Debüt CD von Sharzall: „Black Sun“

Am 16.6.2017 erschien das Debütalbum der slowakischen Gothic-Schocker Sharzall Black Sun“ über das Label NRT-Records.

Auf 11 Tracks werden sämtliche Register in Sachen Vielfalt gezogen: Gothic Metal, Dark Rock, Post Punk – einen Mix, den die Band selbst als „The Sisters Of Mercy“ meets „Deathstars“ bezeichnen. (Vorab erschien am 17.5.17 die EP „Serenades from Perdition“ deren Tracks „Way To Die“, „Crisis“ und „Love Is On The Ground“ auch auf dem Album enthalten sind)

Das Intro „Prologue“ fängt ruhig, und Instrumental an. Dieses Klangmotiv der sphärischen Töne ist auch in „Crisis“ – der vierten Nummer – wieder zu finden, bevor Geigen und schließlich Gitarren einsetzen. Hier kommt ein christlicher Bezug zu dem Chaos in der Welt auf, alles scheint ein Spiel zu sein. Einfach nur, weil die Würfel blöd fielen, betrog man Christus wegen Gold um sein Leben.

Way To Die“ erzählt von Rony Rage‘s Weg, wie er das Sterben lernt. Bisher war sein Weg von Kämpfen gesäumt und doch sicher. Wenn sich das ändert und er über Krieg und den Geschmack seines Blutes den Tod kennenlernt, dann werden auch alle anderen lernen, wie das Sterben ist.

Auch sind die anderen Songs sehr auf Krieg, Militär, Kämpfe und ansatzweise dem christlichen Glauben ausgelegt. „Love Is On The Ground“ ist scheinbar ein fröhlicher heller Song über die Liebe, doch der Schein trügt. Rony singt hier, daß unter dem Haß die Erde aufsprang und in der Tiefe dieses Risses doch tatsächlich die Liebe versteckt sei.

Gespannt war ich auf den Song „Black Sun“ – bei einer militärisch anmutenden Truppe Gothic Rocker könnte man gegebenenfalls auch einen falschen Schluß ziehen. Neben dem nationalsozialistischem Motiv der schwarzen Sonne gibt es nämlich auch weitere Bedeutungen, unter anderem wenn Stare mit ihrem Schwarm zur Zeit des Sonnenuntergangs diesen Verdunkeln (was bei Vogelkundlern und Fotografen gleichermaßen ein beliebtes Motiv ist) und: Eine Sonnenfinsternis. Ein Mysterium, das Ende und Neuanfang bedeutet und doch so bedrohlich wirkt. Hier spielt der Song mit dem zweiten Motiv, doch man soll sich vor den „Ratten mit den Schwertern“ hüten, damit sie nicht die Macht ergreifen.

Die Texte handeln generell vom Tod, aber auch vom Leben und Lebenserfahrung, Parallelen zu vergangenen und derzeitigen Ereignissen sind zu erkennen. Melodien sind ohrwurmverdächtig und selbst der blechern-verzerrte Klang der Gesangsstimme Rony Rage‘s bietet einen interessanten Hörgenuß. Das einzige klitzekleine Manko ist die Kürze des Albums: nur 36 Minuten und man hat es angehört. Dafür gibt es aber die Replayfunktion.

 

Anspieltip: „Crisis“ und „Black Sun“

 

Eure Luna ^v^

 

Line Up:
NYGA – Bass
SHINY – Keyboards
LIVITICUS – Gitarre
RONY RAGE – Gesang
D. – Schlagzeug

Gewinnspiel „NORD“ – Die Bekanntgabe des Gewinners

So, ihr Lieben. Bei unserem letzten Gewinnspiel verlosten wir mit Hilfe von cmm und der Band NORD die neue CD „Play Restart“. Der glückliche Gewinner durfte sich nach der Beantwortung meiner Frage darauf freuen.

Es war nicht ganz so einfach, denn Mihael und Vedran hatten eine lange Liste an Bands genannt, die sie derzeit selber auf ihrer Playlist hatten.

Und so gab es für die Beantwortung der Frage: Welche Band hören Mihael und Vedran von NORD beide? auch zwei Lösungen: Faith No More und Tool. Deshalb sind alle Einsendungen mit diesen Lösungen in den Topf gehüpft.

Und der Zufallsgenerator hat dann einen Gewinner herausgezogen, der sich über diese tolle CD freuen darf. Bei allen anderen bedanken wir uns für die Teilnahme, nicht traurig sein… das nächste Gewinnspiel mit zwei neuen CDs einer anderen Band steht schon in den Pötten. Wir freuen uns, wenn dann wieder zahlreiche Leser daran teilnehmen wollen.

