Neue CD von Daveysuicide: „Made From Fire“

Schon am 24.3.2017 erschien das dritte Album der kalifornischen Band Daveysuicide Made From Fire“ über das Label Trisol Music Group.

Musikalisch sind die vier dem Alternative Metal zuzuordnen, wie man ihn ähnlich von Static-X, Marilyn Manson und Ministry kennt. Also richtig krachige Metalsongs gepaart mit elektronischen Teilen alla Rammstein (allerdings ohne das NDH), die aber auch die verschiedenen Stimmungen transportieren können. Dabei klingt Daveys Stimme sogar der von Marilyn ähnlich, trägt aber einen Zacken mehr Aggressivität in sich. Ein bißchen schärfer im Tonfall.

Er singt, screamt und RAPPT sich durch und ja, es klingt gut. Bei Rap-Parts bin ich ja immer kritisch, da das für mich keine richtige Musik ist – Rap transportiert seine Emotionen nicht durch die Stimmlage, sondern über die Texte, und da kommen bei mir Stimmfetischistin keine Feelings zu auf. Hier wird aber die Melodie der Gitarren passend unterlegt und man vermißt den Gesang nicht wirklich.

Im ersten Song „Rise Above“ nach dem Intro beschäftigen sie sich mit einem Kampf gegen das System. Gegen eine Liebschaft oder was auch immer ihr daraus herauslesen mögt. Auf jeden Fall will Davey einen Gegner bezwingen, der ihm wie ein Teufel entgegentritt. Es ist ein Preis zu zahlen und er rät, man soll besser nicht in ein Feuer springen, wenn man hofft, daß man nicht zu brennen anfängt. Ein Kampf wird immer Spuren hinterlassen.

Der Song „Too Many Freaks“ ist jener welcher, in dem ordentlich gerappt wird. Fängt er an wie der Anchor-Mann an der Freakshow, der seine Attraktion mit „kommen Sie näher, ja jetzt noch eine Runde, treten Sie näher“ anpreist und die Gäste einlädt, entpuppt sich die Zirkusshow eigentlich als die harmlose Variante. Die wahren Freaks sind draußen unterwegs, es sind die Leute, die wir im echten Leben treffen.

Torture Me“ scheint oberflächlich ein Song über Folter zu sein. Doch wenn man genau hinhört, ist es eher eine Befreiung. Wer Davey wie Alice gleich durch das Kaninchenloch folgt, wird diese Folter enthüllen, was das Dunkle auslöst. Wir sind zu stumpf, um zu fühlen, das Unrecht zu bekämpfen. Wir sind mehr wert, als wir selbst über uns denken.

Paralyzed“ ist eine Ballade über eine Lügnerin. Man möchte ihr glauben, ist aber paralysiert und starrt auf die Situation, die wie ein Schwarzweiß-Film immer und immer wieder abläuft. Wegrennen und Verstecken nützt nichts, deswegen hat sie das letzte Mal gelogen. Sie hat das letzte Mal die Gelegenheit bekommen zu lügen, denn er fühlt nichts mehr.

Devil‘s Night“ holt die Teufel an die Oberfläche. Wir rechnen mit Dämonen, die über die Straßen tanzen, alle Körper so durch die Luft fliegen, daß man nicht weiß, ob man im Himmel oder der Hölle festsitzt. Doch die Monster sind alle menschlich und sie wohnen nicht unter den Betten…

Insgesamt beschäftigen sich die 14 Tracks der CD mit den inneren und äußeren Dämonen eines Menschen und den Auswirkungen auf das Weltgeschehen. Doch sie sind in den seltensten Fällen übernatürlichen Ursprungs, sondern sitzen in den kleinen Ritzen und Hebeln, die Welt bewegen. Es gibt auch eine gute Nachricht: Bleiben wir stark und ziehen die Kraft aus dem Feuer, dem wir entstammen, werden andere brennen… (Übrigens, eine nette Anspielung auf die Bloodhound Gang Nummer „Fire Water Burn“).

Anspieltip: „Paralyzed“ und „Made Of Fire

eure Luna ^v^

Line-Up Daveysuicide:

Gesang Davey Suicide
Keyboard, Backgroundgesang, Programming Needlz
E-Bass Derek Obscura
Schlagzeug Drayven Davidson
Gitarre Niko Gemini

Neue CD von Rebellious Spirit: „New Horizons“

Am 19.4.2017 kam die Vorabsingle „Devil In Me“ des am 9.6.2017 erscheinenden 3. Albums „New Horizons“ der Band Rebellious Spirit.

