Szene-Check Fürstentanz in Bad Homburg

Flyer des Fürstentanz
Flyer des Fürstentanz

Gestern konnte ich endlich auch mal den Fürstentanz in Bad Homburg besuchen. Von Freunden wurde mir schon viel positives berichtet und so war ich sehr neugierig, wie es werden würde. Fürstentanz klingt so edel, dass ich erwartet habe, eine ballähnliche Veranstaltung zu besuchen und plante meinen Reifrock nebst Ballkleid ein. Doch das habe ich dann doch nicht gemacht und ging in einer schlichteren Klamotte auf die Piste.

Wir kamen gegen halb zwölf dort an und ergatterten einen der wenigen Parkplätze am Historischen Fürstenbahnhof. Die Parkplatzsituation ist mit der Baustelle davor nicht wirklich schön. Das ist aber nicht das Problem, denn Parkplätze sind in der Stadt meistens (egal ob Abendlocation oder Einkaufszentrum) schlecht gelöst. Und vermutlich wird es sich bessern, wenn die Baustelle nicht mehr besteht.

Neben dem Fürstenbahnhof ist ein Schickimicki-Tanzschuppen, aus dem HipHop-Musik kam… doch der störte das Schwarzvolk nicht und ich habe auch keine „verirrten“ Gäste gesehen, die mal „gucken“ kamen.

Der Fürstenbahnhof selber ist ein beeindruckend schönes Gebäude, hohe Decken und recht altertümlich gestaltet. Auch die Aufteilung der Floors ist gut gelöst. Die große Treppe führt zur Garderobe, an der man seinen Mantel lassen konnte (für Raucher ein wenig unpraktisch, jedes Mal für eine Kippe draußen nach oben stiefeln und seine Jacke holen, aber es gibt auch im Innenbereich eine Möglichkeit zu Rauchen und ansonsten muss man ja auch nicht dieser Lust frönen).

Floor Fürstensalon
Floor Fürstensalon

An beiden Theken bekommt man eine große Auswahl an Getränken, zu äußerst moderaten Preisen und die Bedienungen arbeiten wirklich sehr zügig und freundlich. Auch die Lautstärke der Musik von den Floors ist trotz Integration der Theken nicht so laut, dass man seine Bestellung brüllen müsste oder das Personal mehrfach nachfragen müsste, was die Gäste wünschen. Einziges Manko für mich war an dem Abend: es gab keinen Kaffee.

Doch auch ohne Kaffee wurde mir nach und nach wärmer. Die Floors waren sehr gut besucht und niemals war die Tanzfläche leer. Die DJs machten wirklich sehr gute Arbeit und spielten sehr tanzbare Musik nach dem Geschmack der Gäste. Die Stimmung war großartig.

Im Kaiserzimmer war die Tanzfläche kleiner und DJ Dead Stefan (vom Nachtleben in Frankfurt dem einen oder anderen sicher ein bekanntes Gesicht) spielte eine gute Auswahl an den „gothischen“ Klassikern des Deathrock, Gothrock, Postpunk, Batcave und Minimal.

Im größeren Fürstensalon füllte DJ Marc Urban (macht auch das Nightcrawling im Schlachthof Wiesbaden) mit DJ Ziggy die Tanzfläche mit Dark Wave, Future Pop, Electro, EBM und der Musik aus den 80ern (zum Glück KEINE NDW).

Ich weiß nicht, ob es eine Möglichkeit gibt, die Playlists des Abends einzusehen, wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt und überlegt, ob die DJs euren Erwartungen entsprechen könnten. Lieber Marc, Ziggy und Stefan… wenn es das gibt, dann postet doch gerne den Link. Ich persönlich finde es sehr toll, wenn ich unbekanntes gut anzuhörendes noch einmal nachvollziehbar aufgelistet bekomme. Es gibt ja soviel Musik, die einem gefällt und man grade nicht weiß, zu was man getanzt hat.