So, nun lange Rede, hier kommt der Gewinner zu NORD „Play Restart“:

 

Ganz herzlich gratulieren wir Franky T. aus Berlin!

Wir wünschen dir sehr viel Spaß mit der CD!

 

cmm werden dir dann direkt die Scheibe zusenden, auch dir habe ich gerade eine Mail geschickt.

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Neue CD von Silver Dust: „The Age Of Decadence“

Am 23.6.17 erscheint die neue CD der schweizer Band Silver DustThe Age Of Decadence“ über das Label fastball music.

Besonders interessant ist, daß diese CD Songs in französischer und englischer Sprache enthält. Und das mit einem reizvollen Akzent. Ich persönlich kenne ja nur das Französische, das in Frankreich und Belgien gesprochen wird (und bei Letzterem mit einem Mix zum Holländischen bzw. Flämischen) und fand jetzt die „schweizer“ Einfärbung in die Sprache sehr charmant.

Die Band ist optisch im Steampunk zu Hause, macht aber durchaus ansprechenden, rockigen Metal, teilweise mit klassischen Instrumenten (Piano) oder elektronischen Elementen kombiniert. Im Song „The Age Of Decadence“ kommt sogar ein wenig das Urlaubsfeeling arabischer Länder dazu, eine Sängerin unterstützt alla Ofra Haza den Song.

Doch zu Beginn kommt mit „Welcome“ gleich ein französischer Song. Gleich einem Zirkusdirektor lädt Lord Campbell den Hörer in die Vorstellung der falschen Träume und Illusionen. Er singt, er habe den Glauben verloren und trägt nur noch den Haß in sich. Hier ist alles anders: Die Würde ist zerstört, weil die ganze Welt glaubt, jeder habe eine herausragende Rolle bei dem großen Ganzen. Es gibt hier Wesen, die Tiere, mit großem Herzen, die fast kindisch und faul versagen. Die Grand Dame Natur, die sanft, schön und fast nackt existiert. Und wir machen die Luft kaputt… und alles geht weiter. Doch er will kein Teil davon sein, will dem entfliehen…

My Heart Is My Savior“ ist ein Song gegen Religion, denn die eigene Rettung ist das eigene Herz. Wenn sie das Gift verspritzt und Blut verspritzt, bleibt das Herz das eigene Heil. (Im dazugehörigen Videoclip spielt die Band wunderbar mit dem Szenario, das auch im Dracula Film von F. F. Coppola herrscht – obwohl im Clip nicht ein einziger Vampir vorkommt…)

Der französische Song „Mort D‘Aimer“ berichtet von einem Tod aus Liebe. Im Walzertakt mit Piano wird die Geschichte erzählt: Mélissa und Georges haben sich ihre Liebe gestanden, ihre Gelübde ausgetauscht. Doch Melissa ist eine süße, geliebte Verdammte, die Engel weinen wegen ihrem surrealen Schicksal. Melissa stirbt, die Knochen ihres Fleisches beraubt; der verdammte Ring hat gewonnen… und Lord Campbell zeigt hier seine unglaubliche Variationsbreite seiner Stimme.

Im letzten Song „Forgive Me“ bittet er um Vergebung, weil sein Ende naht. Er wünscht sich, er hätte noch ein wenig mehr Zeit und ist traurig, aber nicht alleine. Eine wunderbare Acoustic-Nummer mit einer sensationellen Gesangsstimme. Das Lied sollte eigentlich getragen oder traurig sein (was man sich halt so kurz vorm Tod vorstellt), ist aber erstaunlich Lebensbejahend. Selbst die operesken Teile einer Sängerin haben etwas Leichtes und Schönes.

Ein ungewöhnliches Album mit verschiedenen Facetten, vereint aber durch die traumhafte Stimme Lord Campbell‘s.

 

Anspieltips: „My Heart Is My Savior“ und „The Age Of Decadence

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Lord Campbell – Vocal, Guitar, Keyboards, Programming
Tiny Pistol – Guitar, Backing Vocal
Kurghan – Bass
Mr. Killjoy – Drums

Carlyn Monnin – Classical Soprano Voice (Forgive Me)
David Grillon – Guitar Solo (Now We Request)

BlueRay-Bundle mit 2 CDs von Piledriver: „The Boogie Brothers live in Concert“

Am 9.6.2017 erschien die Blue Ray (plus zwei CDs) im Bundle der Status-Quo-Tribute-Band Piledriver The Boogie Brothers live in Concert“ über das Label Rockwall Records / Soulfood.

Warum ich erst jetzt schreibe? Ich habe sie zusammen mit meiner Freundin angesehen, die ein Fan der Band Status Quo ist und wollte gemeinsam mit ihr einen Eindruck von der Band, den Songs und der Machart der Blue Ray bekommen.