Die Band selber sagt von sich, daß sie beeinflußt werden von Disturbed und In Flames und bewegt sich im „Crossover Rock“ – mal Metalcore, klassischem Rocksound und alternativ Metal.

Das Album hat 13 Tracks (incl. einem instrumentalem Intro mit fast epischer Länge – für ein Intro).

Devil In Me, der „erste richtige“ Track, ist auch der Single Track, der am 19.4. vorab herauskam. Er fängt gleich mit ordentlich Gitarre an und ist eingängig. Ich finde die Stimme des Sängers interessant, erinnert ein bißchen an Kurt Cobain. Auch interessant, der Hall und die Verzerrungen. Dadurch bleibt es recht lebendig. Zumal auch laufend Tempo und Art der Melodie – Gitarren, Drums und Bass – wechselt. Die Nummer macht Spaß.

Als nächstes habe ich mir das Stück mit dem schönen Namen „Fuck“ herausgesucht. Wer jetzt musikalisch einen angepißten Sänger erwartet oder hofft, daß er schon allem müde gelangweilt einen Song herausrotzt, wird definitiv enttäuscht sein. Die Musik hat eher was von Party und Festivalstimmung. Dazwischen auch immer Core – Elemente, die aber gekonnt in das Lied eingefügt wurden. Und fast gerappte Passagen erfreuen jeden, der schon immer gutgelaunt ein „Fuck“ in die Welt brüllen wollten.

Die Ballade versteckt sich in dem Song „Am I Right“. Sanfte Melodie und eine einfühlsame Stimme schmeicheln sich nicht nur in die Ohren, sondern tapsen auch ins Herz. Absolut zum dahinschmelzen und wird den Ladies sehr gefallen. Ein „Regentagsong mit Hoffnung auf einen bunten Regenbogen“. Das Piano in dem Lied ist sehr stimmig mit dem harten Gitarrensound und geht nicht im Sound unter.

Enemy“ ist wieder für die härtere Gangart gedacht. Eine krachige Gute-Laune-Nummer.

After All“ ist wieder ruhiger, aber trotzdem interessant. Denn es kommen wilde Passagen, dazu der fast hypnotische Rhythmus mit gescreamten / geshouteten Lyrics. Ein Song mit viel Biß – und der läßt einen nicht mehr los.

The Core“ eröffnet mit ein paar elektronischen Klängen, um dann in einen Soundgemisch alla Korn zu fließen. Das Growlen absolut nicht extrem und shouten ist auch dabei im Wechsel mit Klargesang. Ich finde, hier zeigt Jannik am besten seine stimmliche Vielfalt. Und es verirrt sich (meinen Ohren nach) auch ein weiblicher Chor in die Mitte des Songs? Das gibt der Musik etwas erhabenes ohne stur auf einer Schiene zu fahren.

Mit Piano eröffnet „Give It A Try“ – die zweite „Ballade“ auf dem Album. Der Anfang ruhig, aber dann mit mehr Dynamik im zweiten Teil. Hier kommen die Lyrics besonders schön heraus. Ein Song, auf den man sich verlassen kann, ein Song über Freundschaft und Liebe. Man muß es nur versuchen.

Ein sehr abwechslungsreiches Album, das mal wieder einen anderen Wind in die Musikszene bringt. Und mich sehr interessiert, auch live zu erleben, was ab Oktober in ganz Deutschland möglich ist.

Anspieltip: „Eternal Desire“ und „The Core

eure Luna ^v^

 

Rebllious Spirit Line-Up:

Vocals, Guitar: Jannik Fischer
Bass: Jens Fischer
Drums: Silvio Bizer
Guitar: Corvin Domhardt

Rebellious Spirit live:

Oct 14 Maze Berlin, Germany
Oct 15 Spectrum Club Augsburg, Germany
Oct 20 Hall of Fame Wetzikon, Switzerland
Oct 21 Kaminwerk Memmingen, Germany
Oct 22 Nachtleben Frankfurt Am Main, Germany
Oct 27 Marias Ballroom Hamburg, Germany
Oct 28 Riders Cafe Lübeck, Germany
Nov 17 Der Cult Nürnberg, Germany
Nov 24 Helvete Oberhausen, Germany
Dec 02 Club Zentral Stuttgart, Germany

Konzert Pyogenesis mit Support Anchors & Hearts im STROM München

Zugegeben, vor diesem Abend kannte ich Pyogenesis nur von CDs bzw. von Youtube. Doch was ich dort schon hören durfte, hat mich überzeugt. Das Pyogenesis-Konzert am 09.03.2017 im STROM München war somit ein absolutes Must See für mich. 

