Debüt CD von Sharzall: „Black Sun“

Am 16.6.2017 erschien das Debütalbum der slowakischen Gothic-Schocker Sharzall Black Sun“ über das Label NRT-Records.

Auf 11 Tracks werden sämtliche Register in Sachen Vielfalt gezogen: Gothic Metal, Dark Rock, Post Punk – einen Mix, den die Band selbst als „The Sisters Of Mercy“ meets „Deathstars“ bezeichnen. (Vorab erschien am 17.5.17 die EP „Serenades from Perdition“ deren Tracks „Way To Die“, „Crisis“ und „Love Is On The Ground“ auch auf dem Album enthalten sind)

Das Intro „Prologue“ fängt ruhig, und Instrumental an. Dieses Klangmotiv der sphärischen Töne ist auch in „Crisis“ – der vierten Nummer – wieder zu finden, bevor Geigen und schließlich Gitarren einsetzen. Hier kommt ein christlicher Bezug zu dem Chaos in der Welt auf, alles scheint ein Spiel zu sein. Einfach nur, weil die Würfel blöd fielen, betrog man Christus wegen Gold um sein Leben.

Way To Die“ erzählt von Rony Rage‘s Weg, wie er das Sterben lernt. Bisher war sein Weg von Kämpfen gesäumt und doch sicher. Wenn sich das ändert und er über Krieg und den Geschmack seines Blutes den Tod kennenlernt, dann werden auch alle anderen lernen, wie das Sterben ist.

Auch sind die anderen Songs sehr auf Krieg, Militär, Kämpfe und ansatzweise dem christlichen Glauben ausgelegt. „Love Is On The Ground“ ist scheinbar ein fröhlicher heller Song über die Liebe, doch der Schein trügt. Rony singt hier, daß unter dem Haß die Erde aufsprang und in der Tiefe dieses Risses doch tatsächlich die Liebe versteckt sei.

Gespannt war ich auf den Song „Black Sun“ – bei einer militärisch anmutenden Truppe Gothic Rocker könnte man gegebenenfalls auch einen falschen Schluß ziehen. Neben dem nationalsozialistischem Motiv der schwarzen Sonne gibt es nämlich auch weitere Bedeutungen, unter anderem wenn Stare mit ihrem Schwarm zur Zeit des Sonnenuntergangs diesen Verdunkeln (was bei Vogelkundlern und Fotografen gleichermaßen ein beliebtes Motiv ist) und: Eine Sonnenfinsternis. Ein Mysterium, das Ende und Neuanfang bedeutet und doch so bedrohlich wirkt. Hier spielt der Song mit dem zweiten Motiv, doch man soll sich vor den „Ratten mit den Schwertern“ hüten, damit sie nicht die Macht ergreifen.

Die Texte handeln generell vom Tod, aber auch vom Leben und Lebenserfahrung, Parallelen zu vergangenen und derzeitigen Ereignissen sind zu erkennen. Melodien sind ohrwurmverdächtig und selbst der blechern-verzerrte Klang der Gesangsstimme Rony Rage‘s bietet einen interessanten Hörgenuß. Das einzige klitzekleine Manko ist die Kürze des Albums: nur 36 Minuten und man hat es angehört. Dafür gibt es aber die Replayfunktion.

 

Anspieltip: „Crisis“ und „Black Sun“

 

Eure Luna ^v^

 

Line Up:
NYGA – Bass
SHINY – Keyboards
LIVITICUS – Gitarre
RONY RAGE – Gesang
D. – Schlagzeug

Gewinnspiel „NORD“ – Die Bekanntgabe des Gewinners

So, ihr Lieben. Bei unserem letzten Gewinnspiel verlosten wir mit Hilfe von cmm und der Band NORD die neue CD „Play Restart“. Der glückliche Gewinner durfte sich nach der Beantwortung meiner Frage darauf freuen.

Es war nicht ganz so einfach, denn Mihael und Vedran hatten eine lange Liste an Bands genannt, die sie derzeit selber auf ihrer Playlist hatten.

