Amphi Festival 2017

Dieses Jahr durfte ich das Amphi Festival am Kölner Tanzbrunnen besuchen. Zum Vergleich zu den Vorjahren kann ich nicht viel sagen, da es mein erster Besuch war. Das sollte aber kein KO-Kriterium sein, ich habe schon im Vorfeld einiges im Netz verfolgt und auch von den Fans bemängelte Änderungen daher mitbekommen.

Natürlich müssen die Sicherheitsbestimmungen erhöht werden, nicht nur einmal wurden ja solche Feste von unangenehmen Zeitgenossen gestört und bevor etwas passiert, gehört das dazu. Es hat nichts mit diktatorischen Zügen zu tun, aber auch der Veranstalter möchte den Menschen ein tolles Erlebnis bieten. Und ich muß sagen, er hat es getan und die Security auf und um das Amphi war unaufdringlich und gab einem ein sicheres Gefühl. Vielen Dank gleich hier an Veranstalter und sein Team.

Wir sind also entspannt zu dem Tanzbrunnen „angereist“, erhielten unsere Bändchen und spazierten erst einmal entspannt über das Gelände. Halb 11 war es schon gut gefüllt und im Hintergrund waren die letzten Soundchecks der Main Stage zu vernehmen. So konnten wir zu erst einmal das wichtigste erledigen und die Festival-Shirts besorgen. Man möchte ja eine Erinnerung behalten :).

Auch Programmheft und einen „Amphi-Button“ nahmen wir mit und weiter ging es, einen heißen Kaffee suchen. Zwischen zahlreichen, verführerisch duftenden Freßbuden war das Gewünschte schnell ausgemacht und mit dem heißen Gebräu in der Hand ging es erst einmal direkt auf die Fläche des Tanzbrunnens um die Aussicht zu genießen und die erste Band zu begutachten.

Empathy Test kannte ich bislang nicht, aber sie ließen sich auch nicht durch den plötzlichen Regenguß davon abhalten, die Massen aufzuheizen. Dicht gedrängt fanden sie noch Platz unter den Schirmen vor der Bühne und feierten trotz allem weiter. Kurze Zeit später (inzwischen wieder eitel Sonnenschein) stürmten die Herren der Eisfabrik die Mainstage und boten ihre Songs dar. Wow, im Eisbärkostüm bei der inzwischen doch etwas wärmeren Wetterlage über die Bühne zu tanzen: Chapeau!

Schlag fünf vor eins begann in der Theater Stage Holygramm, während auf der Main Stage Chrom das Zepter übernahmen. Ich muß mir meine Chrom CD mal wieder rauskramen, durchaus mein Geschmack. Am Orbit Stage ging es ab kurz vor zwei los mit Box & The Twins, in der Theater Stage Fabrikc während ich gespannt auf Tanzwut auf der Mainstage wartete. Und sie rockten los! Volles Programm mit Dudelsack und Ohrwürmern. Dazu viel für das Auge, Nebelmaschinen begannen ab dem Zeitpunkt auf der Main zu glühen!

Halb parallel liefen dann in den beiden anderen Stages Torul und Frozen Plasma sowie Aeon Sable und Henric De La Cour, als die Jungs von Lord Of The Lost ihr Unwesen auf der Main Stage trieben. Immer wieder eine Augenweide, wenn Chris und seine Mannen in voller Maskerade die Menge anheizen. Und Gared Dirge… selbst als regenbogenfarbiger Glitzerguy machte er eine verdammt gute Figur am Theremin. Wie immer fragte ich mich, was für ein Instrument dieser Mann nicht spielen kann. Ich mußte nur grinsen, bei „Dry The Rain“ haben sich wirklich die Wolken verzogen – haben sie etwa vorher Backstage damit den Regenguß vorhin vertrieben? Man weiß es nicht, man munkelt nur…

Nun ging es mit großen Schritten allmählich auf die Headliner des Abends zu, ein Toilettenbesuch (wirklich sehr sauber, aber die Schlange davor… sehr lang!) und was zu futtern wäre nett. Ich konnte mich auch an den Ständen umsehen und den einen oder anderen Schnapper an Klamotte ergattern. Wirklich sehr schön, wie man im Hintergrund Musik hören konnte (Diary Of Dreams), immer mal wieder einen Blick gen Bühne werfen und dabei sehr leckeres Essen vertilgen konnte. Die Auswahl bei letzterem war absolut groß. Für jeden was dabei – süß, vegetarisch, Fleisch und Fisch. Und zu den Preisen kann ich mich nicht negativ äußern, es war absolut angemessen. Niemand wurde mit einer Currywurst für 10 Euro über den Tisch gezogen, der riesen Döner lag mit 7 Euro, das Lachsbrötchen (gegrillt über der Flamme und wirklich MÄCHTIG) in dem selben Preis-Segment und waren wirklich lecker. Selbst die Getränke entsprachen denen in der Gastronomie – und man konnte jederzeit seine Pfandflasche am Getränkespender gratis mit Wasser auffüllen. Wenn man die Pfandmünze nicht abgab, war die Flasche auch am nächsten Tag nutzbar und erlaubt, auf das Gelände zu tragen.