Neben dem DJ Pult
Neben dem DJ Pult

Vom Licht her war die Lightshow sehr schön, ziemlich dunkel auf den Floors, aber nicht finster. Sitzgelegenheiten um die Tanzfläche waren auch vorhanden, auch im Außenbereich saß man auf Biergarnituren regengeschützt unter Schirmen. Und auch die Toiletten waren sehr spät am Abend sauber und man musste nur aufpassen, dass einen die Bässe nicht von der Schüssel hauen.

Fazit des Abends: Es war eine herrliche Party, ich habe wahnsinnig viele nette, bekannte Leute getroffen und auch tolle Gespräche geführt. Auch waren die Leute schön zurecht gemacht, man hielt sich an den schwarzen „Dresscode“ und so fügten sich alle zu einem recht bunten Gemisch zusammen. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet sind die Gäste aufgelaufen und ich muss sagen: Es hat sich wirklich gelohnt, erst gegen halb vier verließen wir so allmählich die Location. Dieses Event werde ich also bald wieder besuchen!

So, nun trink ich meinen Kaffee, werde wach und genieße den Rest des Sonntags.

Gruftige Grüße,

eure Luna ^v^

9 Ansichten über das Gothic Leben – 5. Teil: Gothic Kleidung

^WGT 2012 in Leipzig - Flickr - tm-md (2)Bei der letzten These über das Leben innerhalb der Gothic Szene habe ich es bereits angesprochen, das Provokation auch durch die entsprechende Kleidung ausgedrückt werden kann. So widme ich mich diesmal der Gothic Mode.

 

Schwarze Kleidung ist ein Gleichstellungsmerkmal unter uns Gothics, durch die wir signalisieren, dass wir das gleiche Lebensgefühl in uns tragen. Der Wohlfühlfaktor entsteht aus meiner Sicht daraus, das ich mich von den heutigen gesellschaftlichen Werten und Erwartungen absetzen und abheben kann. Im Grunde werde ich bewundert und ich wecke das Interesse anderer. Außerdem ist die Gothic Szene für mich ein Lebensgefühl, dass ich auch kritisch betrachte und bewerte.

 

 

Gothic Kleidung ist zwar keine Uniform, aber sie holt mich aus dem Alltag und ich kann durch die schwarze Kleidung sichtbar in eine andere Welt eintauchen und mich selber erfahren. Ich denke sogar, es ist auch insgesamt in der Verbindung mit der Musik und den Orten, wo sich die Gleichgesinnten der Gothic Szene treffen und auch feiern eine Art Befreiung von den Fesseln und Regeln des Alltags, wo man sich der Angepasstheit der gesellschaftlichen Normen entzieht. Die schwarze Kleidung ermöglicht mir ein Stück weit auch die Flucht von den gesellschaftlichen Zwängen, wie mein Erscheinungsbild und Verhalten im Alltag erwartet wird.

 

^WGT 2012 in Leipzig - Flickr - tm-md (11)Die schwarze Kleidung in der Gothic Szene ist ganz einfach auch ein Erkennungsmerkmal ohne große Worte. Ich empfinde es auch so, dass jeder sich mit der Kombination der schwarzen Mode, der Frisur und auch mit der Schminke innerhalb unserer Szene klar zu erkennen geben möchte und ein Alleinstellungsmerkmal über die individuelle Erscheinung erreichen möchte. Persönlich möchte ich innerhalb der Gothic Szene nicht einem Einheitsbrei angehören, denn ich möchte mir eine gewisse Individualität bewahren.

 

Aber was meint denn ihr dazu? Warum tragt ihr Klamotten in der Farbe schwarz? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Auf bald
Eure BlackRose

Kinder der Nacht

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Das WGT liegt vermutlich gerade in den letzten Zügen. Ok, das klingt selbst in meinen Ohren falsch. Aber heute ist der letzte Tag in Leipzig. Die Medien haben genug darüber berichtet, was wir schon wissen. Und die Menschheit sonst sieht uns wieder als Durchgeknallte. Vielleicht nicht so durchgeknallt wie andere, immerhin konnten sie noch auf Karnevalisten in Rio-De-Janeiro Roben verweisen (ja, die in Leipzig trügen ja auch so ne „Art Kostüm“) und auf die Trekkies, die mit William Shatner, dem Captain Kirk, auf einer anderen CON feierten.

