Die Bücherserie „Dark Ones“ von Katie MacAlister – 1. Teil

Aufgrund der vielen Zeit die ich nach der Geburt meines Sohnes hatte, widmete ich mich meiner doch recht umfangreichen Büchersammlung aus eBooks. Meine Wahl fiel auf die Serie von Katie MacAlister, die sich, nach den einzelnen Buchtiteln zu urteilen, um Vampire handelt. Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem Sachbuch über Software, konnte dort aber weder ihre witzigen Dialoge noch romantische Szenen unterbringen. Somit beschloss sie eher Liebesromane zu schreiben.

„Blind Date mit einem Vampir“

Das erste Buch aus dieser Reihe lautet auf den Titel „Blind Date mit einem Vampir“, was mich doch recht neugierig machte. Da in den eBooks ja leider keine Klappentexte vorhanden sind bzw. diese erst nach ein paar Seiten kamen, war ich noch neugieriger. Auf das große Aber komme ich aber später noch zurück. 

Vorab noch etwas zum Schreibstil: Alle Bücher sind immer in der Ich-Perspektive geschrieben und immer aus der Sicht der Hauptprotagonistin. Es sind immer die Frauen, die in den Vordergrund gestellt werden. Was ist sehr bewundernswert finde. Auch sind sie nicht die ultrahübschen, bestgestylten und wohlgeformten Damen, sondern jede hat auch Macken und Gaben, die sie menschlicher und interessanter machen. An sich schon ein Grund, diese Bücherserie einfach nicht aus der Hand zu legen. 

Nun zurück zum 1. Buch: Es geht in der Geschichte um Joy und ihre Freundin Roxy, die sich Anfangs die Zukunft von Freundin Miranda vorhersagen lassen. Da erfährt Joy, dass sie bald den Mann fürs Leben kennenlernen wird. Jedoch soll er ein Vampir sein, was Joy nicht so echt glauben kann, da sie die Existenz von Vampiren als Hirngespinst abtut. Zusammen mit Roxy macht sich Joy auf die Reise nach Tschechien zu einem Gothic Festival, an dem auch der berühmte Vampirschriftsteller C.J. Dante anwesend ist. Dort lernt sie auch den geheimnisvollen Raphael kennen, zudem sie sich sehr hingezogen fühlt. Im Laufe der Geschichte werden immer seltsamere Vorgänge bekannt und es wird eine Leiche mit Bissspuren gefunden. 

Ich muss jedoch sagen, dass dieses Buch leider nicht viel mit Vampiren zu tun hat, denn diese bzw. die Dunklen, wie die Schriftstellerin diese bezeichnet, erscheinen nur ganz am Rande als Nebenschauplatz. Zwar ist das Ende noch recht spannend und unvorhergesehen, aber die Geschichte davor war nur eine Aneinanderreihung von Geschehnissen und die erotischen Szenen waren mir wieder viel zu schnell zum Ende kommend. Somit konnte das Buch als Auftakt nicht wirklich bei mit punkten und ich habe mir wirklich überlegt, ob ich die Reihe noch weiterlese. 

„Kein Vampir für eine Nacht“

Aber ich habe mich doch durchgerungen und das 2. Buch „Kein Vampir für eine Nacht“ zur Hand genommen und bin wirklich positiv überrascht worden. Diesmal ging es um Allegra Tellford, die als Geisterbeschwörerin für eine amerikanische Organisation arbeitet. Da es mit ihrer Gabe nicht so recht klappen will und der Jobverlust ihr im Nacken sitzt, bricht sie nach London auf, um in den vermoderten Häusern Englands ihr Glück zu versuchen. Als sie in einem Haus tatsächlich auf einen für sie vermeintlichen Geist stößt, um ihn zu beschwören, erlebt sie eine erstaunliche Überraschung. Denn sie trifft ihn auf einer Signierstunde des berühmten Autors für Vampirromane C.J. Dante wieder und kann sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. 

Diesmal bin ich besser in die Geschichte eingetaucht, da es nun wirklich um einen Vampiren bzw. Dunklen geht. Der Dunkle Christian hat nun eine Hauptrolle bekommen und muss sich durch die Gabe von Allegra mit allerlei Geistern rumschlagen und sie dann auch noch davon überzeugen, mit ihm die Ewigkeit zu verbringen. Ich habe es regelrecht verschlungen und konnte es kaum aus den Händen legen, so spannend und mitreisend las sich diese Zeilen. Ich war wirklich froh, dass es der Schriftstellerin gelungen ist, ein faszinierendes Buch zu verfassen und freute mich schon auf den 3. Teil.

„Küsst du noch oder beisst du schon?“

In „Küsst du noch oder beisst du schon?“ ging es diesmal um die junge Dozentin Nell Harris, die nach Prag eingeladen wurde, um eine alte Ritterrüstung zu begutachten. Jedoch gestaltete sich die Reise völlig anders als gedacht, denn Nell stoplert in der Wohnung der geheimnisvollen Melissande über Kobolde, wird dann noch von einem lüsternen Geist verfolgt und stößt dann auch noch auf den Dunklen Adrian, der sie kurzer Hand entführt. Im Laufe der Ereignisse findet Nell schließlich heraus, dass Adrian der angebliche Verräter sein soll und versucht ihn fortan von dem Fluch, der ihm der Demonenfürst Asmodeus auferlegt hat, zu befreien. 

Der 3. Teil liest sich für mich wieder sehr gut und ich konnte es wieder weglegen. Auch die witzigen Szenen sind interessant geschrieben und teilweise hatte ich einen Lachflash. Jedoch das Ende war sehr abrupt und viel zu einfach für dieses komplexe Thema. Nichtsdestotrotz gefiel mir dieser Teil wieder sehr gut und wagte mich gleich an Buch Nummer 4.

„Vampir im Schottenrock“

In „Vampir im Schottenrock“ ist der Name Programm, denn hier ging es um den Schotten Paen Scott und die Halbelfe Samantha Cosse. Beide treffen aufeinander als Samantha gerade ihre eigene Detektei eröffnet hat, da sie ein besonderes Talent dafür besitzt, verlorene Dinge aufzuspüren. Und genau Paen beauftragt Sie damit, ein geheimnisvolles Artefakt zu finden. Samantha setzt zusätzlich alles daran, Paen davon zu überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind. Wobei sie jedoch bei Paen auf Granit beißt, da er nicht an die Liebe glaubt und sie damit mehrmals vor den Kopf stößt. 

