Neues Album von Mechanical Moth: „Neverything“

Bereits seit 2002 ist die mystische Band Mechanical Moth musikalisch aktiv. In kurzer Zeit spielten sich die Darmstädter Jungs, angeführt von Texter und Songschreiber Tandrin, in die Herzen der Fans. Schon bald wurden sie ein gefragter Act in der deutschen Dark / Electro-Szene.

Bisher sind neben einigen Samplerbeiträgen und diversen Remixen fünf Studioalben entstanden, auf denen Tandrin mit verschiedenen Gesangspartnerinnen seine musikalisch düster angehauchten Songs vorträgt. Auf ihrem aktuellen Album „Neverything“ (offensichtlich ein Wortspiel aus never und everything) beschäftigt sich die Band mit der Vergänglichkeit des eigenen Seins. Mit dabei ist seit 2011 die Frontfrau Sophie.

Dabei treffen dunkle Electronica Beats auf mystische Gitarrenklänge. Deutsche Texte, inhaltlich mit Tiefgang, die im stimmlichen Wechsel harmonisch wirken. Mit „Neverything“ gelingt dem charmanten Duo eine Aneinanderreihung von dreizehn Songs mit der Bezeichnung: dunkle Extraklasse! Erschienen ist die CD bereits am 26.05.2017 beim Label Scanner (Broken Silence).

Der Opener „Arise“ schafft einen ersten Einblick in die Welt der Band, ohne dabei zu viel zu verraten. Wummernde (Techno-) Beats untermauern den Titel. Im zweiten Song „Schwarzes Pack“ nimmt man die schwarze Szene und ihre „Besonderheiten“ auf die Schippe, um diese dann wieder gekonnt abzusetzen.

Anschließend folgt „Tumbling Leaves“ mit melancholischen Einflüssen. Diese befinden sich natürlich mehr oder weniger auf der ganzen Platte, das lässt sich in diesem Genre wohl kaum vermeiden. Mit „Abendrot“ beschreibt der Sänger mit seiner markanten Stimme drohende Gefühlskälte, nachdem der Tag vergangen ist.

In „Nothing Prevails“ könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier etwas „poppiger“ arrangiert wurde. Der Song könnte durchaus als reiner Rock durchgehen. Mechanical Moth können ihre Musik also auch ohne Electro vortragen, oder zumindest mit sehr viel weniger davon. Hinter „Herzbeben“ könnte man Herzschmerz vermuten, in Teilen trifft das auch zu. Der Song beschreibt das was bleibt, wenn die Liebe geht.

„House of Glass“ plätschert mit gewohnt düsterer Stimmung etwas vor sich hin. In dem Lied „Tanz der 1000 Schnüre“ geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Puppen und Marionetten. Es dürfte der mit Abstand ausgefeilteste Inhalt auf dem Album sein. Mahnend und warnend heben Mechanical Moth die Gleichschaltung der Gesellschaft hervor und schrecken nicht davor zurück unangenehme Wahrheiten offensiv auszusprechen.

Bei „Runaway“ möchte man offensichtlich einfach nur weg, das Ziel bleibt jedoch offen. In „Gefallene Engel singen nicht“ werden ganz klar die Härten des Lebens angesprochen, und das man sie gefälligst anzunehmen hat. Der Song „Dein Spiel“ durchleuchtet das Thema Freundschaften. Irgendwann fliegt halt jedes falsche Spiel auf.

Mit „Flug unter den Sternen“ wird es noch einmal sentimental, entweder man ist zusammen oder eben alleine. Das Outro schließt dann mit „Suicide Note“. Hier bleiben keine Fragen offen – das geht direkt in die schwarze Seele!

Mein Fazit: Electro ist ein Bestandteil von Mechanical Moth, allerdings besteht die Band aus ganz vielen Bestandteilen. Somit könnten sie eigentlich aus dem Vollen schöpfen. Nicht immer nutzt die Band ihre volle Bandbreite. Auf diesem Album geht es düster, aber nicht verbittert zu. Gerade die markante Stimme des Sängers trägt zu einem eindrucksvollen Auftritt bei.

