Das Verhalten einiger Konzertbesucher und die GutterGothics

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Ich werde wieder auf ein Konzert gehen. Nette Jungs (hmmmm-mmmmh *hust* okay… es sind Männer in schätzungsweise meinem Alter), die ich in Oberhausen schon kennengelernt habe. Gut gekleidet, stets mit Anzug und Krawatte stehen sie auf der Bühne und machen elektronische Musik. Und nun machen sie eine Clubtour durch Deutschland und kommen zu meiner Freude auch nach Frankfurt.

Ich freue mich schon sehr darauf, sie wieder zu treffen und anzuhören. Konzerte hatte ich ohnehin in letzter Zeit öfters – in Mannheim war ich letztens zweimal. Danach war ich sogar mit meiner Freundin auf einer Schwulen- und Lesbenparty – der Pride of Frankfurt. Was musiktechnisch ein kleines Problem darstellte, denn die dort angesagte Partymucke war mir weder bekannt, noch mochte ich sie besonders. Naja, abgesehen von dem Titelsong „Sailormoon“ und das vielleicht auch euch noch bekannte „Backstreet’s Back“ von BSB. (Juhu, ich kannte zwei Songs).

Was mir aber auffiel war, dass einerseits die Homos zu den Heten sehr nett waren, aber auch ziemlich… naja… wie sage ich es diplomatisch? Unhöflich? Trampelig? Frech? Also, ich kenne das von unserer Szene, dass niemand angerempelt oder beiseite geschubst wird. Das ist mir an dem Abend laufend passiert. Man tanzt irgendwo und eine Horde kommt vorbei, rempelt an… und entschuldigt sich nicht. Wir standen vor der Bühne, an dem der Gogo-Tänzer eine Show lieferte, und ein Pulk kam und drängte sich erst dazwischen, dann machte er sich an der Stelle breit, an der man eben noch selber stand. Ich bin nach und nach immer wieder einen Schritt beiseite gegangen, weil man sich einfach dort hinstellte, wo ich stand.

Ich kenne das nicht von unserer Szene. So nett man sich mit den Homos unterhalten kann, so rücksichtslos bewegen sie sich in der Gemeinschaft. Das Tanzen artet in eine Art Pogo oder Ringelpiez mit Anfassen aus. Einfach enttäuschend… und dann darf man fast 15 Euro Eintritt bezahlen? Diese Szene werde ich nicht verstehen, aber ich bin froh, dass ich mal über den Gothic-Tellerrand geguckt habe.

Selbst bei den GutterGothics kann ich mir so ein Verhalten nicht vorstellen. Das ist meines Wissens in der Szene auch überhaupt nicht üblich (oder habt ihr generell schon von Schlägereien auf dem M’Era oder WGT gehört?). Die GutterGothics kommen mit ihrem Stil aus der Grunge- und Punkrock-Szene der 80er und 90er Jahre. Im englischen werden sie auch gerne TrashyGothics oder GrungeGothics genannt. Sie haben das Talent, ihre Kleidung aus allem zusammenzubasteln, was andere wegwerfen würden.

Sie sind Künstler und erfahren im Nähen und zusammenhalten mit Sicherheitsnadeln und kreieren so einen Look mit einer breiten Auswahl von Materialien. Ihr Stil beinhaltet zerrissene Fischnetzhemden, Schnallenschuhe, Shirts mit endlosen Rissen, Löchern und mit Sicherheitsnadeln und Flicken versehen. Die GutterGothic Mode ist vergleichbar mit einer dunkleren Version des GutterPunkStils, der oft weltweit in Bars oder an Straßenecken gesehen wird.

Aber wer sagt, dass alle aus der Schwarzen Szene elegant sein müssen? Zahlreiche Looks können aus einem einzigen Ausflug in einen Secondhandladen geschaffen werden. Die Teile werden auch „gepimpt“ und nach Gefallen umgestaltet. GutterGothics lieben wie alle andere auch MakeUp, wo der schlampigst aussehende Eyeshadow auch 20 Minuten bis zur Perfektion brauchen kann.

Im Gegensatz also zu den eleganten Jungs, die ich die kommende Woche besuchen werde, bevorzugen die GutterGothics im Allgemeinen den Oldschool Dark Punk, Deathrock und Grunge.

Ich wünsche Euch eine zauberhafte Woche, packt euch warm ein, es wird Winter… oder geht noch ein wenig shoppen 😉
Bis nächste Woche,
Luna ^v^

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