 

Sobald man also nicht den Einheits-Stino Look trägt oder sich damit rühmt, auf Youtube Shopping-Hauls und Mode-Blogs zu unterhalten, dann kostümiert man sich also. *Seufz * Aber gut, das kennen wir schon. Interessant ist aber, daß es bei den gescripteten Realitäten der Redaktionen der TV Sender immer noch schön als Klischee breitgetreten wird. Müßte doch mal angekommen sein, oder?

 

Na, dann werden wir mal weiter auf der Klischee-Schiene weiter reiten und uns auch brav so verhalten. Für alle, die am WGT sind und heute abreisen, kommt gut und gesund heim. Ich hoffe, ihr habt das Festival genossen und konntet viele neue Bands kennenlernen, die alten Bands feiern und mit vielen neuen Leuten Freundschaften schließen. So wenige sind wir ja nicht, wir sind nur gut verteilt 🙂 .

 

Nachdem ich wieder daheim geblieben bin, hab ich mir auch die Zeit gut vertrieben. Vor ein paar Wochen hab ich auf einem Flohmarkt in einer Video-Grabbelkiste einen Film gefunden. Ich hätte bei dem Anbieter nie gedacht, daß ausgerechnet dieser Film dort original verpackt zu finden ist. Man sollte also auch an ungewöhnlichen Stellen seine Augen offen halten.

 

Es ist der Film: „Kinder der Nacht“, eine Nightchild-Production. Ich habe vor zig Jahren mal einen Trailer dazu in einem bekannten Szene Magazin auf der beiliegenden CD gesehen und ihn aber nie in einem Shop gefunden. Gut, ich habe auch nicht danach gesucht. Derzeit (ich habe mal nachgeforscht) ist er aber auch schwer zu haben, aber es ist nicht unmöglich.IMG_20160516_102210

 

„Kinder der Nacht“ ist eine Mischung aus Splatter, moderner Horror und wirkt ein bißchen wie die gescripteten Dokusoaps. (Die finde ich ja auch sehr gruselig). Es ist aber keine ausgedachte Story von einer TV Redaktion, sondern von Leuten aus unserer Szene.

 

Worum geht es in dem Film? Jan „Tequila“ Scheppers kehrt nach fünf Jahren nach Duisburg zurück. Dort hatte sein Bruder 1993 im Drogenrausch ein Massaker veranstaltet, welches ihm immer noch auf der Seele lastet. Tequila möchte damit abschließen und sucht in einem altem Haus die Antworten auf seine Fragen. Unterstützt wird er dabei von seinen alten Freunden Psycho, Mason und Terror.

 

Allerdings finden sie statt Antworten eine Substanz, die plötzlich ganz andere Ereignisse heraufbeschwört. Verschiedene Obrigkeiten mischen sich ein, gut und böse vermischen sich und die Lebenden und Toten vertauschen die Rollen. Viel zu spät erkennen die vier, daß sie Marionetten in einem höllischen Spiel aus Gewalt und Sex sind. Alles treibt auf eine Konfrontation zu, denn ein Dämon möchte eine andere alte Macht endgültig in die Knie zwingen.

 

IMG_20160516_102158Wie es ausgeht, werde ich nun nicht spoilern.

 

Der Film an und für sich ist… gewöhnungsbedürftig. Vielleicht bin ich inzwischen (immerhin ist das Werk von 1999) dank der Youtube Eigenproduktionen anderer Laien bessere Qualität gewöhnt, vielleicht liegt es auch daran, daß die Mittel inzwischen verbessert sind. Ein billiges Handy kann heutzutage schon bessere Clips aufnehmen, als eine High-Tech-Kamera aus der Zeit damals. Auch mit der Bearbeitung des Filmmaterials am heimischen PC erzielt man heutzutage bessere Ergebnisse. So hatte ich hier auch keine Special-Effects alla Hollywood erwartet.

 

Aber auch die etwas gewöhnungsbedürftige Art der Schauspielkunst (teilweise doch die recht gestelzte Redeweise der Darsteller) und die Übersynchronisation aus dem Off irritieren mich. Die Sprachqualität ist teilweise unverständlich. Vielleicht liegt es an meinem alten Röhren-TV und ein neueres Modell kaschiert das besser, so kann ich aber nur das nehmen, was ich hier bekomme.