Und was soll ich sagen: Wir beide sind schlichtweg begeistert. Die Blue-Ray live aufgenommen in Wattenscheid beschwor zunächst eine bierselige Fußballtruppe vor meinem inneren Auge herauf, doch schon mit den ersten Takten zerschlug sich dieses Bild in Millionen Stücke.

Die Herren, seit über 20 Jahren als Tribute Band unterwegs (Tribute Bands covern nicht die Songs, sondern machen ihre eigenen Songs im Stil von der Originalband), zaubern eine Stimmung ins heimische Wohnzimmer, die das Konzerterleben gut nachvollziehen läßt. Man fühlt sich nicht nur dabei, sondern mittendrin.

Und die Band hat bei ihrem Gig enormen Spaß! Sie grinsen in die Kamera, scherzen mit den Fans und durch die geschickte Kameraführung hat man den Eindruck, nichts zu verpassen. Und das ist eine Leistung, wenn man nach 20 Jahren immer noch den Drive, den Elan und die Freude an der Musik drauf hat. Und umgekehrt zeigt es dem Fan, warum diese Band schon so lange im Musikgeschäft dabei ist.

Das Potpourri der Songs ist sehr gut gemischt – zwischen den gecoverten Titeln befinden sich wirklich viele eigene Songs, die auch mit einer netten Anekdote angekündigt werden. Ich gebe zu, mit Status Quo habe ich mich in meinem Leben bisher nicht ausführlich befaßt (ich hoffe, die Piledriver und SQ Fans sehen es mir nach), aber ich habe sofort die Status Quo Songs erkannt.

Die erkennt JEDER, würde ich jetzt hier behaupten, und kann sie mitsingen. Was jetzt nicht heißen soll, daß die eigenen Songs schlechter wären. Auf keinen Fall! Was meine Freundin und mich verblüfft hat, war, daß die Piledrivers auch in ihrer Bühnenpräsenz um keinen Yota der „Originalband“ nachstehen – im Dreierpack mit Gitarre und Bass abrocken. Auch der Schlagzeuger bietet zwischendurch immer wieder was für die Augen und ist gut eingefangen.

Zum weiteren Content der Blue-Ray kann ich sagen, daß es noch einige Extras bietet: Unter anderem ein wahnsinnig emotionales Video „Last Words“, das wir uns gleich dreimal nacheinander angesehen haben, bevor wir weiter geklickt haben.

Für nur-die-Öhrchen sind dann zwei live CDs dabei, die man in der Stereoanlage anhören kann, wenn man den Blue-Ray nicht anschmeißen will.

Wer also Piledriver live erleben kann, der sollte unbedingt auf ein Konzert gehen – wer sie wie wir hier im Frankfurter Raum leider nicht erwischt, der kann sich mit der Blue-Ray daheim auch ein wenig trösten. Wow.

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Peter Wagner, Sologitarre und Gesang („Francis Rossi“)
Michael Sommerhoff, Rhythmusgitarre und Gesang („Rick Parfitt“)
Hans in’t Zandt, Schlagzeug („John Coghlan“)
Andreas Müller, Bassgitarre („Alan Lancaster“)
Rudi Peeters, Keyboards („Andrew Bown“)

Neue CD von An Erotic End Of Times: „Chapter One“

Am 2.6.2017 erschien die CD der französischen Band An Erotic End Of Times betitelt als „Chapter One“ über das Label Echozone / Les Disques Rubicon.

Die 8 Tracks bewegen sich musikalisch im Stile der Fields Of The Nephilim, Katatonia und Type-O Negative und lyrisch beschreiben sie das Leben und den Tod und den geraden Weg dahin.

Schon gleich der erste Song „I Am Become Death“ ist eindrücklich und zwingend. Durch diesen Song zieht eine Hilflosigkeit, daß nichts zu ändern ist und nur noch Elend herrscht.

Love Is The End“ ist schneller, rhythmischer und stellt die Frage: Wenn man jemanden lieben möchte, haßt man dann auch? Verbrennt man an seiner Sehnsucht, ein Heim zu finden? Ist die Liebe dann das Ende oder ist man am Ende mit der Liebe?

Mit einem ruhigen Keyboardpart beginnt der dritte Track „No Rights“, eine melancholische Ballade über alles, was wir im Leben machen können. Und doch haben wir nur ein Recht, nämlich am Ende der Zeit zu sterben. Bedrückend, verzweifelt und tieftraurig schleicht sich Philippe über die Ohren bis ins Herz und drückt es langsam und kräftig zusammen.