Und so gab es für die Beantwortung der Frage: Welche Band hören Mihael und Vedran von NORD beide? auch zwei Lösungen: Faith No More und Tool. Deshalb sind alle Einsendungen mit diesen Lösungen in den Topf gehüpft.

Und der Zufallsgenerator hat dann einen Gewinner herausgezogen, der sich über diese tolle CD freuen darf. Bei allen anderen bedanken wir uns für die Teilnahme, nicht traurig sein… das nächste Gewinnspiel mit zwei neuen CDs einer anderen Band steht schon in den Pötten. Wir freuen uns, wenn dann wieder zahlreiche Leser daran teilnehmen wollen.

So, nun lange Rede, hier kommt der Gewinner zu NORD „Play Restart“:

 

Ganz herzlich gratulieren wir Franky T. aus Berlin!

Wir wünschen dir sehr viel Spaß mit der CD!

 

cmm werden dir dann direkt die Scheibe zusenden, auch dir habe ich gerade eine Mail geschickt.

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Neue CD von Silver Dust: „The Age Of Decadence“

Am 23.6.17 erscheint die neue CD der schweizer Band Silver DustThe Age Of Decadence“ über das Label fastball music.

Besonders interessant ist, daß diese CD Songs in französischer und englischer Sprache enthält. Und das mit einem reizvollen Akzent. Ich persönlich kenne ja nur das Französische, das in Frankreich und Belgien gesprochen wird (und bei Letzterem mit einem Mix zum Holländischen bzw. Flämischen) und fand jetzt die „schweizer“ Einfärbung in die Sprache sehr charmant.

Die Band ist optisch im Steampunk zu Hause, macht aber durchaus ansprechenden, rockigen Metal, teilweise mit klassischen Instrumenten (Piano) oder elektronischen Elementen kombiniert. Im Song „The Age Of Decadence“ kommt sogar ein wenig das Urlaubsfeeling arabischer Länder dazu, eine Sängerin unterstützt alla Ofra Haza den Song.

Doch zu Beginn kommt mit „Welcome“ gleich ein französischer Song. Gleich einem Zirkusdirektor lädt Lord Campbell den Hörer in die Vorstellung der falschen Träume und Illusionen. Er singt, er habe den Glauben verloren und trägt nur noch den Haß in sich. Hier ist alles anders: Die Würde ist zerstört, weil die ganze Welt glaubt, jeder habe eine herausragende Rolle bei dem großen Ganzen. Es gibt hier Wesen, die Tiere, mit großem Herzen, die fast kindisch und faul versagen. Die Grand Dame Natur, die sanft, schön und fast nackt existiert. Und wir machen die Luft kaputt… und alles geht weiter. Doch er will kein Teil davon sein, will dem entfliehen…

My Heart Is My Savior“ ist ein Song gegen Religion, denn die eigene Rettung ist das eigene Herz. Wenn sie das Gift verspritzt und Blut verspritzt, bleibt das Herz das eigene Heil. (Im dazugehörigen Videoclip spielt die Band wunderbar mit dem Szenario, das auch im Dracula Film von F. F. Coppola herrscht – obwohl im Clip nicht ein einziger Vampir vorkommt…)

Der französische Song „Mort D‘Aimer“ berichtet von einem Tod aus Liebe. Im Walzertakt mit Piano wird die Geschichte erzählt: Mélissa und Georges haben sich ihre Liebe gestanden, ihre Gelübde ausgetauscht. Doch Melissa ist eine süße, geliebte Verdammte, die Engel weinen wegen ihrem surrealen Schicksal. Melissa stirbt, die Knochen ihres Fleisches beraubt; der verdammte Ring hat gewonnen… und Lord Campbell zeigt hier seine unglaubliche Variationsbreite seiner Stimme.