Dieser Teil fesselte mich wieder vollends und die ganzen Wirrungen und Ereignisse waren immer aufs neue faszinierend. Auf jeder nächsten Seite passierte wieder etwas unerwartetes und das war richtig spannend. Was mich auf den nächsten Teil dieser Reihe hoffen lies.

„Vampire sind zum Küssen da“

Teil 5 „Vampire sind zum Küssen da“ war aber schon allein vom Kurzinhalt so verworren, dass ich nicht wusste, ob ich dieses Buch beenden würde. Es geht darin um die Physikerin Portia Harding, die nicht an übersinnliche Dinge, geschweige denn an Magie glaubt und für alles eine wissenschaftliche Erklärung finden muss. Sie wird von ihrer Freundin Sarah mit auf eine Reise durch Schottland gezerrt, auf der Sarah mit allen Mitteln versucht, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Dann passiert auch gleich etwas magisches und Portia hält es für eine durch Pilze verursachte Halluzination. Durch die Begegnung mit dem Magiewesen kann Portia nun das Wetter beeinflussen, was einigen anderen übersinnlichen Kreaturen gar nicht passt.

Weiter bin ich in dem Buch gar nicht gekommen, denn Portia ist als Heldin schrecklich und wird durch den Quoten-Vampir Theo auch nicht besser dargestellt. Auch die penetrante Leugnung der Magie stößt bei mir übel auf. Die Figuren sind so flach, dass ich keinen Zugang zu diesem Buch gefunden habe. Auch ist es mit den ganzen phantastische Wesen viel zu überladen. Somit habe ich nach ca. 50 Seiten aufgegeben und mich dem nächsten Buch gewidmet.

„Ein Vampir kommt selten allein“

Bei dem 6. Buch „Ein Vampir kommt selten allein“ bin ich derzeit bei Seite 99 und kann noch kein endgültiges Fazit ziehen. Aber dieses bekommt ihr in Teil 2 dieses Berichtes. Bis dahin habt noch ein wenig Geduld.

Auf bald
Eure BlackRose

PS: Alle Bücher könnt ihr u. a. bei Amazon bestellen.

Rezension: Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs
Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „Miss Peregrine´s Home for Peculiar Children“, deutsche Ausgabe erstmals 2011, 416 Seiten. ISBN 3-426-51057-X. Übersetzung ins Deutsche von Silvia Kinkel, erhältlich über Amazon.

Inhalt
Spoiler Warnung: Leicht, ich fasse nur die erste Hälfte des ersten Buches zusammen, ohne die großen Momente zu verraten. Der letzte Absatz gibt etwas tiefere Einblicke.

Viele von uns kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung: Der Großvater erzählt seinem geliebten Enkel zum Einschlafen fantastische Geschichten; waren es bei uns wohl eher Märchen, die uns sanft in den Schlaf begleiten, freut sich Jacob dagegen allabendlich auf makabere Erzählungen, in denen Kinder mit besonderen Fähigkeiten die Hauptrolle spielen. Wie ein Jahrmarkt der Absonderlichkeiten erfährt er immer Neues über diese besonderen Kinder, die schweben, unsichtbar sind oder am Hinterkopf einen zusätzlichen Mund haben und zusammen auf einer Insel in einem Kinderheim wohnen.

Als Kind kann Jacob nicht genug von den Berichten und den passenden Fotografien bekommen, doch je älter er wird, desto mehr rückt seine Abenteuerlust in den Hintergrund und macht der Skepsis Platz: Stimmt es wirklich, dass sein Großvater Abraham im Krieg auf diese kleine Insel irgendwo vor der walisischen Küste geflüchtet ist und dort die Bekanntschaft all der wunderlichen Kinder mitsamt schrulliger Lehrerin machte? Wollte Jacob früher selbst unbedingt auf diese Insel, ist er heute im Alter von 15 vor allem daran interessiert, dem beengenden Familienunternehmen und dem vorgezeichneten Weg zu entkommen. Seinen Großvater belächelt er eher als „senilen Schwachkopf“, der immer öfter von den schrecklichen Monstern brabbelt, die er einst auf der Insel kennen- und fürchten lernte – und die ihm anscheinend bis nach Florida gefolgt sind.

Doch Jacob wird auf furchtbare Weise eines Besseren belehrt und startet aus dem dringenden Wunsch heraus, seine seelische Gesundheit zu behalten, eine verzweifelte Reise zur walisischen Insel, auf die sein Großvater so lange gelebt haben soll.
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Rezension über die Bücher der Black Dagger Reihe von J. R. Ward

Rauschende Erotik und erbitterte Kämpfe – Die Welt der Black Dagger

Nachdem das Bild des Vampirs in den vergangenen Jahren in Literatur und Film stark verwässert wurde, vergisst man gerne, dass es nach wie vor Bücher und Buchreihen gibt, die dem blutrünstigen und geheimnisvollen Urtypus des Vampirs alle Ehre machen. Schon seit 2005 vermag es so die Black Dagger Reihe der begabten Autorin Jessica Bird (unter dem Pseudonym J.R. Ward), Fans des Fantasy- und Gothic-Genres mitzureißen.

Bei der Black Dagger Buchreihe handelt es sich um moderne Vampirromane, welche es verstehen, Erotik, Gewalt, Liebe und Leidenschaft zu einem roten Faden zu verknüpfen, der sich durch alle Bände der Saga zieht. Grundstein der Handlung ist ein Krieg, der schon seit Jahrhunderten unbemerkt zwischen Vampiren und ihren uralten Widersachern, den sogenannten Lesser, tobt. Zum Schutz der letzten verbliebenen Vampire wurde die Black Dagger Bruderschaft gegründet, angeführt von Wrath, dem letzten reinblütigen Vampir und rechtmäßigen aber unwilligen König der Vampire.

Die Handlung jedes Buches folgt dabei immer einem Mitglied oder einem Verbündeten der Bruderschaft und deckt so nach und nach deren Vergangenheit, Persönlichkeit und Beweggründe auf. Zumeist liegt der Fokus dabei auf der Liebesgeschichte des Kriegers mit seiner künftigen Frau. Obwohl jedes Buch als abgeschlossene Geschichte gelesen werden kann, treiben alle Bänder auch den Hauptgeschichtsstrang der gesamten Reihe voran. Mit der Zeit entsteht dadurch eine profunde, weitverzweigte und eindringliche Welt, in denen Intrigen, Auseinandersetzungen und wallenden Gefühlen nichts anderes übrig bleibt, als zustande zu kommen.