Wer Dark Wave mit Electro und Hard Rock/Metal Passagen liebt, wird hier fündig. Für eingefleischte Fans dürfte dieses Album sowieso Pflicht sein. Alle anderen sollten vor dem Kauf kurz rein hören – ansonsten bleibt das Album vielleicht hinter den eigenen Erwartungen zurück!

Auf bald
Eure BlackRose

Line-Up:
Gesang, Texte, Grafik, Instrumente: Tandrin
Gesang, Texte : Sophie

Bestellbar bei Amazon!

Shopping-Tipp: Fairy Paints

© Niels Danielsen

Vor einigen Tagen erreichte mich nach langer Zeit wieder eine Anfrage eines Onlineshops, welcher mir eine Kooperation anbot. Es handelt sich um den Fairy Paints Shop, der bedruckte Kleidungsstücke mit Motiven aus den bekannten Grimms Märchen verkauft. Alle Motive sind Eigenkreationen, die sich doch sehr von den bekannten Bildern unterscheidet. Endlich mal eine Neuinterpretation der in meinem Kopf befindlichen Bildern.

Ich sagte gerne zu und durfte mich im Shop, der mit der Shopsoftware ePages aufgesetzt wurde, umsehen. Der Onlineshop ist bisher recht übersichtlich gestaltet und bietet derzeit 4 unterschiedliche Shirtarten an: Raglan-, Muscle-, T- und Kapuzenshirts. Bisher jedoch nur in 7 verschiedenen Motiven: Der gestiefelte Kater, 2 x Rotkäppchen, Rapunzel, Der Wolf und die 7 Geißlein, Schneewittchen und Aschenputtel. Ich hoffe doch sehr, dass da noch weitere Motive hinzukommen. Aber auch ein Fun-Shirt und die s. g. Lokalpatrioten sind zu finden. 

Was die Größenauswahl angeht, bin ich doch sehr positiv überrascht, denn es gibt sie nicht nur in den üblichen Größen S – L, sondern fast alle Shirts gibt es auch bis Größe XXXL und das sogar in 5 bzw. teilweise auch 7 verschiedenen Farben: Schwarz, Rot, Grün, Weiß, Bordeaux, Grau und Blau. Da hat sich der Betreiber auch den großen Größen angenommen, was ich doch sehr begrüße. Denn auch wenn ich mittlerweile Größe M bzw. L trage, kenne ich das doch sehr gut, Bekleidung in Größe XXXL tragen zu müssen. Das ist in unseren hiesigen Szeneshops doch sehr rar gesät ist.

Ich durfte mich dann für insgesamt 6 Artikel entscheiden und legte dann auch gleich mit der Bestellung los. Nachdem ich die Artikel in den Warenkorb gelegt habe, hatte ich nun gleich die Möglichkeit, diesen direkt mit PayPal abzuschließen oder den regulären Gang zur Kasse anzutreten. Ich habe mich für den Gang zur Kasse entschieden. Was mich da jedoch etwas gewundert hat, ist die doch sehr unterschiedliche Farbgebung auf den nächsten Seiten. Diese sind nämlich nicht in den Shopfarben, sondern einfach in Weiß, Orange und Blau gehalten und musste mehrfach überprüfen, ob ich noch im selben Shop bin. Da würde ich dem Shopbetreiber Niels Danielsen raten, dies in absehbarer Zeit an die Farbgebung des eigentlichen Shops anzupassen.

Was bei mir wiederum sehr positiv aufgefallen ist, dass es nicht nur eine Bestellung als registrierter Kunde gibt, sondern auch als Gast bestellt werden kann. Ich persönlich begrüße 

das sehr sowie auch den kostenlosen Versand ab einen Bestellwert von 60,00 €. Ansonsten regeln sich die Versandkosten nach dem Gewicht (100g – 500g = 2,50€; 500g – 2000g= 5,00€) der Sendung, darum ist auch bei jedem Artikel die Grammzahl angegeben. Für die Bezahlung stehen derzeit nur die Zahlarten Vorkasse und PayPal zur Verfügung. Aber für einen Shop, der grad am Anfang steht, finde ich es völlig ausreichend.

