Rezension: Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs
Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „Miss Peregrine´s Home for Peculiar Children“, deutsche Ausgabe erstmals 2011, 416 Seiten. ISBN 3-426-51057-X. Übersetzung ins Deutsche von Silvia Kinkel, erhältlich über Amazon.

Inhalt
Spoiler Warnung: Leicht, ich fasse nur die erste Hälfte des ersten Buches zusammen, ohne die großen Momente zu verraten. Der letzte Absatz gibt etwas tiefere Einblicke.

Viele von uns kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung: Der Großvater erzählt seinem geliebten Enkel zum Einschlafen fantastische Geschichten; waren es bei uns wohl eher Märchen, die uns sanft in den Schlaf begleiten, freut sich Jacob dagegen allabendlich auf makabere Erzählungen, in denen Kinder mit besonderen Fähigkeiten die Hauptrolle spielen. Wie ein Jahrmarkt der Absonderlichkeiten erfährt er immer Neues über diese besonderen Kinder, die schweben, unsichtbar sind oder am Hinterkopf einen zusätzlichen Mund haben und zusammen auf einer Insel in einem Kinderheim wohnen.

Als Kind kann Jacob nicht genug von den Berichten und den passenden Fotografien bekommen, doch je älter er wird, desto mehr rückt seine Abenteuerlust in den Hintergrund und macht der Skepsis Platz: Stimmt es wirklich, dass sein Großvater Abraham im Krieg auf diese kleine Insel irgendwo vor der walisischen Küste geflüchtet ist und dort die Bekanntschaft all der wunderlichen Kinder mitsamt schrulliger Lehrerin machte? Wollte Jacob früher selbst unbedingt auf diese Insel, ist er heute im Alter von 15 vor allem daran interessiert, dem beengenden Familienunternehmen und dem vorgezeichneten Weg zu entkommen. Seinen Großvater belächelt er eher als „senilen Schwachkopf“, der immer öfter von den schrecklichen Monstern brabbelt, die er einst auf der Insel kennen- und fürchten lernte – und die ihm anscheinend bis nach Florida gefolgt sind.

Doch Jacob wird auf furchtbare Weise eines Besseren belehrt und startet aus dem dringenden Wunsch heraus, seine seelische Gesundheit zu behalten, eine verzweifelte Reise zur walisischen Insel, auf die sein Großvater so lange gelebt haben soll.
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Rezension über die Bücher der Black Dagger Reihe von J. R. Ward

Rauschende Erotik und erbitterte Kämpfe – Die Welt der Black Dagger

Nachdem das Bild des Vampirs in den vergangenen Jahren in Literatur und Film stark verwässert wurde, vergisst man gerne, dass es nach wie vor Bücher und Buchreihen gibt, die dem blutrünstigen und geheimnisvollen Urtypus des Vampirs alle Ehre machen. Schon seit 2005 vermag es so die Black Dagger Reihe der begabten Autorin Jessica Bird (unter dem Pseudonym J.R. Ward), Fans des Fantasy- und Gothic-Genres mitzureißen.

Bei der Black Dagger Buchreihe handelt es sich um moderne Vampirromane, welche es verstehen, Erotik, Gewalt, Liebe und Leidenschaft zu einem roten Faden zu verknüpfen, der sich durch alle Bände der Saga zieht. Grundstein der Handlung ist ein Krieg, der schon seit Jahrhunderten unbemerkt zwischen Vampiren und ihren uralten Widersachern, den sogenannten Lesser, tobt. Zum Schutz der letzten verbliebenen Vampire wurde die Black Dagger Bruderschaft gegründet, angeführt von Wrath, dem letzten reinblütigen Vampir und rechtmäßigen aber unwilligen König der Vampire.

Die Handlung jedes Buches folgt dabei immer einem Mitglied oder einem Verbündeten der Bruderschaft und deckt so nach und nach deren Vergangenheit, Persönlichkeit und Beweggründe auf. Zumeist liegt der Fokus dabei auf der Liebesgeschichte des Kriegers mit seiner künftigen Frau. Obwohl jedes Buch als abgeschlossene Geschichte gelesen werden kann, treiben alle Bänder auch den Hauptgeschichtsstrang der gesamten Reihe voran. Mit der Zeit entsteht dadurch eine profunde, weitverzweigte und eindringliche Welt, in denen Intrigen, Auseinandersetzungen und wallenden Gefühlen nichts anderes übrig bleibt, als zustande zu kommen.