Der erste Eindruck

Von außen erscheint das STROM relativ unscheinbar. Mein Außen-Highlight:  die Beschriftung über der Eingangstür. Wie man es von alten Kinos kennt, prangten dort die auftretenden Acts in schwarzen Lettern auf weiß beleuchtetem Grund. Stylisch, passend und mit dem genau richtigen Hauch an Extravaganz, wie ich finde.

Also nichts wie rein und sehen, was der Abend so bringt. Mit einem freundlichen Lächeln bekam man im Eingangsbereich den obligatorischen Stempel auf die Pfote und schon konnte es losgehen.

Jacke, Rucksack bzw. Tasche wurden einfach an der Garderobe abgegeben. Für 2,- € pro Stück fand dort alles einen sicheren Platz.

Der Konzertraum… Mein erster Gedanke: „Yeah!“ Muss ich noch mehr sagen? Definitiv Daumen hoch für diese gleichermaßen angenehme wie absolut rockige Atmosphäre. Dazu die Bar mit top Personal und guter Auswahl sowie ein kleiner Merch-Bereich. Die Tanz-/Publikumsfläche hatte eine ausreichende Größe und war von gleichermaßen dekorativen wie robusten Säulen eingefasst.

Alles in allem kann man sagen, das STROM ist ein besonderer und in sich stimmiger Club, der dem Abend den genau richtigen Rahmen geboten hat. Wohlfühlfaktor: hoch.

Der Support: Anchors & Hearts

Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Gegen 20:45 Uhr ging es los. Die Support-Band Anchors & Hearts – ihreszeichens Vertreter von Melodic Hardcore und Punk – betrat die Bühne. Und sie legten auch sogleich voll los. Wow, was für eine Power!

Die Musik von Anchors & Hearts kann man wohl am besten als eine sehr gelungene Mischung aus Melodic Hardcore, Metal, Screamo und Punk beschreiben. Mitreißend und im Ohr bleibend.

Manuel Wintjen Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Vom ersten Moment an rockten Anchors & Hearts die Stage und hatten einiges zu bieten. Harter Sound, kreischende Gitarren, ein präsenter Bass und hämmernde Drums. Sänger Manuel Wintjen überzeugte mit kräftigem Shouting, gepaart mit astreinem Clean-Gesang. Und auch die Stimme von Bassist Tim Söhl, überzeugte.

Manuel suchte von Anfang an den Kontakt zum Publikum und gab wie auch der Rest der Band alles, die Besucher mitzureißen. Musik aus vollem Herzen mit Hingabe, Spaß und Leidenschaft war das, was ich an diesem Abend mit Anchors & Hearts erleben durfte.

Tim Söhl Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Gesanglich wie auch instrumental beherrschen die fünf Jungs ihr Handwerk und fetzten mit Power über die Bühne. Es dauerte ein wenig, bis das leider doch recht überschaubare Publikum bereit war, mitzugehen. Anchors & Hearts gaben ihren gesamten Auftritt über alles und schafften es mit Charme und Können, das Publikum einzubeziehen und mitzureißen.

Kein Wunder, den schnellen Rhythmen, melodischen Leads und guten Grooves von Anchors & Hearts konnte man einfach nicht widerstehen. Mit scharfen Riffs und klaren Shouts bereiteten Anchors & Hearts den Weg für das, was danach kam: Pyogenesis, der Hauptact des Abends.

Anchors & Hearts, das sind: Manuel Wintjen am Mikrophon, Timo Buck an der Gitarre, Sebastian Gohl, ebenfalls an der Gitarre, Tim Söhl an Bass und Mikrophon sowie Torben Tost an den Drums.

Du hast Anchors & Hearts am 09.03.2017 verpasst? Kein Problem. Im August kannst Du sie beim Free & Easy Festival live erleben. Mein Tipp: definitiv anschauen!