 

Nach dem Abschluss der Bestellung kam dann auch recht zügig die Bestellbestätigung und nun hieß es: Warten auf die versandten Artikel. Was dann auch sehr schnell ging, denn nach nur 2 Tagen wurde mir dann ein Hoodie Größe XL, 2 Männer-Shirts Größe L + XL, ein Muscle-Shirt Größe L, ein Girlieshirt Größe XL und ein Raglanshirt Größe M von DHL übergeben. Das nenne ich mal sehr schnell.

Das Auspacken war dann wie Geschenke auspacken. Das Paket war nicht mit übermäßigem und unnötigem Verpackungsmaterial ausgestattet, was der Umwelt doch entgegen kommt. Die einzelnen Shirts, die einzeln verpackt geliefert wurden, sind qualitativ sehr hochwertig und der Druck der einzelnen Motive empfinde ich als hervorragend. Ich spüre kaum einen Unterschied zwischen dem Stoff und dem Druck, da kein Übergang zu spüren ist. Jedoch haben sie sehr nach Essig gerochen. Ein sofortiges Benutzen wird vom Shopbetreiber deshalb nicht empfohlen. So konnte ich auch gleich testen, ob der Waschgang dem Druck in irgendeiner Form zu Leibe rückt. Vorsichtshalber habe ich sie auf Links gewaschen.

Sehr überrascht war ich dann nach dem Waschgang. Alle Motive haben in keinster Weise gelitten und auch die Shirts selber haben wenig ausgeblutet. Bis auf das Raglan-Shirt, welches leider an den Ärmeln etwas ergraut war. Aber das kommt wohl vor, weil ich es durch die zwei Farben nicht in der weißen Wäsche waschen lassen wollte. Sogar der bissige Essiggeruch war komplett verschwunden.

Für die von mir erstellten Fotos habe ich dann 4 Artikel angezogen und das jeweilige Motiv ist auch mit meinem derzeit vorhandenen Babybauch nicht einmal eingerissen. Die Qualität des Drucks ist somit wirklich richtig klasse. Ich kenne viele andere Hersteller, bei denen es doch recht schnell passiert. Hier jedoch nicht. Die beiden anderen Shirts konnte ich leider ohne eine Beschädigung an den Nähten zu befürchten, nicht anziehen.

Jedoch hat mich die Größenangaben etwas verwundert. Das Raglan-Shirt in Größe M passte besser als der Hoodie in Größe XL, was doch recht stramm saß. Die beiden Shirts in XL passten jedoch wie angegossen.

Fazit zu diesem einzigartigen Shop: Er hat sehr viel Potential. Ich hoffe, dass er dem Druck der Onlineshopszene standhalten kann. Wen Niels Danielsen etwas am Shopaufbau arbeitet und mehr Motive aus der Märchenwelt anbieten, sehe ich da aber kein Problem. Wer also auf eine moderne Interpretation der klassischen Märchen steht und sich traut, diese auf der Haut zu tragen, ist hier wunderbar aufgehoben. Auch der Service wird hier groß geschrieben.

Auf bald
Eure BlackRose

Hinweis:
Dieser Beitrag wurde vom Fairy Paints Onlineshop gesponsert, da uns die vorgestellten Artikel kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden.

2. Album von Omnimar: „Poison“

Die russische SynthoPop-Band Omnimar verstand es für gut 2 Jahren die Szene mit ihrem extravaganten Musikvideos und ihrem düsteren Melodien in Aufregung zu versetzen. Nach dem erfolgreichen Debüt „Start“ gibt es nun seit dem 04.06.2017 ein neues Album von Omnimar mit dem Titel „Poison“. Es verspricht wieder ein grandioses Werk zu werden und erinnert an die Legende von Schneewittchen, die einen vergifteten Apfel aß. Es erscheint wieder unter dem Label der Darktunes Music Group.

