Die wunderbare Rückkehr der Sonne – Weihnachten der Heiden

24122011151

Heute ist die längste Nacht im Jahreskreis. Freut euch, ab morgen kommt die Sonne wieder jeden Tag ein wenig früher und geht etwas später. So richtig sehen und fühlen kann man es erst an Imbolc, aber das macht nichts. Wir wissen es, dank der modernen Wissenschaft, Astronomie und so weiter.

Die Menschen früher wußten es nicht, und da sie alles den Göttern zuschrieben, was in dem menschlichen Leben geschieht – bei Gutem waren die Götter wohlwollend, man lebte anscheinend so, wie sie es wollen; bei Schlechtem war man selbst Schuld und lebte anscheinend ein böses gottloses Leben. Dabei waren die Götter aber auch nicht in einer Person vereint und wie zum Beispiel die griechischen oder römischen Gottheiten auch selbst den Launen in ihrem Dasein ausgesetzt.

So eine Art „Dallas“ oder „Denver-Clan“ für die älteren Gothics unter euch, für die jüngeren die Doku-Soaps und RTL-Serien. Homer füllte ganze Bücher mit den Geschichten der abenteuerlichen Reisen des Odysseus oder man erzählte sich die Geschichten des Halbgottes Herkules. Wenn Euch langweilig ist, „zwischen den Jahren“ (den Rauhnächten), dann lest doch mal ein wenig.

Heute ist also Wintersonnwende und dann beginnen am 25. Dezember die Rauhnächte. In dieser Zeit reist Frau Holle, Percht oder auch Perchta genannt (im südgermanischen Glauben auch Wotan, im nordgermanischen Odin) mit ihrer wilden Horde über das Land. Jeder Tag der 12 Rauhnächte wird einem anderen Monat zugeordnet und um es simpel auszudrücken: die Verstorbenen des Jahres werden „eingesammelt“ und in das Totenreich gebracht.

Deshalb blieb man zu Hause, wenn die eiskalten Winterstürme über das Land zogen, wusch in der Zeit keine Wäsche (die auf den Wäscheleinen aufgehängt dann vielleicht Perchta im Weg sein könnte und sie einfing), gab eine Opfergabe für die Horde und erzählte sich Geschichten und Märchen. Auch die Träume in jenen Nächten waren wichtig, sagten die doch dann Sachen und Ereignisse für das kommende Jahr voraus. Ihr könnt ja mal ein Traumtagebuch führen, schreibt auf, was ihr gesehen habt und wann und lest es in den Rauhnächten 2015 wieder durch. Ist es eingetroffen?

In der heutigen Nacht werde ich an einem Wintersonnwend-Ritual teilnehmen. Wir werden uns von dem Licht verabschieden, bevor es dann symbolisch mit den Herdfeuern ausgelöscht wird. Die Frauen, seit je her die Hüterinnen jenes wichtigen Feuers, übernehmen das. Am Ritualplatz wird dann ein Feuer entzündet werden, mit einer Laterne wird es dann zurück in das Haus getragen und der Herd wieder neu entzündet.

Das Licht wird wiedergeboren, der Sohn der Göttin kehrt auf die Erde zurück. (Sic! Kommt euch bekannt vor??) Nun werden wir unser Festmahl aufwärmen, traditionell eine orangefarbene Suppe, damit wir an das warme Sonnenlicht erinnert werden und dazu gibt es eine Geschichte. Ein Märchen, das uns die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichtes gibt. (Ihr erinnert euch… die Götter sollten wohlwollend gestimmt werden, sonst könnte es ja sein, daß die Sonne für immer verlischt.) Und das Märchen über die wilden Geister und der schaurigen Frau Percht in den Rauhnächten kann auch wie alle Märchen zu brutal sein und nicht unbedingt für Kinderohren bestimmt sein, aber glaubt mir, sie kommen damit besser zurecht, als ihr denkt. Und es ist auch wichtig, daß Kinder erfahren, daß die Welt aus Licht und Dunkel, Gut und Böse, Geburt und Tod besteht.

Und dann wird gegessen und gefeiert. Die herrlichsten Speisen werden aufgetischt und die Opfergabe wird auch nicht vergessen. Man lacht und freut sich, und wir werden auch Geschenke austauschen. Das hat etwas mit der Freude zu tun, auch damit, daß man den anderen wertschätzt. Man gibt sich Mühe, das passende zu finden und demjenigen eine Freude zu bereiten.

Über Rituale und deren Sinn in der Rauhnachtzeit werde ich euch dann das nächste Mal berichten.

Ich wünsche euch nun eine freudige Wintersonnwende und eine besinnliche Rauhnachtzeit,
eure Luna ^v^

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