Im letzten Song „Forgive Me“ bittet er um Vergebung, weil sein Ende naht. Er wünscht sich, er hätte noch ein wenig mehr Zeit und ist traurig, aber nicht alleine. Eine wunderbare Acoustic-Nummer mit einer sensationellen Gesangsstimme. Das Lied sollte eigentlich getragen oder traurig sein (was man sich halt so kurz vorm Tod vorstellt), ist aber erstaunlich Lebensbejahend. Selbst die operesken Teile einer Sängerin haben etwas Leichtes und Schönes.

Ein ungewöhnliches Album mit verschiedenen Facetten, vereint aber durch die traumhafte Stimme Lord Campbell‘s.

 

Anspieltips: „My Heart Is My Savior“ und „The Age Of Decadence

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Lord Campbell – Vocal, Guitar, Keyboards, Programming
Tiny Pistol – Guitar, Backing Vocal
Kurghan – Bass
Mr. Killjoy – Drums

Carlyn Monnin – Classical Soprano Voice (Forgive Me)
David Grillon – Guitar Solo (Now We Request)

Neue CD von Pantaleon: „Virus“

Am 16.6.2017 kommt die Debüt – Scheibe der Progressive-Metaller Pantaleon Virus“ über das Label SAOL / H‘Art.

Die Band will den Metal bewegen und Komplexität, Weite und die Eleganz großer Epen mit der Eingängigkeit und der Härte geradlinig vereinen. Dabei werden die Songs auf der CD durch Patrick Sühl (von Gun Barrel) im Studio abgerundet, Live und alle weiteren Bandaktivitäten werden dann von Till Sauer als fester Sänger der Band übernommen. Nun können die düsteren apokalyptischen Songs auch atmosphärisch Live in Szene gesetzt werden.

Thematisch befassen sich die englischsprachigen Songs mit einer dystopischen Welt, in der niemand niemanden traut und jeder mit sich selber beschäftigt ist und um das Überleben kämpft.

virus“ leitet das Thema ein, melodisch ruhig und fast hypnotisch wird die Musik als Kontrast zu den Schlagwörtern des Songs eingesetzt. Panik! Panik! Und dann die Auswirkung auf die Menschen. Dazwischen dann Ansagen, daß der Virus sich ausbreitet und nicht aufgehalten werden kann… Von der Zusammenstellung erinnert mich der Song sehr an „Keeper of the 7 Keys“ von Helloween – epische Parts gewechselt mit ruhigeren und aggressiveren. Auch mit über 10 Minuten Spieldauer kommt es annähernd hin. Ein Song, der eine ganze Geschichte erzählt und den Geist entführt.

wake up“ soll die Schlafschafe wecken. Gleich Neo sollen sie die Augen öffnen und die Wahrheit erkennen. Die Geschichte, die sie glauben zu kennen, ist erlogen und manipuliert. Wenn du nicht aufwachen willst, dann bleibst du in einem von ihnen bestimmten Leben. Blicke also durch ihre Verkleidung!

the condemned“ ist die Klage, eines Mannes, der unschuldig ist. Er ist ein Bauernopfer einer tat, die er gesehen, aber nicht begangen hat. Man hat ihn genommen, anstatt den wahren Schuldigen zu suchen und nun muß er damit zurechtkommen.

march of the titans“ fängt schon episch an. Nightwish meets Pantaleon. Und die Botschaft ist einfach: Entkommt man dem Gefängnis, in das man gezwungen wurde, so werden sie einen fürchten. Wie Titanen wandern die ehemals Gefangenen über das Land und starten die Revolution. Durch nichts aufzuhalten…

Thematisch der traurigste Song ist für mich „the only one“, in dem es um einen Verlassenen geht. Das ganze Leben scheint ruiniert, von Alkohol und Kippen bestimmt, während man über die Vergangenheit grübelt. Und die Zeit heilt nicht die Wunden, schreitet nur erbarmungslos weiter, während immer nur der einzige Satz „you were the only one“ im Kopf kreist. Aber auch Lächeln nutzt nichts. Am nächsten Morgen findet er die Worte, die er niederschrieb, in seinem Herzen und schreibt den Song, der nie gehört werden wird von der / dem einen…