A Freaky World“ zaubert anscheinend eine Lösung in diese desaströse Welt. Ein Gott erhebt sich, der König unter den Freaks. Wunderschön anzusehen und er frißt die Lügen, wenn man ihn anbetet. Er weiß, was man möchte…

Insgesamt ist es ein Album, das sehr gut die Endzeitstimmung in diese Welt transportiert. Mag es sein, weil wir ohnehin derzeit das Gefühl haben, daß nichts von dem Weltgeschehen wirklich in unserer Hand liegt oder weil diese Musik melancholisch und bedrückend, schleppend und zerstörend ist und so nur unser Empfinden steuert, es sei alles hoffnungslos.

Der Weg zum Weltuntergang ist seit langem gepflastert und wir schreiten nur noch auf das Ziel zu. Ein sehr komplexes Thema, was sicher auch daran liegt, daß Philippe nicht nur Sänger ist, sondern auch Vorträge über politische Philosophie an einer Universität hält. Ich bin gespannt, ob die Band noch ein „Chapter Two“ nachlegt, das eventuell den Fokus mehr auf das Leben an sich und die – sagen wir mal – schöneren Aspekte des Seins legt. Sozusagen, die mögliche Abbiegespur weg vom Ende.

Chapter One“ ist sicher nicht ein Album, daß man bei Sonnenschein und großem Eisbecher anhört. Wer auf eine düstere Mucke steht, wird dieses Album lieben. Herzschmerz und Einsamkeit at its best.

Anspieltip: „One Second After“ und „Writings On The Wall

eure Luna ^v^

Line Up:
Erwan Frugier
Philippe Deschemin
Jeremy Grillet : Live bass
Didier Quincey : Live drums

Neue CD von Lichtgestalt: „Tempus Fugit“

Am 26.5.2017 erscheint das neue Album von Lichtgestalt betitelt „Tempus Fugit“ über das Label Pride&Joy Music.

Auf dem Album sind 10 Tracks in deutscher Sprache, die verschiedene Themen aufgreifen. Dabei sind sie schwungvoll und sehr gut tanzbar. Sie kreierten ihre eigene Musikrichtung: Neuen Harten Steam – deutschen Metal mit Elementen des Steam. Das sieht man vermutlich nur auf der Bühne, wenn sie die Lyrics herüber bringen, denn die Songs sind astreiner Rock / Metal. Ich bin ja sehr auf schöne Männerstimmen fixiert und Thomas hat eine ähnliche kratzige Stimme wie Subway To Sally Sänger Eric Fish, die sehr gut die Songs darbietet.

Der Song „Judas“ enthält ein Zitat, das der Bibel entnommen ist und zeigt einerseits, daß Judas stolz auf seinen Verrat, den Lug und Trug ist, und andererseits die Schuld, die er gerne wieder los wäre. Das ruhige Gewissen wäre sein sanftestes Ruhekissen, doch die Vorsehung zwingt ihn dazu, dem bösen Muster zu folgen. Er hat keine Chance, sich dem Ganzen zu entziehen.

Der Track, der dem Album den Namen gab „Tempus Fugit“ (Lateinisch für „Die Zeit flieht“), beschäftigt sich mit dem Verstreichen derselben. Welchen Weg geht der Zuhörer und mit welcher Einstellung wird er ihn beschreiten? Die Zeit selber ist gnadenlos, aber was der Zuhörer daraus macht, ist entscheidend. Und es kommt auf die innere Einstellung an, ob man nur ein Rädchen im Getriebe ist, das funktioniert, oder selbst die Regeln aufstellt.

Blutmond“ ist wieder thematisch DER Song für mich Vampirfetischistin. Er stellt sein weibliches Opfer und stellt sie. Thomas kann sich der Gier und dem Begehren nicht entziehen und muß sein Opfer erst anlocken und verführen… und dann töten.

Doch auch kritische Themen werden von Lichtgestalt angesprochen. In „Messer, Gabel, Schere, Licht“ stellt sich die Frage, wer diese gefährlichen Objekte benutzen sollte. Diese sind – nach einer Geschichte aus dem Struwwelpeter – zwar einfache Werkzeuge, aber in ungeschickten Kinderhänden unkontrollierbare Waffen. Mit dieser „einfachen“ Begründung nimmt man den Kindern diese aus der Hand, wobei man sich fragt, WER ist denn das unmündige Kind in unserer Welt? Wir oder „sie“? Und so brennen erst Bücher, dann Menschen und am Ende Welten, um die Ideen und Visionen einzudämmen. Doch die „geistig kranken“ können sie nicht für immer verschließen, denn sie selbst säen die Brände mit eben diesen Waffen immer wieder selbst und starten einen neuen Kreislauf dieses Wahnsinns.