Doch wer nun schnulzige Gothic-Romane und billige Vampir-Romanzen erwartet, der sitzt einem Irrtum auf. Die Welt der Black Dagger Bruderschaft ist geprägt von Kampf und Gewalt – ohne, dass man es erwartet, verwandeln sich gefühlvolle Liebhaber in eiskalte Krieger, welche ihrem Schwur, die zivile Vampirgesellschaft zu beschützen, mit aller Kraft nachkommen. Trotz aller Romantik und Leidenschaft ist die Welt der Black Dagger Bruderschaft düster und von der imminenten Bedrohung durch die Lesser überschattet. Momente glühender Erotik scheinen wie Oasen in einer sonst sehr unbarmherzigen Realität.
So geht es im ersten Band „Dark Lover“ (In Deutschland erschienen unter „Nachtjagd“ und „Blutopfer“) beispielsweise um die junge Reporterin Elisabeth Randall, welche bei ihren Recherchen um einen obskuren Mordfall auf den charismatischen Wrath trifft. Beinahe widerwillig aber unbezähmbar neugierig lässt sie sich schon bald auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm ein. Aus ihrer Vermutung, dass Wrath mit dem Mord in Verbindung steht, wird bald Gewissheit und mehr: Wrath eröffnet ihr, dass er nicht nur ein Vampir, sondern auch der Anführer der Black Dagger Bruderschaft ist. Elisabeths gesamte Welt gerät aus den Fugen und schnell sieht sie sich gefangen zwischen ihrer Leidenschaft für den schönen Wrath und dem schicksalsträchtigen Krieg zwischen Welten, von deren Existenz sie bislang nichts geahnt hatte.

Auch die folgenden Werke spielen mit der Ahnungslosigkeit der Menschen, der zunehmenden Verbitterung der letzten Krieger der Black Dagger Bruderschaft und der immer wieder aufblühenden Leidenschaft und Hoffnung zwischen den einzelnen Charakteren. Auch wenn die einzelnen Protagonisten im Mittelpunkt des jeweiligen Buches stehen, tauchen sie dennoch auch in den Geschichten der anderen auf. Dadurch entsteht eine lebendige, sich weiterentwickelnde Welt, die einzigartige Figuren mit hohem Wiedererkennungswert in ständiger Interaktion miteinander verbindet.

Die Übersetzungen der englischen Originalausgaben werden in Deutschland durch den Heyne-Verlag vertrieben und hierzulande in jeweils zwei Einzelwerke unterteilt. Seit 2005 ziehen jährlich erscheinende Bände der Gothic- und Vampir-Saga tausende neue und alte Fans in ihren Bann. Mit der Black Dagger Buchreihe hat die Autorin Jessica Bird alias J.R. Ward ein Monument des Genres errichtet, das ohne Frage den bereits bestehenden Kultstatus verdient. Alle Bücher sind u. a. bei Amazon erhältlich.

Auf bald
Eure BlackRose

Interview mit Adrian Daray über sein Buch „Dark“

Adrian Daray ist ein Autor und Hörbuchsprecher und hat jetzt seinen neuen Roman „Dark“ fertiggestellt. Ich habe ihn schon lesen dürfen und bin – auch wenn es nicht mein übliches bevorzugtes Genre „Vampirroman“ ist – begeistert. Daher habe ich ihn zu einem Interview gebeten und möchte ihn euch hiermit vorstellen:

Hallo Adrian, schön, dass du heute Zeit für unser Interview hast. Du hast deinen Roman „Dark“ jetzt als eBook und als Print Ausgabe herausgebracht. Ab wann kann man den bekommen?

Den Print (in meinem Fall das Taschenbuch) gibt es ab jetzt im Handel. Durch die ISBN Nummer kann man ihn in jedem Buchladen bestellen, auch bei Epubli und Amazon. Das eBook wird es ab dem 13.1. in allen Online-Shops geben, das sind so knapp 165… und das Audiobook erscheint ab dem 31. Januar unter anderem bei Audible und Musicload. Ich habe auf meiner Website einige Shops aufgelistet.

 

Dann beschreib doch mal kurz für unsere Leser, worum es in „Dark“ geht.

Im tiefsten Winter Alaskas geht der Schrecken um. Blutige Serienmorde mit religiösem Hintergrund halten das Land in eisigem Atem. Die Polizei ist ratlos. Blake Dark, ein ehemaliger FBI – Detective, wird dazu verdammt sich der Sache anzunehmen. Doch je weiter er sich diesem Geheimnis nähert, umso unklarer wird seine Rolle in diesem blutigen Spiel. Schon bald ist er sich nicht mehr im Klaren, auf wessen Seite er eigentlich steht… Aber es ist die Einsamkeit, die ihn soweit bringt, nicht die Sekte. Sein selbstzerstörerisches Verhalten in dieser gnadenlosen dunklen Umgebung leitet den Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

 

Wieviel Adrian Daray steckt denn in Blake Dark oder wieviel Blake Dark steckt in Adrian?

Adrian IST Blake Dark. Dennoch gibt es Situationen, in denen ich nicht so gehandelt hätte, wie er, obwohl man das so auch nicht sagen kann. Wer weiß, welch furchterregendes Tier in einem steckt, wenn man solchen Extremsituationen ausgesetzt ist.

Möchtest du denn manchmal wie Dark handeln? Oder ist das nur die Vorstellung, man sollte ab und an so sein?

Ich handele wie er, dennoch würde ich niemanden kaltblütig erschießen – hoffe ich zumindest. Seine Gedanken sind meine.

 

Trotz der harten Schale ein weicher Kern?

Fast schon zu weich.

 

Du bist ein Filmfreak. Viele Zitate und Anspielungen beziehen sich auf Klassiker. Muss man sie alle kennen oder entgeht einem so das eine oder andere Detail?

Wenn man sie nicht kennt, fehlt einem kein Detail in der Geschichte. Wenn man sie jedoch kennt, erlebt man sie weitaus stärker und kann einmal mehr über den Sarkasmus des Protagonisten schmunzeln.

 

Was hat dich denn zu diesem Roman inspiriert? Wie kamst du auf den Schauplatz in den USA, würde die Geschichte nicht in Deutschland funktionieren?