Der Hauptact: Pyogenesis

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Anchors & Hearts wechselten nach ihrem Auftritt von der Bühne in den Merch-Bereich. Doch die musikalische Pause im STROM war nur kurz. Es dauerte nicht lange und Pyogenesis eroberten die Stage. 

Langsam beginnen? Nicht mit Pyogenesis. Mit den vier Jungs brannte sogleich die Hütte! Der Saal rockte, die Haare flogen, die Heads bangten und die Stimmung war herrlich ausgelassen. Und gleich zu Beginn ein Gitarrensolo, das sich gewaschen hat.

Gizz Butt Pyogenesis
Pyogenesis – Photo_ © Andreas „Elwood“ Brauner

Die Connection zum Publikum war sofort da und Sänger Flo V. Schwarz plauderte und scherzte mit demselbigen. Dabei zählte er – mit einem kessen Augenzwinkern – auch noch schnell die anwesenden Damen im Saal.

Mit dem zweiten Song des Abends präsentierten Pyogenesis ihr neues Album. Erschienen nach „nur“ 13 Jahren Pause, wie Flo V. Schwarz betonte. Und? Wie wars?  Hart treibende Drums, großartiges Growling des Vocalist und dazu eine Melodie, die nicht nur ins Ohr, sondern auch in Metal-Herz und Beine geht. Kurzum: der Sound überzeugte und das auf der ganzen Linie.

Im Anschluss feuerten Pyogenesis ihren Song „Through the Flames“ ins Publikum. Growling wie es sein soll und dennoch der Text einwandfrei zu verstehen. Eine Kunst, die Flo V. Schwarz definitiv beherrscht.

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

An der Gitarre fand sich mit Gizz Butt ein Meister seines Fachs. Er spielte sein Instrument nicht nur, er zauberte darauf. Anders sind die Töne, die er seiner Gitarre während des Solos entlockte nicht zu erklären. Der Refrain des Songs war angenehm melodisch, nur um dann sofort wieder in kraftvolle Riffs überzugehen.

Das Publikum ging mit und vor allem die vorderen Reihen rockten, was das Zeug hält.

Es folgte der Song „Blaze, my Northern Flame“. Ein Ohrwurm-Garant, welcher sofort in den Bann zieht und zweifellos als kraftvoll-polterndes Melodic Death Metal-Glanzstück beschrieben werden kann.

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Nach ein paar weiteren, nicht minder mitreißenden Songs wendete sich Flo V. Schwarz wieder an das Publikum. Wie lange man Pyogenesis schon kennt, wollte er wissen. Nach ein paar charmant-witzigen Anläufen erhielt er als Antwort begeistertes Johlen und Klatschen. Eine Reaktion, die prompt belohnt wird: mit einem ganz besonderen Song:

Fade away – der Opener des 1994 erschienenen Albums „Sweet X-Rated Nothings“. Hier zeigten sich nun die wahren Fans, die diesen Song von der ersten bis zur letzten Zeile mitsangen, rockten und feierten.

Gizz Butt Pyogenesis
Pyogenesis – Photo_ © Andreas „Elwood“ Brauner

Nach einer kurzen Jägermeister-Stärkung – der Band spendiert durch einen Fan, wenn ich das richtig gesehen habe – ging es auch gleich weiter. 

Neben vielen anderen Songs präsentierten Pyogenesis an diesem feurigen Abend im STROM auch das Titelstück ihres neuen Albums „A Kingdom to disappear“, welches in typischer Pyogenesis-Manier voll überzeugen konnte.

Pyogenesis lieben, was sie tun und haben eine Menge Spaß dabei. Das merkte man den ganzen Abend über. Und dieser besondere Funke sprang auch auf das Publikum über. 

Alles in allem…

… war es ein großartiger Abend mit hervorragenden Bands in einer tollen Location. Ob ich Pyogenesis wieder live erleben werde? Definitiv! Und auch Anchors & Hearts haben mich wohl nicht das letzte Mal in ihrem Publikum gesehen.

Eure BlackRose

Hier nun die kompletten Bilder:

Konzert-Info: „Pyogenesis“ am 09.03.2017 im STROM München

Harte Riffs, geiler Sound und eine Stimme, die ins Mark geht. Das ist Pyogenesis. Eine Band mit Ohrwurm-Garantie und live so mitreißend wie kaum ein anderer. 

