Es brennt ein Licht in Deinem Fenster…

hexe

Heute beginnt die „heiße“ Phase, die gefühlt schon ein halbes Jahr dauert. In den diversen Gruppen im Internet dekorieren die Damen wie die Bekloppten seit dem Oktober schon ihre Wohnungen weihnachtlich. Dieses Jahr zeichnet sich ein großer Trend zu Wattepad-Kränzen (ich nehm die Dinger nur zum Reinigen meines Gesichtes) und Kaminen (keine Ahnung, wo die aufgebaut werden in den Mini-Wohnungen und Häuschen, die man heutzutage hat – 90 qm auf drei Etagen… aber ein Eigenheim – naja, die Flatscreens von TV, die Tablets und Smartphones nehmen ja kaum Platz in einer Wohnung weg) und Papierröllchenbäume ab.
Das wird dann gepostet und kommentiert und man fragt um Rat und Dekotips von den Mitstreiterinnen. Merkwürdig, keiner hat bisher an diesem Dekokamin neben dem Papierweihnachtsbaum einen Wattepadkranz getackert… Aber, Kreativität finde ich toll und da sehe ich so vieles, Schneemänner aus Plastikbechern, Weinkelche, die zu Adventskränzen weihnachtlich umfunktioniert werden und und und….

Die anderen Gruppen stellen seit dem Sommer ihre Weihnachtswunschlisten für Familien zusammen, jeder wird mit Büchern bedacht, man plant und organisiert. Wieder andere Gruppen posten dann sarkastische und witzige Sprüche, um gegen oder für Weihnachten zu wettern. Finde ich alles großartig. Erstaunlich halt nur, dass es gefühlt jedes Jahr früher losgeht. Kann mich aber auch irren. Warum muss ich Wochen vorher dekorieren, damit es am 1. Advent perfekt ist? Warum muss ein Buchcover besonders hübsch zu Weihnachten sein, damit man es kauft (mir kommt es auf den Text an, nicht auf die Verpackung…)?

Alles so Fragen, die die Welt nicht wissen will, die ihren Sinn machen und sich mir nicht erschließen… Da halte ich mich an meinen eigenen Kalender und meinen Rhythmus. Und für mich zählt der Jahreskreiskalender.

Jahreskreis. Hmmm… was meine ich damit? Ich hatte schon einmal zu der Sommersonnwende ein Ritual beschrieben. Sommersonnwende und Wintersonnwende sind zwei der 8 Jahreskreisfeste, die ich feiere. Dazu kommen dann auch noch 13 Vollmondfeste, wer mag, natürlich auch noch 13 Neumond/Schwarzmondfeste. So gesehen, feiert Hex‘ das ganze Jahr immer irgendein Fest, denn es kommen ja auch noch Übergangsriten – zum Beispiel von der Jungfrau „Tochter“ bei ihrer ersten Menarche (schlagt es nach, Leute!) zur Frau… oder von der Frau zur Mutter usw. (entsprechend auch für Männer), Namensgebungsfesten, Segnungen, Handfastings und so weiter.

Zählt man dann die hier üblichen Feste dazu, die in deutschen Landen gefeiert werden: Ostern, Karneval, Weihnachten… bis hin zu den inzwischen eingebürgerten Festen unserer zugewanderten Mitbürgern (Zuckerfest, Farbenfest…) könnte man täglich feiern.
Da jetzt die Rauhnächte und das Wintersonnwendfest anstehen, werde ich heute als erstes darüber schreiben. Die Wintersonnwende ist das Fest, mit der längsten Nacht, die Nacht, an der das Licht wiedergeboren wird. Seit dem Sommersonnwendfest, dem längsten Tag, zeigte sich die Sonne immer kürzer am Tag, bis sie eben am 21. Dezember am allerkürzesten da ist. Um den Polarkreis taucht sie in dieser Nacht gar nicht auf. Die Menschen hatten Angst, dass sie nicht wiederkehrt und als sie dann am 22. Dezember auftauchte, feierte man sie. Traditionell wurden dann die Herde von den Frauen (den Hüterinnen des Feuers) erst gelöscht und dann in der Nacht, in der die Sonne wiederkam, neu entzündet.

Dieses Ritual habe ich selbst auch schon einmal in einer Scheune des Malers Hermann Haindl mitgemacht und bin bis heute davon berührt. Wir machten ein Ritual, schweigend in einen Garten gehen, dort das Ritual machen, schweigend zur Scheune zurück und dann dort mit Karottencremesuppe, den Ofen neu angezündet und eine Geschichte erzählt bekommen, wie die kleine Spinne die Sonne stahl und zur Welt zurückbrachte. In der heimeligen Wärme, mit warmer sonnenfarbiger Suppe im Bauch und lieben Menschen, die einfach nur gemeinsam ein wenig Gutes in die Welt bringen wollen und vielen, vielen Kerzen…

So wünsche ich euch heute auch ein wenig Licht in diese Welt, denkt daran, jeden Tag kommt sie noch etwas weniger, deswegen müssen wir ein wenig mehr anmachen… lasst euch nicht stressen, denn genau das soll die Adventszeit eben nicht. Der Mensch soll zur Ruhe kommen und sie finden.

Ganz warme Grüße heute
Eure Luna ^v^

Das Bild in dem Beitrag stammt von Axel Schmidt aus Essen. Ich finde es wunderschön 🙂 .

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