Ein Traum von Gestalten in purpurroten Mänteln war der Auslöser. Die Wahl des Schauplatzes kam durch mehrere Faktoren:

 

  1. Die Amish… sie haben einen großen Stellenwert im Roman und die Amish leben nun mal in Amerika.
  2. Die Dunkelheit und die Abgeschiedenheit. Hier hat man noch die Freiheit, alles geschehen zu lassen, ohne daß gleich die Zivilisation einem ins Handwerk pfuscht.
  3. Und last but not least: Der Film „The Thing“ von John Carpenter. Dort gibt es auch eine Forschungsstation im Norden Alaskas, was mich bis zum heutigen Tag fasziniert. Die drückende Atmosphäre, die dort herrscht, ist genau mein Ding.
ein ganz kleiner Blick auf die Leseprobe

 

Hattest du denn das Ende auch schon bei der Planung der Geschichte im Kopf, oder kam das bei der Entwicklung?

Alles kam mit der Zeit. Ich bin wirklich morgens aufgestanden um zu schreiben, damit ich endlich wissen konnte, wie es weitergeht. Mir kam es so vor, als hätte mir jemand die Geschichte diktiert.

 

Das ist dann auch für den Autoren spannend. Arbeitest du denn derzeit an einem Nachfolger oder einer Fortsetzung?

Nein, es wird definitiv keinen Nachfolger geben.

 

Dann ist diese Geschichte also erzählt. Was möchtest du denn unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Wenn sich der Tag zur Nacht neigt und der dunkle Mond euer Antlitz bescheint, seht euch sorgsam um und haltet Ausschau nach jenen, die die Farbe Purpurrot tragen, denn sie könnten auch zu dir kommen…

 

Adrian, ich danke dir für das Interview.

Ich bedanke mich auch.

 

Die ISBN zu dem Print lautet: 978-3741-8800-63, Hör- und Leseproben findet ihr auf Adrians Website: www.blackwords.de

So, ich gehe jetzt wieder lesen, was besseres kann man bei Kälte und Glatteis nicht machen.

 

Gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Der Krähenwald – eine Buchleseshow in der Kleinen Hölle

KODAK Digital Still Camera

„Dies ist die Geschichte meines Lebens. Es ist eine Geschichte, die mich weit in die Welt führte und auch darüber hinaus. Sie handelt von mir selbst, den ewigen Geistern und der schwarzen Rose der Vernunft. Ich möchte sie nun erzählen, bevor mich der grüne Kristall restlos verspeist hat und hoffe so, dass mein Leben und meine Suche damit einen Sinn findet. In meiner Geschichte werde ich keinen Namen tragen. Als ich mich von meinem Leben unter den anderen Menschen entfernte, reiste ich fortan als ein namenloser Wanderer. Blickt durch meine Augen, so wie ich einst durch das rechte Auge des Krähenprinzen blickte, und ihr werdet diese, unsere Welt, vielleicht anders sehen können!“

So beginnt es mit dem Vorwort des Buches „Der Krähenwald“, in den uns Veit Keller an dem Abend aus der Kleinen Hölle in Frankfurt Sachsenhausen entführte.

KODAK Digital Still Camera

Der Raum in der Kleinen Hölle war stimmungsvoll dekoriert und mit noch mit Tüchern verhüllten Bildern saßen wir Zuschauer gespannt auf unseren Sitzen. Eine mysteriöse Gestalt erschien, gekleidet mit schwarzen Federn und einer Halbmaske, die das rechte Auge verdeckte. Sie strich durch das Publikum und stellte dann überrascht fest, dass wir ihn wahrnehmen konnten.

Und so steigt Veit Keller ein, berichtet teils spöttisch, teils nachdenklich durch die Figur des Krähenprinzen über die Suche des Wanderers ohne Namen nach der schwarzen Rose der Vernunft. Er präsentiert seine Buchleseshow aus Sprach-Samples mit Geräuschen und mit live gelesenen Ausschnitten aus seinem Buch.

Schritt für Schritt werden die Zuschauer tiefer in die Gedankenwelt des Wanderers hineingezogen. Langsam uns stetig enthüllen sich auch optisch die bisher zugedeckten Bilder zu der Geschichte und untermalen die Erzählungen. Während die Samples von „Band“ laufen, beobachten alle gespannt den Krähenprinzen, der mit Mimik und Gestik die gesprochenen Worte unterstreicht.

KODAK Digital Still Camera

Sehr malerisch und farbig baute Veit die Szenarien aus seinem Buch auf und berichtet von den Erlebnissen des Unbekannten mit dem Krähenprinzen im Krähenwald. Das Interessante an der Show ist dabei, dass Veit es schafft, mit theatralischen Mitteln wie Körpersprache und Mimik eine Bilderausstellung mit den Worten seines Romans und vorgefertigten Sprach-Samples zu verknüpfen.

Er sitzt nicht steif auf einem Stuhl und liest stumpf ein paar Kapitel aus dem Buch vor, sondern greift sich gezielt Punkte heraus, die er präsentiert. Auf diese Weise erfährt der Zuschauer ein wenig mehr über die Stationen der Reise des Wanderers als bei einer „üblichen“ Lesung. Dabei bleibt aber immer noch so viel offen, dass man das Buch „Der Krähenwald“ gerne selbst lesen und das Ende der Geschichte erfahren möchte.

Und das werde ich auch tun, denn ich habe mir sein Buch gekauft. Nach der Show, während die Stühle für den anschließend folgenden Krähentanz weggeräumt wurden, schrieb mir Veit auch einen netten Gruß in sein Werk und unterhielt sich mit den Zuschauern.

KODAK Digital Still CameraDie DJs Annieheaven und Wolfram Waldura gaben so einen gelungenen Abschluss an den Abend in der Kleinen Hölle. Die beiden möchte ich nicht vergessen, denn sie unterstützten Veit auch während der Lesung.

Und noch eines: Alle Bilder in dem Buch (sie sind auch dort mit abgedruckt), die ja nach und nach enthüllt wurden, konnten noch einmal ausführlich betrachtet werden. Manch kleines Detail, das man nicht auf den ersten Blick entdeckt hatte, offenbarte sich so.

Wer also Lust auf einen wunderbaren, gothischen Abend hat und mal eine außergewöhnlich gestaltete Lesung erleben will, sollte den sympathischen Veit Keller, sein „Team“ und seine Buchleseshow nicht verpassen.

