Neues Album von Versengold: „Funkenflug“

Mit ihrem achten Album „Funkenflug“ möchte die 7- köpfige Band Versengold aus Bremen an ihren erfolgreichen Einstieg in die Albumcharts 2015 anknüpfen. Es soll am 4. August 2017 erscheinen.

Bestand hat die Band bereits für 14 Jahre. 2003 wurde sie bereits vom Textdichter Malte Hoyer in seinem Heimatdorf ins Leben gerufen. 2005 publizierten sie als Quartett das Debütalbum „Hoerensagen“. Die Alben verschreiben sich vor allem dem Mittelalter, jedoch sind auch einige irisch-keltische Einflüsse enthalten. Weitere Alben folgten und die Band trat beim Wacken Open Air 2013 auf. Eine musikalische Erweiterung der Band in Richtung Rock, Funk und Metal gelang durch das Eingliedern von Bass und Schlagzeug, die dem bisher erfolgreichsten Album „Zeitlos“ den Sprung auf den Platz 22 der Albumcharts verhalf. Mit dem akustischen Folksound, hymnischen Chören und eingängigen Refrains, die an Klängen des Mittelalter erinnern kreiert Versengold eine positive Grundstimmung, deren Originalität im deutschsprachigen Raum Potential für eine große Karriere birgt.

Eröffnet wird das Album sinnbildlich mit einem Paukenschlag. In den ersten Takten präsentiert sich die Versengold bereits als Einheit. Alle sieben Spieler führen gemeinsam musikalisch in „Niemals Sang- und Klanglos“ ein, begleitet von dem ersten Vers „Wir sitzen alle hier im selben Boot“. Das Thema der Seefahrt wird aufgegriffen und deutet auf die gemeinsame norddeutsche Herkunft der Musiker hin. Der Bezug zum Norden und zu Mittelalter erfolgt auch im Titel „Nebelfee“ und ist gleichzeitig die erste ruhige Ballade auf dem Album. Die Reduktion aufs Piano sowie einzelne atmosphärische Klänge verleihen dem Lied eine zauberhafte Stimmung. Die Nordsee bedeutet für den Sänger nicht nur Heimat, sondern auch Liebe und eine Fülle von Erinnerungen.

„Bei Schnee fällt“ handelt es sich um eine zweite Ballade aus dem Hause Versengold. Es erinnert an all diejenigen, die im Alter einsam sind und sich an die bunte, laute Vergangenheit zurückerinnern. Untermalt wird dies von Klavierklängen, die das metaphorische Fallen der Flocken versinnbildlichen. Das Hackbrett sowie das Schwingen der Klanggläser unterstützen die Assoziationen der klirrenden Kälte und der resultierende Einsamkeit.

Weitere ruhige Töne werden in dem Lied „Hau‘ mir kein Stein“ angeschlagen. Nach dem traumatischen Ereignis eines schweren Autounfalls beschäftigt sich die Band mehr und mehr mit den Themen des Todes und der Vergänglichkeit. Malte Hoyer findet in diesem Lied dennoch eine positive Einstellung gegenüber dem Tod. Die nachdenkliche Stimmung des vorherigen Titels wird auch in „Feuergeist“ erneut aufgegriffen. Die Metaphorik des Feuergeistes beinhaltet die Begierde und Leidenschaft, was einen großen Freiraum für Interpretation offen lässt. Besonders technisch können die Musiker in diesem Lied als Einheit sowie individuell ihr Talent in diesem Stück der Folk-Musik zeigen.

Der zweite Song trägt den Namen des Albums selbst und bietet mit seiner leichten, schwungvollen Rhythmik einen dramaturgischen Kontrast zu dem eröffnenden Lied. Die Metapher des „Funkenflugs“ dient hier als erleuchtende Idee, die als Inspiration für den einzelnen Künstler verstanden werden kann. Andererseits steht es für die optimistische Haltung der Musiker und versteht sich als Ermutigung, seinen eigenen, schimmernden Funken mit der Welt zu teilen und sie daran zu bereichern.