Diese CD überrascht immer wieder mit scheinbar altbekanntem, das dann doch anders als erwartet umgesetzt wird. So kann man nicht eine einheitliche, langweilige Schiene erkennen, bzw. einen Stil, tausendfach kopiert, auf den man die Band festnageln könnte – und das ist phantastisch! So ist die Vielseitigkeit kein Mittel, möglichst viele Geschmäcker anzusprechen, sondern eine eigene Ausdrucksweise. Auch wechselt die Spielzeit der Songs, sture dreieinhalb Minuten sind nie der Fall. Wenn jetzt mit dem neuen Sänger diese Mucke auch live so umgesetzt wird, wird es ein tolles Event. Und Pantaleon breiten sich wie ein Virus über Deutschland aus…

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Patrick Sühl – Vocals
(Till Sauer – Vocals)
Sebastian Heuckmann – Bass
Xaver Schiffels – Guitar
Kevin Kott – Drums

Neue CD von An Erotic End Of Times: „Chapter One“

Am 2.6.2017 erschien die CD der französischen Band An Erotic End Of Times betitelt als „Chapter One“ über das Label Echozone / Les Disques Rubicon.

Die 8 Tracks bewegen sich musikalisch im Stile der Fields Of The Nephilim, Katatonia und Type-O Negative und lyrisch beschreiben sie das Leben und den Tod und den geraden Weg dahin.

Schon gleich der erste Song „I Am Become Death“ ist eindrücklich und zwingend. Durch diesen Song zieht eine Hilflosigkeit, daß nichts zu ändern ist und nur noch Elend herrscht.

Love Is The End“ ist schneller, rhythmischer und stellt die Frage: Wenn man jemanden lieben möchte, haßt man dann auch? Verbrennt man an seiner Sehnsucht, ein Heim zu finden? Ist die Liebe dann das Ende oder ist man am Ende mit der Liebe?

Mit einem ruhigen Keyboardpart beginnt der dritte Track „No Rights“, eine melancholische Ballade über alles, was wir im Leben machen können. Und doch haben wir nur ein Recht, nämlich am Ende der Zeit zu sterben. Bedrückend, verzweifelt und tieftraurig schleicht sich Philippe über die Ohren bis ins Herz und drückt es langsam und kräftig zusammen.

A Freaky World“ zaubert anscheinend eine Lösung in diese desaströse Welt. Ein Gott erhebt sich, der König unter den Freaks. Wunderschön anzusehen und er frißt die Lügen, wenn man ihn anbetet. Er weiß, was man möchte…

Insgesamt ist es ein Album, das sehr gut die Endzeitstimmung in diese Welt transportiert. Mag es sein, weil wir ohnehin derzeit das Gefühl haben, daß nichts von dem Weltgeschehen wirklich in unserer Hand liegt oder weil diese Musik melancholisch und bedrückend, schleppend und zerstörend ist und so nur unser Empfinden steuert, es sei alles hoffnungslos.

Der Weg zum Weltuntergang ist seit langem gepflastert und wir schreiten nur noch auf das Ziel zu. Ein sehr komplexes Thema, was sicher auch daran liegt, daß Philippe nicht nur Sänger ist, sondern auch Vorträge über politische Philosophie an einer Universität hält. Ich bin gespannt, ob die Band noch ein „Chapter Two“ nachlegt, das eventuell den Fokus mehr auf das Leben an sich und die – sagen wir mal – schöneren Aspekte des Seins legt. Sozusagen, die mögliche Abbiegespur weg vom Ende.

Chapter One“ ist sicher nicht ein Album, daß man bei Sonnenschein und großem Eisbecher anhört. Wer auf eine düstere Mucke steht, wird dieses Album lieben. Herzschmerz und Einsamkeit at its best.

Anspieltip: „One Second After“ und „Writings On The Wall

eure Luna ^v^

Line Up:
Erwan Frugier
Philippe Deschemin
Jeremy Grillet : Live bass
Didier Quincey : Live drums