Gruftige Grüße
eure Luna ^v^

 

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Neue Buchveröffentlichung: EINE ART MOSAIKSPRACHE von Markus Keimel

eine-art-mosaiksprache-coverDer österreichische Musiker und Autor Markus Keimel (LYDIA’S GEMSTONE, SUMOSTAR, WÖRTER HABEN SEELE) veröffentlicht am 21.11.2016 sein neues Buch EINE ART MOSAIKSPRACHE. Über 100 Texte inklusive zahlreicher Farbillustrationen wird das 70-seitige Werk umfassen. Inspirierende Poesie, Philosophie mit nachhaltigen Denkanstößen. Humor, der teilweise unter die Gürtellinie schlägt – dabei aber nie an Niveau verliert, wunderschöne Aphorismen, knallharte Gesellschaftskritik. Von diversen Medien oftmals als „Österreichs Vorzeigemelancholiker“ betitelt, bedient sich Markus Keimel in seinem neuen Buch unterschiedlichster literarischer Stilformen und gibt der Melancholie nicht mehr gänzlich so viel Raum wie etwa in seinem Vorgängerwerk. Bestellen kann man EINE ART MOSAIKSPRACHE mit persönlicher Widmung über die offizielle Website eineartmosaiksprache.jimdo.com

KÜNSTLERBIO MARKUS KEIMEL:

Markus Keimel ist ein österreichischer Musiker, Composer und Autor. (27.07.1987)
In erster Linie bekannt als Frontmann, Sänger und Songschreiber der Alternative/Rock-Band Lydia’s Gemstone, die sich besonders durch das 2011 erschienene Album „the new melancholy“ einen Namen in der internationalen Szene machen konnte, veröffentlichte Markus Keimel im Jahr 2011 sein Literatur-Debut Wörter haben Seele welches als Mixtur aus Lyrik, Poesie und Philosophie mit hervorragenden Kritiken deutschsprachiger Literatur und Musik-Magazine ausgezeichnet wurde. (ursprünglich als E-Book – Neuveröffentlichung 2015 inkl. Neuem Material als E-Book und in Softcover/Taschenbuch-Version)

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Im Jahr 2012 startete Keimel weitere musikalische Projekte und veröffentlichte erstmals klassische Musik in Form einer mehrteiligen Konzept-Reihe namens The HeArt of Soul. Als Sänger und Gitarrist der Band Lydia’s Gemstone spielte er weit über 100 Konzerte und teilte unter anderem mit internationalen Größen der Gothic-Rock-Szene, wie Tiamat, The 69 Eyes oder Mono Inc., die Tourbühne.

Das 2008 erschienene Debut-Album der Band, No Endorphins Added, erlangte durch Songs wie „The Lovedrug Symphony“ und „Nimbostratus“ weltweite Radio-Airplays. Es folgte eine Auszeichnung des amerikanischen Radiosenders HCR als „Newcomer-Band des Jahres“.
Mit dem zweiten Album The New Melancholy erlangte Lydia’s Gemstone in der Gothic/Metal-Szene internationalen Bekanntheitsgrad, verbuchte großartige Kritiken internationaler Medien, spielte eine Headliner-Tour und schaffte es unter anderem inkl. guter Album-Bewertung ins Rock Hard – Magazin.

Mit dem Debut „Reload The Flushmode“ unterschrieb Markus Keimel 2013 unter dem Künstlerpseudonym SUMOSTAR beim deutschen Indie-Label Timezone Records und lieferte damit ein gelungenes Erstlingswerk im Genre Electro/Pop/Rock. (VÖ 06/13)

markus-keimel-22015 erfolgte die Neuveröffentlichung von Wörter haben Seele in physischer Buchform (woerterhabenseele.jimdo.com) und wurde erneut von deutschsprachigen Zeitungen und Magazinen hervorragend berwertet und besprochen.

Am 21. November 2016 veröffentlicht Markus Keimel sein zweites Buch namens Eine Art Mosaiksprache welches wie schon das Erstlingswerk in das Genre Lyrik, Poesie und Philosphie einzuordnen ist.

Von diversen Medien oftmals als Österreichs „Vorzeigemelancholiker“ betitelt, arbeitet Keimel im Moment am ersten großen SUMOSTAR-Album, auf dem unter anderem einige Songs des Debuts als Bonustracks enthalten sein werden. Desweiteren an einem ersten Roman und einem Kinderbuch.

BUCHINFO:

EINE ART MOSAIKSPRACHE – Das neue Buch des österreichischen Musikers und Autors Markus Keimel.
Veröffentlichung 21.11.2016 – Vorbestellung seit 13.10.2016 möglich
(Genre: Lyrik, Poesie und Philosophie)
eineartmosaiksprache.jimdo.com (das Buch ist ausschließlich über diese Website zu erwerben – Buchpreis 10 Euro)
www.facebook.com/eineartmosaiksprache

Literarische Ausbrüche, die Keimel im Erstlingswerk „Wörter haben Seele“, wenn überhaupt nur angedeutet hat, formen sich in EINE ART MOSAIKSPRACHE zu einem Feuerwerk.

Zu einem Feuerwerk unterschiedlichster Themen, Emotionen und Geschichten verschiedenster literarischer Stilformen.

Inspirierende und tiefsinnige Poesie, Philosophie mit nachhaltigen Denkanstößen. Humor,
der raffiniert unter die Gürtellinie schlägt – dabei aber nie an Niveau verliert, wunderschöne Aphorismen, knallharte Gesellschaftskritik…!

Über hundert Texte mit wundervollen Farbillustrationen.

Gothische Bücher – Heute mal was fürs Herz <3

Sherrilyn Kenyon Collage Dark HunterSo, wieder eine Woche um… ey, Mensch, inzwischen ist das erste halbe Jahr herum. Die Zeit rast. Naja, einerseits tut sie das, aber andererseits dauert sie manchmal ewig.

 

Besonders, wenn ich wie in der letzten Woche zig Termine abklappern darf, die dann mit langen Wartezeiten verbunden sind. Da lobe ich mir meinen eBook-Reader, mit dem ich unkompliziert viele – und ich meine WIRKLICH viele – Bücher mitschleppen kann.