Lilith“ ist die Mutter aller Hexen und Vampire. Nachdem sie aus dem Paradies als erste Frau Adams verbannt wurde, soll sie der dunklen Seite angehören. In dem Song ist sie zuverlässig – wenn man weiß, daß sie immer lügt, dann weiß man die Wahrheit. Ihre Liebe ist nur ein Wahn und freiwillig schenken ihr ihre Opfer alles: Die Stärke, die Kraft, den Intellekt, die Seele. Ihre Schönheit ist doch nur Fassade und das Triebmittel, um zu bekommen, was sie begehrt.

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: „Ich habe mir Homo Sapiens eingefangen.“ Sagt der andere: „Tröste dich, das geht vorbei…“ So könnte man den Song „Virus Mensch“ kurz zusammenfassen. Lichtgestalt hat erkannt, was der Mensch ist: Ein Virus, der unserer Erde nicht gut tut. Am Ende werden wir verschwinden, eine Kinderkrankheit, ein Experiment, das niemand vermissen wird. Ein bitterböser Song, der unseren Weltverbesserern nicht schmecken wird.

Alles zusammen zeichnet die Band ein Bild des Menschen, blickt in die Seele und findet verschiedene Motivationen etwas zu tun. Mal sind es innere Triebe, die den Menschen verlocken, mal sind es äußere Verführungen, dem nachzufolgen, der den größten Gewinn verspricht. Ein Album, das am Ego vieler Menschen kratzen und den Ikonen den Thron entreißen wird. Werden wir daraus etwas machen? Das Leben für alle verbessern oder wird es einfach weiterlaufen, weil wir es sowieso nicht groß ändern können? Wenn der letzte Kampf ausgefochten ist, dann wird das Leben die Fäden neu weben, unser Schicksal wird jedes Mal von uns selbst gewählt…

Anspieltip: „Böse Fee“ und „Bis mein Auge bricht“

eure Luna ^v^

Line-Up Lichtgestalt:
Thomas C. Hertz – Gesang
Der Heizzer – Gitarre
Lippmann – Bass
Brukke – Schlagzeug

Neue CD von Purpendicular: „Venus To Volcanus“

Am 12.5.2017 erscheint die neue Scheibe von PurpendicularVenus To Volcanus“ über das Label Fastball Music.

Purpendicular sind eine der meistgebuchtesten Deep Purple Tribute Bands und das merkt man auch bei dieser CD. Der Unterschied zwischen Cover Bands und Tribute Bands ist, daß sie in dem Fall eigene Songs im Stile von der „Original Band“ präsentieren und nicht bloß die Originale selbst nachspielen oder singen.

Und an Deep Purple kommt man in der Musik nicht vorbei, selbst die hippen Hopper kennen „Smoke On The Water“ (wenn sie ehrlich sind).

Auf dieser neuen Scheibe sind nun 11 Tracks, die Gitarren mit dem typischen Hammond – Orgelsound kombinieren und dabei auf modernes Songwriting zurückgreift. In „Moving“ werden die Sorgen des „kleinen Mannes“ beschrieben. Man gibt nicht auf, bleibt in Bewegung, trotz der Widrigkeiten des Lebens.

I Can‘t Win Them All“ mixt orientalische Klänge unter den Sound und assoziiert den Aufbruch in neue Gefilde. Im alten Daheim ist nicht alles rosig und gleich einem Schlachtruf gestaltet sich die Aussage: Man liebe den sommerlichen Regen an dem neuen Ort (wo auch immer er zu finden ist), denn er bedeutet ein Ende der Not.

Absence“ ist ein sehr langer Track (annähernd 7 Minuten Dauer) mit einem sehr kurzen Text. Hier wirkt die Musik auch ohne tiefgründige Lyrics und schafft ein Gefühl der Einsamkeit. Der zwingende Rhythmus ist schleppend, deprimierend und marschiert direkt in die „ich will hier raus“-Ecke im Hirn.

Wonderful“ variiert das Thema, daß die Welt doch eigentlich ein Wunder ist. Dabei kommt es aber darauf an, daß man aktiv schaut, was eigentlich so wunderbar ist und nicht darauf wartet, daß einem die Erkenntnis in den Schoß fällt.

Biblisch angehaucht ist „Evil Tongue“, in dem ein Gebet eingearbeitet ist. Während der volle Mond aufgeht, fragt sich Robby, warum der Vater (im Himmel) zu all den Lügen schweigt. Warum drehen die Bösen die einst guten Worte ins Böse und das Schweigen des Obersten wird immer erdrückender. Ist er denn nicht durch die Stille und Abwesenheit das eigentlich Böse in unserem Leben?