Der dritte Titel des Albums wurzelt in der keltisch-irischen Tradition und in der Folk-Musik, die die ersten Alben der Band auszeichnet. Der dunkle Gesang und die tiefen Töne kündigen von „Samhain“. Das gälische Fest ist mit dem bekannten Halloween zu vergleichen- ein Tag, an dem die Tore zur Unterwelt offen stehen. Die Strophenmelodie wird von einem Geigenspiel begleitet, was die beängstigende Atmosphäre sowie das Aufstehen der Toten widerspiegelt. Der Bezug zur Popmusik wird im folgenden Lied „Solange jemand Geige spielt“ deutlich. Dieses Stück richtet sich an alle Musiker der Welt, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Muttersprache. Musik führt Menschen zusammen und lässt zudem alle Sorgen und Ängste verblassen.

Das Instrumentalstück „Biikebrennen“ erinnert erneut an die irisch-keltische Folk-Musik, die die Band auch in Deutschland wieder populär machen möchte. Der 4/4 Takt sowie die sich wiederholenden Teile gespickt mit Momenten aus der Rockmusik verleiht diesem Lied einen erfrischenden Klang. Vor dem inneren Auge ist daher nicht schwer, sich ein rauschendes Volksfest vorzustellen. „O‘ Rileys Lichterfest“ ist das zweite instrumentale Musikstück des Albums und folgt an 10. Stelle. Durch den virtuosen Umgang mit der Geige erzeugt Florian Janoske eher die angespannte und dennoch aufgeregte Stimmung vor einem großen Fest.

Sämtliche Irland- Klischees werden in „Verliebt in eine Insel“ behandelt. Der Titel begegnet den internationalen Vorurteilen mit einem zwinkernden Auge. Gastmusiker Tristan Pargmann trägt mit seinem irischen Uilleann, was eine Art Dudelsack ist, zur ausgelassenen Stimmung bei. Andere Assoziationen zur irischen Folk-Musik werden durch die irische Rahmentrommel Bodhràn wie zum Beispiel in dem Titel „Das wär‘ ein Traum“ erzeugt.

Die Vielfältigkeit von Versengold wird besonders im Lied „Herz durch die Wand“ deutlich. Durch den Einsatz des Hackbretts, der Nyckelharpa und des bereits erwähnten Uileann wird ein Klang erzeugt, der dem Synthesizer ähnelt und dabei ans Mittelalter erinnert. Hoyer formuliert hier erneut einen sehr persönlichen Text, der sich um die Zeiten eines persönlichen Neuanfangs dreht.

Versengold schließt das Album mit dem fulminanten Titel „In aller Ohr“. Es spiegelt die ausgelassene, fröhliche Stimmung des Songwritings wider – ein selbst reflektierendes Werk, welchen den Schaffensprozess, aber auch die positive und freundliche Stimmung in der Band darstellt.

Die Band aus Bremen überzeugt mit ihrem temperamentvollen, ausgelassenen Folk-Sound und musikalischen Eindrücken aus dem Mittelalter, der in der deutschen Musikszene kein zweites Mal vorkommt. Gitarre, Violine, Nyckelharpa, Bouzouki, Bass und Schlagzeug animieren Zuhörer zum Tanzen und Mitsingen. Von der nachdenklichen Ballade bis hin zum Partylied ist alles dabei.

Auf bald
Eure BlackRose

Funkenflug erscheint am 04.08.2017 als CD, CD-Digipack, 2LP & limitierte Fanbox u. a. bei Amazon.