 

Man mag ja nun streiten, was die richtige Art zu lesen ist, entweder mit Papier zwischen den Fingern in ein Buch eintauchen. Das hat einerseits den Vorteil, die frische Druckerschwärze zu riechen, während man die Geschichte liest. Oder man hat ein Secondhandbuch, und riecht dann während dem Lesen den Geruch seines Vorbesitzers.

 

Ich habe ein Hexenlehrwerk (das ist kein Secondhandbuch gewesen, wurde aber in Frankfurt in einem schrulligen Laden angeboten, in dem man eben neben Hexenbüchern auch Katzenfutter, Nähgarn und andere Lebensmittel bekam. Unter anderem auch Räucherwerk und das haftet bis heute an dem Buch), das wirklich gut riecht.

 

Andererseits kann das als Nichtraucher unangenehm sein, wenn man Zigarettenrauch oder Muffkeller beim Lesen erschnüffelt. Aber, das ist zweitrangig. Worauf wollte ich hinaus… ach ja, die ebooks. Da ist das superpraktisch, es riecht nix und auf den Reader passen tausende Bücher und mit einem Tipp auf das Display kann man lesen, markieren, notieren und hat immer was zu lesen dabei. Kosten, wenn man sich online Bücher ausleiht, halten sich auch in Grenzen und es gibt irre viele Klassiker „gemeinfrei“, das heißt, man darf sie kostenlos lesen, behalten usw.

 

Für mehr Infos -> Bild anklicken!


So, ich wollte aber eigentlich noch „gothische“ Bücher vorstellen, die ich in der letzten Zeit verschlungen habe. Es sind mittlerweile 16 Bände der „Dark Hunter“ Serie von Sherrilyn Kenyon.

 

Die Dark Hunter (es gibt dann auch noch Were-Hunter und Dream-Hunter) sind keine Vampire im üblichen Sinne. Sie sehen zwar so aus, und ab und an wird mal gebissen und Blut getrunken und auch sonst tummeln sich in den Geschichten die üblichen Archetypen. Natürlich sind die Kerle in den Geschichten alles Sahneschnittchen und die „Erotik“ kommt auch nicht zu kurz (allerdings immer ein bisserl nach Schema F).

 

Und alles sammelt sich um den mysteriösen Acheron, genannt Ash. Dieser geheimnisvolle Typ, der bevorzugt im Gothic-Outfit herumläuft und einen Dämon besitzt, kümmert sich im Auftrag von der griechischen Göttin Artemis um das Weltgeschehen und damit um die Dark Hunter. Jeder Dark Hunter (und auch die anderen Hunter) haben natürlich eine beschissene Kindheit hinter sich, trauen keiner Frau über den Weg und halten sich – nachdem sie 24 Stunden nach dem Verkauf ihrer Seele und Ernennung zum DH – ehrenhaft an den Kodex.

ganz unerwartete Weisheiten, die einen treffen können :)
ganz unerwartete Weisheiten, die einen treffen können 🙂 Ausschnitt aus Band 16

Immer schön die Sterblichen vor den bösen Daimons beschützen und sich nicht zu verraten… und schon gar nix mit Frauen anfangen. Und schon tauchen wir ein in die Welt der DH. Denn die Daimons sind ursprünglich Apolliten gewesen, die vor ihrem 27. Geburtstag, an dem sie übelst sterben müssen, anfangen Seelen und Blut der Sterblichen zu trinken, um so ihr Leben zu verlängern.

 

Apolliten sind die Wesen, die der Gott Apollo geschaffen hat und die auf Atlantis gelebt haben. Von Band zu Band bekommt man mehr Einblick in die griechische Mythologie. Daneben sind dann auch die Atlanischen Götter, die Römischen, Keltischen und die Sumerischen erwähnt. Nicht wirklich viel, was man erfährt, aber die Autorin ist promovierte Historikerin und anscheinend eben auf die Griechen spezialisiert.

 

Naja, und anscheinend auch auf Gothics eingeschossen, denn diese tauchen immer wieder auf. Mal ist es eine Freundin der Heldin, die den Look bevorzugt, mal eben Ash. Und die Geschichten spielen größtenteils in New Orleans, Anne Rice wird erwähnt. Und die Lieder in den Büchern… nun, es gibt sie und man kann sie passend dazu anhören 😉 .

 

Was mir an den Geschichten nicht so gefällt, ist, dass es immer ein bisschen Schema F ist. Dabei driftet sie aber nicht wie andere Autoren so sehr ab, dass der Obermotz an Bösewicht immer mächtiger wird. Weiter werden halt Klischees bedient. Die Helden reagieren immer irgendwie gleich. Und ein bisschen stört mich das „Name-Dropping“. Gut, sie erwähnt ihre eigenen Bücher, die sie unter einem Pseudonym veröffentlicht hat – geschicktes Productplacement 😉 . Und in den ersten Bänden ist die Serie „Buffy“ recht präsent.

 

Alles in Allem sind die Bücher aber wirklich spannend, und könnten den weiblichen gothischen Leseratten gefallen, da sie halt mit Herzschmerz und Liebe, nicht so übertriebenen Kampfszenen und Helden, die nicht alla Sex And The City einander laufend übers Maul fahren müssen. Die Helden sind auch nicht DIE Machotypen, die „Ich Mann – Du Nix“ als Devise haben, aber auch nicht die gequälten Weicheier sind, die unterwürfig alles hinnehmen und von der „modernen“ Welt keine Ahnung haben.

 

So, nun tauche ich wieder in meine Lesewelt ein – gibt nix besseres im Schaukelsack am Balkon ein gutes Buch zu verschlingen.

 

Gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Tick Tack Tick Tack…

Von Maros M r a z (Maros) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=169224
Von Maros M r a z (Maros) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Diese eine verflixte Stunde. Es ist wieder soweit, wir haben die Uhren verdreht. Ganz wie bei dem Lied von Paulchen Panther frage ich mich immer, wer an der Uhr gedreht hat. Naja, bei dieser einen Stunde jedes Frühjahr weiß ich es im Prinzip. Aber ich weigere mich, meine Uhren umzustellen. Die, die sich nicht automatisch umstellen, bleiben so.

 

Aber was hat denn Zeit mit Gothics zu tun?