Doch wer nun schnulzige Gothic-Romane und billige Vampir-Romanzen erwartet, der sitzt einem Irrtum auf. Die Welt der Black Dagger Bruderschaft ist geprägt von Kampf und Gewalt – ohne, dass man es erwartet, verwandeln sich gefühlvolle Liebhaber in eiskalte Krieger, welche ihrem Schwur, die zivile Vampirgesellschaft zu beschützen, mit aller Kraft nachkommen. Trotz aller Romantik und Leidenschaft ist die Welt der Black Dagger Bruderschaft düster und von der imminenten Bedrohung durch die Lesser überschattet. Momente glühender Erotik scheinen wie Oasen in einer sonst sehr unbarmherzigen Realität.
So geht es im ersten Band „Dark Lover“ (In Deutschland erschienen unter „Nachtjagd“ und „Blutopfer“) beispielsweise um die junge Reporterin Elisabeth Randall, welche bei ihren Recherchen um einen obskuren Mordfall auf den charismatischen Wrath trifft. Beinahe widerwillig aber unbezähmbar neugierig lässt sie sich schon bald auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm ein. Aus ihrer Vermutung, dass Wrath mit dem Mord in Verbindung steht, wird bald Gewissheit und mehr: Wrath eröffnet ihr, dass er nicht nur ein Vampir, sondern auch der Anführer der Black Dagger Bruderschaft ist. Elisabeths gesamte Welt gerät aus den Fugen und schnell sieht sie sich gefangen zwischen ihrer Leidenschaft für den schönen Wrath und dem schicksalsträchtigen Krieg zwischen Welten, von deren Existenz sie bislang nichts geahnt hatte.

Auch die folgenden Werke spielen mit der Ahnungslosigkeit der Menschen, der zunehmenden Verbitterung der letzten Krieger der Black Dagger Bruderschaft und der immer wieder aufblühenden Leidenschaft und Hoffnung zwischen den einzelnen Charakteren. Auch wenn die einzelnen Protagonisten im Mittelpunkt des jeweiligen Buches stehen, tauchen sie dennoch auch in den Geschichten der anderen auf. Dadurch entsteht eine lebendige, sich weiterentwickelnde Welt, die einzigartige Figuren mit hohem Wiedererkennungswert in ständiger Interaktion miteinander verbindet.

Die Übersetzungen der englischen Originalausgaben werden in Deutschland durch den Heyne-Verlag vertrieben und hierzulande in jeweils zwei Einzelwerke unterteilt. Seit 2005 ziehen jährlich erscheinende Bände der Gothic- und Vampir-Saga tausende neue und alte Fans in ihren Bann. Mit der Black Dagger Buchreihe hat die Autorin Jessica Bird alias J.R. Ward ein Monument des Genres errichtet, das ohne Frage den bereits bestehenden Kultstatus verdient.

Interview mit Adrian Daray über sein Buch „Dark“

Adrian Daray ist ein Autor und Hörbuchsprecher und hat jetzt seinen neuen Roman „Dark“ fertiggestellt. Ich habe ihn schon lesen dürfen und bin – auch wenn es nicht mein übliches bevorzugtes Genre „Vampirroman“ ist – begeistert. Daher habe ich ihn zu einem Interview gebeten und möchte ihn euch hiermit vorstellen:

Hallo Adrian, schön, dass du heute Zeit für unser Interview hast. Du hast deinen Roman „Dark“ jetzt als eBook und als Print Ausgabe herausgebracht. Ab wann kann man den bekommen?

Den Print (in meinem Fall das Taschenbuch) gibt es ab jetzt im Handel. Durch die ISBN Nummer kann man ihn in jedem Buchladen bestellen, auch bei Epubli und Amazon. Das eBook wird es ab dem 13.1. in allen Online-Shops geben, das sind so knapp 165… und das Audiobook erscheint ab dem 31. Januar unter anderem bei Audible und Musicload. Ich habe auf meiner Website einige Shops aufgelistet.

 

Dann beschreib doch mal kurz für unsere Leser, worum es in „Dark“ geht.