Venus To Volcanus – dachte ich erst an einen Schreibfehler, so zeigte sich, daß mit dem Titel eigentlich etwas ganz anderes gemeint sein könnte. Nämlich die römischen Götter Venus und Volcanus, die gegensätzlich sind und sich doch ergänzen. Wie Yin und Yang, Mann und Frau, hell und dunkel. Und genauso werden sich die Lyrics sicher auch erst beim zweiten oder gar dritten Mal anhören richtig erschließen. Für Fans ist die Scheibe ein Muß – für Purpendicular Neulinge ein Ohr wert, da mal genauer darauf zu achten.

Anspieltip: „Earth Sand“ und „Moving

eure Luna ^v^

Purpendicular Line-up:

Vocals – Robby Thomas Walsh
Guitars – Herbert Bucher
Hammonds & Keyoards – Oliver Klammt
Bass – Winnie Bucher
Drums – Jürgen Zink

 

Purpendicular Live:

Fr 18.08.2017 Affalterbach 7 Eichen Open Air
Sa 14.10.2017 Torgau Kulturbastion
Sa 11.11.2017 Rutesheim Uhlenspiegel
Sa 25.11.2017 Ebersbach OKV

Neue CD von Sideburn: „#Eight“

Am 5. Mai 2017 kam die neue Scheibe von den Schweizern Hard Rockern Sideburn namens „#Eight“ über das Label Fastball Music heraus. Es heißt nicht nur #Eight, sondern ist auch das 8. Album in ihrer 20 jährigen Karriere, nachdem sie einige Songs für Hollywood beigesteuert haben. Songs von Sideburn, wie: „Six Feet Under“ in „Wolverine“ und in einer Folge der Serie „24“ und „Knockin’ at the Wrong Door“ für den Trailer zu „Hit & Run“.

Die 13 Tracks, die im Sound AC/DC und ZZ Top einen Hard Rock Sound und Rock‘N‘Roll liegen und englischsprachige Texte über Liebe, Beziehungen und über das Leben wie in einem Roadtrip haben. Stimmlich liegt Roland zwischen Axl Rose (nur nicht dieses jammernde im Unterton) und Brian Johnson. Die Tracks kann ich mir sehr gut in der Serie „Supernatural“ vorstellen, ich sehe immer einen alten Ford die Route 66 herunter cruisen.

All The While“ ist ein solider Einsteiger, der von den Lyrics her darauf hinweist, daß das Gras in Nachbars Garten immer grüner ist, aber andere Sachen im Leben wichtiger sein sollten.

Mit Sirenengeheul unterlegt zaubert „Call Me A Doctor“ ein Szenario, das einen Lügner und Betrüger entlarvt. Er sieht gut aus und ist doch ein Halunke in einem Anzug. In dem Zusammenhang mußte ich ein wenig grinsen, als Dr. Who-Fan sah ich dort sofort eine Beziehung. Auch dieser (zur Erklärung für nicht Whovians) enthüllt die Geheimnisse, wenn etwas zu schön zu sein scheint.

No Class“ ist der Song von Motörhead, der Lemmy zu Ehren gecovert wurde und „Wings Of Liberty“ der Bonus Track der CD.

Insgesamt ist die CD ein Werk, das mit eingängiger Musik glänzt, wenngleich auch die Texte einfach gestrickt scheinen. Aber man kann sie ohne die Lyrics zu studieren mitsingen und für sich selbst Interpretationen und Verbindungen herausziehen. Man muß nicht immer politische Statements zelebrieren, weder als Band – noch als Fan welche fordern. Musik kann und darf auch „nur“ Spaß machen, und das schafft Sideburn auf jeden Fall. Wer also auf guten „oldschool“ Hard Rock ohne Schnickschnack und Schnörkel steht, dem sei diese CD wärmstens empfohlen.

Anspieltip: No More Room In Hell und Gimme A Sign

Eure Luna ^v^

 

Line-up Sideburn:

Gesang – Roland Pierrehumbert
Leadgitarre, Rhythmusgitarre – Mikael Riffart
Leadgitarre, Rhythmusgitarre – Lawrence Lina
Bass – Nick Thornton
Schlagzeug – Lionel Blanc

Neue CD der Kneipenterroristen: „Schneller – Härter – Lauter“

Am 12.5.2017 hauen die Kneipenterroristen auf die Kacke… ähhhh… ihre neue Silberscheibe „Schneller – Lauter – Härter“ über das Label Rude Records, a Department of Remedy Records heraus. Und zwar als: CD, limitierte Digipak CD, limitierte LP + CD auf farbigem Vinyl, limitierte Fanbox.