 

Sehr viel, denn irgendwo drückt sich die Sehnsucht um die Zeit und die Beherrschung derselben in vielen Elementen aus. Nehmen wir die Steampunks, die gerne in einer romantisierten „Jules-Verne-Epoche“ mit modernen Elementen leben. Zumindest stylingtechnisch. Altertümliche Optik mit Zahnrädern und Dampfmaschinen und versteckt dann das Smartphone in dem alten Grammophon (für die Youngsters… das Teil würde zum mp3-Player alla Darth Vader sagen, es wäre sein Großvater 😉 ).

 

Im Gegensatz dazu dann die Cybergothics, die mit Lichtschläuchen und metallischen Dekoelementen die „Mensch-Maschinen-Kombinationen“ = die Verschmelzung von Mensch und Technik futuresk darstellen und feiern.

 

Oder die „Vampire“, die bei einem Rotwein und Kerzenschein sinnierend den „guten alten Zeiten“ in ihrem endlosen Leben nachtrauern. Wobei ich mir das nicht wirklich vorstellen kann, daß unsterbliche Vampire gerne festgefroren in der Vergangenheit verharren würden. Ich denke, die sind eher dank ihrer Unsterblichkeit gespannt, auf alles, was die Zukunft bringen mag. Nur ihre Körper wären demnach unveränderlich und zeitlos.

 

Mittelaltermärkte sind auch ein beliebtes Freizeitziel. Dort kann man für einen Tag quasi durch ein Fenster in die Vergangenheit schauen, mit Kleidung, Sprache, Speisen und Handeln eine romantisierte Version des Mittelalters erleben. Als Männer noch echte Kerle waren und Frauen die holden Maiden. (Negatives wird ausgeblendet – sozusagen eine moderne Art der „guten alten Zeit“)

 

Auch in der gothischen Musik wird die Zeit öfters zum Thema, Eisbrecher singen davon, daß sie die Wunden heilt und sich gefälligst beeilen soll (Wenn Zeit die Wunden heilt), Lord Of The Lost beschreiben, daß irgendwann die Zeit kommt, in der alles besser wird (One Day Everything Will Be Okay). Anthrax singen vom Druck, den die Zeit auf einen Menschen ausüben kann (Persistence Of Time), Eisblume singen daß die Zeit nicht stehen bleibt (Zeit bleibt nicht stehen).

 

Von Filmen brauche ich ja nicht wirklich schreiben, oder? Wobei es bei denen eher um Zeitreisen und die Möglichkeiten der verbessernden Veränderung der Vergangenheit geht. Nehmt als bestes Beispiel einfach die „Back To The Future“ Trilogie. Es klaffen Logiklöcher und bestätigen so die Thesen der Physiker, daß man Zeitreisen nicht auf diese Art durchführen kann. Wobei… wenn ich so nachdenke, am logischsten (für mich) ist der Film „Butterfly Effect“ in dem der Protagonist in seine eigene Vergangenheit reist, und zu Zeiten, in denen er schon immer ein „Black Out“ hatte und so minimal etwas verändert, was dann in seiner aktuellen Gegenwart Auswirkungen hatte.

 

Mein erstes Buch war übrigens ein Liebesroman, in der es einen Ritter in die Gegenwart verschlug, er sich dort mit einer Frau zusammentat, weil er feststellte, daß sein Verschwinden die Vergangenheit änderte. Nachdem sie es geschafft hatten, ihn wieder „nach Hause“ zu befördern, stellen sich andere gegenwärtige Probleme heraus und dieses Mal kommt die Frau in seine Zeit. Natürlich auch mit viel Herzschmerz und Liebe bestreut, kann sie ihm seine Zukunft verändern und kommt dann in eine andere, veränderte Gegenwart zurück.

 

Aber was ist denn Zeit überhaupt?

 

Physikalisch ist es eine Abfolge von Ereignissen mit einer eindeutigen, unumkehrbaren Richtung. Philosophisch ist es das Fortschreiten der Gegenwart aus der Vergangenheit in die Zukunft, in der Relativitätstheorie ist Zeit die vierte Dimension.

 

Es ist also der Unterschied zwischen den meßbaren Größen und Parametern und dem Wesen der Zeit, ja, selbst die Psychologie wirft hier noch Begriffe wie „Zeitwahrnehmung“ und „Zeitgefühl“ in den Raum, die Wirtschaft nutzt die Zeit als Wertgegenstand. Und doch kann ich „Zeit“ nicht wirklich erklären, nur die Auswirkungen spüren.zeit

 

Und so frage ich mich, wo die Zeit hin ist, wenn ich auf ein bestimmtes Ereignis in meinem Leben schaue. Warum dauerte es vorher so lange, bis ich auf dem Konzert von XY war und warum ist das jetzt schon 25 Jahre her? Wo, verflixt noch eins, ist das Wochenende hin verschwunden? Und warum muß ich in drei Minuten aus dem Haus und ich bin noch nicht angezogen?

 

Versucht, nicht nur in der Vergangenheit zu leben und entschleunigt den Alltag. Das Festhalten des Moments wird nicht klappen, und mal ehrlich? Wer will schon, daß etwas ewig dauert? (Das führt wieder auf die unsterblichen Klischeevampire, die mit ihrem Denken und Sein in ihrer Zeit festgefroren sind…) Genießt den aktuellen Zeitpunkt, denn alles ist subjektiv. Was für den einen eine Ewigkeit ist, ist für den anderen ein Augenblick. Wie ihr das jedoch empfindet, das könnt ihr bestimmen. Füllt Lange-weile mit schönen Momenten…

 

Einen zauberhaften Restsonntag und gruftige Grüße,

 

eure Luna ^v^

Lesetipps für schlaflose Nächte… oder was tun, wenn man nicht pennen kann?

Bücher gelesen...
Bücher gelesen…

Ja, Ferien und Hitze, das ist schon eine tolle Kombination. Hitze – weil ich endlich nicht friere und auch mal mit kurzen Ärmeln herumlaufen kann… und Ferien, weil ich ohne schlechtes Gewissen mal gammeln darf.

Genauer gesagt: ich habe keine Termine, die ich sonst abklappern MUSS und kann meine Schlaflosigkeit in der Nacht ohne Übermüdungsgefahr zum Lesen benutzen. Was ich in Kombination mit oben genannter Hitze auch getan habe. Ich hatte zwar nicht solche Probleme nachts zu schlafen, aber da ich zwei kleine Kobolde beherberge – seit Dienstag – und denen macht die Wärme und neue Umgebung ein wenig zu schaffen. Sie werden erst nachts mutig und klabautern herum.