Ihr neues Album „A Kingdom to disappear“ erschien am 24.02.2017. Und nun ist es endlich soweit: Pyogenesis gehen wieder auf Tour!

Pyogenesis Tour 2017 mit Stop in München!

Die vier Jungs machen mit ihrer „Pyogenesis Tour 2017“ auch in München halt. Am 09.03.2017 gastieren sie im STROM und sorgen für gewohnt rockige Stunden voller Metal, Alternative und Punk. 

Mit dabei als Support: Die sympathische Melodic-Hardcore-Band „Anchors & Hearts“. 

Pyogenesis & Support: Wann und Wo?

Wer Pyogenesis & ihren Support live erleben möchte, findet hier noch Tickets für Ihr Konzert im STROM. 

  • Hauptact: Pyogenesis
  • Support: Anchors & Hearts
  • Wann: 09.03.2017
  • Einlass: ab 20:00 Uhr
  • Beginn: 21:00 Uhr
  • Wo: STROM München, Lindwurmstr. 88

Kommt hin und feiert mit mir eine geile Band, einen super Support und einen unvergesslichen Abend.

Eure BlackRose

Fußball, die Zweite

gothic sports 04Tja, da isses wieder. Fußball. Schon vor Wochen konnte man nichts kaufen, ohne einen Hinweis darauf, dass es ja Fußball gibt. Überall Bälle drauf, die „Fan-Edition“, Sammelkarten, Kleberchen, Spielpinöppel und zur Krönung die Artikel mit irgendwelchen Kinderfotos, die „Fußball-Stars“ zeigen sollen (ich hätte ja gerne mal die Schoko-Edition mit Kinderpics von Rammstein, dem Grafen, den Eisbrechern, Alice Cooper oder anderen Szenegrößen… aber bekomme ich die? Nein. Manchmal wird sowas in den Videos versteckt, ich erinnere mich an ein LOTL-Video mit den Kinderfotos der Jungs. Ich mag das.).

 

Über die „Fan-Artikel“ hab ich mich ja damals schon ausgelassen. Brauche ich nicht. Andererseits amüsiere ich mich über die „Studie zur Penislänge“ der deutschen Männer, die mit einem Fähnchen am Auto zeigen sollen, dass es gewisse Defizite gibt 😉 .

 

Aber es gibt schon wirklich schwachsinnigen Kram, den man sich ins Gesicht schmieren, anziehen oder auf den Kopf setzen sollen. Und dann die „Public-Viewing-Areas“ (die grammatikalisch ja eigentlich „Public-Watching“ heißen müssten, aber ok, den Sinn und Unsinn der falsch-englischen Sprache im Deutschen möchte ich mich nicht auslassen – da könnte ich ja nur noch das berühmte C. Pohl-Saufen spielen…), bei denen Fans und Möchtegerns zusammengerottet „feiern“.

 

Ich brauche Fußball also ungefähr so dringend wie Herpes. Nicht falsch verstehen, wer es gerne guckt und spielt, soll seinen Spaß damit haben. Ich muss es ja nicht verstehen. Aber um Himmelswillen, verschont doch dann bitte andere damit. Das ist doch sonst wie mit den Zeugenden Jehovas, die einen auch laufend zwangsmissionieren müssen. Man fährt als anvisiertes Opfer doch dann nur noch seine Krallen aus und will verschont werden.

 

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Zeichnung von Anike Hage aus „Gothic Sports“

Wenn ihr Fußballfans seid, dann habt euren Spaß. Alle anderen, die nur aus Sympathie wegen einem anderen Fan mitgrölen… nun, überdenkt doch mal, ob ihr wirklich Fans seid. (Ich meine, rein weiblich gesehen, kann Frau dem auch was abgewinnen, wenn frau über den Körper der spielenden Männer oder die Outfitkombinationen diskutiert. Aber das hat mit „Fußballfansein“ per se weniger zu tun, da kann man auch über den Helden in einem Actionfilm reden.)

 

Damit ich euch aber trotzdem was bieten kann in Bezug auf Gothic und Fußball… ich bin über ein Manga gestolpert, das beides vereint. (Wobei die Japanische Seele sehr wenig mit dem ursprünglichen Begriff „Gothic“ anfangen kann. Sie mögen aber sehr den Style.)