Die Hamburger Veteranen des Rock sind seit 15 Jahren als Band unterwegs und wer jetzt an verweichlichten Kuschelrock alla Peter Maffay denkt, der wird enttäuscht sein. Nein, die Kneipenterroristen sind eher eine Mischung zwischen den Texten von Feuerschwanz (ohne Mittelalter) und den Onkelz (ohne Böhse zu sein).

Die Songs sind hart, aber machen Spaß, eine freundschaftliche Kabbelei unter sehr guten Freunden, ohne ein blaues Auge zu kassieren. Sozusagen der Bandname als Programm für einen netten Abend ohne ins Gewalttätige abzudriften.

Thematisch beschäftigt sich der erste Track „Schneller – Lauter – Härter“ mit der Band selbst. Sie stellen sich vor und sind gespannt, wie die Meute die Jungs annehmen wird. Wenn schon schneller leben, dann gefälligst auch lauter und härter. Sonst bringt es keinen Fun. 😉

Die nächsten zwei Songs sind jeweils eine Hymne an die gehaltvollen Getränke und deren User. „Volljährig“ beschreibt, daß die Qual den besten Stoff genießen zu dürfen, endlich vorbei ist. Klar, über Alkohol zu singen wird heutzutage schon fast mittelalterlich mit einer Mistgabel gerächt, aber ich gehöre zu der Generation, in denen die Hosen noch über ihren Bommerlunder philosophiert haben. (Für die Youngsters, der eisgekühlte Bommerlunder war damals ein hippes Kultgetränk für echte Kerle, die bestimmt keine rosa Puffbrause genossen haben.) „Betrunkene und Kinder“ spricht einem dahingehend aus der Seele, daß Alkohol ein Seelentröster sein kann. Man hatte Spaß, sagte die Wahrheit ohne Schnickschnack und Fiffi. Kritisch muß ich aber darauf hinweisen, daß man auch ohne sehr viel Spaß haben kann und solange man sich nicht davon abhängig machen läßt, auch Bier genossen werden darf. Filmriß ist aber nie gut.

Was ist nur aus dir geworden“ beschreibt, was mit alten Rockern geschehen kann. Betablocker, Alkoholleiche und seit mehreren Jahren auf Abschiedstour. Den Absprung nicht mehr schaffen, aber das Ikonenbild zerstört. Irgendwie genau die andere Seite zu dem Song „Betrunkene und Kinder“. Hier entpuppt sich der Spaßfaktor mit Alk als Fassade, die er nicht einmal mitbekommt.

Ich mußte sehr grinsen, bei dem Song „Wir schaffen das“ erwartet der heutzutage politisch gebildete Bürger etwas anderes. Hier kann ich sagen, was die Kneipenterroristen sich vorgenommen haben, das wird sicher klappen. 4 Mann und 80 Liter? Aber sowas von.

Unsere Religion“ haut auf die Kirche. Rebellion gegen verstaubte Ansichten und das Betgetue. Rock‘N‘Roll ist der wahre Gott und dem muß gehuldigt werden.

Alles in Allem ist das Album vielleicht voller Klischees über Rocker, Musiker und daß man nur mit großzügigem Einsatz diverser Mittelchen Spaß haben kann, aber die Kneipenterroristen spielen gekonnt damit. Sie zeigen eine Ehre und haben einen unbändigem Willen, den man auch den MCs zum Beispiel nachsagt: Wie Wölfe, alle für einen und einer für alle. Gehörst du dazu, bist du dabei. Stellst du dich gegen sie, ist es vorbei. Sarkastisch und augenblinzelnd amüsieren sie sich mit den Aussagen, die sehr sehr doppeldeutig sind und doch ein Statement gegen das Übel in der Welt sind. Stammtischgespräche 2 Punkt Null mit viel Humor und Spaß.

Let‘s be Rockers und lebt euer Leben. Und Meister Lemmy lebt in ihnen weiter.

 

Eure Luna ^v^

Kneipenterroristen Line-up:

Jörn – Gesang
Martin – Gitarre
Goofy – Bass
Karsten – Drums

Kneipenterroristen live:

13.05.2017 Neu Wulmstorf (21629) Metal Bash Open Air
20.05.2017 Henstedt-Ulzburg (24558) MicMac
09.06.2017 Bakum (49456) 1. Trucker Treffen der Trucker Freunde Deutschland
10.06.2017 Dömitz (19303) Festung Dömitz Open Air
14.07.2017 Rieden-Kreuth (92286) G.O.N.D.
12.08.2017 Hoogstede / Ringe (49824) 30 Jahre MC Wotan
14.10.2017 Hamburg (21033) Happy Billard

Neue CD von Herzparasit: „ParaKropolis“

Am 5.Mai 2017 ist es endlich soweit und der neue Silberling „ParaKropolis“ von Herzparasit kommt über das Label Echozone in die Läden.