Neues Album von Tanzwut: „Schreib es mit Blut“

Tanzwut Schreib es mit Blut CoverIch begebe mich in diesem Beitrag mal in die Richtung des Mittelalter Rocks, denn Tanzwut wird am 08.07.2016 auch ein neues Album veröffentlichen. Die Band bringt es bereits auf insgesamt 11 Alben, sie besteht ja auch schon seit 16 Jahren. Anfangs noch in der Neuen Deutschen Härte zu Hause, wurde es mit der Zeit immer mittelalterlicher. Dudelsack, Sackpfeife und Schalmei zogen wieder mehr ein, aber auch elektronische Klänge sind in ihren Liedern zu finden.

 

Das neue Album beherrscht die Kombination aus Poesie und Mittelalter Rock sehr gut und diesmal ist wieder kein einheitliches Konzept zu erkennen. Alle Songs können nämlich auch für sich alleine stehen.

 

Frontmann Teufel hat die insgesamt 14 Songs mit seinen Mitmusiker produziert und die auf 1000 Stück limitierte Fan-Box hat noch 5 weitere Lieder auf Lager. In der normalen Version gibt es aber auch schon ein Bonbon, denn die Ex-Leaves Eyes Sängerin Liv Kristine hat beim Bonus-Song „Stille Wasser“ ihre Stimme beigesteuert.

 

TanzwutDas erste Lied stimmt in das gleichnamige Album ein und überrascht mit einzigartigen Unterbrechungen. Auch Teufels Stimme ist hier sehr vielfältig und besingt besingt die Verführung durch den Teufel. Das nächste Lied „Steig ein“ ist für die gedacht, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollen und in eine neue Zukunft sehen sollten. Der Beat in diesem Lied eignet sich wunderbar zum Mitfeiern und wird der Hit auf jedem Festival.

 

Mit Bruder Leichtsinn“ zieht der Wahnsinn ein und verleitet zu einigen hinterlistigen Streichen. In Chaos“ sind im Hintergrund elektronische Beats zu hören und die heile Welt zerbricht. So hört es sich für mich zumindest an. Mit Reiter ohne Kopf“ findet der besungene einfach keine Ruhe und sucht nach Rache. Die Mischung als langsamen und schnelle Passagen passt sehr gut zur Ruhelosigkeit des Reiters. Zu diesem Lied wird es erstmals auch ein Comic geben, welches auf der limitierten Fan-Box zu finden sein wird.

 

„Stille Wasser“ ist auf dem Album zweimal vertreten und vor diesem Lied sollte sich der geneigte Zuhörer hüten, denn er könnte sich in dieser Ballade verlieren. Geld macht in „Reicher als ein Königeinfach nicht glücklich und der „Hahnenkampf“ kommt mir als Kinderlied sehr bekannt vor. Aber der Hahn ist doch sowieso überflüssig, oder?

 

Nun folgt „Wenn ich tot bin“, dass einen auffordert, nicht zu weinen und „An den Klippen“ beschreibt den Abschied eines lieben Menschen. Die Traurigkeit und Düsternis ist diesem Lied wirklich anzumerken. Das nun anschließende Lied „Bleib bei mir“ befasst sich mit der zerstörerischen Sehnsucht nach Liebe. Wobei es auch ein verzweifelnder Versuch sein könnte, den Tod zu überlisten. Oder was meint Ihr?

 

TanzwutIn „Wer Wir Sind“ bewegen sich Tanzwut wieder Back to the Roots und präsentieren eine traditionelle Spielmannsnummer, wobei hier das Schlagzeug trotzdem nicht fehlt. In „Neue Ufer“ versprechen Teufel und seine Mannen, dass es auch mal was anders von Ihnen geben wird. Was wohl den erstmaligen Comic der Band beschreibt, oder?

 

Alles in allem ist dieses Album härter und abwechslungsreicher als ich die Band rund um den Sänger Teufel kenne. Die Mixtur aus neuer Inspiration und alten Ritualen besticht absolut. Da hoffe ich, dass ihr das genauso seht und verbleibe

auf bald
Eure BlackRose