Der titelgebende erste Track „Poison“ hat fast schon tranceartige Züge an sich und der Sprechgesang von Maria Mar verspricht das Eintauchen in die toxische Musikwelt dieses Albums. Mit „I Go On On My Own“ kommt nun ein Track, der die Tanzfläche erobert und ist textlich darauf abgestimmt, in die Welt hinausgelassen zu werden.

Düstere Töne schlägt nun „Out Of My Life“ an, die eine einschneidende Tragödie beschreibt. Die Stimme von Maria variiert hier sehr wundervoll und der leichte Rockeinschlag passt sehr gut zu diesem Lied. Die Melancholie dieses Songs ist fast schon sphärisch. Gleiches gilt für den nächsten Track „I wanna know now“, der den exzessiven Wunsch nach der Wahrheit über Liebe ihres Gegenübers verlangt. Hier wird auch ein wenig mit dem Mischpult gespielt und die leichten Rappassagen von Maria lassen den Song wirklich erahnen, wie sehr sie unter der Unwissenheit leidet.

Der Song „Boom Boom“ wird nun viel härter und fordert zum Feiern des Lebens auf der Tanzfläche auf. Mit dem Lied „40 Steps“ erhält wieder die Melancholie Einzug und die Protagonistin sieht nun doch davon ab, das Gift zu nehmen. „Jimmy“ preist im leichten SynthPop die Liebe zum besungenen Jimmy an. Gute Laune ist hier vorprogrammiert.

Aufgrund der russischen Sprache ich leider im vorherigen Album leider nicht verstanden habe, kommt nun in einer englischen Version daher: „Sadizm“. Laszive Züge in einem FuturePop-Gewand. Großartig! „Happy Ending“ ist eine emotionale und ernste Ballade, die Ein Happy End auf dem Tiefpunkt des Lebens herbeisehnt. Aber die russische Sprache kommt aber wieder auf diesem Album vor. „Hungry“ hat zwar einen englischen Titel, jedoch wurde es komplett in Russisch eingesungen. 

Das letzte Lied auf dem Album „Poison“ besticht wieder mit düsterem SynthPop und der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Gesangsarten zeugt von der Vielseitigkeit von Maria. „Release Me“ greift wieder das Thema des Loslassens auf.

Bekanntlich ist das zweite Album eines Künstlers das Schwerste, aber Omnimar konnten mich auch diesmal wieder voll überzeugen, auch wenn für mich nur „Boom Boom“ und „Sadizm“ meine Highlights darstellen. Ich empfehle es euch auf alle Fälle weiter und holt es euch u. a. bei Amazon.

Auf bald
Eure BlackRose

Neues Album von Noisuf-X: „Banzai“

Nach nur 14 Monaten steht auch schon das neueste Werk von NOISUF-X in den Plattenläden. Man könnte meinen, dass Jan Loamfield keine Lust auf Freizeit hat und so unermüdlich an neuen Werken arbeitet. Nicht nur, dass der aus Essen stammende Künstler sich als Musiker, Produzent und DJ seine Zeit verbringt, nein er hat ja auch noch die Projekte X-Fusion und Stoppenberg. NOISUF-X begeistert seit 2005 die EBM-, Industrial- und Techno-Szene und gehört ganz klar zu den führenden Cybergoth-Acts weltweit. So stürmt er nicht nur die nationalen Tanzflächen, sondern auch die internationalen Szeneclubs.

Zum Auftritt beim diesjährigen Wave Gotik Treffen in Leipzig stellt er sein neues Album „BANZAI“ vor, die auch eine Neuauflage seines Clubhits „Jezebel“ beinhaltet. Diese limitierte Erstauflage im Digipack ist u. a. bei Amazon seit dem 26.05.2017 erhältlich. Erschienen ist es wieder unter dem Label von ProNoize / Dark Dimensions Label Group.

BANZAI – japanischer Ausruf für Freude und Glück, welches auch im Pazifikkrieg zum Einsatz kam, welche die fanatischen Sturmangriffe der Soldaten einleiteten. Für dieses einzigartige Album passt es für mich sehr gut, denn es ist Ausdruck von Freude und zugleich ein Aufruf zur musikalischen Schlacht. Es bietet hemmungslosen Electro Sound verbunden mit einprägsamen Industrial.

