderne Art der „guten alten Zeit“)

 

Auch in der gothischen Musik wird die Zeit öfters zum Thema, Eisbrecher singen davon, daß sie die Wunden heilt und sich gefälligst beeilen soll (Wenn Zeit die Wunden heilt), Lord Of The Lost beschreiben, daß irgendwann die Zeit kommt, in der alles besser wird (One Day Everything Will Be Okay). Anthrax singen vom Druck, den die Zeit auf einen Menschen ausüben kann (Persistence Of Time), Eisblume singen daß die Zeit nicht stehen bleibt (Zeit bleibt nicht stehen).

 

Von Filmen brauche ich ja nicht wirklich schreiben, oder? Wobei es bei denen eher um Zeitreisen und die Möglichkeiten der verbessernden Veränderung der Vergangenheit geht. Nehmt als bestes Beispiel einfach die „Back To The Future“ Trilogie. Es klaffen Logiklöcher und bestätigen so die Thesen der Physiker, daß man Zeitreisen nicht auf diese Art durchführen kann. Wobei… wenn ich so nachdenke, am logischsten (für mich) ist der Film „Butterfly Effect“ in dem der Protagonist in seine eigene Vergangenheit reist, und zu Zeiten, in denen er schon immer ein „Black Out“ hatte und so minimal etwas verändert, was dann in seiner aktuellen Gegenwart Auswirkungen hatte.

 

Mein erstes Buch war übrigens ein Liebesroman, in der es einen Ritter in die Gegenwart verschlug, er sich dort mit einer Frau zusammentat, weil er feststellte, daß sein Verschwinden die Vergangenheit änderte. Nachdem sie es geschafft hatten, ihn wieder „nach Hause“ zu befördern, stellen sich andere gegenwärtige Probleme heraus und dieses Mal kommt die Frau in seine Zeit. Natürlich auch mit viel Herzschmerz und Liebe bestreut, kann sie ihm seine Zukunft verändern und kommt dann in eine andere, veränderte Gegenwart zurück.

 

Aber was ist denn Zeit überhaupt?

 

Physikalisch ist es eine Abfolge von Ereignissen mit einer eindeutigen, unumkehrbaren Richtung. Philosophisch ist es das Fortschreiten der Gegenwart aus der Vergangenheit in die Zukunft, in der Relativitätstheorie ist Zeit die vierte Dimension.

 

Es ist also der Unterschied zwischen den meßbaren Größen und Parametern und dem Wesen der Zeit, ja, selbst die Psychologie wirft hier noch Begriffe wie „Zeitwahrnehmung“ und „Zeitgefühl“ in den Raum, die Wirtschaft nutzt die Zeit als Wertgegenstand. Und doch kann ich „Zeit“ nicht wirklich erklären, nur die Auswirkungen spüren.zeit

 

Und so frage ich mich, wo die Zeit hin ist, wenn ich auf ein bestimmtes Ereignis in meinem Leben schaue. Warum dauerte es vorher so lange, bis ich auf dem Konzert von XY war und warum ist das jetzt schon 25 Jahre her? Wo, verflixt noch eins, ist das Wochenende hin verschwunden? Und warum muß ich in drei Minuten aus dem Haus und ich bin noch nicht angezogen?

 

Versucht, nicht nur in der Vergangenheit zu leben und entschleunigt den Alltag. Das Festhalten des Moments wird nicht klappen, und mal ehrlich? Wer will schon, daß etwas ewig dauert? (Das führt wieder auf die unsterblichen Klischeevampire, die mit ihrem Denken und Sein in ihrer Zeit festgefroren sind…) Genießt den aktuellen Zeitpunkt, denn alles ist subjektiv. Was für den einen eine Ewigkeit ist, ist für den anderen ein Augenblick. Wie ihr das jedoch empfindet, das könnt ihr bestimmen. Füllt Lange-weile mit schönen Momenten…

 

Einen zauberhaften Restsonntag und gruftige Grüße,

 

eure Luna ^v^

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