Überhaupt waren die Taschenkontrollen nicht so streng, wie man im Vorfeld befürchtete. Rucksack ging (da man ja morgens meist noch keinen Merch drin hatte, war auch aufmachen, reingucken lassen, kein Problem) mit auf das Gelände und auch abgetastet wurde meines Erlebens keiner. Die Security handelte stets korrekt und wenn man eine Frage hatte, waren sie mega freundlich und klärten gerne die Lage. Daumen hoch!

Während also nun langsam alle Acts parallel die drei Bühnen betraten – Diary Of Dreams vs. Kite vs. Esben & The Witch und im zweiten „Paket“ dann Fields Of The Nephilim vs. Nachtmahr vs. Diorama, füllte ich also meinen Flüssigkeitsvorrat auf, denn ich wollte an dem Abend Die Krupps erleben, die zeitgleich dann mit Clan Of Xymox (Orbit Stage) und VNV Nation (auf der Main) in der Theater Stage spielen würden.

Und wow, es hat sich gelohnt. Die Krupps rockten die Bühne, hämmerten auf Eisenrohren zu genialen Lichteffekten und versetzten das Publikum so in Ekstase, daß mir netterweise ein Ordner mal zur Hilfe kommen mußte. Immer wieder tanzte eine „Dame“ so wild, daß sie mich anrempelte und uneinsichtig weitermachte. Zwei Meter entfernt hampelte sie weiter, ließ mich aber in Ruhe und ich konnte weiter die Show betrachten.

Ich gebe zu, ein wenig geschockt war ich, als nach der Zugabe der Krupps-Frontman seine Eisenrohre von dem Gestell hebelte und mit einem mords Kraftaufwand dann in den Fotograben schmiß. Was sind die anwesenden Fotografen gehüpft! Alle fünf Rohre landeten auf dem Parkett, bevor er dann mit einem riesen Satz in das Publikum stage-divte. Mit offenem Mund tippte ich meinen Nebenmann an und erkundigte mich, ob das bei der Band so üblich sei und erhielt die Antwort: „Ja, wenn er mit dem Konzert zufrieden war!“ Also, der Gig ein voller Erfolg!!!

Die Aftershow-Party habe ich nur angerissen, da einerseits es ziemlich voll wurde, der Boden schon ein wenig klebrig und der Rückweg zu meiner Schlafgelegenheit ein wenig weiter war. Es war wirklich ein toller erster Tag auf dem Amphi.

(Von den nächtlichen Aktivitäten der Kids, die ihre BMX irgendwas Meisterschaft bis morgens um fünf neben unserem Wohnwagen feiern mußten, nebst dem unfähigen Taxler, der seine Diebstahl-Alarm-Anlage nicht in den Griff bekam und uns mit gefühlten 3 Stunden Dauergehupe beim Schlafen störte, will ich jetzt gar nicht erst reden und mit dem Jammern anfangen.)

Am nächsten Morgen in die frische Klamotte geworfen und mit ordentlich Make-Up den Schlafmangel kaschiert, lief ich als erstes zum gestrigen Kaffeestand auf und verpaßte mir eine ordentliche Koffeindröhnung. Vielen Dank übrigens an den Einlaß, der mir zu meinem papiernen Presse/VIP Bändchen noch ein original Amphi-Stoffbändchen überließ, das ich mir als Erinnerung an meine Pinnwand heften kann.

Nach kurzem Lagecheck an den Ständen ging es dann auch gleich los mit der ersten Band an der Mainstage Massive Ego. Dieses Mal füllte sich das Areal bedeutend schneller als noch am gestrigen Tag. Die Menge war heiß auf Musik! Das bedeutend kühlere Wetter am zweiten Tag trieb die Menschen zu mehr Tanzaktivität.

Während M.I.N.E. ihre Songs zum Besten gab, lief mir die Truppe von RRoyce über den Weg und Casi unterhielt sich kurz mit mir. Dabei erfuhr ich, daß sie am 26. Januar 2018 auch wieder mit Eisfabrik in Frankfurt auftreten werden. Natürlich werde ich es mir nicht nehmen lassen, dort dann aufzulaufen. Für ein weiteres Gespräch war die Lautstärke nicht geeignet, ich denke, die Sache mit der Whatsapp-Gruppe sollten wir in Angriff nehmen *smile* …

In der Theaterstage begann ab 12.55 Uhr das Programm mit Lucifer‘s Aid, denen dann Near Earth Orbit folgten und in der Orbit Stage dann We Are Temporary zeitgleich zu meinen Favoriten Stahlmann, die auf der Main rockten. Diese spielten einen Teil der neuen CD „Bastard“, die ja erst im Juni frisch auf die Ladentische gekommen war. Eine Wahnsinns-Stimmung! Frank Herzig freute sich zudem sehr über das Geburtstagsständchen der Fans.