 

Nichtsdestotrotz ist dieser Film eine liebevolle Arbeit, die den Beteiligten Spaß gemacht hatte. Sie nehmen sich damit selbst und die Szene auf die Schippe, setzen dem alltäglichen Horror ein Krönchen auf und genießen es, mal so richtig fies alles nieder zu metzeln und rumzusplattern.

 

Untermalt wird alles mit Musik von Wumpscut, Velvet Acid Christ, Haujobb und vielen anderen (es sollte auch eine CD mit dem OST geben).

 

Meine DVD Ausgabe (weiß nicht, ob es generell so ist, oder ob es unterschiedliche Ausstattungen gibt – gerne dazu in die Kommentare schreiben, was ihr wißt!) beinhaltet die ungeschnittene Fassung, 2 Interviews mit den Machern, Deleted Scenes, die Goofs und weitere Trailer, unter anderem zu dem Teil 2. (Nach meinen Recherchen aber leider nie fertiggestellt worden, siehe hier: KLICK)

 

Macht euch also einen schönen DVD Abend, taucht noch mal in die Szene ein.

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

 

gruftige Grüße

eure Luna^v^IMG_20160516_114850

 

9 Ansichten über das Gothic Leben – 4. Teil: Provokation!?

LétainDas Lebensgefühl Gothic beschreibt für Außenstehende das Klischee vom Tragen dunkler Kleidung und vom Hören emotional belegter Musik, die auch härtere Klänge beinhalten darf. So möchten Goths oder „Gruftis“, wie die Szenegänger vom gemeinen Volk oftmals spöttisch genannt werden, nach dessen Weltbild bevorzugt unter sich und am liebsten sowieso stets alleine bleiben.

 

Dies entspricht selbstverständlich nicht der Wahrheit, wenn die unterschiedlichen Charakterzüge jedes Individuums beachtet werden. Besonders in Sachen Gothic Kleidungsstil kursieren die wildesten Gerüchte, die in einer bewusst gewollten Provokation gipfeln sollen. Wie sieht es also mit diesem Vorurteil aus, welches sich selbst in der eingeschweißtesten dunklen Szene hält? Werden diese Lebenseinstellung und die damit verbundene Garderobe wirklich nur ausgewählt, um die Mitmenschen reizen und auf horizontaler Geistesebene herausfordern zu können? Ich für meinen Teil trage schwarz in erster Linie nicht um zu provozieren, sondern um mich wohl zu fühlen. Sekundär passiert das aber trotzdem, denn ich möchte ja auch ein wenig auffallen. Wie ist denn da eure Meinung? Für Diskussionen und unterschiedliche Meinungen sind in den Kommentaren sehr viel Raum und Platz.

 

Als Freundin des Gothic Lifestyles provoziert man vielleicht ganz automatisch, selbst wenn man dies nicht explizit in den Fokus rückt. Das liegt wohl daran, dass schwarze Kleidung generell mit negativen Themen wie dem Tod in Verbindung gebracht wird. Bekannterweise versucht der Großteil der Bevölkerung das Ableben als endgültige Tatsache zu verdrängen, die unausweichlich jede Existenz vervollständigt.

 

Atomik DesignsMeine persönliche Erfahrung zeigt, dass auch farbenfroh gekleidete Szenegänger, wie beispielsweise die tanzbegeisterten Cyber Goths, ebenfalls zu ausgelassenen Diskussionen anregen. Nicht selten geschieht dies übrigens auf einschlägigen Veranstaltungen, die uns Gothic Begeisterte näher zusammenbringen.

 

Wie kann es also sein, dass sich manche Menschen teilweise wie in Rage über die Optik anderer Personen brüskieren möchten? Werden hier gar sorgsam verdrängte persönliche Gefühle heraufprovoziert und auf ein lokalisierbares Umfeld projiziert? Dies wäre sicherlich eine der zahlreichen angemessenen Erklärungen, die Aufschluss über dieses weitere düstere Klischee geben könnten. Provozieren oder nicht provozieren – das ist hier also die Frage.