Der erste Track „Ich bin soweit“ bezeugt dies sehr stellt dies überwältigend. Minimalistisch verzerrter Gesang und ein ansteigender Beat macht klar, was Musik eigentlich ist. Beim titelgebenden Track „BANZAI“ war ich erst kurz verwundert, als ich fernöstlichen Klängen hörte, aber wurde schnell eines Besseren belehrt. Das bereits angesprochene Thema wird nun hier sehr gut in Szene gesetzt.

„Rageoholic“ versetzt mich wirklich in Rage, denn Klangqualität hält keine Verschnaufpause bereit. Das zieht sich auch durch das ganze Album, was wohl Jan auch genauso bezweckte. So meine Einschätzung. Daran schließt sich „Satisfaction“ an, welches Befriedigung auf der Tanzfläche verspricht. Überaus tanzbar und eines meiner Highlights! „Monster“ kommt noch härter daher und ich bin schon im 7. Tanzhimmel. Einfach genial!

„Primary Target“ sucht sich ein Hauptziel und das Lied „Robots, Destroy Him!“ fordert auf, es zu vernichten. Der geruhsamer Sound ist typisch für die Suche und die Vernichtung zeugt wieder von der Schnelligkeit. „Passion for War“ lebt nur für den Krieg und weist für mich leichte FuturePop-Einflüsse auf. „Robots, Destroy Him!“ und „Passion for War“ stellen ebenfalls meine Highlights dar.

„Nutcutter“ besitzt viele unterschiedliche Soundelemente und ich weiß nicht so reicht, wie ich in den Beat reinkommen soll. Trotzdem ist er ein eingängiger Track. „This is Genocide“ sorgt für abrupte Wechsel des Rhythmuses und interpretiert den Genozid auf seine eigene Weise.

„Psychological Attack“ und „PAN!C“ möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn sie gehören ebenfalls in jeden Szeneclub. Der abschließende Song „Jezebel“ wurde von Jah neu interpretiert und stellt den einzigen Remix des Albums dar. Das fast vollständige Fehlen von Songtexten empfinde ich häufig als sehr berauschend, denn so konzentriere ich mich viel mehr auf den Beat und NOISUF-X setzt dies grandios um.

Als Fazit kann ich nur sagen: BANZAI ist überaus tanzbar und stellt eine einschlagende Kriegserklärung in Sachen EBM, Industrial und Electro dar. Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich auch nur annähernd für die Electro Szene interessiert. Harte Sounds und beinahe ein perfektes Sampling überzeugen mich zu 100%. Aber das stellt ja nur meine Meinung dar und ich freue mich auf eure Auffassungen in den Kommentaren.

In diesem Sinne ein schönen Feiertag und auf bald
Eure BlackRose

Neues Album von Alphamay: „The Simulation Hypothesis“

Das deutsche Duo Alphamay wurde im Jahre 2012 von zwei Mitgliedern der Gothic-Rock Band Rosencrantz gegründet. Die beiden Musiker, die nach einem gemeinsamen Unfall näher zueinander rückten, beschlossen nach diesem Erlebnis das gemeinsame Projekt Alphamay ins Leben zu rufen. Der Bandname Alphamay steht hier auch für das Datum, an dem sich das Unglück ereignete, dem 1. Mai.

Die Musiker setzen in ihrem Nebenprojekt nicht nur auf experimentelle Musik, sondern wollen Ihre Musik auch durch Licht, Videoprojektionen und Tanz visualisieren. Zum Abschluss der Dazzle Trilogie, die das kürzlich erschienene Album „The Simulation Hypothesis“ bildet, veröffentlichte die Band auch erstmals einen Videoclip zu einem ihrer Songs.

Da wo der gefeierte Vorgänger „Twisted Lines“, der sich sogar in den Top Ten der Alternative Charts platzieren konnte, aufhört, da fängt das neue Album der Osnabrücker an. Es ist bereits seit dem 19.05.2017 u. a. bei Amazon erhältlich.