Also hab ich mir mal wieder mein Tablet vorgenommen und meine Nase in ebooks (und Prints) gesteckt. Und es hat sich (für mich zumindest) gelohnt. Ich lese ja bevorzugt Vampirromane, habe gut 470 Printausgaben in meinem Schlafzimmerregal gestapelt. Ich weiß, was ich mag und was nicht. Und sorry, ich finde Glitzerkugeln uncool.

Fang ich mal an mit den drei Büchern von Kerrelyn Sparks. „Ein Vampir für jede Gelegenheit“, „Vampire tragen keine Karos“ und „Der Vampir der sich nicht traut“. Kerrelyn schreibt recht unterhaltsam, wobei ich die frühen Romane von ihr bevorzuge. Ganz zu Anfang waren es nur Vampire, dann kamen Gestaltwandler hinzu und im letzten (Der Vampir der sich nicht traut) sind dann auch Engel dabei.

Das nervt mich ein wenig an, denn allzuviel übersinnliches Gedöns, nur damit es „noch dramatischer“ wird (immerhin reichen bei spektakulären Kampfszenen – warum sowas generell heutzutage drin sein muss, ist mir ebenfalls schleierhaft – nicht mehr ein böser Obervampir als Enemy No 1, inzwischen müssen es Engel und Dämonen sein, die die Vampire wie Schachfiguren hin und herschieben). Ich weiß nicht, woher der Trend kommt, ich mag ihn auch nicht. Wer sich aber auf die obligatorische Liebesgeschichte in den Romanen konzentriert, hat mit diesen Büchern sehr viel Spaß.

Dann habe ich mal wieder in die Reihe von Tina Folsom hineingelesen, ihre Scanguards Vampire haben auch die eine oder andere Macke (das mit dem Blutbund und den Trend, den Frau Sparks auch angeht „Vampire müssen Kinder bekommen“ fängt bei ihr auch an…), die ich nicht mag, aber prinzipiell hab ich ihre Bücher gemocht. Das jetzt „Cains Geheimnis“ ist jedoch grenzwertig. Ich hab da selten eine so primitive Sprache gefunden. Ich mach da kein Geheimnis draus, in den Büchern sind erotische Szenen beschrieben. Aber in diesem – ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder am Original – ist das dermaßen Dirty Talk, daß man schon nimmer von „Erotik“ sprechen kann, eher von einem Porno im Sinne: Warum liegt hier Stroh rum…

Bücher gelesen 2...
Bücher gelesen 2…

Das letzte Buch in der Reihe: Mann ist das peinlich, war von Lynsay Sands „Ein Vampir zu rechten Zeit“. Ihre Vampire sind in Atlantis durch Nanotechnologie entstanden und die ganzen Mythen hat sie plausibel aufgelöst. Nun reicht es Frau Sands leider auch nicht mehr, böse Abtrünnige zu jagen (die gab es bei ihr schon immer…), da die ursprünglichen Abtrünnigen meist dann Lebensgefährten der „braven“ blutbeutelsaufenden Vampire sind und dann plötzlich nicht mehr so böse und so weiter sind. Gut, ist okay, das kann sich ja dann weiter entwickeln und solange keine Atlantischen Engel auftauchen, ist das für mich okay. Aaaaaber… die Sprache in dem Buch ist hier auch megapeinlich. Sorry, aber Hoden kann man doch schreiben? Und da braucht es nicht seitenlanges Gefasel über „Oh, sie ist an die Babymacher gegangen…“…

Ich möchte aber auch von Büchern schreiben, die mich beeindruckt haben OBWOHL Engel darin neben den Vampiren vorkommen. Das sind die beiden Bücher von Uta Maier „Spiegelblut“ und „Nachtschattenherz“. Hier ist ein Mädchen auf der Flucht vor Vampiren, da sie ein Spiegelblut ist, also Emotionen und Kräfte von anderen spiegeln kann. Nimmt ein Vampir dann das Blut dieses Spiegelblutes, dann kann er ihre Fähigkeiten nutzen. Das ist besonders wichtig für zwei Vampire, die eine Seele teilen. Denn dieses Spiegelblut kann beide erlösen, wobei aber nur einer die Seele behalten darf… und Engel sind an allem Schuld! Verworren? Ja, aber genial gemacht, da man nach dem ersten Band eigentlich das Happy End schon vor sich sieht, was aber im zweiten noch kräftig herumgewirbelt wird. Und das Ende… das wird überraschen.

Das zweite beeindruckende Buch, ist in bisher 2 Bänden von Juliane Maibach – „Midnight Eyes – Schattenträume und Finsterherz“ erschienen. Hier stolpert ein Dämonenwächter mit sehr großer Macht in die Welt der Sterblichen und wird an eine Frau, naja Highschoolschülerin, gebunden. Stirbt einer von beiden während dem Pakt, geht auch der andere drauf, weswegen der Dämon natürlich das Mädel beschützen muss. Es gibt da natürlich die üblichen „Beverly Hills 90210 Verwicklungen…“ aber es macht Spaß das zu lesen… auch wenn kein Vampir da betroffen ist.

Gelesen ... :)
Gelesen … 🙂

So, und die letzten beiden Bücher in der letzten Woche (ja, ich hab viel gelesen!!!) sind von Beth Fantaskey „Der Vampir, den ich liebte“ 1 + 2. Hier stellt sich heraus, dass ein adoptiertes Mädel (als Running Gag auch noch von Veganern) eine rumänische Vampirprinzessin ist. Ihr seit der Geburt versprochener Verlobter platzt in ihr Leben und wirbt um sie. Soweit so gut, was sich aber stellenweise ein wenig hinzieht, da die Heldin ein wenig lahm im Arsch ist… (ja, sorry). In Band zwei braucht sie auch eine Weile, bis sie hinter die Rätsel kommt. Aber es ist schön zu lesen (wenn es auch ursprünglich für Teenager geschrieben wurde… keine Erotik dabei, nur ein paar „Eheweisheiten“, wie sie sich eben eine minderjährige Autorin so ausmalt…

So, da habt ihr ein paar Vorschläge für die nächsten heißen Nächte – net böse sein, wenn ich hier keine Klappentexte poste, aber die kann ja jeder bei Interesse googeln – ich lese jetzt wieder weiter und vergesse ganz ganz schnell, dass ich am Freitag versehentlich „Seelen“ im TV angesehen habe brrrrr...

Eure Luna