Wohnt ihr noch, oder lebt ihr schon?

SAMSUNG

Wie seid ihr denn so eingerichtet? Gelsenkirchener Barock (was meiner Meinung nach heute umgetauft werden muß, denn Eiche rustikal hat heute – glaube ich – überhaupt keiner mehr in seinem Wohnzimmer stehen) oder seid ihr gruftig eingerichtet? So richtig mit Sarg und Spinnenweben? Und schwarzer Tapete – wahlweise burgunderrot oder violett – und entsprechend düster? Oh, ich erinnere mich mit Grauen an diese eine Tauschmutti vor geschlagenen 12 Jahren, die im Eifer des Gefechtes im Tauschhaushalt der Familie ein „fröhliches Ambiente a la Tine Wittler bescheren wollte. Sie riss die dunklen Stores von den Fenstern und knallte (ich glaube, sie war gelb) eine Tischdecke auf den Küchentisch.

Natürlich wollte Gothic-Mum dann der guten Frau den Allerwertesten aufreißen nach dieser Aktion. Mann, was war die sauer. Ich verstehe das soooo gut. Das ist auch der Grund, warum ich (nebst tief traumatisierten Kindern) nie bei so was mitmachen würde. Ich hätte viel zu viel Angst, dass ich dann als Klischee-Gothic dargestellt werde und von Klischee-Stino-Mum dann meine Wohnung umsortiert bekomme.

Meine Hexenbücher dann als „böse schwarzmagische“ Literatur entsorgt wird und meine niedlichen kleinen Dekoartikel dann gepflegt vom Regisseur vernichtet werden. Und ich komme heim, war lieb und nett in der anderen Familie und stehe dann vor den Trümmern ;).SAMSUNG

Ich kenne aber jetzt auch die tolle Dekoration von unseren Sylvestertreffen und freue mich jedes Jahr über die tollen Sachen, die „unsere Leute“ verwenden. Mir fällt ein, ich möchte immer noch den kleinen Kerl in seinem Käfig, der jedes Jahr an der Decke aufgehängt wird… aber leider vergisst den der Besitzer nicht. Hmmmmm…..

Da der Wohnraum oft als Wohlfühl- und Rückzugsort genutzt wird, spielt bei vielen Gothics die Gestaltung eine wesentliche Rolle. In den Anfängen des Gothiczeitalters, in den 1980er Jahren war es bei vielen üblich, die Wände und Zimmerdecken mit meist schwarz gefärbten Stoffen und Tüchern auszuschmücken. Accessoires wie Rosenkränze, Kreuze (gerne auch provokativ umgekehrt aufgehängt), Plastikrosen oder Grabschärpen schmücken zusätzlich die Räume. Auch die Zimmereinrichtung bestand häufig aus schwarzen Möbeln und friedhofstypischen Gegenständen wie Kerzenleuchtern, Grableuchten oder Totenschädeln.

SAMSUNGNachdem sich die Gothic-Szene im Verlauf der 1990er Jahre aus dem Status als Jugendkultur herauslöste (wir werden ja auch älter 😉 ), verschwanden diese – inzwischen größtenteils als klischeehaft geltenden – Formen der Wohnraumgestaltung allmählich wieder und wurden durch weniger „makabere“ Gestaltungsformen abgelöst. Nachdem auch Möbel nach unserem Geschmack angeboten werden, etwa im Stil des Viktorianischen Zeitalters (z. B. bei SteamPunks, VampirGothics, RomanticGothics), des Historismus oder der Gründerzeit oder auch in einem zeitgemäßen, schlichten und neutral gefärbten Jugendzimmerstil.

Dekorationen in Teilen aus der Batcave-Kultur sind Gestaltungselemente der 1980er Jahre, wie: zerrissene Textilien, Spinnennetze (ich sag dazu ja Ökotraumfänger 😉 ), Schädel oder Fledermaus-Attrappen als ironische Anspielungen erhalten geblieben.