„Missing Me“ ist Synthpop at it`s best. Heinz Christian Frickenschmidt und sein Kollege Henning Hammoor wissen wie man klassische Synthiemusik zu einem Erlebnis macht. Die flotte Nummer lässt kein Bein still stehen, wir alle werden wieder lächeln, so heißt es nicht nur im Text, denn dieser Song macht einfach gute Laune. „Decay of the dream“: So muss dunkler SynthPop klingen. Schwebende Melodien, ein eingängiger Beat, der sich schnell in den Gehörgang bohrt und dazu die perfekt positionierten Stimmen der Osnabrücker SynthiePopper.

Was ist Realität, was nicht? Dumpfe Bässe und ein Duett, dass sich besser nicht ergänzen können machen „Fractures of Reality“ zu einem musikalischen Hit. Die Realität verschwimmt wenn sich tiefe Growls mit einer glockenklaren Stimme abwechselt. Der psychedilisch angehauchte Kracher sorgt ebenfalls für Lust auf Bewegung. Und wieder regnet es: Dieser SynthPop Beat in „The Pilgrim Weep“ erinnert an gute alte Blutengel Zeiten. So trägt man die Ewigkeit musikalisch fort. Trotz des düsteren Gesangs wirkt The Pilgrim weeps melodisch und eingänglich.

Wer auf verzerrte Growls und stampfende Beats steht, kommt bei Flat Earth Flat Head voll auf seine Kosten. Mit einem Sample aus dem Film Blade Runner kommt der Song mit seiner futuristischen Weltanschauung nicht nur bei Filmfans gut an. Und in „Suspended Animation“ fragt man sich wieder, was echt ist und was nicht? Hier preschen schnelle Beats voran, während man gedanklich versucht, wahres vom falschen zu unterscheiden. Die Uptempo Nummer macht gute Laune und wird auf den Tanzflächen begeistern.

Fast schon eine Ballade kommt „Simulation Street“ daher. Sanfter Gesang lässt sich von einer leichten Melodie tragen. Am Ende erkennen wir doch die Realität haucht die einfühlsame Stimme. Dieser Track unterscheidet sich deutlich von den schnellen Nummern des Albums und lädt regelrecht zum träumen ein. Bei „Bound to Dance“ erlebe ich wieder SynthPop mit dunklem Gesang der Spitzenklasse. Tut wie euch geheißen und tanzt auf den Flammen durch die Nacht.

Fast schon könnte man sich Martin Gore, Mastermind von Depeche Mode vorstellen, wie er diesen Song „Counting Stars“ vor begeisterten Massen vorträgt. Doch ist dies keine romantische Depeche Mode Hymne, sondern einer der wenigen ruhigen Tracks auf „The Simulation Hypothesis“. In „Serenity“ hingegen darf wieder das Tanzbein geschwungen werden. Ein Endzeit Track, der mit eingängiger Melodie schnell zum Ohrwurm wird.

In „No Good Bye“ legen sich sanfte Stimmen über die dahin plätschernde Melodie. Nicht nur in der Virtualität können wir ewig bestehen. Mit einem stimmigen Song verabschieden sich die Musiker auf ihrem vielversprechenden Album. Doch es ist eigentlich kein Good Bye. 

Fazit:
Mit dem Album „Simulation Hypothesis“ haben die Osnabrücker Alphamay bewiesen, dass SynthPop nicht tot zu kriegen ist. Auch mit diesem Album haben Sie gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen. Die Melodien sind direkt im Ohr und machen Lust auf mehr. Dabei klingt kein Song wie der andere, die Musiker setzen auf Vielseitigkeit und zeigen ihr Können. Nicht nur für Fans von Depeche Mode und VNV Nation ein absolutes Muss!

Auf bald
Eure Blackrose

WGT 2017 in Leipzig

Wave Gotik Treffen in Leipzig: Schwarz, schwärzer, am schwärzesten

IMG 3776 -1 - Flickr - Peter.SamowZum Wave Gotik Treffen (WGT) an Pfingsten wird Leipzig für einige Tage zur Gothic-Hauptstadt – und ich bin irgendwo mittendrin. Die Stadt füllt sich mit schwarzen Gestalten aller Stilrichtungen. Aufwändige viktorianische Kleider, fantasievolle Steampunk-Outfits, Lack und Leder, Metal-Shirts, Kutten aus dem Mittelalter, klassische Waver und viele andere Schattierungen von Schwarz treffen beim WGT aufeinander.