Es ist das dritte Album der fünf Münchner mit 13 Tracks, die als roten Leitfaden einer anderen Realität, einer zerstörten, kaputten Erde, haben. Der Name des Albums ist ein Neologismus und setzt sich bedeutungsschwanger aus „Parapolis“ (= Interkultur) und „Akropolis“ zusammen und soll eine Festung der Parasiten darstellen. Eine Dystopie, bei der im Endzeitgewühle die Herzparasiten auftauchen und alles reparieren und neu aufbauen wollen. Sie rütteln mit ihren Songs auf, schubsen den Zuhörer in eine Richtung, die vom Haß, Gier, Neid bis hin zum Krieg wegführen soll.

Der einleitende Track „DNA Unbekannt“ stellt uns die Retter vor. Wir kennen sie nicht, unser Lebensraum ist kaputt und trotzdem wollen sie uns helfen. Aber können sie wirklich wohlwollend sein?

Manege frei“ stellt uns den „Ist-Zustand“ vor. Es analysiert, definiert und zeigt, daß die Zeit der Menschen vorbei ist. Durch die eigene Schuld können die Menschen nicht mehr ausbrechen und sich daraus lösen.

Der Track „Blut Lügt Nicht“ ist eine Hommage an die Serie „Dexter“, der nette Killer, der selbstständig die üblen Schurken richtet, die von der Gerichtsbarkeit nicht erfaßt werden können. Im krassen Gegensatz zu dem brutalen Text steht der Kinderchor, der unschuldig wie in Aschenputtel die Tauben singt: „Ruckedigu, Blut ist im Schuh“. Glaubte ich noch, das ist mein „Vampirsong“ der CD, mußte ich feststellen, daß er eher die Brutalität des Märchens zeigt (haben doch Aschenputtels Stiefschwestern manipulativ ihre Zehen und Fersen abgeschnitten, um in den kleinen Tanzschuh zu passen) und die Gerechtigkeit hinter scheinbar bösen Mördern wie Dexter. Wobei ja Selbstjustiz und Manipulation auch wieder ein Thema ist, das man nicht in die eigene Hand nehmen sollte.

Manipulation ist auch ein Thema in „Zack! Boom! Bang!“. Wir werden von allen Medien manipuliert und gesteuert. Zum einen mit dem neuesten tollsten „In“ Geschichten verführt, es machen ja schon nicht mehr Konzerne direkt die Werbung, nein, man füttert „Influenzer“ mit Begehrlichkeiten und wartet seelenruhig ab, daß die Masse zuschlägt und „haben wollen“ schreit. Dazu kommt dann der „böse andere“, der fies das erworbene Gut madig macht und haben will. Jeder wird gegen jeden ausgespielt und wer glaubt, jede Information aus dem Internet sei „seriöser“, als im TV oder in der Presse, der irrt. Alles manipuliert uns…

In „ParaKropolis“ gipfelt dann die Situation der Menschheit. Es bietet sich eine Lösung an, alles niederzureißen und neu aufzubauen. Wobei aber die Mauern und Grenzen in den Köpfen gemeint sind, um Bomben und Zerstörung unserer Häuser auszuschließen. Denkt nach, denn wir wollen alle Leben und nicht (hirn)tot dahin vegetieren für eine kleine Elite, die uns lenkt.

Die Ballade der CD ist „Regentage“. Einfach nur schön, melancholisch; ein berührender Text mit einer großen Portion Hoffnung und Gefühl. (Ich fühle mich da an RammsteinsStirb nicht vor mir erinnert… ich hatte da genauso Gänsehaut).

Alles in Allem eine wunderbare CD, knackige Sounds, die ein wenig softeres NDH sind. Es bietet zu den zerstörerischen Lyrics eine Spannung, die tanzbar UND zum „nur Anhören“ sind. Ein Rundumpaket sozusagen.

 

Anspieltips: „Präparat“ (bitterböser Text) und „It Must Be In English!“ (herrlich ironisch)

 

es grüßt, eure Luna ^v^

Line Up:

Ric-Q – Gesang
El Toro – Gitarre
Mr. SM – Schlagzeug
HALEium – (Live- Gitarre)
Jammin – (Live- Bass)

Herzparasit Live:

06 Mai’17 – Release- konzert, München (CD-Releasekonzert mit vielen Gästen) im Quax, München
17 Jun’17 – Band Community, Leipzig (Mit Maschinist und Schlagwetter) im Bandcommunity Leipzig e.V
30 Jun’17 – München im Garage de Luxe
14 Okt’17 – Metal for Mercy, Witten im Famous, Witten
04 Nov’17 – Oberhausen im TBA
16 Dez’17 – Abschluss, München Jahresabschluss im Quax, München