Und gleich folgte auf der Main das nächste Highlight: Das Ich hatten eine interessante Konstruktion aufgebaut, ich hatte fast den Eindruck, die Musiker stehen auf Sagways, während sie ihre Instrumente bedienten. Doch es waren eher zwei krakenartige Arme, die den Effekt hervorriefen. Während dann The Other sowie Merciful Nuns in der Theater Stage und Rummelsnuff und Orange Sector und Winterkälte auf der Orbit waren, genoß ich auf der Main Hocico (nun weiß ich auch, wie das ausgesprochen wird Ho-Zi-Zo, wie Mark Benecke charmant ankündigte).

Den nächsten Regenguß überstanden aber alle, ein Meer von Schirmen spannte sich vor der Main Stage, während gefühlte Sintfluten herabstürzten. Dabei behauptete doch die lokale Wetterapp, daß es erst Mitte der Woche wieder regnen sollte… aber es gehört wohl dazu, daß man bei einem Festival pudelnaß wird – solange man nicht in Matsche versinkt, ist doch alles im Grünen Bereich…

Während Combichrist verschaffte ich mir dann einen letzten Rundgang über die Stände, inspizierte noch einmal die Waren und betrachtete die wunderbar gestylten Anwesenden. Dann auch den einen oder anderen Freund, der über den Weg lief und die letzten Neuigkeiten und Klatsch mit mir austauschte. So erfuhr ich, daß die Orbit Stage gut verkehrstechnisch angebunden sei und auch sonst interessant seien, wenn man eine kleine Stadtrundfahrt genießen wolle. Erfreulich, wenn man diese Zeit dann gut nutzen kann, immerhin mußte sie dank des wirklich tiefen Wasserstandes weiter weg andocken. Ich habe auch von niemanden sonst Klagen gehört, daß es unpassend wäre. Allerdings könne man die leere Halle vielleicht das nächste Mal nutzen, erzählten mir einige.

In der Theaterstage machten sich Ordo Rosarius Equilibrio und Letzte Instanz bereit, Legend spielte auf der Orbit Stage und ich bestaunte Apoptygma Berzerk. Wunderbare Songs u.a. Cathy‘s Song und Major Tom brachten die letzten Tanzmuffel dazu, ihre Köpfe zu bewegen und zu tanzen. Wobei ich aber anmerken muß, daß mir „She she she she shine on…“ doch ein bißchen fehlte, für mich halt der Klassiker von Apop, den ich immer noch rauf und runter hören kann. Trotz allem, genial.

Die Entscheidung für mich, welchen Abschluß Act ich erleben wollte, war schon laaaaange im Vorfeld gefallen, es war und mußte Eisbrecher sein. Die neue CD „Sturmfahrt„, die im August erscheinen wird, ist schon genau mein Geschmack und so hoffte ich, daß sie einige Stücke davon dem Publikum vorab bieten würde. „Was ist hier los?“ war dann auch der Kracher, den die Fans mitsingen durften. Nach einem „Extra für die Fans, die jetzt das Handy herausholen sollten“-Posing der Truppe, was viel Gelächter hervorrief, feierten selbst Mark Benecke und die Krupps die Band.

Viel zu schnell mußten sie Enden, die Anwohner mögen anscheinend ab 22 h keine gute Musik mehr. Zeitgleich endeten damit dann auch die anderen Hauptacts The Daniel Myer Project und Kirlian Camera und die Zuschauer suchten den Ausgang… oder die Theater Stage mit der letzten After Show Party des Festivals.

Insgesamt eine wunderbare, harmonische Veranstaltung, endlich normale Leute (ja, auch ich hab die sympathische Gothic-Oma mit Rollator gesehen, yeah, so cool wie sie möchte ich auch bleiben!), viele Gespräche mit Gleichgesinnten und eventuell viele neue Freundschaften, auch über das Amphi hinaus. Die Stimmung war phantastisch und ich freue mich schon auf das nächste Amphi, das vom 28. bis 29.7. 2018 wieder am Tanzbrunnen stattfinden wird. Vielen Dank an das Veranstaltungsteam, daß ich für Dark-Exit.net daran teilnehmen durfte!

 

Eure Luna ^v^

 

One thought on “Amphi Festival 2017

  1. Vielen dank für die lobenden Worte, über die sauberen Toiletten. Das motiviert sehr fürs nächste Jahr wieder 100% zu geben. Ich habe im Theater das Damen WC betreut und war wie jedes Jahr von dem tollen Publikum begeistert. Mein langer Arbeitstag verflog im nu. Freue mich aufs nächste Jahr.

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