Im tiefsten Winter Alaskas geht der Schrecken um. Blutige Serienmorde mit religiösem Hintergrund halten das Land in eisigem Atem. Die Polizei ist ratlos. Blake Dark, ein ehemaliger FBI – Detective, wird dazu verdammt sich der Sache anzunehmen. Doch je weiter er sich diesem Geheimnis nähert, umso unklarer wird seine Rolle in diesem blutigen Spiel. Schon bald ist er sich nicht mehr im Klaren, auf wessen Seite er eigentlich steht… Aber es ist die Einsamkeit, die ihn soweit bringt, nicht die Sekte. Sein selbstzerstörerisches Verhalten in dieser gnadenlosen dunklen Umgebung leitet den Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

 

Wieviel Adrian Daray steckt denn in Blake Dark oder wieviel Blake Dark steckt in Adrian?

Adrian IST Blake Dark. Dennoch gibt es Situationen, in denen ich nicht so gehandelt hätte, wie er, obwohl man das so auch nicht sagen kann. Wer weiß, welch furchterregendes Tier in einem steckt, wenn man solchen Extremsituationen ausgesetzt ist.

Möchtest du denn manchmal wie Dark handeln? Oder ist das nur die Vorstellung, man sollte ab und an so sein?

Ich handele wie er, dennoch würde ich niemanden kaltblütig erschießen – hoffe ich zumindest. Seine Gedanken sind meine.

 

Trotz der harten Schale ein weicher Kern?

Fast schon zu weich.

 

Du bist ein Filmfreak. Viele Zitate und Anspielungen beziehen sich auf Klassiker. Muss man sie alle kennen oder entgeht einem so das eine oder andere Detail?

Wenn man sie nicht kennt, fehlt einem kein Detail in der Geschichte. Wenn man sie jedoch kennt, erlebt man sie weitaus stärker und kann einmal mehr über den Sarkasmus des Protagonisten schmunzeln.

 

Was hat dich denn zu diesem Roman inspiriert? Wie kamst du auf den Schauplatz in den USA, würde die Geschichte nicht in Deutschland funktionieren?

Ein Traum von Gestalten in purpurroten Mänteln war der Auslöser. Die Wahl des Schauplatzes kam durch mehrere Faktoren:

 

  1. Die Amish… sie haben einen großen Stellenwert im Roman und die Amish leben nun mal in Amerika.
  2. Die Dunkelheit und die Abgeschiedenheit. Hier hat man noch die Freiheit, alles geschehen zu lassen, ohne daß gleich die Zivilisation einem ins Handwerk pfuscht.
  3. Und last but not least: Der Film „The Thing“ von John Carpenter. Dort gibt es auch eine Forschungsstation im Norden Alaskas, was mich bis zum heutigen Tag fasziniert. Die drückende Atmosphäre, die dort herrscht, ist genau mein Ding.
ein ganz kleiner Blick auf die Leseprobe

 

Hattest du denn das Ende auch schon bei der Planung der Geschichte im Kopf, oder kam das bei der Entwicklung?

Alles kam mit der Zeit. Ich bin wirklich morgens aufgestanden um zu schreiben, damit ich endlich wissen konnte, wie es weitergeht. Mir kam es so vor, als hätte mir jemand die Geschichte diktiert.

 

Das ist dann auch für den Autoren spannend. Arbeitest du denn derzeit an einem Nachfolger oder einer Fortsetzung?

Nein, es wird definitiv keinen Nachfolger geben.

 

Dann ist diese Geschichte also erzählt. Was möchtest du denn unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Wenn sich der Tag zur Nacht neigt und der dunkle Mond euer Antlitz bescheint, seht euch sorgsam um und haltet Ausschau nach jenen, die die Farbe Purpurrot tragen, denn sie könnten auch zu dir kommen…

 

Adrian, ich danke dir für das Interview.

Ich bedanke mich auch.

 

Die ISBN zu dem Print lautet: 978-3741-8800-63, Hör- und Leseproben findet ihr auf Adrians Website: www.blackwords.de

So, ich gehe jetzt wieder lesen, was besseres kann man bei Kälte und Glatteis nicht machen.

 

Gruftige Grüße

eure Luna ^v^