 

Es gibt auch noch eine Mod für Fußball in dem Spiel „Gothic“, wer das besitzt kann ja gerne mal danach googeln – es soll aber nach den Kritiken, die ich entdeckt habe, nicht soooo überwältigend sein. Nun, ich bin kein Zocker und daher ein bisschen überfragt, wenn es um das Thema geht. Zudem weiß ich auch nur andeutungsweise etwas über das Spiel „Gothic“, nämlich den Namen.

 

Daher wieder zurück zu dem Manga. Mit Büchern kann ich sowieso viel besser als mit Sport oder Gaming. Sorry.

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Das Manga stammt von der Deutschen Anike Hage und heißt „Gothic Sports“. Es ist 2006 erschienen und handelt von Anya, die nach einem Schulwechsel gerne in eine Sportmannschaft aufgenommen werden möchte. Denn die Schule arbeitet mit Förderungen im Sportbereich. Anya ist eine Außenseiterin und möchte einerseits nicht in der einen Mannschaft spielen, in der eine „Feindin“ ist und in der anderen Mannschaft darf sie nur zusehen, weil „Mädchen nichts können“.

 

So überredet sie ein paar der anderen Mädchen, die zum Zuschauen verdonnert wurden, eine eigene Mannschaft zu gründen. Die Outfits im Gothic-Style, die sie selbst entwarfen, bringen die nötige Aufmerksamkeit und sie dürfen antreten. Sie müssen aber gegen die Schulmannschaft gewinnen, um bestehen zu bleiben.

Ausschnitt aus dem Manga "Gothic Sports" von Anike Hage
Ausschnitt aus dem Manga „Gothic Sports“ von Anike Hage

Neben Fußball sind im Schulalltag (die Mangaka war zu dem Zeitpunkt noch Schülerin) auch Themen wie Mobbing vertreten. Und damit können sich viele identifizieren, egal ob selbst noch Schüler, frisch von der Schule oder schon lange im Berufsleben.

 

Wer also lieber schmökern will (und zudem schöne Bilder betrachten möchte), kann gleich mal loslegen. Für mich jedenfalls eine alternative zu dem Fußball-Wahnsinn derzeit (ok… ich kann auch shoppen gehen, die Läden sollen zu den Fußball-Zeiten ja auch wie leergefegt sein *grins* )

 

Ich glaub, ich geh jetzt meinen Hammer suchen und mein „Thor“-Outfit… sollten andere dann heute Abend brüllen, dann kann ich ja mal „reinschneien“ und sagen: „Ihr habt mich gerufen, Sterbliche?“

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Kinder der Nacht

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Das WGT liegt vermutlich gerade in den letzten Zügen. Ok, das klingt selbst in meinen Ohren falsch. Aber heute ist der letzte Tag in Leipzig. Die Medien haben genug darüber berichtet, was wir schon wissen. Und die Menschheit sonst sieht uns wieder als Durchgeknallte. Vielleicht nicht so durchgeknallt wie andere, immerhin konnten sie noch auf Karnevalisten in Rio-De-Janeiro Roben verweisen (ja, die in Leipzig trügen ja auch so ne „Art Kostüm“) und auf die Trekkies, die mit William Shatner, dem Captain Kirk, auf einer anderen CON feierten.

 

Sobald man also nicht den Einheits-Stino Look trägt oder sich damit rühmt, auf Youtube Shopping-Hauls und Mode-Blogs zu unterhalten, dann kostümiert man sich also. *Seufz * Aber gut, das kennen wir schon. Interessant ist aber, daß es bei den gescripteten Realitäten der Redaktionen der TV Sender immer noch schön als Klischee breitgetreten wird. Müßte doch mal angekommen sein, oder?

 

Na, dann werden wir mal weiter auf der Klischee-Schiene weiter reiten und uns auch brav so verhalten. Für alle, die am WGT sind und heute abreisen, kommt gut und gesund heim. Ich hoffe, ihr habt das Festival genossen und konntet viele neue Bands kennenlernen, die alten Bands feiern und mit vielen neuen Leuten Freundschaften schließen. So wenige sind wir ja nicht, wir sind nur gut verteilt 🙂 .

 

Nachdem ich wieder daheim geblieben bin, hab ich mir auch die Zeit gut vertrieben. Vor ein paar Wochen hab ich auf einem Flohmarkt in einer Video-Grabbelkiste einen Film gefunden. Ich hätte bei dem Anbieter nie gedacht, daß ausgerechnet dieser Film dort original verpackt zu finden ist. Man sollte also auch an ungewöhnlichen Stellen seine Augen offen halten.