Aber sind wir sonst in diesem neuen Schick eingerichtet? Weiße glatte, kantige Möbel? Oder habt ihr auch neben den kleinen Deko-Teilchen noch ein schönes gruftiges Schlafzimmer, mit schwarzem Himmelbett alla „Tanz der Vampire“? Habt ihr Fledermäuse von der Decke hängen, wie Stino-Hardcore-Deko-Bastler die Schmetterlingsschwärme über die Wände ziehen lassen? Sind eure Bilder grafisch (die finde ich grässlich!!! Ausgesucht, dass sie farblich mit der Tapete harmonieren, aber null Verbindung zu den dort lebenden Menschen haben) oder die Klischee Bilder von Victoria Frances? Den röhrenden Hirschen der Gothic-Szene (ihr wisst schon, die Fantasy Bilder die alla Royo aussehen, aber nicht von ihm stammen…)?

 

SAMSUNGSAMSUNG

Also, richtet euch ein, wie es euch gefällt, warum immer einer Norm entsprechen? Nur weil die „Nachbarn“ sonst was denken könnten? Beruhigt euch, Nachbarn denken meistens nicht weiter, wie bis zu ihrer Haustüre 😉 . Macht euch eine Wohlfühloase, schmeißt den IKEA Schick raus, wenn er euch nicht glücklich macht und fragt euch: Wohnt ihr noch, oder lebt ihr schon?

In diesem Sinne, eine schöne Woche,
eure Luna ^v^

Die Bilder zeigen eine Auswahl meiner Dekoration in meiner Wohnung. Sie sind über Jahre gesammelt und teilweise an skurrilen Orten (wie kik oder T€di) gefunden worden.

Blackfield Festival 2014 in Gelsenkirchen

Blackfield Festival 2014

Anne ClarkWir vom Second Roses Online Shop waren dieses Jahr das zweite mal auf dem Blackfield Festival. Für mich war das erste mal dabei. Nach etwa 3 Stunden Fahrt erreichten wir das Festivalgelände. Bei der Platzvergabe mussten wir feststellen, dass unser Stand für den uns zugeteilten Platz zu groß ist, sodass wir woanders aufbauen mussten. Dies ging aber relativ schnell, sodass wir gemütlich in die Stadt fahren konnten und früh schlafen gingen.

 

Für die, die es noch nicht kennen, das Blackfield Festival ist ein Gothic-Festival im Amphitheater Gelsenkirchen. Musikalisch hatte es dieses mal wieder viel zu bieten, unter anderem dabei waren: Saltatio Mortis, Schandmaul, VNV Nation, Formalin, Heldmaschiene, Megaherz, Fields Of The Nephilim, ASP uvm.

 

Die erste Nacht war kühl, aber wir haben sie gut überstanden. Da das Festival nicht vor 16 Uhr begann, hatten wir Freitags viel Zeit, Essen zu kaufen und neu eingetroffene Secondhand-Klamotten zu deklarieren. Bis kurz vor Festivalbeginn regnete es leicht, danach hatten wir aber durchgehend angenehmes Wetter.  Auch ‚Die-Schwarze-Familie.net‘ ist wieder mit ihrem Stand dabei und hat uns gleich nach Festivalbeginn einen Besuch abgestattet. Krönender Abschluss des ersten Tages war der Auftritt von Schandmaul! Beim letzten Lied ‚Dein Anblick‘ sangen alle mit,  man sah wie berührt der Sänger war. Gänsehautfeeling pur…Um 23Uhr wurde das Festivalgelände geräumt, doch im Autogrammzelt gab es noch eine Aftershow-Party.

 

Der Zweite Tag begann mit schönem Wetter, es wurde richtig warm in unserem Zelt. Der Verkauf ging nun richtig los und spontan wurde ein Halsband, auf Wunsch, von uns zu einer Augenklappe umfunktioniert!

 

VNV NationAbends nahm ich meine Pause und tanzte zu Front Line Assembly, die ich zum ersten mal live sah und die mich total begeisterten! Die Nacht durch war wieder Aftershow-Party, die ich bis 02:00 Uhr besuchte und mich zu EBM, Industrial, Dark Wave…. fallen ließ, es war wundervoll! Danach lief ich über den parallel laufenden Mittelaltermarkt, wo das Met-Haus bis tief in die Nacht auf hatte. Dort setze ich mich an einen Feuerkorb und lies den Tag Revue passieren. Immer mehr Leute gesellten sich zu mir und wir verbrachten bei einem Hanfmet noch eine wunderschöne Nacht!

