Bei Vollmond heulen die Werwölfe… – Spiele Teil 3

Werwölfe - Spielkarten
Werwölfe – Spielkarten

Es war legendär. Wir haben in einem unbekannten Schloß (leider ein Insider, der jetzt nicht näher erklärt werden wird) gesessen, es war Sylvester und wir waren eine große Gruppe. Und langweilig war uns dabei kein bißchen. Denn wir waren in Düsterwald, einem kleinen Kaff im Hunsrück. Und es gab in unserem Dorf Werwölfe…

 

So begann mein erster Kontakt mit dem Spiel „Werwölfe“. Es ist ein kleines, feines Spiel, ein paar Karten und eine Anleitung. Des weiteren braucht man 8 bis 18 Spieler, die idealerweise über 10 Jahre alt sind (jüngere, die die Regeln begreifen, können es natürlich auch spielen).

 

Der Spielleiter verteilt am Anfang der Runde verdeckt die Spielkarten an die Teilnehmer. Das gibt ihnen dann die Rolle vor, entweder Dorfbewohner oder Werwolf. Dadurch definieren sich auch zwei unterschiedliche Spielziele: Die Werwölfe wollen das Dorf eliminieren und die Dorfbewohner wollen natürlich dem Treiben der Werwölfe ein Ende setzen.

 

Nun schauen sich alle ihre Karten an, legen sie verdeckt ab und verraten nichts. Es gibt übrigens auch Zusatzkarten, so können bestimmte Dorfbewohner auch eine mächtige Hexe, eine Seherin, ein Dieb, ein Mädchen oder gar Amor sein. Diese Personen haben dann extra Fähigkeiten, die sich auf das Spiel auswirken.

 

Jetzt beginnt das Spiel. Der Spielleiter kündigt die Nacht an und alle senken ihre Köpfe und schließen die Augen. Ist das getan, ruft der Leiter die einzelnen Charaktere auf und NUR DIESE öffnen ihre Augen und handeln nach Anweisung. Dabei bleiben sie stumm und vermeiden jedes Geräusch, damit sie sich nicht verraten, während die anderen natürlich ihre Ohren spitzen, um Hinweise zu erhaschen. Abschließend schließen sie wieder die Augen.

 

Wenn alle ihre Aufgaben erfüllt haben, erwachen die Dorfbewohner und erfahren, wer das Opfer der Werwölfe geworden ist. Dieser scheidet sofort aus und darf nichts mehr zu der Situation sagen. Alle anderen beraten, wer der Werwolf sein könnte, der natürlich auch so tut, als wäre er ein normaler Dorfbewohner.

 

Beratende Personen, wie das Mädchen oder die Seherin, die lunzen durften, müssen versuchen, zu helfen, dürfen sich aber nicht verraten, damit sie selber nicht in Gefahr geraten. Aber alle Spieler dürfen lügen, bluffen oder die Wahrheit sagen, sie müssen nur glaubwürdig bleiben.

Der Spielleiter verteilt die Rollen...
Der Spielleiter verteilt die Rollen…

 

Nun wählt das Dorf einen von ihnen, den sie als Werwolf verdächtigen und der ausscheiden muß. Der Spieler, der gewählt wurde, dreht seine Karte um, scheidet aus, und darf nichts mehr sagen. Dann schlafen wieder alle ein und eine neue Runde beginnt.

 

Sind alle Werwölfe erledigt, dann haben die Dorfbewohner gewonnen, haben alle Dorfbewohner die Mägen der Werwölfe gefüllt, dann haben diese gewonnen. Na? Welche Gruppe soll es sein?

 

Der Spielleiter kann natürlich mit seiner Art der Führung das Spiel beeinflussen. Er kann lahme Diskussionen anfeuern und die zu hitzigen bremsen. Können sich die Werwölfe nicht auf ein Opfer einigen, so kann er abbrechen und in dieser Nacht werden keine Opfer beklagt. Auch kann er dem Mädchen beim Spionieren helfen und auch sonst sollte er dafür sorgen, daß nicht durch unbedachte Formulierungen oder durch gezieltes Ansprechen die Personen enttarnen.

 

Immerhin kennt er als Einziger alle Rollen, wenn er sie auch vorher verdeckt verteilt hatte. 🙂

 

Genau so kann man locker eine halbe Stunde spielen, bis die Karten neu gemischt werden und die Rollen neu verteilt werden. Im Internet gibt es auch noch andere Varianten, Erweiterungssets (die bei noch größeren Gruppen verwendet werden können) und für die ganz Ungeduldigen unter euch, könnt ihr nach der „Skatkartenvariante“ gucken. Dort werden die Charaktere den Skatfarben zugeordnet.

 

Finde ich aber ein wenig kompliziert, ich gebe zu, ich kann nicht mal Kartenlegen mit dem Skatblatt (da langt es gerade mal für Schummel-Rommé und Mau Mau). Ihr könnt aber auch eure Karten selber basteln, nebst Charakteren und Erweiterungen, und ein schönes Geschenk für einen lieben Freund schaffen.

 

So, nun werde ich eine Meute beschäftigen müssen… zig kleine Werwölfe kommen gleich zu Besuch.

„Werwolf“ von Lucas Cranach der Ältere - Gotha, Herzogliches Museum (Landesmuseum). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Werwolf.png#/media/File:Werwolf.png
Lucas Cranach der Ältere: Werwolf, Holzschnitt, 162 × 126 mm, 1512

 

Einen schönen Sonntag und denkt dran, heute ist Vollmond… Ahuuuuuuuuuuuuuu!

 

Eure Luna ^v^

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