Der Mittelpunkt des WGT befindet sich etwas außerhalb des Stadtzentrums: Es ist der agra-Treffenpark an der Haltestelle Leinenstraße. In der gefüllten Straßenbahn fühle ich mich nicht sehr wohl, doch zum Glück zeichnet sich die schwarze Szene immerhin durch große Friedfertigkeit aus: Gedrängel und Geschubse musste ich noch von keinem Gothic erleben. Am Eingang des agra-Treffenparks findet eine Taschenkontrolle statt – erst dann kann ich das große Gelände betreten. Auf den Weg zur Konzerthalle präsentiert so mancher Gothic gern sein aufwändiges Wave-, Mittelalter- oder Steampunk- Gewand. In der schwarzen Szene ist dieser Gang deshalb (mit mehr oder weniger wohlwollendem Spott) auch als Schaulaufen bekannt. Auch ich komme an vielen Fotografen vorbei, die sich unter das schwarze Volk mischen und den einen oder anderen Grufti um ein Bild bitten.

In der agra-Halle treten meist die großen Headliner des WGT auf. Den harten Klängen der Band Eisbrecher konnte ich in der Vergangenheit ebenso lauschen wie der atmosphärischen Elektronikmusik von Deine Lakaien. Gothic, Metal, Steampunk, Grufti oder Cyber-Gothic – auch hier kommen für die Musik alle gemeinsam zusammen.

2013 WGT 190 FjoergynIm Heidnischen Dorf schwankt die Laune zwischen Heiterkeit und Besinnlichkeit – je nachdem, wer gerade auf der Bühne steht. In den letzten Jahren konnte ich mit Rabenschrei feiern und mit Annwn träumen. Mittelalterliche Bands stehen hier im Vordergrund, umgeben von Buden und Ständen, die nicht nur Speisen und Getränke anbieten, sondern auch Kleidung, Schmuck und Krimskrams. Das heidnische Dorf ist oft auch ohne WGT-Bändchen für Besucher geöffnet, die dann lediglich für dieses Gelände Eintritt bezahlen. Zwischen den authentischen Gewändern, an denen selbst das Knopfloch in die korrekte Epoche passt, und Gothic herrscht keine offene Konkurrenz. Auch ohne Mittelalter-Outfit kam ich im heidnischen Dorf bis jetzt noch jedes Mal auf meine Kosten. In der Moritzbastei gab es zum WGT 2017 auch wieder einen Mittelaltermarkt.

Tiefgründigkeit und Toleranz sind zwei Wörter, die mit Gothic eng verknüpft sind. Aus diesem Grund dürfen natürlich auch kulturelle Veranstaltungen nicht fehlen. Nicht jede davon hat eine offensichtliche Verbindung zu Gothic: Zum Beispiel öffnen sich auch die Oper, die Passage-Kinos, die Peterskirche, das Ägyptische Museum, die Leipziger Kunst-Galerie und das Deutsche Buch- und Schriftmuseum für Besucher des WGT.

In der Innenstadt von Leipzig und in der Umgebung des zentralen Straßenrings tummeln sich auch in den späten Abendstunden noch schwarze Gestalten. Das Dark Flower spielt häufig Gothic, Electro und Metal, während in der Moritzbastei der Schwerpunkt oft eher auf Metal liegt.

Im Verlauf des Gothic-Treffens vollzieht sich in mir jedes Mal eine Wandlung: Am Donnerstag kann ich es kaum erwarten, mich ins schwarze Abenteuer zu stürzen. Am Freitag sehe ich allmählich ein, dass ich auch dieses Jahr nur ein Drittel der Veranstaltungen besuchen kann, die ich mir ausgesucht habe. Zum Schluss bin ich jedoch vollauf zufrieden und freue mich schon auf das nächste Jahr.

Auf bald
Eure BlackRose