Nach einer kurzen Nacht wachte ich Morgens in einem schon sehr warmen Zelt auf und konnte direkt die Sonne genießen!

 

Am dritten Tag viel auf, wie viele Leute bis in die Morgenstunden gefeiert haben mussten, da es bis zum Nachmittag relativ leer war. Spätestens beim Auftritt von Megaherz jedoch füllte sich das Amphitheater, und dies steigerte sich bis zum krönenden Abschluss mit ASP, welche mit einer neuen Show das Publikum begeisterten und auch meine absoluten Favoriten auf diesem Festival waren!

 

Insgesamt war es ein spannendes Wochenende und ich freue mich schon aufs nächste Festival!

Bericht vom Blackfield Festival 2013 in Gelsenkirchen

Blackfield Festival 2013

PublikumDer Second Roses Stand war dieses Jahr vom 28.06. – 30.06.2013 auf dem Blackfield Festival vertreten. Den meisten von euch dürfte bekannt sein, dass das Blackfield Festival ein in Gelsenkirchen stattfindendes Gothic Festival ist. Es war dieses Jahr bisher das Größte, das wir mit unserem Stand mitgemacht haben. Leider war das Wetter in der Nacht zum und am ersten Festivaltag nicht besonders freundlich zu uns, so dass ich durch Regentropfen auf mein Gesicht ich mitten in der Nacht wach wurde und feststellen musste, dass mein Feldbett in einer riesigen Pfütze stand, die sich in unserem Stand gesammelt hat.

Dadurch, dass selbst die Nähte der Plane nicht wirklich dicht hielten, litt auch ein Teil der Ware an Feuchtigkeit, was aber zum Glück nicht so gravierend war. Die Kleidungsstücke hatten die nächsten Tage viel Zeit zum Trocknen. Nach diesem eher mäßigem Start ins Festivalwochenende besserte sich die Situation am zweiten Tag erheblich zu richtig sommerlichen Temperaturen und es blieb dabei, was uns nur zu Gute kam.

Samsas TraumDie Location des Blackfield Festivals, nämlich das Amphitheater in Gelsenkirchen, ist einfach super. Der Sound und die Sicht zur Bühne sind von allen Plätzen aus richtig gut. Selbst wenn man ganz hinten steht, kann man die Künstler wunderbar sehen und hören. Weiterhin befindet sich auf dem Blackfield ein recht großer Markt, der neben Klamotten, Schmuck und Platten auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Essensständen bot.

An dieser Stelle ist auch der Stand von „Die-schwarze-Familie.net“ zu erwähnen, die neben einem Verkauf an T-Shirts, Accessoirs und Dekoartikeln auch die Möglichkeit bereithielt, mit seinen Kindern etwas unternehmen zu können. Unter anderem das machte das Blackfield Festival auch zu einem kinderfreundlichen Festival (was ich persönlich von Metal Festivals eher weniger gewohnt bin ;-). Desweiteren war noch ein Mittelaltermarkt vorhanden, welches sich direkt vor dem Eingang zum eigentlichen Festivalgelände befand.
EisbrecherMusikalische Unterhaltung gab es dieses Jahr u. a. von Blutengel, Samsas Traum, Eisbrecher, Mono Inc. und mein persönlicher Favorit war Die Kammer. Wobei der Auftritt von Rotersand das Highlight meiner Chefin war. Darüberhinaus gaben auch zahlreiche Künstler Autogrammstunden wie Aesthetic Perfection, Formalin und Neuroticfish.

Und für die Unterhaltung nach den spielenden Bands gab es nach dem Ende eines jeden Festivaltages eine Aftershowparty im großen Autogrammzelt. Da konnte man abends noch neben kühlen Getränken das Tanzbei zu EBM, Darkwave und co. schwingen.

Es war ein sehr gelungenes und aufregendes, aber auch stressiges Wochenende, was auf alle Fälle eine Wiederholung bedarf. Ob geschäftlich oder privat werden wir sehen.

Autor: Simon Hemmers