 

Es ist der Film: „Kinder der Nacht“, eine Nightchild-Production. Ich habe vor zig Jahren mal einen Trailer dazu in einem bekannten Szene Magazin auf der beiliegenden CD gesehen und ihn aber nie in einem Shop gefunden. Gut, ich habe auch nicht danach gesucht. Derzeit (ich habe mal nachgeforscht) ist er aber auch schwer zu haben, aber es ist nicht unmöglich.IMG_20160516_102210

 

„Kinder der Nacht“ ist eine Mischung aus Splatter, moderner Horror und wirkt ein bißchen wie die gescripteten Dokusoaps. (Die finde ich ja auch sehr gruselig). Es ist aber keine ausgedachte Story von einer TV Redaktion, sondern von Leuten aus unserer Szene.

 

Worum geht es in dem Film? Jan „Tequila“ Scheppers kehrt nach fünf Jahren nach Duisburg zurück. Dort hatte sein Bruder 1993 im Drogenrausch ein Massaker veranstaltet, welches ihm immer noch auf der Seele lastet. Tequila möchte damit abschließen und sucht in einem altem Haus die Antworten auf seine Fragen. Unterstützt wird er dabei von seinen alten Freunden Psycho, Mason und Terror.

 

Allerdings finden sie statt Antworten eine Substanz, die plötzlich ganz andere Ereignisse heraufbeschwört. Verschiedene Obrigkeiten mischen sich ein, gut und böse vermischen sich und die Lebenden und Toten vertauschen die Rollen. Viel zu spät erkennen die vier, daß sie Marionetten in einem höllischen Spiel aus Gewalt und Sex sind. Alles treibt auf eine Konfrontation zu, denn ein Dämon möchte eine andere alte Macht endgültig in die Knie zwingen.

 

IMG_20160516_102158Wie es ausgeht, werde ich nun nicht spoilern.

 

Der Film an und für sich ist… gewöhnungsbedürftig. Vielleicht bin ich inzwischen (immerhin ist das Werk von 1999) dank der Youtube Eigenproduktionen anderer Laien bessere Qualität gewöhnt, vielleicht liegt es auch daran, daß die Mittel inzwischen verbessert sind. Ein billiges Handy kann heutzutage schon bessere Clips aufnehmen, als eine High-Tech-Kamera aus der Zeit damals. Auch mit der Bearbeitung des Filmmaterials am heimischen PC erzielt man heutzutage bessere Ergebnisse. So hatte ich hier auch keine Special-Effects alla Hollywood erwartet.

 

Aber auch die etwas gewöhnungsbedürftige Art der Schauspielkunst (teilweise doch die recht gestelzte Redeweise der Darsteller) und die Übersynchronisation aus dem Off irritieren mich. Die Sprachqualität ist teilweise unverständlich. Vielleicht liegt es an meinem alten Röhren-TV und ein neueres Modell kaschiert das besser, so kann ich aber nur das nehmen, was ich hier bekomme.

 

Nichtsdestotrotz ist dieser Film eine liebevolle Arbeit, die den Beteiligten Spaß gemacht hatte. Sie nehmen sich damit selbst und die Szene auf die Schippe, setzen dem alltäglichen Horror ein Krönchen auf und genießen es, mal so richtig fies alles nieder zu metzeln und rumzusplattern.

 

Untermalt wird alles mit Musik von Wumpscut, Velvet Acid Christ, Haujobb und vielen anderen (es sollte auch eine CD mit dem OST geben).

 

Meine DVD Ausgabe (weiß nicht, ob es generell so ist, oder ob es unterschiedliche Ausstattungen gibt – gerne dazu in die Kommentare schreiben, was ihr wißt!) beinhaltet die ungeschnittene Fassung, 2 Interviews mit den Machern, Deleted Scenes, die Goofs und weitere Trailer, unter anderem zu dem Teil 2. (Nach meinen Recherchen aber leider nie fertiggestellt worden, siehe hier: KLICK)

 

Macht euch also einen schönen DVD Abend, taucht noch mal in die Szene ein.

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

 

gruftige Grüße

eure Luna^v^IMG_20160516_114850